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Hike Messenger: Das Potenzial ist vorhanden

19 Milliarden Dollar sind eine Menge Geld. Viele traditionsreiche Unternehmen könnten für dieses Geld übernommen werden und am Ende bliebe noch ein beträchtlicher Betrag, um die Transaktionen angemessen zu feiern. Alternativ kauft Facebook für diese Stange Geld einen Nachrichtendienst. Nach der Übernahme von WhatsApp durch den Social-Media-Giganten ist die Nachfrage nach alternativen Messengern deutlich gestiegen. Wir haben in den letzten Tagen den Hike Messenger genauer unter die Lupe genommen, und ob die Anwendung das Potenzial hat, dem Marktführer gefährlich zu werden, zeigt unser Testbericht!

Bewertung

Pro

  • Funktionalität vielfältig
  • Auch bei geringen Bandbreiten zuverlässig
  • Optik

Contra

  • Keine Telefonfunktion
  • Nutzerbasis (noch) zu klein
Getestet mit Android-Version Root Mods Getestete Version Aktuelle Version
Google Nexus 4 4.4.2 Nein 2.7.1 Variiert je nach Gerät

Funktionen & Nutzen

Die Einrichtung von Hike geht flott über die Bühne. Der Anwender wird gebeten, die eigene Telefonnummer anzugeben und damit den Account zu verifizieren. Dieses Verfahren ist von vielen Messengern bekannt und birgt den Vorteil, dass bei einem Nummernwechsel ebenso der Hike-Account beibehalten wird. Großer Nachteil dieser Methode ist natürlich die Preisgabe der eigenen Telefonnummer - besonders wenn Datenschutzbedenken eine Rolle spielen - und das bei mehreren SIM-Karten die Messengerdienste oft verwirrt sind. Im Testzeitraum benötigte die einmalige Anmeldung mehrere Versuche, da die Server überlastet waren und die Bestätigungs-SMS nicht ankam. Gefolgt wird diese Einrichtung durch die Angabe von Profil-Eckdaten, die zum Beispiel den Namen und das Geburtsdatum umfassen. Alternativ kann eine Anmeldung per Facebook gewählt werden.

Der Hike Messenger gestaltet alle darauffolgenden Aspekte sehr nutzerfreundlich. Bereits zu Beginn wird dem Nutzer eine Liste mit Kontakten angezeigt, die bereits Hike nutzen und somit als Freunde ausgewählt werden können. Hike verfolgt nämlich ein besonderes Konzept, in dem die Kontakte in Freunde und “Nicht-Freunde” unterschieden werden. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass die Freunde mehr Informationen erfahren. So wird nur den engen Bekannten angezeigt, ob und wann der Nutzer online ist/war. Dies ist beispielsweise ein großer Kritikpunkt am milliardenschweren WhatsApp.

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Die Konversationen sind übersichtlich gestaltet. / © AndroidPIT

Die Funktionsvielfalt des Hike Messengers kann selbst beim genaueren Blick überzeugen. Die grundlegenden Aspekte eines Messengers sind vertreten und gehen über dieses Fundament sogar hinaus. So bietet Hike die Möglichkeit, auf eine zentrale Chronik zuzugreifen, die vergangene Aktivitäten der eigenen Freunde dokumentiert. Somit ist ein gewisser sozialer Aspekt in die Anwendung integriert. Auch die Einteilung in Kreise, wie man sie beispielsweise aus Googles sozialem Netzwerk Google+ kennt, ist mit Hike möglich. Beide Funktionen sind für bestimmte Nutzergruppen eine sinnvolle Erweiterung der schlichten Nachrichtenfunktion. Im Bereich Sicherheit wird eine 128-Bit-SSL-Verschlüsselung im WLAN verwendet, wobei die Überprüfung der Sicherheit den Rahmen und die Möglichkeiten dieses Testberichts sprengt.

