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6 Min Lesezeit 17 Kommentare

Huawei Mate 20 Pro Kamera-Test: Nicht makellos, aber großartig

Das Huawei Mate 20 Pro hat eine technisch unheimlich spannende Triple-Kamera von Leica auf der Rückseite, die wahnsinnig viele kreative Möglichkeiten bietet - und das nicht wegen der Unterstützung durch Künstliche Intelligenz. Im Kameratest klappt trotzdem nicht alles fehlerfrei.

Bevor wir ins Detail gehen und uns die Fotos anschauen, werfen wir noch einmal einen Blick auf die Eckdaten der insgesamt vier Kameras im Huawei Mate 20 Pro:

  • Rückkamera: 40 MP und 27 mm + 20 MP und 17 mm + 8 MP und 83 mm, f/1.8 + f2.2 + f2.4 Blende
  • Autofokus-Arten: Tiefenschärfe, Phasenfokus, Kontrastfokus, Laser-Fokus
  • Frontkamera: 24 MP, Blende f/2.0 

Gegenüber dem P20 Pro ist die wichtigste Änderung der Hauptkamera neben dem Verzicht auf den Monochrom-Sensor der Zoombereich. Das neue Ultraweitwinkel-Objektiv mit einer Brennweite von 17 Millimeter im Kleinbild-Äquivalent erhöht die kreativen Möglichkeiten enorm, zumal Huawei dieses Objektiv auch für den neuen Super-Macro-Modus nutzt, der von der Master AI automatisch zugeschaltet wird. Ohne aktivierten KI-Unterstützer ist Super-Macro nicht nutzbar.

Das Umschalten zwischen den einzelnen Brennweiten dauert immer einen kleinen Moment, vor allem beim Wechsel auf den Ultraweitwinkel. Die Zwischenbereiche deckt Huawei mit einem clever gesteuerten Hybrid-Zoom ab, Ihr könnt also stufenlos zwischen 0,6x bis 5x zoomen. Ab 5x bewegt man sich im reinen Digital-Zoom, das sieht dann nicht mehr allzu gut aus.

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Vom Ultraweitwinkel ... / © AndroidPIT
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... über die normale Brennweite ... / © AndroidPIT
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... und den Dreifach-Zoom ... / © AndroidPIT
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... bis hin zur längsten Brennweite. / © AndroidPIT

Der Vorgänger knipst schärfer

Vor allem bei guten Lichtbedingungen überzeugen die Fotos, die das Mate 20 Pro abliefert, auf ganzer Linie. Farben und Belichtung trift das Smartphone traumwandlerisch sicher, misslungene Schnappschüsse sind selten. Leider bietet Huawei anders als Honor weiter keine Möglichkeit, die AI-Effekte in der Galerie nachträglich abzuschalten. Das wäre wirklich praktisch, denn ab und an übertreibt es die Master AI mit ihren Änderungen am Bild doch ganz gewaltig. Im Blenden-Modus könnt Ihr den Fokus nachträglich ändern und den Grad der Unschärfe verändern.

Bei der Bildschärfe fällt auf: Im P20 Pro war die ein kleines bisschen besser. Da scheint sich der Verzicht auf den Monochrom-Sonsor wohl doch ein wenig bemerkbar zu machen. Das ist nicht schlimm, aber bei genauer Betrachtung eben auffällig im direkten Vergleich.

Bei wenig Licht wird es schwieriger

Werden die Lichtbedingungen schlechter, gehen für alle Kameras die Probleme los, und da macht das Huawei Mate 20 Pro keine Ausnahme. Zwar ist Bildrauschen weniger ein Problem, wohl aber die recht aggressive Bildbearbeitung, die bei Low-Light-Aufnahmen viele Details schlucken kann. Der Portrait-Modus erkennt aber auch bei sehr schweren Lichtbedingungen die Grenzen des Motivs noch zuverlässig und kann schöne Tiefenunschärfe ins Bild zaubern.

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Der Portraitmodus arbeitet auch bei schwierigen Lichtbedingungen recht gut. / © AndroidPIT
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Das Weitwinkel-Objektiv ist weniger lichtstark. / © AndroidPIT

Im Nachtmodus macht das Mate 20 Pro über mehrere Sekunden lang zahlreiche Aufnahmen und legt diese zu einem Bild übereinander. Das klappt ziemlich gut, und auch wenn die Schärfe auch hier nicht immer ganz optimal ist und manche Bilder sogar etwas zu hell werden, fährt man nachts im Nachtmodus tatsächlich besser, denn im Dunklen tendiert die Kamera des Mate 20 Pro schon ein wenig zum Verwackeln.

