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Tipps zu HDR: So holt Ihr das Optimum aus Euren Fotos heraus

Tipps zu HDR: So holt Ihr das Optimum aus Euren Fotos heraus

HDR - drei kleine Buchstaben, die sich in guten Kamera-Apps aktueller Smartphones finden. Wisst Ihr, was genau dahinter steckt und wie Ihr das Feature am besten einsetzt?

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Was ist überhaupt HDR?

HDR steht für High Dynamic Range - auf gut Deutsch hohe dynamische Reichweite. Dies bedeutet in der Fotografie, dass ein Motiv sehr helle Bildbereiche aufweist, gleichzeitig aber auch dazu im Vergleich recht dunkle. Eine Kameralinse kann aber nicht gleichzeitig beide Bildbestandteile korrekt belichten. Die HDR-Funktion soll genau das ermöglichen.

MODOHDR
Mit und ohne HDR-Funktion. / © ANDROIDPIT

Allerdings gibt es ein Missverständnis: Denn obwohl HDR die Bildqualität verbessern soll, muss das Feature nicht ständig angeschaltet sein. Im Gegenteil: HDR kann in manchen Situationen auch für schlechtere Bilder sorgen. Aber keine Sorge: Mit den Tipps unten wisst Ihr genau, in welcher Situation HDR sinnvoll ist und wann Ihr die Funktion besser ausschaltet.

Wie funktioniert HDR genau?

Ein HDR-Foto besteht eigentlich aus mehreren Fotos, die ineinander gerechnet sind. Wie viele, variiert je nach Software. Jedes dieser Fotos hat unterschiedliche Belichtungseinstellungen, ist also auf einen anderen Bildbereich optimiert. Die Software der Smartphone-Kamera rechnet die unterschiedlichen Bilder zusammen und erstellt eine Bildmontage, die die Elemente der Ursprungsbilder aufweist.

HDR gibt es als Funktion in Profi-Software und wird manchmal auch Belichtungsreihe genannt. Dafür benötigt ihr aber mehrere Bilder - Smartphone-Kameras nehmen euch die Arbeit ab. Das folgende Bild illustriert die Wirkung von HDR:

hdr foto

Rechts: Zwei Bilder mit zwei unterschiedlichen Belichtungseinstellungen. Links: Das kombinierte HDR-Foto. / Wikipedia

Kurz: Wenn Ihr auf Eurem Smartphone HDR aktiviert, dann knipst Eure Kamera mehrere Bilder und die Software rechnet die Bilder zusammen. Manuelles Zusammenfügen der Bilder mit Hilfe von Photoshop entfällt. Dafür dauert die Aufnahme auf dem Handy natürlich etwas - bis zu drei Sekunden können vergehen, bis die Bilder aufgenommen und zusammengerechnet wurden.

Wann solltet Ihr HDR verwenden?

Einige Motive eignen sich besonders für das Aktivieren des HDR-Modus. Hier sind die wichtigsten Situationen:

Panoramabilder

Gerade bei Landschaftsaufnahmen gibt es oft große Belichtungsunterschiede - zum Beispiel zwischen großen Schattenflächen und dem Himmel. Für eine Kamera kann es dabei sehr schwer sein, alle Informationen in einem Bild abzubilden. HDR hilft dabei, Wolkenstrukturen und dunklere Bildteile gleichermaßen abzubilden.

huawei p9 camera dark
HDR ausgeschaltet / © ANDROIDPIT
huawei p9 camera middle
HDR eingeschaltet / © ANDROIDPIT

Portätfotos im Sonnenlicht

Die Belichtung ist für ein Foto extrem wichtig. HDR kann hier helfen, überstrahlte Hintergründe und harte Schatten im Gesicht zu vermeiden.

Wenig Licht oder Hintergrundleuchten

Wenn ein Foto zu dunkel scheint, was auch passieren kann, wenn eine Lichtquelle von hinten existiert, kann HDR den Vordergrund besser ausleuchten. HDR sorgt also auch dann für besser balancierte Fotos.

