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Intelligente Haushaltsgeräte: Google kauft Nest

Google gab gestern die Übernahme von Nest bekannt, ein Unternehmen, das vor allem für selbstregelnde Thermostate und intelligente Rauchmelder bekannt ist. Der Milliardenkauf unterstreicht den Trend zum Internet der Dinge und Googles Drang, auf den Markt für intelligente Haushaltsgeräte vorzustoßen.

google nest teaser
Google setzt sich ins gemachte Nest und kauft für mehrere Milliarden Nest, den Hersteller smarter Haushaltsgeräte. / © Nest / Google

Rauchmelder und Thermostat

Die Übernahme von Nest für 3,2 Milliarden US-Dollar ist der zweitgrößte Kauf eines anderen Unternehmens in Googles Geschichte überhaupt. Einzig für Motorola blätterte der Suchmaschinenriese mit einem Betrag von 12,5 Milliarden mehr hin. Die Produktpalette von Nest wird momentan von zwei Flaggschiffen angeführt: Der Nest Thermostat regelt intelligent die Heizung, Nest Protect ist ein smarter Rauchmelder.

google nest thermostat
Energiesparen dank Sensoren und intelligenter Temperaturregelung. / © Nest

MIt dem Smartphone können Nutzer bequem von überall den Thermostat bedienen, Sensoren gleichen Raum- und Außentemperatur ab und regeln ungenutzte Räume herunter, um Energie zu sparen. Über smarte Programme lässt sich einstellen, dass die Wohnung aufgeheizt wird, wenn der Nutzer sich auf den Weg nach Hause macht.

Auch der Rauchmelder Nest Protect ist über WLAN an das Internet angebunden und unterstützt Sprachkommandos sowie Steuerung durch Handbewegungen.

google nest protect decke
Der Rauchmelder Nest Protect ist mit Gesten und Sprachkommandos zu bedienen. / © Nest

Das Internet der Dinge: Der Markt wächst

Wie die CES 2014 zeigte, ist der Markt für intelligente Haushaltsgeräte bereits vielfach belagert, von der schlauen Glühbirne, Waschmaschine oder Ofen bis hin zur smarten Zahnbürste gibt es kaum etwas, das es nicht gibt. Der Markt wächst, und während Nest selbst noch keine Verkaufszahlen vorgelegt hat, vermuten Analysten einen Absatz von bis zu 50.000 Geräten pro Monat.

google nest app
Temperatur bequem per Smartphone regeln mit der Nest-App. / © Nest

Googles Vorstöße im Bereich der Automatisierung von Geräten des täglichen Bedarfs beschränkten sich bisher auf das Projekt Tungsten und eine Entwicklungsumgebung für Geräte. Während der Erfindungsreichtum des Unternehmens uns technologische Fortschritte wie das selbstfahrende Auto oder Google Glass bescherte, scheint es Google schwer zu fallen, Geräte für die breite Masse zu produzieren, die es mit dem Design oder der Beliebtheit von zum Beispiel Apples Produkten aufnehmen könnten.

nest thermostat angeschnitten
Schlichtes, ansprechendes Design: Der intelligente Thermostat von Nest. / © Nest

Ein cleverer Schachzug von Google

Tony Fadell, der Chef von Nest, arbeitete früher für Apple und war an der Entwicklung des allerersten iPod beteiligt. Das Angebot von Nest ist entsprechend nicht nur technologisch ausgereift, die Produkte zeichnen sich auch durch ansprechendes Design aus. Ein cleverer Schachzug: Mit dem Kauf von Nest positioniert sich Google quasi sofort auf dem Markt und wird zum Anbieter von überzeugenden Geräten, die bereits verfügbar und gefragt sind.

Google-Chef Larry Page zeigte sich vom Nest-Team und dem frisch akquirierten Talent begeistert. Man könne es kaum erwarten, “tolle Erlebnisse in mehr Haushalte in mehr Ländern zu bringen und Träume zu erfüllen". Die derzeit rund 280 Mitarbeiter von Nest behalten ihren Job, das Unternehmen wird als eigenständige Marke weiterarbeiten. Ob und wie Nest und Googles Produkte ineinander greifen werden, bleibt abzuwarten, eine Ankündigung diesbezüglich gab es noch nicht.

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14 Kommentare

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  •   3

    Ich habe es gewusst ;-) Google übernimmt irgendwann die Weltherrschaft.......... jetzt mal ehrlich wer heute noch auf Autonomie setzt, baut sich ne Hütte im Wald und schnitzt Löffel :-D. Dafür gibt's demnächst weniger Probleme mit der Versicherung, weil Google deinen tagesverlauf gespeichert hat, wenn die Hütte brennt.....