In der direkten Interaktion mit Kontakten können neben den üblichen Textnachrichten auch verschiedene Medien versendet werden. Neben sogenannten Stickern, die sehr gut gemacht sind, und den altbekannten Smileys, steht dem Nutzer die Option offen, über Hike diverse Dateitypen zu versenden. Leider limitiert die Anwendung das Versenden von Bildern so, dass der Nutzer nur einzelne Fotos versenden kann. Etwas mehr Komfort würde Hike gut zu Gesicht stehen. Sonst sind alle bekannten Funktionen und Dateitypen vorhanden, wobei die Walkie-Talkie-Funktion am Besten gelungen ist.

Doch neben all diesen positiven Aspekten gibt es auch bei Hike noch die ein oder andere Baustelle. So kann zwar per Doppelklick ein Nutzer “begrüßt” werden, doch ist die Lautstärkeeinstellung dieses “Schubsers” nicht individuell einstellbar. Ebenso sind individuelle Töne nicht in die Anwendung integriert.

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Die Einstellungstiefe ist zwar im oberen Mittelfeld anzusiedeln, doch es ginge noch detaillierter und individueller. / © AndroidPIT

Der größte Wermutstropfen ist jedoch das Fehlen einer Telefonfunktion. Zwar wird in den Kontaktoptionen die Möglichkeit angeboten, mit dem jeweiligen Mitmenschen zu telefonieren, jedoch wird dies durch Skype, das Telefon oder eine andere Drittanwendung realisiert. Dies ist ein klarer Nachteil gegenüber Konkurrenten wie Viber.

Auch die geringe Basis von knapp 15 Millionen aktiven Nutzern ist im Vergleich zu den Marktführern ein Kritikpunkt. Messenger leben von der Möglichkeit, verschiedene Kontakte zu erreichen. Hike ermöglicht zwar die Kontaktaufnahme mit allen Personen, doch für eine realitätsnahe Nutzung benötigen beide Parteien die Anwendung. Nun werden zwar viele Kontakte als “Hike-Nutzer” angezeigt, das Problem liegt aber in der Methode, mit der Hike diese Kontakte auswählt. Jeder, der den Messenger einmal installiert hatte, zählt als potenzieller Interaktionspartner - selbst wenn die Anwendung deinstalliert wurde, da Hike nur die manuelle Löschung des Accounts als Weggang betrachtet.

Bildschirm & Bedienung

Hier kann der Hike Messenger die Muskeln spielen lassen, da die grafische Präsentation und die Bedienung weitestgehend sehr gut gelungen ist. Die Beachtung der Android-Richtlinien verbessert das Aussehen und das Handling der Anwendung, gleichzeitig kann Hike ein eigenes Design etablieren. Dieses ist weiterhin sogar individuell anpassbar und lässt dem Nutzer viele Möglichkeiten.

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Die Sticker sind ein Highlight der Anwendung. / © AndroidPIT

Das ein oder andere Steuerelement ist merkwürdig platziert und benötigt, besonders im Vergleich zu zahlreichen anderen Anwendungen, eine Portion Eingewöhnung. Dies ist jedoch kein Kritikpunkt, sondern eher eine Feststellung. Lediglich ein schnelleres und intuitiveres Wechseln zwischen zwei Kontakten wäre wünschenswert.

Speed & Stabilität

Hike Messenger lief im Testzeitraum ohne Abstürze oder Phasen der Unzuverlässigkeit. Selbst bei gedrosseltem Internet kamen Nachrichten zeitnah an.

Preis / Leistung

Der Hike Messenger ist kostenlos verfügbar und bietet ein gutes Gesamtpaket.

Abschließendes Urteil

Der Hike Messenger könnte vom medialen Rummel rund um WhatsApp zu profitieren, das Potential ist da. Bereits 15 Millionen Nutzer verwenden Hike und es werden, wenn die in den letzten Stunden zunehmende Anzahl meiner Kontakte ein Indikator ist, in den nächsten Tagen einige dazukommen. Doch genau dies ist auch Hikes größtes Problem: Die Nutzerbasis ist noch zu klein.

Es wäre wünschenswert, dass Hike das Momentum nutzen kann, da die Anwendung die grundlegenden Funktionen bietet, gut aussieht und zuverlässig arbeitet. Allein ein paar Komfortfunktionen könnten noch ausgebaut werden, wobei mein persönlicher Wunsch die Integration eines PC/Tablet-Clients wäre. Eine Empfehlung ist Hike auf alle Fälle, besonders um das Henne/Ei-Problem mit der Nutzerbasis zu lösen.

