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Google Gaze: Die nächste Generation der Datensammlung

Google macht Euch schöne Augen. Oder genauer: Ihr macht Google schöne Augen, ob Ihr wollt oder nicht. Das zumindest ist die Vision eines neuen Patents, das dem Internetgiganten nun zugesprochen wurde. Damit würden Geräte wie Glass Eure Augen genau überwachen und so einiges über Euch und Euer Leben erfahren. Die Implikationen sind faszinierend - und weitreichend.

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Wieviel Geld in unseren Augen steckt, will Google bald zeigen. / © AndroidPIT

Wenn Google Glass den Massenmarkt erobert und sich nicht als Flop entpuppt, werden wir auf eine bisher nie dagewesen Art und Weise mit dem Internet und seiner Trägertechnologie verschmilzen. Für Glass ist bisher nur eine vorwärtsgerichtete Kamera geplant, das heißt, der Nutzer steuert die Technologie zwar, kann sich letztlich aber noch hinter ihr verstecken.

Ein neues Patent zeigt, dass Google es dabei nicht belassen will. Nur für den Kick für den Augenblick? Exakt. Buchstäblich sogar: Denn “Gaze” (zu Deutsch “Blick”) würde eine rückwärtsgerichtete Kamera einführen, die die Augen des Nutzers verfolgt, somit also auch, wohin dieser blickt. Damit nicht genug, Blickdauer und sogar Pupillenreaktion wären ebenfalls von messbarem Interesse.

Der Mensch wird zum Datensammler

Die Implikationen sind interessant und mögen viele Nutzer alarmieren. Google wüsste so nicht nur, was wir uns im täglichen Leben so angucken, sondern auch, wie wir darauf reagieren. Für einen Konzern, der überwiegend mit Werbung sein täglich Brot verdient, wäre dies eine wahrhafte Goldgrube. Blickdauer und Pupillenreaktion gelten beispielsweise in der Entwicklungs- und Verhaltenspsychologie als relativ verlässliche Indikatoren verschiedener emotionaler Reaktionen und werden schon seit vielen Jahren erfolgreich experimentell gemessen.

Google Glass video
Die noch futuristisch wirkende Vision von Google. Dabei wird es aber nicht bleiben. / © Google

Im Zusammenspiel mit dem Smartphone und dessen GPS-Funktionalität könnte Google so eine Vielzahl von Informationen über die Nutzer sammeln, die sich schnell und einfach zu Geld machen ließen. Welche Werbung, sei es auf dem Smartphone/Tablet oder in Magazinen und auf Plakaten, fängt unsere Aufmerksamkeit ein, und wie reagieren wir auf sie? Der Nutzer würde zum aktiven Datensammler, mehr noch, als er es durch sein Klickverhalten ohnehin schon ist.

Noch wissen wir nicht, ob Google konkrete Pläne hat, diese Technologie in naher Zukunft zu implementieren, sei es in Google Glass oder einem eigenständigen Gerät. Da das Patent steht, ist es aber sicherlich nur eine Frage der Zeit, und wenn der Zeitpunkt kommt, werden die Kalifornier sich einige besorgte bis hysterische Fragen stellen lassen müssen. Ich sage es ganz klar: Hier soll keine Panik geschürt werden. Im Gegenteil, wir sollten neuen Technologien grundsätzlich aufgeschlossen gegenübertreten und ganz nüchtern Potenziale und Risiken abwiegen. Die öffentliche Debatte ist aber wichtig, und in diesem Fall wird sie definitiv folgen.

Google Gaze: Mehrwert oder mehr Werbung?
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Via: Engadget Quelle: USPTO

14 Kommentare

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  • Die Idee ist nicht neu. Schon vor 50 Jahren hat man in Werbeplakaten Kameras versteckt, die die Augenbewegungen der Betrachter aufgenommen haben um so Rückschlüsse daraus zu ziehen.

  • My1 16.08.2013 Link zum Kommentar

    @Olaf gut gesagt...