Allerdings hat HDR seine Grenzen - ganz ohne Licht können Smartphone-Kameras auch mit HDR keine vernünftigen Resultate liefern - hier bräuchtet Ihr Langzeitbelichtungsfunktionen.

sem HDR incidencia de luz
HDR ausgeschaltet / © ANDROIDPIT
Com HDR incidencia de luz
HDR eingeschaltet. / © ANDROIDPIT

Für diese Bilder haben wir das Histogramm eingeblendet. Deutlich ist im zweiten Bild bei eingeschaltetem HDR zu sehen, wie die Balken weiter rechts stehen. 

Wann solltet Ihr HDR besser ausschalten?

Es gibt einige Situationen, die sich mit HDR so gar nicht vertragen.

Fotos mit Bewegung

Weil die Smartphone-Kamera drei Fotos nacheinander aufnimmt, solltet Ihr auf HDR verzichten, wenn Ihr Fotos schießt, auf denen sich bewegende Personen oder Objekte abgebildet sind - das führt unweigerlich zu Unterschieden zwischen zwei oder drei Bildern und das HDR-Ergebnis wird nicht überzeugend sein.

Starker Kontrast ist manchmal erwünscht

Manche Bilder wirken besser, wenn ein starker Kontrast vorhanden ist. Da HDR die Szene glatt bügelt, kann das Ergebnis langweilig sein, ein Nicht-HDR-Foto hingegen spannend und raffiniert wirken.

Lebendige Farben

HDR tendiert manchmal dazu, Farben leblos wirken zu lassen. Das kann passieren, wenn die Umgebung deutlich zu hell oder zu dunkel ist. Allerdings kann HDR leuchtende Farben hervorheben.

Welches Smartphones kommen mit HDR auf den Markt?

Mittlerweile bietet fast alle Smartphones einen HDR-Modus - egal ob Einstiegs-Gerät oder Mittelklasse. Die Qualität der Implementierung schwankt allerdings. Am besten solltet Ihr vor dem Kauf also die Kamera-App Eures Wunsch-Smartphones ausprobieren. Es gibt im Play Store auch alternative Kamera-Apps, die HDR nachrüsten. Die besten Kamera-Apps von Drittanbietern haben wir an dieser Stelle für Euch zusammengefasst.

Fazit

Wer einfach nur gute Fotos schießen will, sollte sich eingehender mit den Vor- und Nachteilen von HDR beschäftigen. Ein simpler A/B-Test kann schon Wunder bewirken: Schießt einfach ein Bild einmal mit und einmal ohne HDR. Wählt dann das Foto aus, dass Euch am besten gefällt. HDR ist nicht gerade die Funktion, die besonders schnell ist, sodass Ihr HDR oftmals besser deaktiviert, wenn Ihr actionreiche Motive fotografieren möchtet. 

Was haltet Ihr von HDR? Benutzt Ihr die Funktion häufig oder lasst Ihr die Kamera entscheiden, ob HDR zum Einsatz kommen soll oder nicht? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare!

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40 Kommentare

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  • Wer "hochwertige" Bilder möchte, was immer man auch als "hochwertig" bezeichnen mag, benötigt eine gute Kamera und nimmt im RAW-Format auf. Dann kann er sein Bild mit einem vernünftigen Grafikprogramm "ins rechte Licht rücken". Ich halte nicht viel von Bildern die Mathematisch zusammengebastelt sind (mit Ausnahme von Anaglyphen, bei den die beiden Bilder "mathematisch zugeschnitten werden"). HDR mit Smartphone ist m.E. nur eine Bastelei, aber weit weg von "Professionalität". Die meisten Smartphoneknipser wollen nur ein schnelles Foto, und keinen Designpreis gewinnen.


    • Die brauchen das auch nur ein billiges Handy mit einer low cost Kamera und kein teures Smartphone.


