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Google Keep - Googles neuster Streich!

Google hat wieder einmal zugeschlagen. Nach vereinzelten Hinweisen erschien vor einigen Tagen Google Keep wie aus dem Nichts im Play Store. Eine Welle der Begeisterung und Diskussion breitete sich in den Blogs und sozialen Medien aus.

Ob Google Keep dem Hype gerecht wird und ob Google den großen Wurf mit der neuen Applikation landen kann, erfahrt ihr in unserem heutigen Testbericht!

Bewertung

Getestete Version Aktuelle Version
1.0.77 Variiert je nach Gerät

Funktionen & Nutzen

Es war eine sehr turbulente Woche für die diversen Google Dienste. Der Google Reader wird zum 1. Juli eingestellt, ein neues Design für den Play Store wird in Kürze erscheinen und mit Google Keep begibt sich der Suchmaschinengigant auf ein interessantes Gebiet. Google Keep will den Nutzer nämlich veranlassen mit der Applikation seine Notizen zu verwalten. Ein Metier, welches bisher immer mit dem bekannten Dienst Evernote verbunden wurde
Doch man erkennt an dieser Stelle sehr gut Googles Handschrift. Der Internetriese ist nicht nur in neuen Marktbereichen aktiv, wie zum Beispiel mit Google Glass oder den selbstfahrenden Autos, sondern auch bereits "bestellte" Felder werden angegangen. Dies passierte vor knapp zwei Jahren mit der Einführung von Google+ (Facebook/Twitter) und setzt sich fort mit Google Drive (Dropbox) und nun Google Keep (Evernote). Dieses Eindringen in neue Bereiche gelang Google in den letzten Monaten und Jahren mit gemischtem Erfolg. Die Frage lautet nun, ob Google Keep eine echte Konkurrenz zu den altbekannten Größen darstellen kann.

Google Keep verfolgt einen sehr minimalistischen Ansatz. Dieser Minimalismus findet sich bei der Funktionalität und der grafischen Präsentation. Bei der Funktionalität stellt dieser Minimalismus ein zweischneidiges Schwert dar. Auf der einen Seite hat man zwar eine Applikation und einen Dienst, welche sich auf das Wesentliche beschränken, aber auf der anderen Seite findet man auch viele vermisste Funktionen vor.

Im Endeffekt beschränken sich die Funktionen auf das Erstellen einer Notiz - als Fließtext oder als Liste oder das Hinzufügen eines Bildes. Klingt sehr dürftig und ist es im Endeffekt auch. Der Nutzer kann darüber hinaus diese Notizen auch diktieren. Diese Diktierfunktion funktioniert erstaunlich gut und man ertappt sich relativ schnell dabei, dass man in Abwesenheit von anderen Menschen nur noch per Sprache Notizen vermerkt. Der letzte sehr innovative Ansatz ist die Organisierung von Notizen über Farben. Google Keep verzichtet nämlich auf eine Organisation der Notizen über "Tags" oder "Kategorien". Vielmehr kann jeder Notiz eine Farbe zugeordnet werden und diese Farbe "kennzeichnet" dann die jeweilige Kategorie. Eine interessante Idee, welche erst im Zuge des Minimalismus zur Geltung kommt.

Diese farbliche Kennzeichnung findet sich dann auch auf dem Desktop wieder. Google Keep kann nämlich „nach Hause telefonieren“ und die Dateien (wenn gewünscht) mit Google Drive abgleichen und anzeigen. Sehr komfortabel, wenn man schnell eine Notiz mobil verfügbar machen möchte.

Doch damit hat es sich auch schon mit der Vielfalt an Funktionen und es folgen einige Zeilen der Kritik. So stellt man sich als Google Nutzer unweigerlich die Frage, ob Google Keep wirklich ein finales Produkt ist. Da besitzt Google schon mit Google Drive, Google Now und Google+ diverse Dienste und verknüpft diese nicht mit einem neuen Produkt.

Wo bleibt die Möglichkeit zusammen eine Notiz zu bearbeiten? Simultanes Bearbeiten von Dokumenten ist möglich, aber eine gemeinsame Notizverwaltung gibt es nicht in der Applikation. Warum ist es nicht möglich einzelne Notizen per Link zu „verteilen“?
Auch Erinnerungen oder Benachrichtigungen für Notizen sind nicht verfügbar. Auch hier könnte man sich eine Integration mit Google Now vorstellen. Man würde einer Notiz ein Datum zuweisen und Google Now erinnert in regelmäßigen Abständen an diese Notiz. Alternativ kann man dies über individuell einstellbare Benachrichtigungen lösen, aber auch diese Möglichkeit steht dem Nutzer nicht zur Verfügung. Dies sind ausdrücklich nicht alle Kritikpunkte an Google Keep, doch die genannten Beispiele sollen exemplarisch für vergebene Chancen stehen. Die fehlende Möglichkeit des PDF-Imports oder das Fehlen von Offline-Funktionen kommen beispielsweise hinzu.

