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Google löscht das Internet: Hunderttausende Such-Ergebnisse - jede zweite Anfrage

Nachdem Google im Mai gerichtlich angewiesen wurde, gewisse Ergebnisse der Google-Suche zu löschen (zur Meldung), ist das nun in Zehntausenden Fällen geschehen. Der digitale Radiergummi wird dabei bedenklich weitflächig angesetzt. Auch Microsoft hat begonnen, das Urteil umzusetzen.

google search eu verdict
© antb/ shutterstock/ANDROIDPIT

Wie das Wall Street Journal berichtet, wurden mittlerweile potenziell über 100.000 Suchergebnisse von Google gelöscht. Demnach gab es bisher 91.000 Anfragen, die sich auf insgesamt 328.000 URLs bezogen - kein Pappenstiel. Kritik wird mittlerweile laut, von “Geschichtszensur” ist die Rede. Google wird zum dabei zum Zensierer wider Willen, muss es doch ein Gerichtsurteil umsetzen, das es angefochten hat und dessen Sprache so vage gehalten ist, dass Google im Prinzip nur verlieren kann.

Nach eigenen Angaben hat Google etwa 50 Prozent aller Anfragen bisher entsprochen, circa 30 Prozent abgelehnt, und in 15 Prozent der Fälle um mehr Informationen gebeten. Diese Zahlen zeigen, wie sich der Suchmaschinenkonzern abzusichern versucht, denn die Sprache des EU-Urteils gibt ihm fast keine brauchbaren Anhaltspunkte für dessen Umsetzung.

Und es geht hier nicht exklusiv um Google. Auch Microsoft hat mittlerweile damit begonnen, das Recht auf Vergessenwerden in seiner Suchmaschine Bing zu berücksichtigen. Wie gesagt: Wir sprechen aktuell von einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten, und jetzt schon sind 330.000 URLs betroffen - in der europäischen Google-Suche alleine. Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen (wie ich und andere es bereits getan haben): Wohin soll das führen?

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Top-Kommentare der Community

  •   44
    Christoph V. 28.07.2014

    Bevor China den Datenschutz entdeckt, müssen sie erstmal diverse Grundrechte entdecken!

  • Siniox 28.07.2014

    Google löscht nicht - sie blenden das Ergebnis nur aus. Auf Google.com ist alles weiterhin zu finden. Alles wurde schon nett erklärt von SemperVideo ;)

  • Tim 28.07.2014

    Da sieht man, finde ich, mal wie unüberlegt hier geurteilt wurde..
    Google ist wirklich hilflos gerade, weil die ja gar nicht wissen, was raus muss/soll/darf usw..

  • Cress 28.07.2014

    Was hat eigentlich Google mit den anderen Seiten zu tun? Bei Mobbing etc. Ist das ja was anderes aber da haben die Seitenbetreiber die Pflicht oder? Also wieso wird Google zum löschen gezwungen, die Inhalte bleiben aber nur die Suche wird erschwert oder?

  • Stephan Serowy 28.07.2014

    Bzw, wie ich in meinem im Artikel verlinkten Meinungsstück dazu argumentiere: Wir WOLLEN doch gar nicht, dass Google diese Entscheidungen trifft. Die sollen andere treffen. Aber Google wird damit alleine gelassen und gezwungen, diese weitreichenden rechtlichen Entscheidungen zu treffen. Und dann sichert sich Google natürlich ab und löscht relativ grob, was soll es auch anderes tun, wenn es nicht unzählige Verfahren am Hals haben will? Ob eine Löschung geboten ist und ob ein zu löschender Inhalt von öffentlichem Interesse ist, sollte nicht Googles Entscheidung sein - aktuell ist es das aber, und Google will das nicht mal.

24 Kommentare

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  •   23

    Ich würde Google jetzt gerne den Preis für den größten Troll des Jahres überreichen!
    Sie haben dieses komplett dumme Urteil angenommen und machen jetzt das genialste was man damit machen kann!
    Das Urteil stimmt vorne und hinten nicht, und ist absolut realitätsfern. Das Internet vergisst nicht, das ist eine Tatsache. Dazu kommt der Streisand Effekt ( http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt ) der genau das Gegenteil bewirkt! Es wird noch mehr Aufmerksamkeit erzeugt!
    Die Richter sollten einsehen, das sie scheiße gebaut haben. Man kann keinen Konzern die Macht geben Stopschilder nach belieben zu verteilen. Auf der einen Seite ist es viel Macht gegen den Laien im Internet, auf der anderen Seite ist der Effekt gleich null, weil die Information immer noch vorhanden ist! Wenn jemand sich durch einen Bericht im Internet beleidigt fühlt, kann er immer noch vor Gericht gehen! Dort, und nur dort! sollte entschieden werden, ob es auch wirklich der Fall ist.
    Durch Googles Verhalten werden Sie wohl oder Übel das Urteil dahin gehend ändern müssen...

