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Google gibt nach: Anti LGBT+ App verschwindet aus dem Play Store
Apps Kommentar Google 3 Min Lesezeit 34 Kommentare

Google gibt nach: Anti LGBT+ App verschwindet aus dem Play Store

Seit Dezember 2018 gibt es eine Kontroverse um die App "Pray Away The Gay". Die soll Nutzern dabei helfen, ihre Homosexualität zu "heilen“ - durch beten. Jetzt hat Google die App endlich, aber trotzdem deutlich später als Apple, Microsoft und Co., auf Drängen verschiedener LGBT+-Gruppen entfernt. Doch warum dauerte das so lange?

Es wird so viel über Gleichstellung gesprochen und am Ende tut Google nicht allzu viel dafür, wie es scheint. Wie ist es möglich, dass das Unternehmen so lange gebraucht hat, um eine App aus dem Play Store zu entfernen, die "Therapien" zur Änderung der sexuellen Orientierung propagiert?

Im vergangenen Dezember verurteilte die NGO Truth Wins Out die Bereitstellung der App "Pray away the Gay" auf verschiedenen Online-Plattformen. Amazon, Apple und Microsoft haben sie daraufhin zügig entfernt. Google hingegen behauptete, dass die Anwendung nicht gegen die Regeln der Nutzung des Play Store verstoßen habe. Eine interessante Art und Weise, Inhalte zu bewerten, die zu (Selbst)Hass und Diskriminierung führen. 

"Diese Therapie-Programme funktionieren nicht, sie zerstören Leben", sagte Wayne Basen, Geschäftsführer der amerikanischen NGO und prangert die App an. 

gay pride
Die LGBT+ Community hat diesmal den Kampf gegen Google gewonnen / © Shutterstock

Die Anwendung - entwickelt von Living Hope Ministries in Arlington, Texas - enthielt Abschnitte mit dem Titel "Wege sich davon zu erholen, sich zum gleichen Geschlecht hingezogen zu fühlen" und spricht von Homosexuellen als "Jungs mit kaputter Sexualität", die "einen körperlich und geistig schädlichen Lebensstil haben". Die App bezieht sich auch auf Transsexuelle und spricht hier von Menschen, die an "Geschlechterverwirrung" leiden. Und natürlich gibt es noch schlimmeren Unsinn, den wir hier aber nicht wiederholen werden.

Nach viel Druck und sogar einer massiven Kampagne auf change.org, in der Google aufgefordert wurde, die App aus dem Online-Shop zu entfernen, scheint der von Sundar Pichai geführte multinationale Konzern zur Besinnung gekommen zu sein. Und das alles vielleicht auch nur, weil die Menschenrechtskampagne (HRC) die Bewertung von Google vorübergehend ausgesetzt hat, weil für den Jahresbericht über die "Gleichstellung in Unternehmen" keine Beurteilung möglich war. Ein Tag reichte aus, damit Google seine Meinung änderte.

"Nachdem wir uns mit externen Interessengruppen beraten, unsere Richtlinien überprüft und sichergestellt haben, dass wir ein gründliches Verständnis der App und ihres Zusammenhangs mit der 'Konvertierungs-Therapie' haben, haben wir beschlossen, sie aus dem Play Store zu entfernen - in Übereinstimmung mit anderen App-Stores", so die offiziellen Google-Erklärungen.

Chad Griffin, Präsident von HRC, sagte, er begrüße die Entscheidung von Google, weil "die sogenannte Konversions-Therapie eine entlarvte Praxis ist, die dem Kindesmissbrauch gleichkommt und nachweislich gefährliche Folgen für die Opfer hat", und fügte hinzu, dass Google und andere Plattformen, die diese App entfernt haben, damit einen wichtigen Schritt zum Schutz der LGBTQ-Community gegangen sind.

Google fördert die Gleichberechtigung - und was dann?

Es ist nicht das erste Mal, dass es eine Kontroverse über eine App gibt, die rassistisches, homophobes oder Geschlechter diskriminierendes Verhalten fördert und Google nicht sofort einschreitet. Der amerikanische multinationale Konzern spricht gerne von Gleichheit, scheint dann aber keinen Filter für solche Anwendungen zu haben, die diesen Prinzipien widersprechen. Da wäre ja auch noch die App aus Saudi-Arabien, mit der Männer ihre Frauen kontrollieren können. Die hat Google bislang nicht entfernt, weil sie nicht gegen die Gesetzte des Landes verstößt. Echt jetzt, Google?