 

Fazit:

Ich persönlich verstehe die Entscheidung Googles Google Keep zu veröffentlichen. Wenn einem Nutzer eine Information so wichtig ist, dass er sie abspeichert, dann hat diese Information für maßgeschneiderte Werbung einen gewaltigen Informationsgehalt. Werbung wird dadurch personalisierter und beide Seiten gewinnen - theoretisch. Der Nutzer erhält einen weiteren kostenlosen Dienst und Google verdient Geld.

Was jedoch unerklärlich bleibt, ist das vergebene Potenzial. Google Keep könnte seinem minimalistischen Ansatz treu bleiben und trotzdem mehr Funktionen bieten. Funktionen wie die Möglichkeit Benachrichtigungen einzustellen oder gemeinsam Notizen zu verwalten. Diese Kleinigkeiten würden die Applikation nicht überladen, aber den Komfort um ein Vielfaches erhöhen.

Bildschirm & Bedienung

In der grafischen Präsentation und der Bedienung kann Google Keep auf ganzer Linie überzeugen. Die Darstellung fügt nicht nahtlos in das neue Design der Google Dienste ein. Was damals mit Google Now startete setzt sich nun in Google Keep fort und wird sich im neuen Play Store fortsetzen. Auch das zugehörige Widget fügt sich in das Gesamtsystem ein.

Bei der Bedienung wurde auf das Nötigste geachtet und es läuft alles flüssig von der Hand.

Speed & Stabilität

Google Keep ist im Testzeitraum kein einziges Mal abgestürzt. Vereinzelt gab es Probleme mit der Synchronisation.

Preis / Leistung

Google Keep ist kostenlos und werbefrei verfügbar. Wie alle Google Dienste. 

Screenshots

Google Keep - Googles neuster Streich! Google Keep - Googles neuster Streich!

26 Kommentare

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  •   20

    @ Nima

    Tut mir leid, aber das hat nichts mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu tun. Es gibt einfach keine Argumentation, warum eine Notiz an etwas erinnern sollte, außer, dass es sich bei dieser "Notiz" um einen Termin oder eine Aufgabe handelt.

    Aufgabe: Ich muss etwas erledigen. Eventuell an einem bestimmten Ort oder zu einer bestimmten Zeit. Optionale Erinnerung. Verbleibt, bis sie erledigt wurde, da ich meine Aufgaben ja auch noch einen Tag zu spät erledigen kann (Passiert mir natürlich nie)

    Termin: Ich muss zu einer bestimmten Zeit etwas machen oder an einem Ort sein. Optionale Erinnerung. Verschwindet, sobald die Zeit vorüber ist. Das Meeting ist ja schließlich vorbei, auch wenn ich es vergessen habe. Hauptgrund, weshalb ich es hasse wenn mir Kollegen eigentliche Aufgaben als Termin schicken.

    Notiz: Ich notiere mir etwas. Die Notiz möchte ich anzeigen und eventuell teilen, sicherlich auch bearbeiten und löschen.

  • Keep hat bei mir ColorNote abgelöst. Für Aufgaben nutze ich Tasks. Dass man keine Notizen gemeinsam bearbeiten finde ich auch schade, kommt aber vielleicht noch.

  • Am besten ist immer noch NoNonsense Note und ist sogar in das Agenda Widget integrierbar.

    https://play.google.com/store/apps/details?id=com.nononsenseapps.notepad

  • Ich mag PostIt's nicht, deshalb ist Google Keep nichts für mich. Für Notizen verwende ich die Kalender App (z.B. Geburtstage) oder S-Note. Die Stock-App's genügen mir hierfür vollkommen. Bin nicht so der Notizenfan.

  • Anonymous
    • Mod
    25.03.2013 Link zum Kommentar

    @Philipp:

    Das zeigt sehr gut, dass die Bedürfnisse unterschiedlich sind. Kenne da einige, welche sehr auf eine solche Funktion wert legen.

    @All:

    Das sollte heißen, dass es sich gut ins Gesamtbild einfügt. Bin gerade im Urlaub und kann es nicht korrigieren.

  • @Ulrich K.: Google muss nicht dein ganzes Leben kennen - aber Samsung schon?!? die Asiaten kopieren eh schon viel zu viel...außerdem wäre der Samsung-Müll das Erste, was von meinem Handy runter geschmissen werden würde...(aber zufrieden ohne Samsung)

  • Warum ist die App nicht mit meinem Sony Xperia U (Android 2.3.7) kompatibel?

    Ich nutze sonst Catch als Notiz - App. Bietet alles was ich brauche, Synchronisation und Kooperation klappt super und Abhak-Listen und sehr praktische Erinnerungsnotizen gehen auch.

    Was ist an Evernote eigentlich besser als an Catch Notes?

  • Hat S-Note eine Cloud?? Sonst ist es doof wenn man mehrere Geräte hat wie Tablet, Smartphone PC. Außerdem ist es bequemer auch am PC Notizen erstellen zu können oder zu bearbeiten.. Zudem hat man immer eine Sicherheitskopie in der Cloud. Sonst Smartphone weg=Notizen weg..

