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Von der Parkbank zu Google Play: Obdachloser wird zum App-Star

Ein Chromebook, drei Bücher und eine tägliche Nachhilfestunde im Programmieren: Das war die Grundlage für den obdachlosen New Yorker Leo Grand. Ohne anfängliche Programmierkenntnis hat er binnen drei Monaten seine erste App fertiggestellt und ist zum App-Star im App-Store geworden. Mit "Trees for Cars" hofft Grand nun auf genügend Downloads, um den Weg zurück in die Normalität zu finden.

trees for cars
Leo Grand in seinem Promovideo für Trees for Cars. / © Leo Grand

Selten wurde es so klar: In der App-Branche liegt die Zukunft. Denn die von Leo liegt buchstäblich im Google Play Store. Zur Hintergrundgeschichte: Im August bot Programmierer Patrick McConlogue dem seit 2011 obdachlosen Grand die Wahl zwischen 100 Dollar oder 16 Nachhilfestunden in der Kunst des Programmierens. Dafür steckte er einige mediale Prügel ein, vermuteten Kritiker doch ein perfides Experiment à la “Die Glücksritter” (die brillante 80er-Jahre-Komödie mit Eddie Murphy und Dan Aykroyd) dahinter.


Link zum Video

Wenige Monate später steht McConlogue nicht mehr als mediengeiler Sadist da, sondern als Philanthrop. Denn das “Experiment” hat Grand das Wissen und die Öffentlichkeit verschafft, um sich womöglich aus seiner Misere zu befreien. Trees for Cars erlaubt es Nutzern, bequem Fahrgemeinschaften zu bilden. In einer Millionenstadt wie New York ergibt das sehr viel Sinn und führt im Idealfall zu weniger Autos in der Stadt. Die App ist für 99 Cent im Google Play Store (und dem Apple-Pendant) zu erwerben, 70 Cent davon gehen an Grand.

Man sieht also: Das schnelle Geld steckt vielleicht nicht im App-Markt, denn das nötige Wissen fällt nicht vom Himmel, viel Potenzial für die Zukunft aber definitiv. Und das nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht.

Trees for Cars by Leo Grand Install on Google Play
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25 Kommentare

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  • Gute Sache in jeder Hinsicht - nur warum muß diese App gleich 17 MB (unter iOS sogar 35 MB) riesig sein? Die 4 größten meiner ca. 120 installierten Apps sind maximal 10 MB groß, was ich allerdings auch nicht gerade wenig finde, zumal mein Phone nur 1 MB internen Speicher hat. (App to SD habe ich mir bisher verkniffen, um auch mal die Speicherkarte wechseln zu können, ohne die Funktionsfähigkeit der installierten Apps zu beeinträchtigen.)

  • Wer sagt daß ein obdachloser dumm ist muss es selbst sein, denn er sieht den Unterschied von einem der einfach keine bleibe hat und nun abgerissenen der sich aufgegeben hat nicht. Ich habe selbst längere Zeit Obdachlosigkeit hinter mir weil einfach ohne gewisse Gesellschaftliche grundvoraussetzungen keine anmiete einer Wohnung möglich ist. In anderen Ländern ist es noch schwieriger weil der gesellschaftliche stand nen noch höheren Stellenwert hat und man keine Unterstützung bekommt.
    Zum Topic : geile Sache!! Schon daß es hier Kommentare zu lesen gibt daß Menschen es gekauft haben, winzig und allein um dem Mann Unterstützung zukommen zu lassen. Plan Store Card wird gekauft um die App zu bezahlen!!

  • Das tolle an der Geschichte ist für mich das man heute mit entsprechendem WIssen - jedoch ohne Titel, trotzdem etwas davon hat. In der Pre- Smartphone Zeit (bis so etwa 2008 / 09) konnte ich zum Beispiel recht gut mit Actionscript umgehen. Klar, heute schreit kein Hahn mehr danach. Damals war es aber unmöglich ohne entsprechendes Diplom oder HS Abschluss an einen entsprechenden Job zu kommen.

    Heute kann ich eine App schreiben und diese selbst "vermarkten". Gut das sich die Zeiten geändert haben.

  • Ich habe sie auch gekauft, um ihn zu unterstützen. So viel Engagement sollte belohnt werden!

  • Leo 13.12.2013 Link zum Kommentar

    Ich hab sie auch gekauft :)

  • Einige werden ihr schnelles Glück finden in der App-Welt, pauschal würd ich das nicht sagen?

  • Kann sein, dass Eclipse darauf läuft. Ist ja eine Entwicklungsumgebung. Gibt viele moglichkeiten des kompilierens. Gibt ja auch onlinecompiler.

  • @mapatace: ich habe nie behauptet nur dumme seien in solchen Lebenslagen. Aber wissen und Bildung reduzieren das Risiko enorm. Dieser Fall zeigt - hätte er das können bereits vorher gehabt, wäre er evtl auch nie auf der Straße gelandet ;-)
    Und das was du aufwirfst ist auch wichtig - denn das Vorurteil obdachlos = dumm ist leider viel zu fest verankert.

  • Eclipse läuft auf dem Chromebook?

  • @ macatpace: da wurde doch nur artikuliert, dass man sich durch aneignen von Wissen Vorteile gestalten kann. unabhängig vom vorherigen Zustand

  • Mal wieder ne Geschichte für den nächsten Google Werbeclip.

  • Gib einem Menschen Brot und er wird heute Abend satt werden. Bringe wie man Weizen sät und er wird sein ganzes Leben satt werden.....

  • gekauft um Leo zu helfen !

  • Wieso ist der Apple-Shop nicht verlinkt?

    //just trollin' :P

  • Aus Solidarität gekauft.

  • ich Kauf sie auch !!

  • Das wûrde ja im umkehrschluss bedeuten Obdachlosigkeit betrifft dumme Menschen,unwissende.Wer das glaubt oder davon ausgeht hat von dem Milieu keine Ahnung.Gerade in News York gehen viele sogar eine Arbeit nach.Es gibt dort Betroffene die sogar im ôffentlichen Dienst angestellt sind.Nur diese sind als solche nicht zu erkennen.Genau wie viele Frauen die gut gekleidet und geschminkt ihren Job nachgehen.

    •   44

      Was willst du uns damit sagen?

    • Das hat niemand gesagt. Es geht um RELATIVES Wissen. Leo Grand hatte ja einen gewissen Bildungsstand und einen Job bei einem Versicherungsdienstleister. Das hat ihn aber nicht vor der Obdachlosigkeit bewahrt. Er hatte jedoch null Ahnung vom Programmieren. Und DIESES Wissen holt ihn nun womöglich aus der Obdachlosigkeit heraus. (Mehr) Wissen ist stets ein guter Weg, egal wie viel man vorher hatte.

  • Ich gebe Bettlern grundsätzlich kein Geld sondern kaufe ihnen mal ein Brötchen oder nen Kaffe, als ich noch geraucht habe gabs auch mal ein paar Kippen. Darüber freuen die sich mindestens genau so sehr. Das mit der >Nachhilfe im Programmieren ist doch super, so kann sich der Jung ne Zukunft aufbauen.

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