Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
3 Min Lesezeit 21 mal geteilt 37 Kommentare

Daten geschützt? So sicher ist Eure Bildschirmsperre wirklich

Um sein Smartphone vor Dieben zu schützen, bietet sich die Einrichtung einer Bildschirmsperre via Passwort an. Das schützt bei älteren Geräten aber angeblich nicht vor dem Zugriff von Behörden, denn Google kann auf Anweisung diese Sperre leicht aufheben. So zumindest ein besorgniserregender Bericht aus den USA. Was dahinter steckt, erfahrt Ihr hier.

Können Behörden Dein Smartphone aufbrechen?

Auf einem Android-Gerät befinden sich oft sensible Daten, die man nicht mit der ganzen Welt teilen möchte. Sie sind privat und sie gehen weder Firmen noch Sicherheitsbehörden etwas an. Um sich vor unliebsamen Zugriffen zu schützen, sollte daher jedes Smartphone und Tablet mit einem Passwort geschützt werden. Wie betanews.com nun berichtet, kann dieser Schutz aber auf Anordnung von US-amerikanischen-Behörden aufgehoben werden. Der Helfershelfer dabei: ausgerechnet Google!

So sind die Android-Macher angeblich in der Lage, diesen Schutz aufzuheben. Dazu muss das Gerät nicht einmal physisch vorliegen, sondern der Schutz kann “aus der Ferne” aufgehoben werden.

Publik wurde diese Maßnahme durch eine Stellungnahme des New Yorker Bezirksstaatsanwaltes Cyrus Vance. So kann im Zuge eines Durchsuchungsbefehls Google angewiesen werden, den Passwort-Schutz bei einem bestimmten Android-Gerät zurückzusetzen.

Auf alle Android-Smartphones/Tablets kann diese Maßnahme angeblich nicht angewendet werden, denn es betrifft nur Geräte, deren Speicher verschlüsselt ist. Das betrifft alle Betriebssystem-Versionen unter Android 5.0 Lollipop und etliche Geräte Geräten mit Android 5.0. Neuere Geräte mit Android 6.0 Marshmallow und künftig höher sind schon ab Werk vollverschlüsselt und angeblich geschützt.

security 3
Ein bisschen mehr Sicherheit bei Android-Geräten schadet bekanntlich nie. / © ANDROIDPIT

Google-Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe

Laut betanews.com sind nur eine Handvoll Android-Geräte nicht betroffen, da der Großteil eine alte/unverschlüsselte Android-Version verwendet. Zu diesen Vorwürfen hat sich mittlerweile Google offiziell geäußert und Entwarnung gegeben. Zumindest teilte der Google-Mitarbeiter Adrian Ludwig mit, dass Google keine Möglichkeiten habe, sowohl PINs, Passwörter oder Fingerabdrücke (die über den Scanner hinterlegt werden), zu "knacken", beziehungsweise zurückzusetzen.

Google kann nicht auf verschlüsselte Geräte zugreifen

Auch kann sich Google angeblich keinen Zugang zu Geräten verschaffen, die bereits verschlüsselt wurden. Das gilt sowohl für Geräte, die User selbst verschlüsselt haben, also auch für Smartphones und Tablets, die seit Android 5.0 "ab Werk" eine Verschlüsselung erhalten.

Zwar ließen sich einige Geräte mit einer bestimmten Vorgehensweise über ein Google-Konto öffnen, dabei handele es sich aber nur um eine geringe Anzahl. Adrian Ludwig zufolge seien es definitiv weniger als die angegebenen 74,1 Prozent der Geräte. Die Option über das Google-Konto wurde außerdem mit der Einführung von Android 6.0 Marshmallow wieder entfernt.

Fast auf der sicheren Seite

Um sein Smartphone oder Tablet möglichst sicher zu machen, sollte der User als immer die neueste Android-Version auf sein Gerät aufspielen. Wobei das auch nicht gleichbedeutend mit absoluter Sicherheit ist, wie der Skandal um die Stagefright-Sicherheitslücke gezeigt hat. Inwieweit Tech-Konzerne und Betreiber sozialer Netzwerken von staatlichen Behörden dazu gezwungen werden können, Daten Ihrer Nutzer herauszugeben, ist eine andere Frage. 