Seid Ihr auch der Meinung, dass Google strengere Richtlinie haben solle, welche Apps im Play Store angeboten werden dürfen?

Quelle: Axios

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Top-Kommentare der Community

  • Don Jorge vor 1 Monat

    Was ist daran jetzt intolerant? Die Erwartung nicht diskriminiert oder als krank betrachtet zu werden?

  • Marc D. vor 1 Monat

    Diese App ist Betrug, weil sie die Konversionstherapie bewirbt, die nachweislich nicht funktioniert. Sie macht Homosexuelle nicht heterosexuell.
    Und diese App ist schädlich, weil Studien zu der beworbene Konversionstherapie gezeigt haben, dass diese Therapie zu schweren psychischen Störungen bis hin zu Selbstmord führen kann. Und der Effekt ist stärker, wenn man diese Therapie freiwillig macht.
    Sie führt also nicht nur zur Stigmatisierung und Diskriminierung der Betroffenen, sondern kann auch zu gesundheitlichen Schäden führen.

  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    vor 1 Monat

    Die App geht eindeutig zu weit, indem sie Homosexualität als Krankheit einstuft. Das hat einfach nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun!

  • Steve83 vor 1 Monat

    @ wilhelm

    Versteh ich das richtig.... Sie meinen man soll die Freiheit denen lassen die Homosexuelle diskreditieren.. Beleidigen.... Und sie für krank halten?
    Wissen Sie das die Zahl an jungen Menschen.... eben wegen solcher Sachen zb diese App die schwule Männer zb als krank betrachten... Die Selbstmord Rate unter eben diesen jungen Männern sehr hoch ist?
    Recht ist es gibt in Deutschland Gesetzte gegen Diskriminierung.... Auch die Menschenrechte sind so ausgelegt das Menschen nicht wegen ihrer Sexualität diskriminiert oder beleidigt usw werden dürfen.... Auch im europäischen Recht ist das verankert...
    Das ist Recht..... Nur weil sie nicht betroffen sind oder ihnen eventuell die Empathie fehlt sich in diese Homosexuellen Menschen rein zu versetzen.... Wenn ihnen auch mit so was wie dieser App unterstellt wird sie sind krank... Was das in der Psyche... Mit der Seele eines Menschen macht... Können sie das nachvollziehen?
    Haben sie sich damit schon mal auseinander gesetzt?
    Gruss

  • Steve83 vor 1 Monat

    Hallo

    Finde das immer krass wenn diese evangelikalen Gruppen.. Gemeinden jetzt in Bezug auf die App Menschen heilen wollen.....

    So viele Apps bzw Ärzte Therapeuten die nötig wären alles Menschen fanatischen Glaubens egal welcher Religion zu therapieren oder sie in die Wirklichkeit zurück zu holen.

    Klar jeder kann glauben was er will, doch wenn Religion und egal wo, mit ihren Menschenverachtenden Regeln... Gesetzten usw... Die Möglichkeiten haben zb durch Nähe zur Politik oder der Macht allgemein haben, muss das immer wieder aufgedeckt werden und gesellschaftlich stigmatisiert werden.
    Hier in Deutschland und Europa kann man an den ganzen Missbrauchsfällen in religiösen Einrichtungen, sei dieser Missbrauch sexueller Natur oder in Bezug auf fanatisch Islamische Gruppen, durch Gehirnwäsche die oft in der Vergangenheit in Terror geipfelt ist. Muss dieses immer thematisiert werden und wenn möglich muss dieses gesellschaftlich, politisch usw gelöst werden das es nicht so weit kommt. Die verantwortlichen müssen vor Gericht und ihre Starfe bekommen.
    Nur ich finde das hier bei Google und dieser App ein wenig Heuchelei... Wie bei Facebook.
    Antike Statuen oder historische Gemälde werden bei Facebook gesperrt weil man etwas nackte Haut sieht, furchbare andere Videos oder sogar der Terror in Neuseeland sind lange viel zu lange Online.
    Homosexualität ist keine Krankheit, bedarf somit keiner Heilung.
    Wenn Menschen homosexuell sind sind sie aus diesem Grund nicht gefährlich oder anders zu bewerten wie andere Menschen auch.
    Finde das gut, das es so gelaufen ist. Schöner wäre es gewesen wenn die Regeln von Googel diese App von Anfang an nicht geduldet hätten.

