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Google Home & Alexa: Was ist mit den Kindern?
Hardware Smart Home AI 5 Min Lesezeit 1 Kommentar

Google Home & Alexa: Was ist mit den Kindern?

Es ist kein neues Phänoment, Kinder mögen Haushaltshilfen wie Alexa oder Google Home. Es macht ihnen Spaß, sie zu bitten, Tiergeräusche zu machen oder Musik zu spielen. Aber ihr Gebrauch kann schnell zu Missbrauch führen. Welche Kinderschutzfunktionen gibt es? Haben Smart-Home-Geräte Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes?

Alexa & Google Home, die neuen Familienmitglieder

Genau wie Haustiere ergänzen vernetzte Heimgeräte die Familie. In den USA hat ein Kind "Alexa" gesagt, bevor es "Mom" sagen konnte, schreibt die Los Angeles Times. Dieser Trend wird voraussichtlich weiter zunehmen. Dave Limp, Vice President of Devices and Services bei Amazon, erzählte The Verge, dass bereits mehr als 100 Millionen mit Alexa ausgestattete Geräte verkauft worden seien und Millionen von Haushalten erreicht hätten.

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Ein Kind im Alter von einem Jahr sagte "Alexa", bevor er überhaupt "Mutter" sagen konnte. / © AndroidPIT von Irina Efremova

Google liegt mit Google Home, einem direkten Konkurrenten von Alexa, weit zurück. Doch Google versucht aufzuholen und kündigte auf der Google I/O 2019 den Google Nest Hub für diesen Sommer an. Der bietet alle Funktionen eines vernetzten Hauses durch die Integration einer Smart Kamera, Lautsprecher und eines Bildschirms, der in der Lage ist, alle angeschlossenen Geräte zu verwalten. Genug, um mit Alexa ernsthaft zu konkurrieren.

Immer mehr Haushalte sind smart

Immer mehr Haushalte sind mit solchen Geräten ausgestattet. Die Zahlen sprechen für sich: Laut einer Studie der National Public Media wurden 8 Prozent der Amerikaner während der Weihnachtszeit 2018 neue Besitzer eines digitalen Assistenten. Dies ist ein großer Fortschritt, da die gleiche Studie zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 21 Prozent der Amerikaner ein solches Gerät besaßen - 14 Millionen mehr Menschen als 2017. Der Umsatz mit den digitalen Helfern wuchs in den USA zwischen 2017 und 2018 um satte 78 Prozent.

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In einem Jahr verkauften sich in den USA 78 Prozent mehr Smart-Home-Geräte. / © Google

In Europa sind die Geräte noch nicht lange genug im Handel, um signifikante Zahlen zu haben und dennoch waren sie am vergangenen Heiligabend ausverkauft. Darüber hinaus wurden nach Angaben von Médiamétrie aus Frankreich im Dezember 2018 - sechs Monate nach dem Start von Alexa in Frankreich, eineinhalb Jahre nach dem Start von Google Home - 1,7 Millionen Nutzer in Frankreich mit einem Smart Home Assistant ausgestattet.

Missverständnisse

Wir haben schon über die Probleme mit Smart Home berichet - da gab es beispielsweise die Geschichte von dem 6-jährigen Mädchen das über Alexa ein 170 Dollar teures Puppenhaus und 4 Kilogramm Kekse bestellt hat. Diese Geschichte ist bei weitem kein Einzelfall in den Vereinigten Staaten. Ein Video zeigt auch Amazons Assistenten, der damit kämpft, die Bitte eines Kindes, eine Folge Peppa Pig zu zeigen, zu verstehen und schließlich "Pornos mit heißen Frauen" anbietet.

Wenn dies in den Vereinigten Staaten kein Einzelfall ist, könnte es auch in Europa, bei Euch zu Hause, geschehen. Ein Kind allein zu lassen, um mit Alexa zu spielen, ist nicht unbedingt eine gute Idee.

Wie kann man die Kindersicherung integrieren?

Um zu überwachen, wie Kinder die digitalen Assistenten nutzen, aber auch um verschiedene Anfragen zu vermeiden, gibt einige spezielle Anwendungen, die heruntergeladen werden sollten.

