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2 Min Lesezeit 11 Kommentare

Huawei gilt als besonders wenig transparent, dafür korrupt

Der chinesische Hersteller Huawei hat für die Offenlegung von Lobbying-Aktivitäten in einem neu eingeführten Index die schlechteste Bewertung erhalten. Big-Tech-Unternehmen wie Amazon und Google schnitten etwas besser ab, aber das Gesamtbild ist beunruhigend.

Der Index wurde von der britischen Niederlassung von Transparency International, einer Nichtregierungsorganisation (NGO) ins Leben gerufen. Die NGO widmet sich der Bekämpfung der Korruption durch Unternehmen. Sie verfolgte 104 multinationale Unternehmen, darunter alle großen Namen der Technologiebranche, und fand "schlechte Standards" bei der Offenlegung von Lobbyaktivitäten auf breiter Front.

Die analysierten Unternehmen erhielten eine Bewertung auf einer Skala von A bis F für die Transparenz des politischen Engagements. Huawei, der Hersteller der beliebten Geräte Mate 20 Pro und P20 Pro, erhielt die schlechteste Bewertung.

Huawei wurde von Disney und dem Softwareunternehmen Sage unterstützt, das von Jim Ratcliffe, dem reichsten Mann Großbritanniens, geleitet wird. Mehrere Automobilhersteller erhielten auch die Bewertung "F", darunter Ford, Honda, Nissan und Toyota.

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Huawei erhielt die schlechteste Bewertung für Transparenz. / © Shutterstock

Auch Facebook, Google und Amazon schneiden schlecht ab

Facebook erhielt eine E-Bewertung, die zweitschlechteste, die es gibt. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg hat bereits zugegeben, Lobbyisten einzustellen, um den ungarisch-amerikanischen Investor George Soros anzugreifen. Diese und viele andere Aktionen erklären also die schlechte Bewertung.

Amazon und Google schnitten etwas besser ab, jeweils mit einem D. Die Bewertung bedeutet "schlechte Standards", wenn es darum geht, beim Corporate Lobbying transparent zu sein. Apple erhielt ein C, was bedeutet, dass sein Standard als "fair" eingestuft wurde.

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Google und Amazon entwickelten sich etwas besser, haben aber immer noch "schlechte Standards". / © Shutterstock

Die Leiterin des britischen Business-Integrity-Programms von Transparency International, Kathryn Higgs, sagte: "Es gibt einige Bereiche, in denen Unternehmen offensichtlich nicht das Risiko des Drehtür-Effekts bedacht haben, dass hohe Management-Mitarbeiter politische Posten besetzen werden und umgekehrt."

Keines der 104 analysierten Unternehmen berichtete 2017 über seine weltweiten Ausgaben für Lobbyarbeit. Nur ein Unternehmen erhielt die Bestnote A für die Transparenz des politischen Engagements, das Pharmaunternehmen und Impfstoff-Großhersteller GlaxoSmithKline.

Honda, eines der wenigen Unternehmen, das eine Erklärung zu dem Bericht veröffentlicht hat, sagte: "Unser Engagement für lokale und internationale Regierungen und politische Organisationen wird in Übereinstimmung mit allen relevanten Gesetzen und Vorschriften durchgeführt. Honda wird weiterhin eng mit Industriegruppen und politischen Interessengruppen in diesem Sinne zusammenarbeiten."

Was haltet Ihr von Big-Tech-Unternehmen und politischer Transparenz? Sollten sie ihre Ausgaben für die Lobbyarbeit bei den Regierungen melden? Lasst es uns in den Kommentaren unten wissen.

Quelle: The Guardian

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11 Kommentare

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  • Wenn die Unternehmen das nicht machen, haben sie nachteile gegenüber ihren Mitbewerbern, also bleibt ihnen fast nichts anderes übrig. Damit möchte ich es nicht befürworten.

    Peter


    • Das ist eine realistische Sicht auf die Dinge. Es ist doch so: Eine Firma kann natürlich total Transparent, fair und ohne Lobbyismus sein. Und halt pleite.
      Gefällt mir auch nicht, ist aber nun mal die Realität. Seit Hunderten von Jahren.


  • Die haben doch alle was zu verheimlichen, kann mir einer sagen was er will! Vielleicht steckt auch geheime Technik drin, die auf Kommando der chinesischen Regierung nen EMP auslösen kann, welche dann ganze Systeme lahm legt( Fantasie off)


  • Firmen sollten viel härter Bestraft werden, wenn sie sich nicht an Gesetze halten. Dafür gibt es ja auch Gesetze, sonst könnte man sie gleich weglassen...


    • "Gesetze" sind genau so kurrupt wie Firmen. Je mehr fliesst, desto mehr wird vertuscht. Mit Geld ist praktisch alles und überall möglich ;)


      • Ja leider, und daher traue ich auch im Prinzip auch keinem Hersteller. Und daher sollten Gesetzgeber immer die Firmen überprüfen welche für die Allgemeinheit Technik aufbauen soll (5G als Beispiel).


      • Genau mehr Kontrolle


      • Die Firmen halten sich auch bestimmt an die Gesetze, und da wo sie sich nicht drann halten achten sie besonders das sie nicht erwischt werden. Das läuft ja schon in Kleinbetrieben so ab, wo man ein wenig die Buchhaltung gefälscht wird oder der ein oder andere Schwarzarbeiter eingestellt wird.


  • Nur wer heutzutage an sich denkt kommt weiter so wie Apple sonst wäre Apple nicht da wo sie sind.


  • Jeder versucht seine Interessen durchzusetzen, Lobbyarbeit kann weiter gehen, wünsche mir nur, dass die Politik sich weniger beeinflussen lässt


    • Geld regiert die Welt und deswegen werden Lobbyisten steigenden Einfluss in der Politik gewinnen. Im Endeffekt werden es einflussreiche Konzerne sein, die uns regieren...die Politiker werden die Marionetten sein (sofern dies nicht bereits der Fall ist). Man bemerke nur die "Nebenjobs", die Politiker ausüben...da kann mir doch keiner erzählen, dass ein amtierender Politiker noch unabhängig entscheidet, wenn er z.B. im Aufsichtsrat eines Konzerns sitzt oder auch "nur" eine Beraterfunktion innehat.

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