  •   16

    Sollte sich die Brille durchsetzen, ist die logische Fortführung eine bessere Interaktion. Dazu gehört, steuerung mit den Augen, fokus beim Fotografieren z.B. Ein Patent ist vorerst also notwendig um solche Dinge grundsätzlich abzudecken. Zur Nutzung der Werbung kann das eingesetzt werden, ja ich habe lieber Werbung die passt. Das ist googles Geschäft zu wissen was möchte der Benutzer. Es bringt nix mir Werbung von nem Bambusschälmesser aus Japan zu präsentieren, ich bin genervt und der Hersteller hat auch nichts davon. Emotionen abzuleiten kann gar sinnvoll sein wenn beim Autofahren die Meldung kommt du wirst müde überlege doch jetzt mal eine Pause zu machen der nächste Rasthof wurde von deinen Freunden als sehr gut bewertet. Alternativ bietet sich die nächste Ausfahrt in 2 km an wo es einen Autohof gibt...

  • Nur ein Gedankenanstoß:
    Was ist wenn die ganze Werbung personalisiert ist? Wann fängt die Werbung an, die Kunden einzuschränken, weil man nichts "neues" oder "anderes" mehr sieht, sondern nur das, was dem kunden personalisiert zugeordnet wurde?
    Irgendwann wird die Werbung einseitig und man wird eingeschränkt. Was denkt ihr?

  • Für mich wird eines klar. Google ist nicht auf der "guten" Seite. Die Frage, ob Google Evil ist oder nicht, beantwortet sich mit jeder neuen Erkenntnis in diesem Jahr.

    Ich möchte dabei auf die zahlreichen Artikel heute in den USA und in Deutschland in der Süddeutschen [1] verweisen, dass Google selbst klar macht, dass man mit dem Nutzen der Google Dienste sein Recht auf Privatsphäre aufgibt.
    Darüber sollte man ernsthaft nachdenken und seine Rückschlüsse ziehen. Denn diese Datensammelwut geht eindeutig zu weit. Google weiß durch die zahlreichen Dienste und Feature definitiv weit mehr über Euch, als Euch lieb ist und Ihr selbst darüber Bescheid wisst!

    Am Ende werden ALLE Daten von Euch bei Geheimdiensten, wie der NSA landen [1]. Man mag darüber mit den Schultern zucken. Das haben damals die Menschen bei der demokratischen Machtergreifung von Hitler auch. Am Ende wissen wir, was allein aus der Information aus z.B. Volkszählungen zur Religionszugehörigkeit wurde...

    Also mal ganz konkret zur Nachdenken: Was hätte ein Hitler oder die Stasi mit der Technologie von heute gemacht? Wissen wir heute, was die NSA mit den anderen US Geheimdiensten mit unseren Informationen und Profilen macht? Fragen dazu wurden bisher nicht beantwortet.

    Android ist ein tolles System. Facebook ist ein tolles Konzept. Aber wir dürfen unsere Identität und unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung [2] nicht so einfach aus dem Fenster werfen!

    [1] http://is.gd/R8Zrfh
    [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung

  • My1 14.08.2013 Link zum Kommentar

    @Georg, das war in gewisser weise n Scherz...
    ernsthaft, das geht vlt n bissl weit...

  • Ist eine gute Möglichkeit psychotisch geprägte Menschen zu erkennen. Dazu braucht's auch nur die zum Auge gerichtete Kamera. Damit könnten Gewalttaten, Selbstmorde, Anschläge, auch Krankheiten, wie Zustand der Leber, Bluthochdruck etc. analysierd und erkannt werden. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Drogen, Alkohol, Medikamente etc Konsum, Missbrauch..ach, was für eine schöne Welt.

  • zu arg, die nächste datenbrille bekommt dann wohl sensoren um meine hirnströme zu messen. damit google weiß wann ich geil werd, wann ich hunger hab oder durst. dann werd ich zum nächsten puff oder imbiss geführt :D

    also ehrlich, einfach zu viel für mich. und ich will auch nicht dauernd von irgendwelchen "trägern" angeglotzt werden. meine privatsphäre ist mir wichtig, ich will nicht dass die amies alles über mein leben erfahren.

