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Huawei ist vorbereitet: Ein eigenes OS und eine AR-Brille sind in Arbeit
Huawei 4 Min Lesezeit 20 Kommentare

Huawei ist vorbereitet: Ein eigenes OS und eine AR-Brille sind in Arbeit

Huawei hat eine Geheimwaffe parat, falls die USA Unternehmen wie Microsoft oder Google zwingen, alle Beziehungen zu China zu beenden. Das bestätigte Richard Yu, CEO der Marke, in einem Interview mit der Welt.

Zu den wichtigsten Themen, die in dem Interview angesprochen werden, gehören die schwierigen Beziehungen zu den USA und die Einführung von faltbaren Smartphones. Aber es geht auch um die Zukunft, bei der Augmented Reality eine, im wahrsten Sinne des Wortes, große Rolle spielt.

Ist Huawei eine Gefahr?

Thomas Heuzeroth, der Welt-Journalist, der das Interview führte, geht mit einer sehr direkten Frage sofort auf den Wunden Punkt des chinesischen Unternehmens ein:

"Herr Yu, ist Huawei eine Gefahr?"

Natürlich verteidigt der Marken-Chef sein Unternehmen sofort. Huawei stelle keine Bedrohung dar, da die Netzwerkgeräte für 5G keine Hintertüren hätten, sagte Yu. Die Sicherheitsstandards des Unternehmens seien sowohl im Soft- als auch im Hardware-Bereich sehr hoch.

Die Entscheidung, Huawei von den Ausschreibungen für die Vergabe von Aufträgen beim Bau der 5G-Infrastruktur auszuschließen, sei rein politischer Natur, so Richard Yu. Dem Huawei-Chef zufolge gebe es keinen technischen Grund, die Marke auszuschließen.

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Der Kampf zwischen Huawei und der US-Regierung ist noch lange nicht vorbei / © Orhan Cam/Shutterstock

Heuzeroth fragte dann, welche Folgen dieser "Krieg" mit den USA für das Geschäft des chinesischen Unternehmens hat, worauf Yu antwortet:

"In den USA können wir unsere Smartphones nicht verkaufen. Das ist eine Folge. Auf unser Smartphone-Geschäft im Rest der Welt hat das aber keine Auswirkungen. Unsere Marktanteile wachsen schnell. Die Android-Software auf unseren Geräten kommt ja sogar von Google, einem amerikanischen Unternehmen. Wir arbeiten mit vielen US-Unternehmen zusammen, darunter auch Qualcomm und Microsoft."

Laut Yu ist es für ein chinesisches Unternehmen kein Problem, auf die Unterstützung anderer amerikanischer Unternehmen zu zählen. "Die US-Wirtschaft profitiert von uns", sagte er, denn "in dieser Industrie kann niemand alles allein machen".

Ein neues Betriebssystem in der Hinterhand

Auf die Frage nach einem angeblichen Betriebssystem, das vom Hersteller bereits entwickelt wird, um etwas in der "Hinterhand" zu haben, antwortete Präsident Yu klar und entschlossen:

"Wir haben ein eigenes Betriebssystem vorbereitet. Sollte es einmal dazu kommen, dass wir diese Systeme nicht mehr nutzen können, wären wir also gewappnet. Das ist unser Plan B. Aber wir bevorzugen natürlich die Zusammenarbeit mit den Ökosystemen von Google und Microsoft."

Offensichtlich ist sich der CEO der Möglichkeit bewusst, dass US-Unternehmen gezwungen sein könnten, ihre Beziehung zu Huawei zu beenden. Das Unternehmen betrachtet dieses neue Betriebssystem (online bekannt als KirinOS) jedoch als eine Waffe, die man immer griffbereit hält. Natürlich in der Hoffnung, nie gezwungen zu sein, sie zu benutzen.

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Auf Wiedersehen Android, es war schön / © AndroidPIT

Plant Huawei eine eigene "Google Glass"-Brille?

Apropos Smartphones und Innovation, Yu erinnert daran, dass man gerade erst das Huawei Mate X auf dem MWC in Barcelona präsentiert hat. Das faltbare Smartphone des Unternehmens ist ein Premium-Gerät mit einem Preis von über 2.000 Euro, aber nur ein erster Schritt für die Verbreitung dieser neuen Technologie und den Einstieg in ein günstigeres Preissegment. 

"Mit der Zeit werden wir es auch unter 1000 Euro drücken können. Dafür brauchen wir ein bis zwei Jahre. Später vielleicht in den Bereich von 500 Euro. Das wird aber länger dauern. Es hängt natürlich auch davon ab, wie gut das Gerät angenommen wird." - Richard Yu

Anschließend sprach der CEO über Huawei's Zukunftsvision von Innovation und der Augmented Reality (AR):

"Wir machen uns jetzt schon Gedanken, wie wir das Display noch größer machen als beim Mate X. Wir denken hier eher an 100 Zoll. Oder 200 Zoll. Das wäre eine Diagonale von fünf Metern, also größer als Ihr Fernsehbild zu Hause. Das geht natürlich nicht mit dem Smartphone. Aber eine Brille könnte das leisten, in die ein solches Bild eingeblendet wird."

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Huawei arbeitet an Brillen mit AR-Technologie im Google-Glass-Stil. / © Reuters

Dieser Aussage folgte die natürliche Frage, die uns allen in den Sinn gekommen wäre: Arbeitet Huawei bereits an diesem Gerät? Darauf heißt es:

"Natürlich arbeiten wir an solchen Brillen. Und wir werden dafür keine fünf Jahre brauchen."