  • Meine Suchergebnisse werden zu 100% genauso erfüllt oder eben nicht wie all die Jahren davor.Vielleicht wären ja mal Beispiele angebracht um diese abenteuerliche These auch nur im Ansatz verstehen zu können.Anfragen ala Wulf werden wohl ja nicht gemeint sein und wenn ja tut mir was ganz anderes Leid.

      • Wegen eines Artikels der TAZ geht die Welt nicht unter. Von daher ist der Link eher nicht geeignet, Stephans These zu untermauern.

      • Ich stelle hier keine These auf. "Google löscht das Internet" ist offensichtlich nicht ganz ernst gemeint (sondern bezieht sich auf den mittlerweile bekannten Ausspruch der Mutter, die ihrem Sohn ängstlich schildert, sie habe das Internet gelöscht) und noch offensichtlicher nicht wörtlich zu nehmen. Aber selbstverständlich ist da etwas wahres dran, denn Internetinhalte, die nicht oder kaum auffindbar sind, könnten genau so gut nicht existieren. Die Google-Suche ist mittlerweile unser Tor ins Internet! Und der Ausspruch von der Geschichtslöschung (in Anführungsstriche gesetzt!) stammt nicht von mir (wir im Artikel klar angedeutet), sondern vom Wikipedia-Gründer. Davon abgesehen geht es mittlerweile um weitaus mehr als "einen Artikel der TAZ" oder sonst einer Zeitung.

  • Ich hatte kurz die Hoffnung einen differenziert, kritischen Bericht zu lesen... Nunja...
    Natürlich ist das Urteil alles andere als eindeutig, gerade was die Umsetzung angeht.
    Trotzdem sehe ich es "etwas" anders und unterstelle bei dieser fast schon "Durchwink"-Umsetzung des Urteils eine Art Trotzreaktion seitens Google, um dieses ungeliebte Urteil umzusetzen. Frei nach dem Motto "ihr werdet schon sehen was ihr davon habt". Würde Google dieses Urteil 1. ernst nehmen und 2. etwas an Pressefreiheit liegen würden sie von sich aus strenge(re) Prüfungsrichtlinien festlegen (oder zumindest einfordern).
    Ebenso ist es gelinde gesagt Schwachsinn, von einer Löschung des Internets zu reden. Es handelt sich um Suchergebnisse, nicht um die Artikel selbst. Aber vielleicht hat das auch etwas Gutes und es setzt ein Umdenken bei der Suche nach Informationen ein, sich eben nicht mehr auf ein Ranking einer Suchmaschine zu verlassen, welche nur unser Bestes will (unsere Daten) und Informationssuchen wieder direkt auf Nachrichtenportalen zu starten. Google verdient vielleicht nix mehr daran und erhält keine Informationen mehr über das Suchverhalten, aber den Portalen und ähnliches würde es nutzen. Huch, warte, sollte das vielleicht ein Grund für das trotzige Löschverhalten Googles sein? Google weis welche Vormachtstellung sie haben und das spielen sie jetzt aus.

    ps: Ich halte das Urteil immer noch für richtig und wichtig

    • "Ich hatte kurz die Hoffnung einen differenziert, kritischen Bericht zu lesen..."
      Ich auch, aber dann habe ich gesehen, aus wessen Feder der Bericht stammt.

      •   51
        XXL 29.07.2014 Link zum Kommentar

        Und vor allem habe ich den Bericht mit der gleichen unnötigen und massiv übertriebenen Panikmache schon x-mal gelesen von Stephan. Meine Güte, wie oft will er sich hier denn noch wiederholen. "Geschichtszensur"? Haha, ja ist klar, die Weltgeschichte wird grad umgeschrieben wegen den paar URL's, die jetzt fehlen. Nur dumm, dass die Originalseite nicht gelöscht wird... Also bleibt mal auf dem Boden. Es gibt Argumente, die dafür und dagegen sprechen, aber etwas so undifferenziertes habe schon lange nicht mehr gelesen (OK, kommt zwar doch öfters vor hier...). Um was geht's eigentlich genau? Was will man mit solchen "Beiträgen" hier bezwecken?