Fühlt Ihr Euch eigentlich sicher oder habt Ihr Angst davor, dass Eure Passwörter von Dritten umgangen werden? Sagt es uns in den Kommentaren!

37 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Wenn das so ist, kann Google also mein Nexus 6 mit Marshmallow nicht entsperren?

    Ich wohne sowieso nicht in den Vereinigten Staaten, aber so können die NSA, FBI etc. nicht bei mir spionieren?
    Über Google dann wohl nicht, aber die Geheimdienste finden immer einen Weg. 😜

  • Leute hab eine Frage ihr kennt euch bestimmt aus.

    Unzwar wenn ich mein Handy mit Pin code oder sonstigem sichere kann das jemand noch wie früher zurückstellen auf werkseinstellung und selber nutzen? Habe Oneplus X 5.1

    Danke vorab

  • Warum nicht einfach mal ausprobieren; sämtliche Kontakte "ausländisch klingend" speichern, sein WLAN Netzwerk "Al Quaida-Netzwerk" nennen, sich ein wenig auf den dunklen Seiten des Internet rumtreiben und per WhatsApp n bisschen über den Koran und Attentate schreiben.

    Wenn dann das SEK vor der Tür steht, wissen wir ob der "Sicherheit" der Handys.

    Und um ehrlich zu sein verzichte ich gerne ein wenig auf meine theoretische Freiheit um praktische Sicherheit genießen zu können.

    • Es gibt da ein schönes Zitat von Benjamin Franklin, das geht ungefähr so: "Wer auf um mehr Sicherheit willen auf Freiheit verzichtet, hat beides nicht verdient!" - Mal drüber nachdenken :-) Das Organisierte Verbrechen und der Internationale Terrorismus kommuniziert sowieso auf Wegen, die nicht so einfach und so umfassend überwacht werden können wie ein Smartphone (z.B. via PS4). Meistens sind die Terroristen den Behörden ja schon bekannt, es wurde aber nichts dagegen unternommen. Wir brauchen also nicht mehr Überwachung, Vorratsdatenspeicherung, Stasi 2.0. Was wir brauchen, sind effektive Sicherheitsbehörden, die die vorhandenen Gesetze auch umsetzen können.

  • Versteh das Problem auch nicht. Hab keine Sperre drin, die jemanden davon abhält mein Handy zu betrachten.

    Habe nicht vor es zu verlieren (btw. mein Armband vibriert, wenn es die Bluetoothverbindung zum Phone verliert) und meiner Familie vertrau ich.

    Und Google (als auch Facebook und Apple und alle anderen) kommen natürlich an die Daten ran, die wir ihnen zur Verfügung stellen. Aber kaum vorstellbar, dass die Mitarbeiter vor nem Rechner sitzen und sich die Fotos auf meinem Handy ansehen oder meine Mails lesen.

    Da werden Daten im großen Stil ausgewertet. Wieviele Personen sind an nem Sonnabend-Abend am Potsdamer Platz? Lohnt es sich da eine bestimmte Werbung anzubringen? Oder wieviele Leute haben sich den Trailer zu xyz angesehen und auf welchen Geräten? An sowas sind Firmen interessiert, nicht an euren Nacktbildern. Daher sollte man den Datenschutz nicht überstrapazieren. Und wer was dagegen hat, sollte seine Smartphone in die nächste Tonne werfen. Natürlich nicht, ohne vorher alle Daten drauf zu löschen. :-)

    • Uwe 26.11.2015 Link zum Kommentar

      Da sei dir mal nicht so sicher. Oder woher weißt du das? Citizenfour gesehen?

      • Ich rede von den Firmen. Dass Geheimdienste auf dein Handy kommen wenn sie es wollen ist unbestritten. Da hilft dann übrigens auch keine Verschlüsselung, das Entsperren per Fingerabdruck oder ähnliches ...

    •   12

      Das ist eine nette Spielerei, dass dein Armband vibriert, aber wenn dir das Smartphone gestohlen wird, hilft dir das Vibrieren auch nicht wirklich etwas...