Auf uns wartet also eine spannende Zukunft, von faltbaren Smartphones bis zu Augmented-Reality-Brillen, und wir können es kaum erwarten, Teil davon zu sein!

Was sagt Ihr zu Richard Yus Aussagen? Faltbare Smartphones für 1.000 oder gar 500 Euro? AR-Brillen, die riesige virtuelle Bildschirme einblenden? Wie sieht für Euch die Zukunft aus?

Quelle: Welt

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 1 Monat

    Die können 20 eigene Betriebssysteme haben - wenn der Support von Drittanbietern nicht vorhanden ist, bringt's nichts...

20 Kommentare

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  • Die Huawai Geräte der letzten Zeit gefallen mir. Nur ist ein Regiemtreuer Hersteller aus China weder sympatieträger noch ungefährlich.


  • Das eigene Betriebssystem ist ein sehr guter Plan.
    Folgendes muss im Ernstfall gegeben sein.
    Huawei braucht die Kraft externe Apps anpassen zu können.
    Die haben sie. Software um Programm automatisch anpassen zu können steht in den Startlöchern.
    Im Marketingbla auch KI genannt.

    Alphabet und MS gründen eine Briefkastenfirma im außerhalb der USA um die Appstores zu verwalten.
    Huawei wird dann nicht der einzige Kunde bleiben.

    Und schon ist der Drops gelutscht.

    Wie gesagt, strategisch ein sehr guter Plan.


  • Ein eigenes OS funktioniert nur dann, wenn alle Apps drauf laufen. Jeder hat seine Lieblings-Apps. Für viele User reicht eine Lieblings-App, die nicht unterstützt wird, um sich gegen das OS und für ein anderes Smartphone zu entscheiden. Und wenn dann noch irgendwelche Top 10 Apps nicht funktionieren, dann wird das eh nichts.


  • Belebt Huawei Geos 1.3 wieder?


  • Stehe Bada 😅


  • Ich wäre dabei. Ganz ehrlich, ich traue es Huawei zu.


  • Wenn auf diesem eigenen OS keine App aus d. EM Playstore oder Appstore läuft, wie Facebook, Instagram, WhatsApp usw, will keiner so ein Handy haben, daran ist auch Microsoft gescheitert, und die sind wahrlich nicht klein und haben Millionen dort rein gepumpt! Gescheitert! Android hat einen Marktanteil von 80%!! Nee, das ist alles schön und gut, aber es wird ihnen außerhalb Chinas nix nützen!


    • Wie groß ist denn der Marktanteil Androids, wenn du mal den gesamten asiatischen Raum abziehst? Einschließlich Indien natürlich. Na?


    • MS ist an der eigenen Inkompetenz gescheitert, nicht daran das keiner die Smartphones von ihnen nicht wollte.
      Bei Huawei handelt man seit Jahren wesentlich geschickter.
      Wobei es wahrlich keine Kunst ist es besser als MS zu machen, denn schlechter kann man gar nicht sein.


  • Faltbare Geräte werden mit der Zeit deutlich günstiger werden. Je größer die Nachfrage desto mehr wird produziert und führt zu geringen Produktionskosten. Ein eigenes OS zu entwickeln ist sinnvoll


  • Huawei will wirklich Samsung vom Thron stossen. ;-)


  • Die können 20 eigene Betriebssysteme haben - wenn der Support von Drittanbietern nicht vorhanden ist, bringt's nichts...


  • Ein eigenes Betriebssystem von Huawei wird sich nicht lange halten und den Rest werden wir sehen. Die haben schon tolle Geräte und mit Honor eine gute zweite Marke.


    • Ich sehe das nicht so dramatisch. Es bliebe ja auf Android-Basis nur halt ohne Google. So wie auch Amazon das macht.
      Wichtig wäre aber dann, dass sie ihren eigenen Store kräftig ausbauen. Derzeit gibt es über die Hälfte meiner installierten Apps dort nicht.


      • Ich sehe das ebenfalls nicht dramatisch, selbst dann nicht, wenn es ein OS wäre, das nicht kompatibel zu Android wäre. Huawei ist im asiatischen Markt stark vertreten, da werden die großen Apps sich drum reißen, auf dem OS laufen zu können. Kein Dienst kann es sich leisten, diesen Markt einfach links liegen zu lassen, nur weil man eine App nicht anpassen möchte.


      • Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die ganzen kleinen Appentwickler werde nicht die Manpower haben für ein drittes OS zu entwickeln und die "großen" westlichen Apps sind auch heute schon in China kaum vertreten bzw. nicht nutzbar.


      • Wie gesagt, wenn das OS sich durchsetzt, sind die alle auch dabei, schließlich will jeder seine App auf dem besten System laufen haben. Und Huawei ist zuzutrauen, ein eigenes, eigenständiges OS zu entwickeln.


      • Erst müssen alle dabei sein, dann kann sich ein System durchsetzen . Nicht umgekehrt. Worauf ich aber hinaus wollte: Facebook, Ebay, WhatsApp haben im chinesischen Heimatmarkt null Relevanz. Sie werden dort nicht genutzt und funktionieren dort wegen Anbietersperren oft auch nicht. Mag ja sein, dass irgendwann alle Chinesen Huaweis OS nutzen. Aber mehr dann eben auch nicht. Ist wie Weechat vs WhatsApp.

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