15 Kommentare

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  •   13

    Warum redet eigentlich keiner mehr von Icq. War der erste Messenger und damals sehr beliebt. Komisch.

  • Ich würde mir wünschen, wenn die Tests - gerade wenn es um private Kommunikation geht - den Datenschutz mal mit betrachten würden! Eine Webseite, wo ich nicht sofort sehe wer dahinter steckt... sorry, da hab ich kein Vertrauen... ah Indien, Startup-Firma, keine Namen... sorry, nichts für mich - und denen soll ich privatestes anvertrauen? 0 Punkte!
    Hat es das gleiche Problem, dass ich mich wie bei Whatsapp strafbar mache und mein ganzes Telefonbuch hochladen muss? (das ist unerlaubte Weitergabe von personenbezogenen Daten an dritte!)
    Ich nehm wenn es gibt nur noch deutsche, schweizer oder wenn es sein muss europäische Apps, so hat man zumindest eine gewisse gesetzliche Grundlage!
    (ja auch die Berechtigungen der Apps sollten hier mal dringend mit auf den Prüfstand!)

  •   5

    HIKE ist wirklich ein toller Messenger. Aber was nutzt es, wenn ihn sonst niemand benutzt?!

  • Super App. Leicht zu installieren, schnell eingerichtet und tolle Features.

  • Guter Test, gerade jetzt sind die Messenger-Tests interessant ;)
    Eine PC und Web-Client sowie typenunabhängiger Dateiaustausch bis 1gb pro Datei bietet Telegram.

  • Danke Andy. Ich suche schon länger eine App wie Threema. Da muss ich 'nur ' meinen Freunde und Bekannten davon überzeugen mit zu machen.
    Die Menschen scheinen viel zu wenig Wert auf Sicherheit und Privacy zu legen. Bei verschlüsselte Mails gibt es das gleiche Problem. Zu wenig Leute die mitmachen.

  • Warum redet eigentlich keiner mehr von Joyn ;-) ??

  • Eine brauchbare Alternative zu Whatsapp wäre Telegram. Hat u. a. als Vorteil, dass es auch auf einem Internettablet ohne SIM-karte benutzt werden kann. Das größte Problem, wie üblich, zu wenig Benutzer. Als Extra gibt es den 'secret Chat' wobei eine veschlüsselte Verbindung zwischen 2 Geräte aufgebaut wird und die Chatdaten nicht auf irgendeinen Server gespeichert werden.
    Es wäre sinnvoll wenn die App mal von Androidpit getestet wird.

    • Vor allem ist es die perfekte Alternative, da dahinter der russische Facebookpedant steckt. Dann kann man auch gleich Whatsapp nutzen. Ich bin schon länger bei threema

  • Allerdings wer hat heute noch einen Tarif mit Flats außer Internet. Dich wohl nur Leute die nicht rechnen können und sich das neuste Handy überteuert auf raten leisten. ;-) Ein Moto G oder wer es besser will ein Nexus 5 für 169 oder 350 Euro gekauft und ein prepaid bei dem Netz welches am besten bei euch geht. Oder kostenlos Internet bei Netzclub

  • Sms was? Ich hab keine sms Fiat, so wie viele andere die ich kenne.

  • Alle Messenger deinstallieren - wieder auf SMS (hat doch jetzt eh jeder eine Flat) und Email für Bilder setzten...
    oder einen Messenger Programmieren der Text per SMS verschickt und Bilder im Hintergrund per Mail.... den Messenger dann für viel Geld verkaufen....

  • Dachte die Verschlüsselung ist nur bei WLAN aktiv. Und nicht über die komplette Nachrichtenkette. Damit ist er nichts anderes wie ein indisches Whatsapp. Und als ich ihn probierte dauerte die Zustellung stellenweise Stunden.

  •   26

    hatte vor paar jahren mal ausprobiert gehabt aber da hatte sich schon whatsapp durchgesetz gehabt und keiner wollte zu hike wechsel also kam hike leider etwas zuspät für die breite masse.

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