  • konfuser Artikel! Es gilt für unverschlüsselte Geräte. Was soll die Empfehlung, immer das neueste Android zu installieren? Die muss es erstmal geben für das jeweilige Gerät. Wird ein Artikel eigentlich vor Freigabe nicht mehr gegengelesen?

    • Hey, laut AP braucht man kein Nexus mehr um immer das neueste Android zu haben. Du hast wohl den entsprechenden Artikel nicht gelesen und verinnerlicht. ;-)

  •   28

    Was hat jetzt das Szenario mit Apple zu tun . Verwenden die seit neustem Android ? Um genau zu sein, es geht nicht mal um Android sondern um die Googledienst ! Kein Googledienst , keine Daten ....

  • was glaubt ihr denn was Apple macht wenn die USA was will bekommen die das auch

  • Na ja stimmt schon der Agent der meine Whatsapp lesen musste tut mir jetzt schon leid und überhaupt habe ich ein IPhone

  • Ich sag nur Lavabit..

    Erinnert ihr euch was passiert ist. Sie finden Wege. Zur not Totalschließung.
    Nur mit Verschlüsselung kann man sich schützen oder die Sache so unrentabel zu machen.(PGP)
    Wir wurden jahrelang belogen von den Großen der Branche zu dem Thema Zugriff.
    Vertrauen ?

    Der erste Satz vom Lavabit Abschiedsbrief...
    My legal saga started last summer with a knock at the door, behind which stood two federal agents ready to serve me with a court order requiring the installation of surveillance equipment on my company’s network.

    Lavabit.com

    Und wie sagte unser Minister des inneren vor kurzem...Informationen zur inneren Sicherheit könnten große Teile der Bevölkerung verunsichern.
    Das trifft wohl auch die Art des Vorgehens im digitalen 😇

  • Habe meine Displaysperre und Fingersensor deaktiviert brauche ich nicht.
    Habe eh nix auf dem Phone was andere nicht sehen können.

    •   12

      Und was machst du, wenn du dein Gerät verlierst/dir gestohlen wird und jemand telefoniert fleißig damit, schreibt SMS etc...?!

    • Nichts zu verstecken.... Schön für dich. Du benutzt dann auch sicherlich kein ebay, Amazon, PayPal,... usw. auf deinem Handy. Weil dann könnte ja jeder deine Accounts via "Passwort vergessen" Option zurücksetzen/ändern (ich gehe mal davon aus dass du auch keine Emails auf deinem Handy ohne Passwort empfangen kannst) und schön auf deinem Namen einkaufen, Geld überweisen und dich aus deinem eigenen Acoounts aussperren.

      Die meisten Leute denken bei so einem Thema immer an ihre Fotos auf dem Handy und was passiert wenn ein anderer diese sieht. Das viel größere Problem sind aber sämtliche Shopping, Banking und Email Accounts mit denen jeder rumspielen kann der das Handy in der Hand hat.

      Aber zum Glück hast du auf deinem Handy ja nur unpersönliche Fotos und telefonierst vielleicht ab und zu mal.

  • Zumindest macht Verschlüsselung die Sache soo aufwendig, dass Flächendeckende "realüberwachung" derzeit noch nicht aktiv ist. (Unter den verschlüsselten Anwendungen)
    Allerdings gehts hier ja um Behörden. Im konkreten Fall die NSA. Nicht die örtliche Polizei 😮
    Ich sag nur Patriot Act. Nichts ist mehr sicher.
    Und jahrelang haben die Großen Konzerne frech gelogen zur zusammenarbeiten mit NSA.

    •   28

      es geht nicht um die Verschlüsselung selbst, sondern "nur" um das zurücksetzen des Passworts/Fingerabdruck zum entsperren ! ist das Handy entsperrt und die Behörde hat physikalischen Zugang, entschlüsselt das Phone selbst die Daten . Übrigens können die 74% aller Geräte stimmen, den mit den Neuen Samsung funktioniert das entsperren über das Googlekonto nicht

Zeige alle Kommentare
21 mal geteilt

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!