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2 Min Lesezeit 9 Kommentare

Groove macht dicht: Microsoft schaltet Streaming-Dienst ab

Microsoft schaltet den eigenen Musik-Streaming-Dienst Groove überraschend ab und zieht die Nutzer zum Konkurrenten Spotify um. Es bleiben dabei aber einige Fragezeichen bestehen, und zwar auch hinsichtlich der Gesamtstrategie.

Microsoft schiebt Groove recht überraschend aufs Abstellgleis. Der Streaming-Dienst ist nicht nur für alle relevanten Plattformen verfügbar, sondern auch tief in die XBox integriert und sollte demnächst einige neue Features bekommen. Die Bestandskunden möchte Microsoft zu einem Wechsel zu Spotify überreden. Den Umzug will Microsoft den Kunden so einfach wie möglich machen. Mit einem Pop-up in der Groove-App wird alles erklärt, die Musikbibliothek samt Playlisten wird dann automatisch bei Spotify integriert. Das dürfte allerdings nicht für Titel aus OneDrive gelten, die man bei Groove integrieren kann.

Windows Insider bekommen die Umzugs-Info ab sofort angezeigt, ab dem 9. Oktober wird sie für alle Groove-Nutzer zu sehen sein. Der Dienst an sich bleibt bis Ende des Jahres wie gewohnt bestehen, ab Januar wird dann zwar noch das Abspielen von gespeicherter Musik möglich sein, aber kein Streaming mehr.

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Die Groove-Kunden werden zu Spotify migriert. / © ANDROIDPIT

Microsoft bricht die letzten Brücken zum Endkunden ab

Fraglich ist auch, was mit bereits im Voraus bezahlten Abonnements geschieht. Microsoft verspricht in den FAQ, alle für die Nutzung ab Februar 2018 gezahlten Beiträge zu erstatten, entweder durch Rücküberweisung oder durch Guthaben für den Microsoft-Store. Nur: Wie wird Microsoft etwa die Konten handhaben, die Dank der noch vor wenigen Wochen großzügig verteilten Gratis-Monate, die sich ansammeln ließen, teilweise bis Mitte des Jahres 2020 kostenlos wären? Ausbezahlen? Ignorieren? Die Gratis-Monate an Spotify weiterreichen?

Groove mag nicht die Masse an Kunden haben wie Spotify oder andere Streaming-Dienste. Doch das Angebot ist eines der letzten von Microsoft, das sich rein an den Privatanwender richtet. Mit der Einstellung von Groove macht der Software-Riese aus Redmond einen weiteren Schritt in Richtung Business-only. Das ist angesichts der Strategie von CEO Satya Nadella zwar nicht eben verwunderlich, aber trotzdem fragwürdig.

Nutzt Ihr Groove oder einen anderen Streaming-Dienst? Verratet es uns in den Kommentaren.

Quelle: Microsoft

9 Kommentare

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  • Ich nutze Amazon Prime und die LPs die ich gerne besitzen mag, kaufe ich mir für die Sammlung. Der Preis bei Amazon ist im Vergleich zu Apple oder Google bissel billiger 😇😎

    Zuerst Zune, Windows RT, Windows Phone nun auch Groove... Wieso kann sich Microsoft nicht auf die Stärken wie Xbox, MS Office, Windows 7-8 sowie die Surface Hardware konzentrieren...


  • Nutzt Ihr Groove oder einen anderen Streaming-Dienst?
    Ich nutze Amazon Music Unlimited und bin mehr als zufrieden damit. Hatte früher Zone genutzt, der Vorgänger von Groove :-)


    • Ich nutze aktuell Amazon Music Unlimited, aber ich bin nicht so ganz zufrieden. Die Musik stockt immer wieder und einen Equalizer gibt es auch leider nicht. Ich werde nach den Jahres-Abo wieder zu Deezer greifen oder wieder ganz klassisch Musik vom Player anhören.


  • Ich nutze Groove ausschließlich für das Abspielen von Musik aus OneDrive. Wird das auch weiterhin funktionieren auf dem Smartphone und der XBOX über die App oder wird sie gänzlich eingestampft irgendwann? Das wäre schade, weil ich dann nicht weiß wie ich meine Musik von OneDrive auf der XBOX abspiele. Wie so oft beweist Microsoft in eigentlich guten Sachen wenig Durchhaltevermögen. Wie schon bei Windows Phone/Mobile. Ich kenne viele die Groove nicht mal kannten.


    • Zitat von Dr.Windows:
      "Das OneDrive-Streaming in der Groove Music App für Windows 10 (Mobile), iOS und Android bleibt erhalten. OneDrive-Bonusspeicher, der an das Abonnement des Groove Music Pass gekoppelt war, verfällt allerdings."

      Quelle: https ://support.microsoft.com/de-de/help/4046109/groove-music-and-spotify-faq Komplette Verlinkung geht leider nicht weil Fehlermeldung


  • Den letzten Abschnitt kann ich nicht nachvollziehen. Office, viele Spiele, die XBox und andere Microsoft-Hardware und sogar Windows (sofern nicht vorinstalliert) sind doch nach wie vor, und auf absehbare Zeit auch an den Endkunden adressiert. Wieso gibt Microsoft nur wegen des Streamingdienstes das B2C-Geschäft auf?


  • Wenn man sich den Umsatz von MS anschaut, der sich von 2006 bis 2014, von ca. 45 Milliarden auf ca. 90 verdoppelt hat, dieses Level seit dem gehalten hat und sich dazu den Nettogewinn von 12 bis 24 Milliarden in dem Zeitraum ansieht, weiß man der Konzern ist nicht auf Bereiche angewiesen wo er nicht Fuß fassen konnte oder darin keine Zukunft, also für MS selbst, sieht, aus welchen Gründen auch immer. Zum Großteil wird der Umsatz mit Office- und Server-Software, Spezialsoftwarelösungen und Lizenzen für Firmen und Verwaltungen vieler Länder generiert. Da lassen sich so fehlgeschlagene Experiment wie im Smartphonesektor oder bei einem Streaming Dienst leicht verkraften bzw. abschalten.


  • Die Konkurrenz in manchen Bereichen ist einfach zu dominant. Das musste Microsoft jetzt schon öfters feststellen.

    Ich habe irgendwie den Eindruck als müsste sich die Firma neuerfinden.

    Man ist zwar mit Windows und Office immer noch mehr als profitabel unterwegs... Aber gefühlt hapert es an jedem anderen Projekt.

    So gerne ich z.B. meine XBox One nutze... Man wird den Eindruck nicht los das Microsoft auch dort früher oder später einfach den Stecker zieht. Sie ist zwar erfolgreich, aber nicht erfolgreich genug.


  • Ich habe Groove genutzt und gemocht. Es ist schade dass sich MS vom Consumer Markt zurück zieht

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