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4 Min Lesezeit 12 Kommentare

Google I/O analysiert: Das also ist des Googles Kern

Niemand sprang dieses Jahr aus einem Flugzeug und landete mit viel Trara auf der Veranstaltungshalle. Und doch war die I/O spektakulär, bloß auf eine weniger unmittelbare Art und Weise. Außerdem verrät sie uns viel über Google heute, seine Vision für die Zukunft und wie beides von Google gestern nicht zu trennen ist.

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googwe search
Des Googles Kern ist und bleibt die Suchmaschine. / © AndroidPIT

War die 2013er Entwicklerkonferenz noch das Festival der geplatzten Träume, so war sie dieses Mal ein Festival der großen Versprechen. Google plant so viel Neues, dass es schwer war, alle Themen in einer Abendveranstaltung unterzubringen: Android One, Android Wear, Android L, Android Auto, Android TV, und das ist nur ein Teil. Viele der Ankündigungen waren zunächst nur für Entwickler relevant - nicht ohne Grund ist die I/O eine Entwicklerkonferenz -, doch die Folgen für den Endnutzer kündigen sich an. Google stellt sich ganz klar für die Zukunft auf und demonstriert dabei so viel durchkalkulierte Systematik, dass es fast schon wehtut. Das Google der unmittelbaren Zukunft, das sich gestern Abend der Welt präsentiert hat, lässt sich in drei Adjektiven beschreiben: Global, universell und sprachbasiert. 

Global

Die Entwicklerkonferenz wurde eröffnet mit Android One, einer Initiative, die Android in alle Winkel dieser Erde bringen soll. “Das Ziel ist es, die nächsten fünf Milliarden Menschen dieser Welt zu erreichen”, sagt Sundar Pichai. Die etablierten Märkte sind gesättigt, die Zukunft liegt woanders. Android One wird in Indien starten, Brasilien wird sicherlich ein weiteres Ziel sein, irgendwann wird man sich auch an den afrikanischen Kontinent heranwagen. Gepaart mit Project Loon, Project Fiber und der neu angedachten Satellitenflotte ist die Marschrichtung klarer denn je: Google für die Welt. Um jeden Preis. 

android one teaser
 © Google

Universell

Android soll eine plattformübergreifende Entität werden, die für jeden Nutzer erkenn- und fühlbar ist, ob er ein Smartphone, eine Smartwatch, ein Chromebook, einen Fernseher oder sogar ein Auto bedient. Mit Material Design hat Google eine neue visuelle Vision angekündigt, die minimalistisch-flache und dennoch plastische Eleganz verfolgt und gleichzeitig so flexibel ist, dass sie ohne nennenswerte Abstriche auf all diesen Plattformen wirken kann. Android will nicht nur global im geografischen Sinne sein, sondern auch im technologischen als Teil eines jeden Aspektes unseres Lebens.

Aber nicht nur das: Sie sollen miteinander verschmelzen, korrespondieren, sich ergänzen. Und während Laptops mit Smartphones kommunizieren, Smartphones mit Uhren und Uhren mit Autos, sollen wir Nutzer mit ihnen allen kommunizieren - mit der Stimme.

material design2
 © AndroidPIT

Sprachbasiert

Man könnte sagen, Google erkläre das Ende des App-Icons. Freilich, unsere Smartphones werden diese weiterhin zieren, doch für Android Wear, Android TV und Android Auto spielen sie keine nennenswerte Rolle mehr. Wir sagen den Geräten, was wir von ihnen wollen, mit dem Finger zeigen wir kaum noch auf sie (und wenn, dann quasi lediglich noch in Form einer Wischgeste). Ein erklärtes Ziel Googles ist es, den Nutzer für die Interaktion mit der Technologie so wenig wie möglich aus dem Moment im realen Leben herauszureißen. Sprache ist das intuitivste, schnellste und einfachste Interaktionsinstrument, das wir haben. Unsere Nutzung der Technologie wird zunehmend vom physischen Medium und der haptischen Auseinandersetztung mit diesem entkoppelt. Die Richtung für die Zukunft ist also klar. 

Des Googles Kern

Google hat als Suchmaschine angefangen, das vergisst man leicht, und dort liegt nach wie vor seine Kernkompetenz - und wird es auch weiterhin. Hardware wurde auf dieser I/O nicht wirklich vorgestellt, und wo sie auftauchte, spielte sie nur die hintergründige Rolle des Mediums, denn Google ist und bleibt ein Anbieter von Software-Dienstleistungen. Die Google-Suche ist das Phänomen, das die oben genannten drei Aspekte vereint. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch alle Zukunftspläne Googles. Sie wird durch Google Now prominenter in Android L, sie ist das Herzstück von Android TV und Android Auto, und sie ist die Hauptanlaufstelle in Android Wear. Der Konzern mit den bunten Buchstaben mag weit gekommen sein seit seinen Anfangstagen - kaum ein anderer ist derart breit orientiert in seiner Arbeit. Am Ende bleibt des Googles Kern der ewig gleiche, egal wie exotisch seine kühnen Zukunftspläne auch sein mögen.