        Wahrscheinlich gäbe es locker ein dutzend Dinge, wo Panikmache eher angebracht wäre als das hier. Aber für diese Dinge, die ich meine, ist Google verantwortlich...;-)

    • Was hat der Straßenatlas damit zu tun wie die Straße heißt? Die Straße ist immer noch da auch wenn du Sie entfernen lässt. Das Urteil ist der größte Schwachsinn den ich in den letzten Jahren gelesen habe. Wenn dann ist hier eindeutig der Herausgeber des Artikels in der Pflicht das Urteil umzusetzen und beileibe keine Suchmaschine die nur die vorhandenen Informationen verwertet. Und selbst das ist höchst fragwürdig. Was für ein Missbrauch damit betrieben werden kann und wird zeigen ja schon diverse Artikel die gelöscht wurden, Kinderschänder, Pfuscher, Straffällige Personen etc. wollen sich dadurch eine reine Weste waschen.

  • Google löscht nicht - sie blenden das Ergebnis nur aus. Auf Google.com ist alles weiterhin zu finden. Alles wurde schon nett erklärt von SemperVideo ;)

  • 330.000 URLs sind nicht sehr viele, wenn man bedenkt wie viele Billiarden es gibt. Vom Löschen des Internets kann da noch lange nicht die Rede sein.

    XXL

    • Tim 28.07.2014 Link zum Kommentar

      Natürlich sind das im gesamten gesehen nicht viele,
      aber du darfst eins nicht vergessen: Google hat dieses "Angebot" zum löschen erst seit Mai, also weniger als 3 Monate und bei Google arbeiten auch nur Menschen..
      So gesehen sind dann knapp 330.000 URLs sehr viele, weil Google das alles prüfen muss usw.

  • Was hat eigentlich Google mit den anderen Seiten zu tun? Bei Mobbing etc. Ist das ja was anderes aber da haben die Seitenbetreiber die Pflicht oder? Also wieso wird Google zum löschen gezwungen, die Inhalte bleiben aber nur die Suche wird erschwert oder?

    • Genau so ist es. In dem Urteil, das das "Recht auf Vergessenwerden" einführte, wurde auch nicht der Zeitung vorgeschrieben, den Artikel, in dem über den Kläger berichtet wurde, von ihrer Webseite zu entfernen, sondern Google dazu verurteilt, den Zeitungsartikel (der weiterhin im Web steht) aus dem Suchindex zu nehmen.

  • Ein Großteil der Löschung soll laut diverser Zeitungen von unseren schäbigen Politdarstellern aus Berlin kommen um Ihre Weste rein zu waschen

  • Hat man auch das Recht auf ein Löschen des Suchergebnisses, wenn man zufällig im Suchergebnis vorkommt?

    Beispiel:
    Elektriker der Firma XE hat für eine Brauerei XY eine Anlage verdrahtet - auf der Seite der Brauerei wird der Elektriker namentlich erwähnt.
    Ich suche "XY Elektroinstallation" - so komm ich auf die Homepage der Brauerei XY wo beiläufig eben der Elektriker erwähnt wird, der mich aber eigentlich gar nicht interessiert

    Darf der Elektriker jetzt (zB. weil er jetzt bei der Firma YE arbeitet) das Suchergebnis löschen lassen? Indirekt könnte die Brauerei so geschädigt werden, da es meinen Hit nicht gibt und ich vielleicht zur Konkurrenz komme...?!


    Hoffe es ist verständlich was ich meine :D

  • Tim 28.07.2014 Link zum Kommentar

    Da sieht man, finde ich, mal wie unüberlegt hier geurteilt wurde..
    Google ist wirklich hilflos gerade, weil die ja gar nicht wissen, was raus muss/soll/darf usw..

    • Bzw, wie ich in meinem im Artikel verlinkten Meinungsstück dazu argumentiere: Wir WOLLEN doch gar nicht, dass Google diese Entscheidungen trifft. Die sollen andere treffen. Aber Google wird damit alleine gelassen und gezwungen, diese weitreichenden rechtlichen Entscheidungen zu treffen. Und dann sichert sich Google natürlich ab und löscht relativ grob, was soll es auch anderes tun, wenn es nicht unzählige Verfahren am Hals haben will? Ob eine Löschung geboten ist und ob ein zu löschender Inhalt von öffentlichem Interesse ist, sollte nicht Googles Entscheidung sein - aktuell ist es das aber, und Google will das nicht mal.

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