Lieber frei Hand als auflegen

Kleiner Tipp: Legt das Mate 20 Pro beim Fotografieren lieber nicht auf, sondern haltet es in der Hand. Die kleinen Wackler gleicht der Nachtmodus recht gut aus und macht das Foto zudem schneller, meist in drei bis fünf Sekunden. Legt Ihr das Smartphone auf, denkt das Mate 20 Pro, dass es in einem Stativ steckt und belichtet 20 Sekunden und länger. Ergebnis: Die Fotos werden unscharf. Also: Entweder in die Hand nehmen oder tatsächlich ein Stativ benutzen.

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Mit aktiviertem Nachtmodus ... / © AndroidPIT
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... und ohne. / © AndroidPIT

Die Master AI greift recht stark in die Bilder ein, vor allem im Zusammenspiel mit dem HDR-Modus werden Motive mit unterschiedlich stark belichteten Bereichen deutlich ansehnlicher. Aber man muss eben wissen: Die Änderungen können sehr auffällig sein und lassen sich nicht abschalten, und um die Master AI zu deaktivieren, müsst Ihr zunächst in die EInstellungen der Kamera-App wechseln und dann den entsprechenden Punkt suchen. Ein praktischer Umweg: Einfach schnell in den Pro-Modus wechseln, dort ist der AI-Assistent ohnehin nicht aktiv.

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Panorama mit Master AI ... / © AndroidPIT
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... und ohne. / © AndroidPIT

Im Nahbereich müsst Ihr nicht unbedingt den Super-Macro-Modus benutzen, mit dem Ihr bis zu 2,5 Zentimeter an das Motiv heranrücken könnt. Schon "normale" Nahaufnahmen haben ein ansehnliches, natürliches Bokeh und sehen sehr schick aus. Auch der Fünffach-Zoom kann im Nahbereich helfen, um schicke Close-Ups zu schießen.

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Nahaufnahmen zeigen ein schönes Bokeh. / © AndroidPIT
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Der Zoom ist auch im Nahbereich praktisch. / © AndroidPIT
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Verzerrungen im Ultraweitwinkel sind normal, sehen aber spannend aus. / © AndroidPIT

Übrigens: Das Huawei Mate 20 Pro nimmt auf Wunsch auch RAW auf, und zusammen mit dem Pro-Modus kann man damit noch eine Menge mehr aus den Bilder herausholen, wenn man sie digital entwickelt. Die RAW-Dateien sind allerdings rund 80 MByte große - pro Bild, wohlgemerkt. Das merkt man auch bei 128 GByte Speicher ziemlich schnell. Deshalb solltet Ihr den RAW-Modus nur aktivieren, wenn Ihr tatsächlich mehr mit den Fotos vorhabt, und nicht bei jedem Schnappschuss.

Selfies brauchen Licht

Und die Frontkamera? Bei der sollte man zunächst die Beauty-Effekte ausschalten und am besten den Portrait-Modus gleich vergessen. Der hübscht nämlich Eure Selfies immer noch auf, auch wenn alle Regler auf Nul stehen. Bei guten Lichtbedingungen macht das Mate 20 Pro sehr ansehnliche Selfies, bei Low Light werden sie oft ein wenig unscharf.

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Bei gutem Licht machen Selfies Spaß ... / © AndroidPIT
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... bei wenig Licht eher nicht. / © AndroidPIT

Diese und viele weitere Fotos, die ich mich dem Mate 20 Pro geschossen habe, findet Ihr in voller Auflösung in dem folgenden Album.

Fazit: So viele Möglichkeiten

Mehr kreative Möglichkeiten wie mit der Kamera des Huawei Mate 20 Pro hat man derzeit mit kaum einem Smartphone. Der enorm große Zoom-Bereich von Ultraweitwinkel bis Tele macht jede Menge Spaß und die Bildqualität ist in aller Regel sehr gut. In Details gibt es aber noch Schwächen, etwa die Schärfe oder die manchmal zu aggressive KI. Trotzdem ist unter dem Strich klar: Das Mate 20 Pro ist eines der besten Kamera-Smartphones des Jahres 2018. So viel Spaß beim Fotografieren wie mit dem Mate 20 Pro hatte ich schon ein halbes Jahr nicht mehr - nämlich seit dem P20 Pro.