  • Danke👍😎🤳🙂. Hatte bisher immer das Problem nicht zu wissen was HDR für eine Bedeutung hat. Nun weiß ich es.


  • Peter vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ich mache das Seit Jahren so, das ich die Fotos ganz normal knipse, was mir in den meisten Fällen ein natürliches Bild liefert. Mit Snapseed bearbeite ich dann gern mit dem HDR Tool, wobei man hier sogar in verschiedenen Ebenen kontrollieren kann wie das Ergebnis wird.


  • Wenn HDR in meinem Note 8 aktiv ist, frage ich mich, das soll ein HDR-Bild sein ?

    Die Beispielbilder in diesem Artikel bestätigen meinen Eindruck. Für mich sind u.a. Punkte bei HDR wesentlich und Garanten für wirklichen HDR-Effekt:

    Kamera gehört auf ein schweres Stativ > Motivausschnitt fixieren (ganz wichtig) / Drahtauslöser / Gegenlichtblende / Reihenbelichtung = 5 Bilder pro Motiv / Zeitautomatik, Blende ab f 8 / Okularverschluss gegen Lichteinfall / während der Aufnahmen hält das Stativ + Fernauslöser die Kamera absout ruhig / keine sich bewegenden Motive/Menschen / Bilder mit der Software "Photomatix Pro" betrachten, nach Bedarf und Gusto korrigieren und Stärke des HDR-Effektes festlegen.

    Auch wenn Smartphones wirklich sehr gute Bilder in den üblichen Kategorien machen, beim Thema HDR sind sie den klassischen Vollformat Kameras klar unterlegen. Ist auch verständlich, da die Bauweise der Phones den Cams Grenzen setzt.

    HDR-Fotos sind üblicherweise geplante Inszenierungen, für die man sich Zeit nimmt und auch einiges an Ausrüstung erfordert.

    MfG ~ Rudolf


  • Danke für den tollen Artikel AndroidPIT ☺️ ! Interessantes Thema.


  • Hab bei meinen S7 edge und S6 edge "HDR auto" eingestellt und fahre so ganz gut.
    Entweder/Oder hat zum großen Teil eine zu starke Auswirkung für meinen Geschmack.


  • Habe HDR immer an. Macht tatsächlich meistens die besseren Bilder.

    Habe ein Sony Xperia Z5. Macht geniale Bilder das Gerät. Kann ich sehr empfehlen =) !

    Danke Sony.

    Ich schieße immer im manuellen Modus mit HDR, mittiger Fokussierung, Sensorfokus, Breitbild 16:9 mit 20MP und Messung Mitte.

    Bin immer noch fest überzeugt dass es immer noch kein besseres Kamerasmartphone gibt als Dieses. Im Dunkeln ist es natürlich schwächer als ein S7. Bei genug Helligkeit das Beste was es gibt.

    Und nochmal : Danke Sony für das Z5 ! :)

    Da habt Ihr ein wahres Prachtstück entwickelt.


  • "Denn obwohl HDR die Bildqualität verbessern soll, muss das Feature nicht ständig angeschaltet sein. Im Gegenteil: HDR kann in manchen Situationen auch für schlechtere Bilder sorgen."

    Ich kann mich definitiv an einen früheren Artikel erinnern, in dem stand, man solle HDR immer eingeschaltet lassen :-) :-)


    • Vielleicht ist das ja dieser Artikel. ;) Der ist nämlich uralt, kann man weiter unten am Datum der Kommentare sehen.