    Gruss

34 Kommentare

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  • Wenn es nur allein um Diskriminierung ginge, würde ich mich drüber aufregen, aber sagen: "Jeder hat ein Recht darauf ein Arschloch zu sein" (und damit meine ich ausdrücklich nicht Homo- bzw. Transgender-Menschen in jeglicher Ausprägung). Ja, ich würde gegen so eine Meinung andiskutieren und versuchen Überzeugungsarbeit zu leisten. So eine App, die Menschen, die sie beachten, schadet, ist da schon eine Nummer schärfer.

    Das Hauptproblem nach meiner Auffassung ist, dass sich die App gezielt an Menschen wendet, die sowieso unsicher sind, die Probleme mit ihren sexuellen Präferenzen haben. Diese App sagt diesen Menschen: "Du bist krank, aber so wird Dir geholfen, so kannst Du Dir selber helfen." Diese Menschen sind aber nicht krank. Einem Homosexuellen Menschen, der sich akzeptiert hat, wird so eine App aufregen. Das war's aber auch schon. Ein Mensch, der noch mit sich selber kämpft, wird so eine App mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden. Denn jetzt ist es auch noch seine "Schuld" wenn er von seiner "schlimmen Krankheit" nicht "geheilt" wird (man beachte bitte die Anführungszeichen". Und das ist zum Kotzen.


  • @ Blurryface
    Danke nochmal für sie Zusammenfassung und Klarstellung....
    Lebe ebenso offen schwul...
    Gruss


  • Blurryface
    • Blogger
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ich lebe selbst offen homosexuell und für mich geht es hierbei nicht hauptsächlich um die Diskriminierung, sondern darum, dass Homosexuellen eingeredet wird, sie seien nicht normal, sie seien krank und hier Therapieformen angewendet werden sollen, die nachweislich schädlich sind, und die Opfer solcher Therapien in den Selbstmord treiben können.
    Homosexualität gibt es nicht nur beim Menschen, sondern in der gesamten Tierwelt. Letztendlich sind wir alle auch nur Tiere. Ein Handeln und Leben entgegen der eigenen sexuellen Neigung stellt für die Betroffenen ein widernatürliches Handeln dar, was entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen kann.
    Bei den Befürwortern dieser Therapieformen zeigt sich erst, wer hier wirklich krank ist. Und alle, die sagen, Homosexualität sei gegen die Natur, sei einmal nahegelegt, dass es das neue Hüftgelenk oder der Herzschrittmacher, der einen das Leben rettet, auch sind...


    • Grober Fehler. Ob ein Hüftgelenk gegen die Natur ist, mag dahingestellt sein, aber Homosexualität ist ohne Zweifel genauso naturgegeben wie Heterosexualität.


  • @wilhelm

    Sie begreifen es nicht oder?
    Wer es zb entschieden hat ist die WHO als sie vor Jahren durch die wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Erkenntnis Gewinnung
    Homosexualität von der Liste der Krankheiten genommen hat.
    Was bringt ihnen das eigentlich wenn sie diese App oder indirekt die Diskriminierung einer Gruppe Menschen so verteidigen?
    Ich hatte es eben schon geschrieben....
    Entstehen ihnen dadurch Probleme wenn mehr Toleranz geübt wird und mehr Lebensmodelle anerkannt werden als genauso gültig wie die bisherigen?
    Und eigentlich um bei der Frage wer was entscheidet, sollte man einfach bei der Menschlichkeit und Humanismus bleiben....die einem sagen das man so was nicht braucht eine Gruppe zu diskriminiern oder als krank hinstellt, ohne das diese Gruppe irgendwie jemandem was tut...
    Was ist ihr Problem?
    Gruss


  • @wsawas

    Für dich ist es Meinungsfreiheit anderen Menschen zu sagen daß sie aufgrund ihrer natürlichen Prägung.....krank sind?
    Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun...
    Es geht nicht ums Lesen es geht darum daß es sie gibt und Google sie im Play Store gelassen hat...
    Wohingegen sich sonst Google in dieser Thematik so viel Toleranz auf die Fahnen schreibt...

