Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
3 Min Lesezeit 15 mal geteilt 21 Kommentare

Googles Eric Schmidt will keine Bomben auf Apple werfen

In einem Interview mit dem Wall Street Journal relativierte Googles Aufsichtsratsvorsitzender und Cheferklärer Eric Schmidt die aktuellen Patentstreitigkeiten und verriet, wer aus seiner Sicht die wahren Verlierer dieser Auseinandersetzungen sind. Außerdem schoss er einen Giftpfeil in Richtung Microsoft ab.

Ich würde bestimmt auch super ins AndroidPIT-Team passen!
Stimmst du zu?
50
50
1899 Teilnehmer

Schmidt sparte im Gespräch nicht mit Kritik an den Elefanten der Technologiebranche. Auf die Frage, ob Google, Apple, Amazon und Facebook die neuen "Großen Vier" in der IT-Industrie sind, antwortete er: "Auf jeden Fall. Wir hatten noch niemals zuvor in unserer Branche Netzwerk-Plattformen von dieser Größe. Früher hatten wir IBM und wir hatten Microsoft. Jetzt haben wir vier Unternehmen und der daraus resultierende Wettbewerb bedeutet eine große Veränderung für die gesamte Industrie." Was Schmidt damit auch sagt: Alle anderen spielen keine große Rolle mehr, zumindest aus seiner Perspektive.

"Wer hat zuerst geschossen?"

Auch Apple bekam sein Fett weg. Aber zunächst versuchte Schmidt, die wachsende Konkurrenz zwischen den beiden Unternehmen zu entdramatisieren: "Die Presse würde gerne aus einer Teenagerperspektive darüber schreiben, frei nach dem Motto; "Ich habe eine Waffe, Du hast eine Waffe, wer hat zuerst geschossen?"" Aber die Realität sehe ganz anders aus. Die Beziehungen zwischen Unternehmen seien mehr mit den differenzierten Beziehungen zwischen Staaten vergleichbar. "Sie haben ihre Auseinandersetzungen, auch wenn sie parallel miteinander Handel treiben. Sie bombardieren einander nicht."

Alles also ganz locker? Natürlich nicht. "Wir hätten es natürlich gerne gesehen, wenn sie (Apple, Anm. as) unseren Kartendienst weiter genutzt hätten. Und sie haben Youtube vom Home Screen (der iPads und iPhones, Anm. as) verbannt und ich weiß nicht, warum sie das getan haben."

Und weiter: "Es ist sehr sonderbar, dass Apple beschlossen hat, (in diesen Patentstreitigkeiten, Anm. as) Googles Partner zu verklagen und nicht Google selbst."

Innovationsbremsen

Diese Patentstreitigkeiten werden noch eine ganze Weile so weiter gehen, ist Schmidt überzeugt. Aber sowohl Apple als auch Google würden nicht als Verlierer daraus hervorgehen. Die wahren Verlierer sieht Schmidt ganz woanders, in der Verhinderung von Innovationen: "Stellen sie sich einen jungen Andy Rubin vor, der versucht, eine neue Version von Danger zu entwickeln. Wie soll er in der Lage sein, die Patentsicherheit zu erhalten, die nötig ist, um Version 1 seines Produktes zu starten? Das ist die wirkliche Konsequenz.“

Auch zur Fragmentierung des Android-Systems äußerte er sich. Entwickler müssten unterschiedliche Versionen ihrer Apps für Android bauen, weil "die Smartphones eben auf den Straßen sind. Aber wenn alle bei Version 4.0 oder 4.1 sind, dann besteht eine Kompatibilität." Was Schmidt dabei unterschlug: Momentan laufen mehr als 50 Prozent aller Android-Geräte weltweit mit Version 2.x, die vor zwei Jahren vorgestellt wurde – und an dieser Tatsache wird sich auch so schnell nichts ändern.

Microsoft kein Trendsetter

Er ließ sich auch nicht in die Karten schauen, als er darauf angesprochen wurde, ob Google jetzt nicht mit seinen Hardware-Partnern konkurriere. "Wir sind (in einem Wettbewerb, Anm. as) und wir sind es nicht", lautete seine Antwort, die man je nach Perspektive für besonders schlau oder besonders nichtssagend halten kann.