  • Ich finde ich etwas anders als die meisten hier.
    Ich finde mit Smartphones kann man inzwischen genau so gute fotos machen wie Digi Cams zu seine Zeit, wenn nicht sogar etwas bessere. Ganz zuschweigen von den Video Qualität den sie inzwischen bieten mit 4K und 30fps bzw FHD 60fps.
    Ich würde sogar so weit gehen und sagen das ü 90% der Menschen die bessten fotos von ihre Smartphone aus machen, da man sicher kein DSLR bei einem unerwarteten Moment dabei hat.
    Also ich kann mir nicht einfach so mal ein DSLR leisten, daher bin ich angewiesen das die Hersteller besser Smartphones Kamera auf dem bringen. Ich finde das es auch Recht gut vorran geht. Mit einem Stativ und ein gute Software kann man auch mit einem Smartphone sehr viel rausholen. Nur HDR finde ich überbewertet, ist glaube ich auch eher für leute gedacht die null ahnung oder lust haben die richtige einstellung zu finden. Ich persönlich benutze es sehr selten.


    • HDR hat in der Regel nichts mit fehlender Lust oder Ahnung zu tun.


    • "... ich kann mir nicht einfach so mal ein DSLR leisten ..." - dieses Argument hört man immer wieder. Aber die Flagshipmodelle der Smartphones (die mit den RICHTIG guten Linsen) kosten inzwischen auch bis zu 1000,-€ . Dafür kriegt man schon ziemlich gute DSLRs. Es ist meistens wohl mehr eine Frage der Gewohnheit.


  • Ich denke, ernsthaftes fotografieren ist mit den Minichips eines Smartfons kaum möglich. Zum festhalten eines Augenblicks haben diese Kameras aber durchaus ihre Berechtigung. Für professionelles oder semiproffesionelles Fotografieren wird in der Regel auf andere Geräte zurückgegriffen, mit denen aber auch höherwertige Ergebnisse, bei einem zugegebnermaßen erhöten Arbeitsaufwand, erzielt werden. In manchen (Licht-) Situationen ist es allerdings auch bei Schnappschüssen mit dem Telefon sehr hilfreich, wenn z. B. die Enkelin auf der Leiter nicht mit dem Kirchbaum zu einem dunklen Fleck verschmelzen soll. Genau diese Situation hatte ich gestern und da habe ich mich an die HDR-Funktion meiner Telefonkamera erinnert. Ein Foto später stand die Kleine nun wieder sichtbar im Geäst des Baumes beim Kirchen naschen. Persönlich finde ich die HDR Funktion als ein gutes Instrument, halbwegs vernünftige Fotos in bestimmten Situationen zu erzielen. Einen "Dauergebrauch" würde ich aber aus den im Artikel genannten Gründen nicht empfehlen. Übrigens entstehen gute Fotos bereits bevor man den Auslöser drückt und zwar im Auge und Kopf des Fotografen!


    • Eigentlich meine ich ja auch, dass man für ernsthafte Fotos schon was richtiges braucht. Aber dein letzter Satz ist finde ich eigentlich Argument genug, dass man auch mit Smartphones den einen oder anderen schönen Schnappschuss hinbekommt.


    • Das sehe ich inzwischen etwas anders! Ich habe sowohl einige DSLRs und spiegellose Systemkameras und die sind natürlich unschlagbar, wenn man gewisse Ergebnisse erzielen möchte. Rasend schnelle Fokussierung, eigene Bestimmung der Verschlusszeiten und Blende, das kann man bei Smartphones vergessen aber unter "normalen" Bedingungen (realativ gutes Licht und smartphonefreundliche Situationen) kann man wirklich gute Fotos machen. Das Wichtigste ist dabei IMO eine App, die eine manuelle Belichtungskorrektur anbietet. Wenn dann noch das Smartphone RAW Dateien erzeugen kann und man diese in RAW-Konvertern wie Lightroom, etc. konvertiert, kommen dabei Bilder heraus, die sich nicht verstecken müssen! Natürlich ist es hilfreich, wenn der Fotografierende die Grundkenntnisse der Fotografie beherrscht :-)


    • Ich spendiere ein s. Kirchen sind so unverdaulich ;-)


    • @Holger V.

      Also meine Kleine hat immer nur Kirschen 🍒 genascht - die Kirchen hat sie normal stehen lassen.... 😂

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