  • Super.Goggle wird in Zukunft auch wissen wann ich auf Toilette gehe.Und habe ich vergessen mir die Hände zu waschen,bekomme ich eine Benachrichtigung auf mein Smartphone ! Geil oder


  • Also ich bin ja eigentlich fasziniert von Googles Technologien, auf der anderen Seite werden sie mir langsam zu mächtig...


  • @Karisma
    Google hat sogar 7 gekauft. Projektleiter ist Andrew E. Rubin ein Mitbegründer von Android. Wer weiß was noch bei GoogleX entwickelt wird, die letzten leaks waren schon sehr ,,Informativ".


  • Ich fand die Story mit den Robotern unheimlich. Jetzt führen sie ihre Sonde in die Haushalte ein


  • Ich traue Google zu das sie wissen was sie da tun.Ich kann es nicht nachvollziehen....muss ich ja auch nicht.Vielleicht steckt da primär was ganz anderes hinter.Rauchmelder kosten wenig,was soll ich mit denen kommunizieren ? Das einzige was mich und dem Apparat interessiert ist ob noch genug Energie vorhanden ist.Das sagt mir zur Zeit ein Piep-Ton und oder eine LCD Birne.Dann wird die Batterie gewechselt.Thermostate ,wie hier beschrieben,machen bei großen Anlagen...mit vielen Einheiten Sinn.Wo ich nicht jede Einheit einzeln aufsuchen,ablesen,einstellen muss.Im normalen Familien-Haus sehe ich das nicht.


  • Hat Google nicht kürzlich einen Hersteller von Robotern gekauft. Wenn ja meine ich mal das der Kauf wohl etwas teurer als der von Motorola mobile und nest ausfiel.


  • Google kommt ins Haus rein


  • Alleine schon das Google 3,2 Milliarden dafür hingelegt hat beweist, dass Google mehr an den gesammelten Daten als an dem Produkt selbst liegt. Um das ganze zu refinanzieren müsste man ungefähr 400 Millionen "Nests" verkaufen.

    Die Daten die gesammelt werden sind natürlich erstklassig, wann verlasse ich mein Haus, wann betrete ich es wieder u.s.w.


  • Edit: Als Antwort auf Conqueror. Im Firefox landet der eintrag dennoch immer als neuer Kommentar...

    Das mag zwar alles richtig sein aber Google und Microsoft können auch nicht zusehen wie Apple den Markt immer mehr dominiert. Wollen beide im Bereich Car- und Home-Automation mitspielen müssen eigene Kompetenz geschaffen oder gekauft werden.

    Sich darauf zu verlassen das Apple und/oder Töchter Apps auch für andere Mitbewerber bereitstellen mit gleichem Funktionsumfang ist eher nicht zu erwarten. Umgehkeht wird das natürlich genauso laufen. In vielleicht 20 Jahren wird man die Gadgets und Auto kaufen das zu den eigenen IT-Geräten am besten passen.

    Aktuell sehe ich nur Apple, Google und Microsoft die die finanziellen Ressourcen haben in dieses Rennen einzusteigen...


  • Verheben kann man sich doch nur, wenn man versucht Hardware in Eigenregie zu produzeiren. Da gibt es genügend Beispiele. Aber wie Jakob bereits anmerkte ist das ja der Grund weshalb sich jemand Fachwissen in Form eines Unternehmens (noch dazu Marktführer) einkauft.


  • ...... bleib bei deinen Leisten.
    Soll auf Google umgesetzt lauten, Google bleib wovon Du am meisten verstehst. Hardware ist nichts für Google. Damit haben sich schon größere Firmen und Konzerne verhoben.....


    • Das ist ja genau der Grund, warum sie sich Wissen einkaufen. Die Übernahme von Motorola haben vor allem das Moto X und Moto G zu spannenden Geräten gemacht. Wenn Google wie hier den Marktführer intelligenter, ausgereifter Haushaltsgeräte kauft, verheben sie sich wohl kaum sondern erweitern ihre Palette um ein Segment, das an Bedeutung, Wachstum und Umsatz nur gewinnen wird.

      Wie viele Konzerne, die größer sind als Google, haben sich bei einer Übernahme verhoben? Wie viele gibt es da überhaupt, sie dürften wenn dann an einer Hand abzuzählen sein! ;)


  • Sieht interessant aus!

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