Sein "Abschiedsgruß" galt aber Microsoft. Auf Windows 8 und Windows Phone 8 angesprochen, erklärte Schmidt: „Ich habe es bisher nicht benutzt, aber ich denke, dass Microsoft damit nicht als Trendsetter hervorgetreten ist". Das kann man schon als kleine Ohrfeige bezeichnen.

Das komplette interview ist im Wall Street Journal vom 4. Dezember erschienen. Man kann es hier nachlesen.

Foto: Google

Quelle: WSJ

15 mal geteilt

21 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • Das war aber mehr der Faktor: "Konkurrenz belebt das Geschäft".


  • @Patrick:

    Erstmal wurde das iPhone 2007 vorgestellt. Ich hatte auch schon 2006 ein Smartphone von HTC (Prophet). Trotzdem war das alles andere als smart nach heutigen Verhältnissen und auch nicht im Verhältnis zum ersten iPhone. Klar konnte man Emails schreiben, Fotos schießen, Youtube Videos sehen, Programme installieren und vieles mehr. Aber alles war irgendwo einfach nur ein schwer und unangenehm zu bedienen.

    Es ist schwachsinnig, eine Innovation an den reinen Hardware Spezifikationen auszumachen. Die wirkliche Innovation lag in der Software, welche die Hardware endlich sinnvoll ausreizte und miteinander verband.

    @Daniel:

    Es gibt jedes Jahr Hunderte Innovationen. Eine Innovation zu haben ist nichts atemberaubendes und es hat nie jemand Apple mit Gott verglichen. Aber ich frag mich, welche großen Innovationen es in der Zeit gab, als es noch kein Apple gab. Von 2002-2006 haben die HTC Smartphones eigentlich ziemlich vor sich hingedümpelt. Wenn man sich allein einmal die Prozessortaktung anschaut. Das erste HTC Phone hatte 133 MHz. Nach 4 Jahren (2006) war man bei 200 MHz angelangt. Bei der Kamera, Akku, Auflösung etc sieht es nicht anders aus. Man bekam Jahr für Jahr ein fast gleiches Smartphone vorgesetzt, welche sich in nur in äußerst extremen Details von seinen Vorgängern unterschied. Dazu in 6 Jahren gerade einmal 4 Versionen von Windows Mobile, die ebenfalls kaum zu unterscheiden waren. Was sich früher an Hardware und Software in 4-6 Jahren entwickelt hat, haben wir nun jährlich. Ich kann absolut nicht erkennen, wo es früher permanent Innovationen gab und heute alles still steht wegen Apple


  • Ich denke, wir sind uns einig, dass Apple mit dem iPhone nicht die Innovation schlechthin gebracht hat. Schließlich hatte ich 2004 mit dem SonyEricsson p910i bereits etwas, das seit der Einführung des iPhone 2006 jeder unter dem Namen "Smartphone" kennt. Ähnliche Größe wie das iPhone, Touchscreen, E-Mail, Internet, Apps.....
    Dennoch haben sie durch richtiges Marketing den breiten Markt dazu gebracht, Smartphones zu "brauchen". Klar, dass man da auch das größte Stück vom Kuchen ab haben will. Gerade jetzt, da der Markt gut fünf Jahre nach dem ersten iPhone mit Smartphones gerade zu überschwemmt wird...


  • Alle redeten bei den ersten I-phones von Innovation. Apple als Gott. Apple brennst Innovation und Gegner mit Patentklagen. Aber der Verlierer sind wir als Käufer. kann sich noch jemand erinnern als htc damals seine Geräte über die Mobilfunkanbieter vertrieben hat? (Mda/Vpa/xda) da fand ich gab es Innovationen und keine Patentkriege. 170mhz und du warst der King.


