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3 Min Lesezeit 8 Kommentare

Googles Kamera App ignoriert den Pixel Visual Core weiter, und das ist okay

Nach reichlich Verwirrung um den Zweck des dedizierten Bildverarbeitungs-Prozessors in den Modellen Pixel 2 und Pixel 2 XL scheint sich langsam aufzuklären, was die eigentliche Aufgabe des Pixel Visual Core sein soll. Der Februar-Patch lieferte ein Update mit, das den Visual Core zum Optimieren von Fotos einschaltet, die mit Drittanbieter-Apps durch das alte Camera-API geschossen werden. Googles Kamera-App hingegen tastet den Spezialprozessor weiterhin nicht an.

Der Pixel Visual Core wurde per Zufall beim Teardown des Reparatur-Portals iFixit entdeckt. Auf Nachfrage wurde klar, dass es sich um eine dedizierten, jedoch noch inaktiven Chip zum beschleunigten Verarbeiten von Fotos handelt. Ein Fonearena-Interview aus dem November mit Brian Rakowski, VP des Product Managements bei Google und Tim Knight, Leiter des Pixel-Kamera-Teams, hätte die nun vorherrschende Verwunderung schon stoppen können. Aber nicht doch...

Dabei erklärte Produktmanager Rakowski im erwähnten Interview "Der Visual Core, den wir in kommenden Apps aktivieren werden, ist in erster Linie für Drittanbieter-Apps gedacht." Aber sähen die Fotos mit der Google-Kamera-App nicht viel besser mit dem Visual Core aus? Oder ließen sich zumindest effizienter darauf berechnen? Hierzu heißt es nur: "Es hat sich gezeigt, dass wir unsere Kamera-App bereits maximal optimiert haben. [...] Wir müssen den Pixel Visual Core gar nicht einsetzen, weil wir ihn schlicht nicht brauchen."

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Auf der rechten Seite wurde der Pixel Visual Core per Update aktiviert. Die Google Camera (oben) zeigt sich davon unbeeindruckt. Jetzt wissen wir, warum. / © AndroidPIT

Der Blick aufs Datenblatt zeigt auch, warum Google den Pixel Visual Core nicht nutzen muss. Das Pixel 2 und das Pixel 2 XL arbeiten mit einem Snapdragon-Chipsatz, der seinerseits einen Hexagon-Signalprozessor besitzt. Dieser ist für Aufgaben wie Bildverarbeitung optimiert und liefert voraussichtlich die gleiche Beschleunigung und Effizienz. Auf ihn zu setzen, hat gleich zwei Vorteile. Denn solang Google auf ihn optimiert, erzielt die Kamera-App auf den Pixel-Geräten der zweiten, aber auch der ersten Generation - die ja bekanntlich keinen Visual Core haben - ohne Veränderungen im Code ähnliche Ergebnisse.

Den Visual Core hingegen kann Google fest programmieren, so dass er exakt eine Aufgabe erfüllt. Er muss nicht so generalistisch ausgelegt sein wie die Hexagon-Einheit, sondern bloß Bilder in Empfang nehmen, die eine App per Methode Camera.takePicture() anliefert. Diese Methode gehört jedoch zur alten Schnittstelle, und die wird offenbar von WhatsApp, Instagram und Co. verwendet, nicht aber von Googles Kamera-App.

Und dafür war ein Chip nötig?

Dass Google (zusammen mit Intel) dafür einen kompletten Chip entwickelt und verlötet, sieht vielleicht nach einem Kanonenschuss auf einen Spatzen aus. Tatsächlich war nicht zu erwarten, dass Google dem Co-Prozessor so wenige Aufgaben zuteilt. Jedoch kann es sich hierbei nur um eine Fingerübung für die Ingenieure und eine kleine Machtdemonstration gegenüber den anderen Chipherstellern insbesondere Qualcomm handeln.

Denn diese horten das Know-how um die internen Abläufe in ihren Chips und lassen selbst Großkunden nicht in ihre Pläne blicken. Diese Abhängigkeit ist mitverantwortlich dafür, dass Smartphone-Innovation maßgeblich von den Chip-Designern bestimmt wird. Auch ist die Lebenszeit der Smartphones durch sie beschränkt, da Software-Updates nur im Zusammenspiel mit passenden Kernel-Treibern für die Chipsätze möglich sind. In diesem Kontext hatte Google auch Project Treble ersponnen.

Ob Google den Visual Core jetzt als Erfolg verbuchen wird, können wir derzeit noch nicht beurteilen. Bis dahin werden die Instagram-Fotos Eurer Pixel-2-besitzenden Freunde noch #nofilter aussehen als bisher. Wer's mag... 

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8 Kommentare

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  •   27
    Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Hexagon? Ein sechseckiger Prozessor?
    Das sollte vermutlich Hexacore heißen...
    Oder ich hab was an der Namensgebung verpasst! Wer weiß mehr?


  • Solch Spielereien hätte sich Google sparen können und hätten stattdessen ,lieber eine vernünftige Dual Kamera verbauen sollen ,die im Zoom und in den Videoaufnahmen ,auf die Konkkurenz aufschließen kann und nicht schwächelt .


    • Ich persönlich halte von Dual Kameras gar nichts. Huawei hat sein Konzept mit dem man -zugegebenermaßen- weit gekommen, jedoch nicht die Nummer 1 in Sachen Kamera ist. Das Konzept welches LG fährt (Weitwinkel- und Normal-Brennweite) ist da sogar noch unsinniger, denn wann hat man schon nicht den Platz um einen Schritt zurück zu gehen um den Bildausschnitt zu vergrößern? Spielerei, sonst nichts! Samsung macht sowieso gute Kameras, ob man jetzt das Note 8 mit Dual Kamera hat oder das S8 mit Single Kamera. Eine Dual Kamera hätte für nur dann einen Nutzen wenn sie wirklichen und merklichen Einfluss auf die Bildqualität haben würde oder ein Alleinstellungsmerkmal featuren würde (4-fach optischer Zoom z.B.) - etwas was man auch gebrauchen kann. Bis dahin, sage ich Applaus für die Single-Cams da draußen! Ihr schafft das auch alleine!


      • Die Apple Cam haben zwei Fach optischen Zoom und das macht schon was aus bei der Bildqualität ,nicht umsonst wurde dieses von Stiftung Warentest auch bemängelt und das Pixel 2 darauf hin abgewertet .


      • Auf die Bildqualität hat ein optischer Zoom absolut keinen Einfluss! Währenddessen digitaler Zoom mit Qualitätseinbußen einhergeht, ist es beim optischen Pendant absolut zu vernachlässigen! Du vergrößerst jediglich optisch deinen Bildausschnitt, was an der Qualität des Bildes absolut nichts ändert. Ein zweifacher Zoom ist nichts weiter als der Komfort keinen Schritt nach vorn gehen zu müssen!

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