    Können sie sich eine Welt vorstellen in der sagen wir mal plötzlich gesagt wird blaue Augen sind krankhaft und müssen durch grausame Therapien behandelt werden....
    Sie haben blaue Augen.....und nun?
    In allen Hochkulturen...und Hoch Zivilisationen war irgendwann ein Zeitpunkt erreicht an dem man sich mit dem Feinschliff der Gesellschaft beschäftigt hat um es Mal so zu sagen....
    Wir schreiben hier in einem Forum wo es um Zukunft geht....wir haben überspitzt gesagt Zukunft in unserer Hand ( Smartphone)
    Jeder Tag bringt massige Veränderungen auf der Welt
    Warum kann man oder können viele nicht begreifen das sich eben auch die Dinge in Bezug auf Homosexualität geändert haben....
    Vor 60 Jahren durften als Beispiel Frauen nur mit Erlaubnis ihres Mannes arbeiten, es gab die Schuld Zuweisung bei der Scheidung, Vergewaltigung in der Ehe war so noch nicht anerkannt.
    Noch ein bisschen weiter ....ich glaube 1915 hat sich eine Aktivistin der Frauenbewegung in England vor das Pferd des Königs geschmissen beim Pferderennen um auf die Situation der Frauen in Bezug auf Wahlrecht usw aufmerksam zu machen......
    Wären diese Dinge alle nicht so gelaufen wäre die Welt heute viel unfreier....
    Wenn nun Homosexuelle die normalen rechte und die normale Toleranz für ihre Lebensweise zugestanden wird...ohne sie als krankhaft oder wie auch immer zu beleidigen...

    Verlieren sie dadurch was? Wird ihnen dadurch was weggenommen?
    Wenn der Friede in einer Gesellschaft oder der Raum größer wird das viele Lebensmodelle oder weißen in ihr Platz finden und man gut miteinander auskommt....jeder auf dem Boden von Gesetzen und Demokratie und Menschenrechten zusammen Leben kann...
    Ist das nicht besser als ewiger Hass? Und Gewalt? In jeglicher Form?
    Gruss


  • Wie soll eine App diskriminieren? Wer kein Bock hat zu lesen was drin steht, soll sie nicht installieren. Teil der Meinungsfreiheit ist, dass auch mal jemand unangenehme Dinge sagen darf.
    Man sollte einfach mal aufhören sich wegen jedem Mist angegriffen zu fühlen, anstatt die Freiheit weiter einzuschränken.


  • Als ob Homosexuelle die einzigen wären, die diskriminiert und verfolgt werden, ich glaube nicht dass diese App da irgendetwas schlimmer macht. Diejenigen die sich mit solchem Schund befassen werden auch ohne diesen Mist im Playstore nicht freier leben. Man zieht sich wieder einmal an Nebensächlichkeiten hoch. Bestimmt gibt es auch schriftliche Schwachsinnsergüsse dieser Art, und spezielle Bibel-Fernsehsender, gerade bei den Amis. Keine Chance Leute!


    • Es lässt sich für jede Person irgendwo einen Punkt finden bei dem diese diskriminiert wird.
      Ich bin deutscher, alt, weiß, da lassen sich bestimmt viele Punkte funden.
      In Sachen Bevorzugung aber auch.

      Ach, like mich doch a. A. .

      Ist mir doch egal ob jemand schwul ist oder nicht.
      Hauptsache kein Arschloch.


  • @ Marcel

    Sie haben es auch nicht wirklich begriffen um was es geht.... Tut mir echt leid


  • @ wilhelm

    Versteh ich das richtig.... Sie meinen man soll die Freiheit denen lassen die Homosexuelle diskreditieren.. Beleidigen.... Und sie für krank halten?
    Wissen Sie das die Zahl an jungen Menschen.... eben wegen solcher Sachen zb diese App die schwule Männer zb als krank betrachten... Die Selbstmord Rate unter eben diesen jungen Männern sehr hoch ist?
    Recht ist es gibt in Deutschland Gesetzte gegen Diskriminierung.... Auch die Menschenrechte sind so ausgelegt das Menschen nicht wegen ihrer Sexualität diskriminiert oder beleidigt usw werden dürfen.... Auch im europäischen Recht ist das verankert...
    Das ist Recht..... Nur weil sie nicht betroffen sind oder ihnen eventuell die Empathie fehlt sich in diese Homosexuellen Menschen rein zu versetzen.... Wenn ihnen auch mit so was wie dieser App unterstellt wird sie sind krank... Was das in der Psyche... Mit der Seele eines Menschen macht... Können sie das nachvollziehen?
    Haben sie sich damit schon mal auseinander gesetzt?
    Gruss

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