  • Ich verwalte meine Notizen mit Samsungs S-Note und bin mit den Funktionen zufrieden. Google muss ja nicht mein ganzes Leben kennen. ;-)

  • @TIM
    Springpad kenne ich ist aber nichts für mich. Ich ärgere mich schon daran dass ich Texte nicht formatieren kann.. Kann aber eine Alternative sein und kan mehr an Keep...

  • Passt, leider gibt es viele Sache, die das iOS schon von Haus aus mitbringt.
    Für Android musste ich mir schon einiges zusammen suchen. Keep ist der einfache und schneller (bessere) Ersatz für Notizen unter iOS.

    Ich finds gut!
    Wenn ich jetzt noch das iPad dazubekomme die Daten zu synchronisieren und das MBA...

  •   24
    TlM 25.03.2013 Link zum Kommentar

    @PeterShow:
    "Das Maß aller Dinge" gibt es hier nicht, die guten Qualitäten verteilen sich auf verschiedene Apps.

    Falls du selbst nach Alternativen schauen willst, kannst du dir ja z.B. "Springpad" mal ansehen. Funktionen ähnlich wie Evernote, jedoch auch bei größeren Datenübertragungen kostenlos. Ob du das gut findest, weiß ich natürlich nicht, zumal du ja schon an Evernote gewöhnt zu sein scheinst.

  • "Was bitte soll die vorgeschlagenen Erinnerungsfunktion?? Es ist eine Notizen App! Ich habe auch noch Kalender, Aufgaben und einen Wecker, Notizen müssen mich nicht erinnern. Wer so etwas fordert trägt auch Aufgaben als Kalendereinträge ein..."

    +1
    like
    Daumen hoch!!

    Endlich einer der es genauso sieht wie ich. Notizen, Aufgaben und Termine, sind drei verschiedene Dinge...

    Ansonsten:
    Wem der Funktionsumfang von Keep reicht soll da hingehen. Für mich fehlt da viel zu viel: Mehrere Notizbücher, Tags, Orte, Sprachnotizen, Skitch (Zeichnungen), Formatierungen, To-Do-Listen, Dateianhänge.. Mir sind es eher zu wenig Funktionen in Evernote.. Sonst ist auch Springpad eine Alternative. Hat für mich aber auch zu wenig Funktionen..

  •   16

    Überflüssig wie ein Kropf das Ganze.

  •   20

    Hat bei mir sofort Evernote abgelöst. Ich will Notizen synchronisieren und teilen, mehr nicht. Bei evernote waren es für mich immer ein paar Klicks zuviel für einfache Notizen, keep ist für mich perfekt.

    Was bitte soll die vorgeschlagenen Erinnerungsfunktion?? Es ist eine Notizen App! Ich habe auch noch Kalender, Aufgaben und einen Wecker, Notizen müssen mich nicht erinnern. Wer so etwas fordert trägt auch Aufgaben als Kalendereinträge ein...

  • Ist doch super, so gibt es fit jeden Anwendungsfall eine passende App. Note Everything kann übrigens auch einiges, zwar ohne Cloud, aber dafür umfangreich.

  • Ich hatte mir mal Evernote runtergeladen und war völlig überfordert mit den vielen Funktionen :D Mir ist eine ganz simple Notiz App viel lieber, ich muss nicht wissen wo ich was notiert habe und das dann teilen und was weiss ich... weshalb ich mir Google Keep auf jedenfall mal ansehen werde

  • Mir reichts... . Für kleine Notizen mit Synchronisation, denke ich, perfekt.

  • Naja Keep kann auf keinen Fall mit Evernote konkurrieren. Neben vielen anderen Punkten fällt mir eines auf:

    Bei Evernote kann ich verschiedene Notizbücher anlegen, bei Keep nur eins mit den PostIts...

    Dann noch was zu "Integration mit Google Now". Nun Evernote erkennt wo ich bin und hat z.B. auch automatisch "Notiz von der Arbeit" hinzugefügt. Sonst halt "Notiz aus Berlin" etc. Und das ganze auch auf Geräten ohne JB. Da ist es schon schwach wenn Keep nicht mal mit Google Now zusammenarbeitet.

    @TIM
    So was ist dann das Maß aller Dinge, wenn nicht Evernote?? Und bitte keine Apps ohne Cloud. Ich will Notizen wie bei Evernote auch per Browser aufrufen, in Apps auf verschiedenen Geräten, per Apps auf dem PC darauf zurgreifen können etc.

  •   24
    TlM 24.03.2013 Link zum Kommentar

    Immerhin kann Keep mit Telefonnummern umgehen, so dass man sie anklicken kann zum Anrufen.

    Das kann Evernote nur sehr umständlich. Wobei übrigens Evernote nicht das Maß aller Dinge ist, wie es in dem Bericht hier zu sein scheint. Das nur nebenbei...

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