Wie sich das Mate 20 Pro im Vergleich mit den anderen neuen Smartphone-Kameras schlägt, werden wir demnächst im großen Shoot-Out herausfinden.

Was haltet Ihr von den Fotos, die wir mit dem Huawei Mate 20 Pro gemacht haben?

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17 Kommentare

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  • Einfach mal auf Connect gehen , da ist ein Test welches Smartphone die beste Kamera hat . Finde ich schon witzig Nr. 1 ist das P20 und Nr. 3 das P20 pro vielleicht ist das beim Mate 20 ja auch so.


  • Ein paar Dinge hätte mich noch interessiert. Werden die Fotos unter schlechten Lichtbedingungen, wegen Verzicht auf den Monochromesensor, schlechter als Fotos vom P20 Pro? Und wie sieht es mit Videos aus? Bei meinem P20 Pro sind die Videos nun nicht schlecht, es geht aber besser. Und der Ton ist grenzwertig. Bei einem Konzert kamen die Mikros wohl nicht mehr mit. Der Ton wechselt immer von laut auf leise. Hört sich wie Leiern an.
    Aber Fotos sind unbestritten klasse. Den Zoom finde ich toll. Das war das, was einer Handyknipse immer fehlte.


  • Die Überschrift ist irreführend. Es geht ja hier nicht um das 20 sondern das 20 Pro. Schade. Hatte schon gehofft einen Test des normalen Modells zu lesen. Habe das Mate 10 Pro mit perfekter Cam und wollte wissen ob das normale 20er da mithalten kann.


  • Also zumindest das Panorama "ohne AI" sieht mMn absolut schrecklich aus... Und auch die Version mit AI sieht bei weitem nicht so gut aus, wie bei fast ausnahmslos allen anderen Smartphones in der gleichen Preisklasse.


  •   35
    Gelöschter Account vor 3 Tagen Link zum Kommentar

    Ich bin auf einen Kameratest gespannt: Mate 20 Pro, Iphone XS, Galaxy Note 9, Pixel 3, Sony XZ 3, HTC U12 plus, LG V40


  • Ich würde sowieso empfehlen den KI Modus dauerhaft zu deaktivieren. Hat auch beim P20 Pro zu besseren Ergebnissen geführt. Dazu muss man gar nicht erst in den pro Modus, nur um der KI zu entgehen.


  • Blindtest kann alle Fragen beantworten.


    • Nein, Blindtest gibt nur Ausschluß über den Geschmack des Betrachters, und wie gerade die Situation aufgenommen wurde.


      • Man bekommet originale Bilder, die kann man genauer betrachten und einfach vergleichen.


      • Es geht nicht um die Stimmen, es geht um die Bilder, es werden dieselbe Situationen gezeigt und man kann ganz einfach herausfinden, wer besser ist. Das Ergebnis spielt hier gar keine Rolle, mindestens für mich.

        NilsD


      • @Naruto Uzumaki, wie originale Bilder? Sind es hier vielleicht Fälschungen?

        @Ruslan Jo May, Du hast geschrieben das ein Blindtest alle Fragen beantwortet. Das kann im Grunde genommen nicht mal ein Labortest.
        Bei einem Blindtest kann man nicht einfach herausfinden wer besser ist, sondern wem gerade dieses aufgenommene Foto am besten gefällt. Ich kann mit ein und der selben Kamera 10 Fotos vom selben Motiv machen. Und brauche dazu nur Belichtung, Fokus und Neigungswinkel immer etwas verändern sodass 10 verschiedene Ergebnisse raus kommen. Und natürlich auch 10 verschiedene Meinungen zu den Fotos.


  • Steffen, du hattest wohl eine Audienz beim Papst, so wie es aussieht!


  • Prinzip ordentlich jetzt bitte noch Software optimieren.


  • Und ich finde das Bild ohne Nachtmodus eindrucksvoller als mit.


  • Ich finde die Bilder bei schlechten Bedingungen eher durchschnittlich.

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