    @Philipp Junghannß, ganz schön naiv zu glauben, nur weil dein klarnamen nicht in deinem konto angegeben ist, würden die nicht wissen wer du bist. du hinterlässt spuren, die werden gesammelt und irgendwann kombiniert.

    wer glaubt wirklich an den spruch von google: don't be evil.

    also ich nicht und wenn der obama wissen will, was ich meinen tag über so treibe, soll er mich gefälligst fragen.

  •   51
    XXL 14.08.2013 Link zum Kommentar

    ALLES was Google entwickelt, ist in erster Linie für die Sammlung von Informationen und persönlichen Daten vorgesehen. Bei der Nutzung der Google-Dienste kann man diesbezüglich bis zu einem gewissen Punkt Kompromisse eingehen, da es teilweise unumgänglich ist gewisse Informationen Preis zu geben. Google schafft es ja auch immer dem naiven User, solche Sachen als innovation mit grossem Nutzen zu verkaufen.

    Trotzdem erstaunt es mich immer wieder, wie einfach einige Leute zu kriegen sind und sofort Feuer und Flamme sind ohne etwas zu hinterfragen. Die Naivität und mangelnde Medienkompetenz einiger Leute ist mittlerweile erschreckend. Das Ganze als NSA-Hysterie abzutun ist schwachsinnig. Der Satz "ich habe ja nichts zu verbergen" ist lächerlich. Oder will tatsächlich jemand alles von sich Preis geben? Lückenlose Standortaufzeichnung, sämtlicher Mail- und Schriftverkehr, Aufzeichnung sämtlicher Emotionen, Krankheiten, Steuer- und Lohndaten, etc.? Aber einige müssen erst auf die Fresse fallen bevor sie das Hirn einschalten.

  • Solange man die Kontrolle hat, wäre das vollkommen okay. Zumindest denke ich so. Aber wenn Google uns ohne das Einverständnis des Nutzer beobachten kann, dann würde ich mir auf keinen Fall so ein Gerät kaufen.

    Edit: Ein Beamer für Google Glass wäre richtig geil :D

  • Das klingt wirklich sehr interessant. Das erweckt völlig neue Möglichkeiten - und zwar sowohl für Google als auch für den Nutzer. Es wäre wirklich mal interessant, einen ganzen Tag aufzuzeichnen und dann analysieren zu können, was man den ganzen Tag wirklich so alles macht bzw. ansieht. Auch wenn es zurzeit (für den Nutzer) noch nach Spielerei aussieht und die Möglichkeiten eher pro-Google sind, ist diese Entwicklung interessant.

    P.S.: Es ist ja nicht so, dass Google Mitarbeiter losschickt, die permanent meine Augenbewegungen überprüfen. Wenn ich Glass (oder das eigenständige Gerät) nicht auf der Nase habe, erfährt Google gar nichts von meinen "Blicken". Jeder entscheidet ja, inwieweit er Google an seinem täglichen Leben teilhaben lässt - keiner wird gezwungen.

  • My1 14.08.2013 Link zum Kommentar

    naja google Glass Verbindet ja die Erfahrungen mit dem Google konto, und solange die net unsere Identität kennen, naja...

  • Also ich hab ja nix gegen Googles Datensammelei so großartig, da es ja auch nen gewissen Nutzen hat, aber meine Augenbewegung und wo genau ich dann doch hinschaue, das muss nun wirklich nicht sein. Da wäre eine Grenze erreicht, die mir zu sehr in meine Privatsphäre eingreift. Google Glas wäre für mich noch ok, solange ich auch unter Kontrolle habe, was die Kamera aufzeichnet, aber was ich privat gerade irgendwo tue, dabei beobachtet zu werden, bzw. ich dabei auch noch beobachtet würde, meine Körperreaktionen, das ginge mir einfach doch zu weit.

  • im kleineren Rahmen funktioniert das jetzt schon mit einer Frontkamera

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