Top-Kommentare der Community

  • Thomas R. 26.06.2014

    Eben, und solange ich z.B. Werbung sehe, welche mich auch interessiert ist das auch OK für mich. Denn welche Daten ich bekanntgeben kann ich zu einem großen Teil auch beeinflussen. Daher sehe ich dieses Datensammeln nicht als besorgniserregend an!

  • S.Mavi 27.06.2014

    Wir Menschen reiten oft auf vielen Dingen herum und glauben etwas daran ändern zu können. Am Ende werden Firmen, besonders solche wie Google es ist, unsere Welt weiterhin sehr stark verändern und das ist gut so.
    Ob Googles Produkte überall perfekt laufen oder nicht, ist nebensächlich, solange Google nicht aufhört derart interessante Visionen umzusetzen. Zu guter Letzt haben wir das Glück und Privileg ein Teil unserer Zeit und dieser äußerst coolen Entwicklung zu sein.

    Ich freue mich jedenfalls auf jeden noch so klein wirkenden Schritt von Google und Co.
    In dem Sinne hated nicht, sondern freut euch, davon haben wir alle mehr.

12 Kommentare

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  • Die Google Suche ist mittlerweile eine Zumutung geworden die ich gar nicht in so deutlichen Worten benennen kann wie ich es gerne würde.Nicht weil ich tedenzell was gegen Google habe,sondern ich es tatsächlich so empfinde.Mittlerweile sind die Ergebnisse der ersten Seite und oft noch einige danach vollkommen unbrauchbar.Auch Links führen oft ins nimmerland.Hat weder mit meiner Suchanfrage direkt noch indirekt was damit gemein.Dazu braucht wirklich keiner Daten von mir.Wenn das dass Ergebnis von allem ist.....na dann gute Nacht.


    • Meine Suche wird meistens in den ersten 3 Ergebnissen völlig ausreichend beantwortet, suche ich an einem fremden Telefon oder PC nach exakt den gleichen Worten, muss ich oft bis Seite 5 oder noch weiter, um diese Ergebnisse zu bekommen. Kurz: Durch die gesammelten Daten bekommt jeder Nutzer seine völlig eigenen Suchergebnisse, sortiert nach Relevanz und nicht mehr nach "Wer gibt das meiste Geld für Suchmaschinenoptimierung aus?".


  • Wir Menschen reiten oft auf vielen Dingen herum und glauben etwas daran ändern zu können. Am Ende werden Firmen, besonders solche wie Google es ist, unsere Welt weiterhin sehr stark verändern und das ist gut so.
    Ob Googles Produkte überall perfekt laufen oder nicht, ist nebensächlich, solange Google nicht aufhört derart interessante Visionen umzusetzen. Zu guter Letzt haben wir das Glück und Privileg ein Teil unserer Zeit und dieser äußerst coolen Entwicklung zu sein.

    Ich freue mich jedenfalls auf jeden noch so klein wirkenden Schritt von Google und Co.
    In dem Sinne hated nicht, sondern freut euch, davon haben wir alle mehr.


  • Gut erklärt, schöner Artikel!
    Auch wenn mir das nicht schmecken mag. Ich möchte keine Sprachsteuerung, kein Google Now. Das Design sieht nicht mehr aus wie ein Betriebssystem, sondern einem Comic-Spiel entsprungenes Menü-Interface oder sowas!
    Ich nehme an, es sind nur die Grafiken für die Demo als Versinnbildlichung gewesen.
    Alles Andere klingt super und vor allem konsequent!


    • Da gebe ich dir recht. Somal mit Android L alles auf hell gesetzt wurde (N7). Und dies ist stark Gewöhnungsbedürftig. Allerdings hat es auch ein gewissen charme. Und nein leider ist es nicht nur eine demo gewesen


  •   26

    Ich weiß nicht, aber bevor sich Google in andere Länder wagt sollte er erst einmal dafür sorgen das deren Produkte in allen Ländern gleich gut funktioniert ich erinnere z.b an Google know das funktioniert hier in Deutschland bei weitem noch nicht so gut oder auch maps, wie in ihrem Heimatland.


  • Jeder einzelne von uns, hat bereits in den letzten 10 Jahren soviele Daten von und über sich preis gegeben, was meint ihr denn wieviel neue Daten ihr überhaupt noch habt die es wert sind vermarktet zu werden?


    • Vor 10 Jahren warst du ein ganz anderer Mensch als heute. Du hattest andere Vorlieben, andere Hobbys, andere Geschmäcker und hast andere Produkte gekauft. Selbst jedes einzelne Atom und jede Zelle in deinem Körper ist anders als vor 10 Jahren, aber das ist ein andere Thema. Was ich damit sagen will: aus Sicht von Unternehmen bist du ein ganz anderes Werbesubjekt.


  • Im Grunde genommen sind alle Google-Produkte darauf gerichtet Daten zu sammeln um auf den verschiedenen Geräten des Users als Werbung angezeigt werden. Daten sind mittlerweile bares Geld :)

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Alles klar!