Bei Google Home könnt Ihr beispielsweise Family Link einfach installieren, um die Aktivitäten zu überwachen oder die heruntergeladenen Anwendungen einzuschränken. Auch die Nutzungsdauer pro Tag und ähnliche Dinge könnt Ihr dort einschränken, ebenso wie natürlich bestimmte Anfragen.

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FreeTime, das Kindersicherungs-Tool von Amazon, ist noch nicht in allen europäischen Ländern verfügbar. / © Sprudel / Shutterstock

Was Amazon betrifft, so gibt es in Frankreich, Italien und Spanien noch keine Anwendung, die dies verwalten kann. In den USA, in Großbritannien und Deutschland gibt es jedoch eine mit dem Namen "FreeTime". In Form eines Abonnements könnt Ihr die Nutzung von Alexa verwalten, angepasst an jedes Kind in der Familie. Ohne dieses Abonnement könnt Ihr immer noch eine minimale Kontrolle direkt in den Einstellungen des Amazon Echo einstellen, mit der Möglichkeit, die Historie einzusehen, aber auch einen Code zu setzen, um etwa Einkäufe zu verhindern.

Neben der Installation einer Kindersicherungen ist es selbstverständlich, dass eine Diskussion über die Verwendung dieser Geräte mit Kindern sowie die Nutzung des Internets und eines Smartphones unerlässlich ist.

Welche Auswirkungen hat das auf die Bildung von Kindern?

Wenn das erste Wort eines Kindes an ein elektronisches Gerät und nicht an seine Eltern gerichtet ist, bedeutet das, dass die Technik einen Einfluss auf die Bildung und Entwicklung von Kindern hat? Die Frage ist berechtigt.

Viele Eltern finden, dass der Einsatz von Sprachassistenten es ihren Kindern erleichtert, sich selbst zu unterhalten. Tatsächlich müssen sie nicht mehr wissen, wie man liest oder schreibt, um ihren Lieblings-Cartoon oder eine Abendgeschichte zu starten. Laut einem Forscher der Cornell University, Solace Shen, gibt es viele positive Aspekte in diesen Gesangs-/Kinderassistenten-Interaktionen wie das Spielen von Quizfragen oder interaktiven Geschichten, alles ohne Bildschirm.

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Der Vorteil von Sprachassistenten besteht darin, dass es keinen Bildschirm gibt. / © Morrowind / AndroidPIT

Interaktionen ja, aber auf höfliche Weise! Laut der Kinderpsychologin Rachel Severson von der University of Montana ist es sehr wichtig, dass die Eltern mit gutem Beispiel voran gehen. Auch wenn der Assistent Euch nicht versteht, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und ihn nicht zu beleidigen. Denn das könnte ein sehr schlechtes Beispiel für Kinder sein, die dann in einem frühen Alter Schwierigkeiten haben, zwischen einem Gespräch mit einem Menschen und einem Gespräch mit einem Werkzeug zu unterscheiden. Man soll ihnen auch beibringen, "Danke Alexa", "Bitte Google" zu sagen.

Das ist das eigentliche Problem bei diesen Geräten und der Entwicklung von Kindern: Sie haben alles, sofort. Der Assistent findet in Sekundenbruchteilen das Lieblingsstück und Kinder gewöhnen sich daran, alles sofort zu haben. Noch einmal: Ein Gespräch mit dem Kind ist erforderlich, um dem Kind den Unterschied zwischen einer Person und einem Werkzeug mit KI zu erklären.

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Eine Interaktion mit Google Home und Amazon Echo ist kein Gespräch mit einem Erwachsenen. / © AndroidPIT

Auch wenn Ihr viel Spaß damit habt, vergesst Sie nicht, dass Alexa und Google Home keine Menschen sind, die Zeit mit Euren Kindern verbringen. Eine echte Interaktion mit einem Menschen ist nicht zu ersetzen, so schnell die digitalen Assistenten auch eine Antwort parat haben mögen.

1 Kommentar

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  • Die Bilder an dem Artikel sind das beste. Das Thema Kinderschutz ist schon wichtig... Dann macht man das Gerät als Erwachsener eben aus bei nicht gebrauch.