  • Der einzige Grund warum Apple die Hersteller verklagt ist der, dass Google ein zu dicker Brocken ist der noch viel mehr Kohle und Einfluss hat als der Apfel. Da ist es sinniger indirekt Druck über klagen gegen die Partner aufzubauen.
    Ansonsten erzählt er nix neues - jeder der seinen Kopf benutzt weiss die Situation in etwa einzuschätzen.
    Am Ende verlieren Apple und Google wirklich nix... Sie verdienen ja sogar an dem medienrummel. Ne internationale Werbekampagne kostet bestimmt mehr als die Anwälte :-D


  • MHH 07.12.2012 Link zum Kommentar

    @Olaf Schröder
    "Ist das eine Anspielung darauf was Microsoft blüht wenn der PC Markt in den nächsten Jahren zusammenbricht, keine PCs kein Microsoft."
    So etwas kann auch nur jemand schreiben, der PCs mit Heimanwender-Scheuklappen sieht. Es gibt im professionellen Bereich so viele Anwendungsfelder dafür, die auch auf lange Sicht kein Tablet bedienen kann, daß der Markt garantiert nicht zusammenbrechen wird. Oder wie willst Du damit Multimonitor-Setups, 25"-Bildschirme, massive Grafikpower, massive CPU-Power, Schnittstellenkarten und und und hinbekommen? Richtig, gar nicht.


  • Ich bin irgendwie etwas irritiert. Bin mir sehr sicher das ich diesen, oder sich sehr sehr ähnlichen Artikel schon vor einiger Zeit mal irgendwo gelesen hab. Mir fällt einfach nicht ein wo. Egal, jedenfalls habe ich nicht das Gefühl das ich irgendwas neues erfahren habe.Vielleicht werde ich auch langsam senil.


  • Klingt plausibel, was er da sagt.

    Doch so oldschool und korrupt Microsoft auch sein mag, ein Leben ohne meinen Windows Desktop kann ich mir nur schwer vorstellen. Auch, wenn es nurnoch digitale Bilderrahmen (Tablets) im Saturn gibt - so bleibe ich bei Windows als meine produktive Hauptzentrale!!


  • Neein die brechen erst mit Vista 2 tot um^^


  •   16

    Interessant ist das er Microsoft nicht mehr auf der Rechnung hat. Ist das eine Anspielung darauf was Microsoft blüht wenn der PC Markt in den nächsten Jahren zusammenbricht, keine PCs kein Microsoft. In der Tat würde dann endlich die Ära Microsoft enden. Darf ich das wirklich noch erleben?


  • interessanter Aspekt beim "wir benutzen eigenes Kartenmaterial und Youtubekonkurrenz" ist doch, dass wir dahin kommen, wo wir früher mal waren: Bada, Symbian, RIM, wie sie alle heißen mögen. Wenn sich alle abschotten haben wir bald wieder 2000, jucheisasa das wird toll.


  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    06.12.2012 Link zum Kommentar

    Die ersten innovativen Smartphones waren die Sidekicks (Hiptop).
    Die gab es lange vor dem iPhone: inklusive email push, messenger, app store, cloud. :)


  • Die Strategie von Google ist es also durch Geräte und Software, an denen sie nichts verdienen, was zu tun? Marktanteile erhöhen? Wodurch erzielt ein erhöhter Marktanteil denn dann Gewinne für Google im Bereich Werbung?

    seien wir mal ehrlich... Youtube und die Googlesuche mögen nicht mehr fest integriert sein im iOS, aber die Nutzer werden doch nicht auf einmal "bing" und yahoo benutzen. Die erhöhten Marktanteile im smartphone Segment werden also kaum zu erhöhten Aufrufen von Google Inhalten führen.


  • Wieder einmal sauber geschrieben. Danke Andreas!!


  •   12

    Dieses Wort "Innovationsbremsen" kann ich echt nicht mehr hören. Welche Innovationen gab es denn im Smartphonemarkt als dieser richtig ins rollen kam? Meiner Meinung nach keine Großen. Das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass die Hersteller sich gegenseitig verklagen. Es kam nicht ohne Grund zu dieses Anklagen. Hätten sie etwas innovatives raus gebracht, dann wären sie nicht verklagt worden.


  • @Antonio: Daran hat Andy Rubin gearbeitet, bevor seine Firma von Google gekauft wurde: http://en.wikipedia.org/wiki/Danger_Hiptop


  • Was heißt "Danger"?


  • ganz leicht arrogant aber leider hat er recht.
    bald gibt es keine konkurrenz mehr:/


  • super Artikel. Sehr schön geschrieben, und informativ. Hoffen wir mal, dass das keinen neuen Staub aufwirbelt


  • Ich denke, er tat auch nur überrascht für die Presse. Eigentlich weiß er ganz genau, was da im Hintergrund abgeht, aber er sagt's uns nicht.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!