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2 Min Lesezeit 22 Kommentare

Heise-Enthüllungen wecken Zweifel an Alexas Verschwiegenheit

Auf Grund eines "menschlichen Fehlers" hat Amazon einem Kunden unter anderem Alexa-Sprachaufzeichnungen überreicht. Da jener jedoch nie Alexa oder ein Echo-Gerät genutzt hatte, mussten die 1.700 Aufzeichnungen einem ihm unbekannten Amazon-Nutzer gehören. Und genau diesen konnte die c't-Redaktion von Heise ausfindig machen.

Nachdem etliche Untersuchungen ergaben, dass Amazons Echo-Geräte keine Daten heimlich übertragen, spielt sich der nun aufkeimende Datenskandal also in der Amazon-Cloud ab. Nutzer A wollte seine Daten gemäß DSGVO bei Amazon herunterladen und erhielt Sprachaufzeichnungen von Nutzer B. Das ist nicht nur ein technischer Fehler, sondern ein klarer Vertrauensbruch.

Wie oft das schon passiert ist, weiß keiner. In einem Fall hat der Betroffene Nutzer A nicht nur Amazon, sondern auch die c't-Redaktion von Heise kontaktiert. Amazon antwortete nicht und entfernte stattdessen den Download-Link zu den Nutzerdaten. Die Redaktion hat indes Nutzer B anhand der quasi-geleakten Echo-Aufzeichnungen und des beiliegenden PDF-Transkriptes identifiziert, um anschließend auch ihn zu kontaktieren. Interessant, wie einfach das ist!

Im Heise-Bericht heißt es:

"Die Sprachaufzeichnungen stammen hörbar aus der Intimsphäre fremder Personen, beispielsweise aus Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad. Anhand des Inhalts der Aufzeichnungen, etwa der Nennung von Namen und Abfragen lokaler Wettervorhersagen, konnte c’t den Echo-Besitzer identifizieren. Dieser fiel aus allen Wolken, denn Amazon hatte ihn nicht über das Datenleck informiert, obwohl man dort bereits davon wusste."

Die Causa hat noch einige offene Fragen, die Amazon bald öffentlich beantworten muss. Wie wird es Auskunftsverfahren künftig besser prüfen, um derlei "menschliche Fehler" zu vermeiden? Hat es innerhalb von 72 Stunden die zuständige Datenschutzbehörde informiert?

Den geschädigten Nutzer B kontaktierte Amazon.de erst vier Wochen nach der Panne, kurz nach der Anfrage von c't. Er soll als Entschädigung eine kostenlose Prime-Mitgliedschaft sowie zwei weitere Echo-Lautsprecher erhalten haben. 

Das Spiel mit der Spracherkennung

Auch dieses Jahr werden Echo-Lautsprecher wieder unter etlichen Weihnachtsbäumen liegen. Amazon muss bis dahin deutlich mehr Offenheit zeigen, wenn es weiterhin will, dass Kunden der Konzern-KI Alexa weiterhin ihre Türen öffnen.

Wollt Ihr selbst Eure Daten aus dem Amazon-Konto herunterladen, könnt Ihr dies laut den Informationen im Hilfebereich nur über den Support; also recht kompliziert.

Nicht-kommerzielle Assistenten wie Mycroft und Bemühungen wie Open Voice zeigen, dass auch außerhalb der großen Daten-Giganten an Nutzerfreundlichen Sprachassistenten geforscht wird. Vielleicht werden diese sich ja im Licht solcher Enthüllungen doch noch mehr etablieren.

Quelle: Heise

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Top-Kommentare der Community

  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    vor 1 Monat

    Die Entschädigung ist genial! :D

  • Karl E vor 1 Monat

    Da hat Amazon jetzt aber Benzin ins Feuer meiner Meinung gegossen. Unter meinem Weihnachtszweig liegt nichts von Amazon. Falls ich sowas wie eine Alexa mal geschenkt bekommen sollte, werde ich sehr gerne weiterschenken an "Bedürftige" :D

22 Kommentare

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