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Google-Konto und Daten löschen

Unsere Beziehung zu Google war schon immer zwiegespalten. Zum einen bietet der Konzern die nützlichsten Dienste im WWW an. Zum anderen weiß er alles über uns. Wir zeigen Euch, wie Ihr Google samt Euren persönlichen Daten löscht, ohne Daten zu verlieren oder die Bedienbarkeit zu verschlechtern.

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Eure Daten sind der Preis für guten Service

Die etlichen Dienste, die Google uns im Netz und auf dem Smartphone gratis bietet, müssen sich irgendwie finanzieren. Da Google Maps, die Suche, Docs & Co. für Anwender kostenlos zur Verfügung stehen, monetarisiert Google diese Produkte durch das intelligente Auswerten des Verhaltens seiner Nutzer. So kann der Konzern teure Werbebanner mit hoher Konversion platzieren.

Meine Aktivitäten: Verlauf Eurer Sucheingaben

Im Bereich Meine Aktivitäten bekommt Ihr eine Übersicht über die Daten, die Google von Euch gesammelt hat. Diese ergänzt das schon vorher dagewesene, aber weniger übersichtliche Dashbaord (siehe unten).

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Meine Aktivitäten offenbart, was Google über Euch weiß. © ANDROIDPIT

Meine Aktivitäten zeigt Euch eine Chronologie Eurer Web-Aktivitäten der vergangenen Stunden, Tage und Wochen. Der Datensatz reicht zurück bis zur Aktivierung Eures Google-Kontos. Welche App habt Ihr wann geöffnet, was habt Ihr gesucht, welche YouTube-Videos habt Ihr angesehen? Der komplette Verlauf befindet sich hier. Natürlich befinden sich nur Inhalte im Protokoll, die mit demselben Google-Konto aufgerufen wurden.Alle Einträge in der Liste könnt Ihr einzeln oder nach Zeitraum löschen.

Auf dem Dashboard seht Ihr alle Daten, die Google über Euch speichert

Das Google Dashboard ist der blanke Horror für Freunde des Datenschutzes. Unter Audio könnt Ihr sämtliche eingesprochenen Befehle und Suchanfragen noch einmal anhören. Im Standortverauf könnt Ihr anhand einer Zeitachse Eure Reisen der vergangenen Monate nachvollziehen.

google standortverlauf de
Google Standortverlauf: Man aktiviert ihn vielleicht versehentlich bei der Einrichtung eines neuen Smartphones. / © ANDROIDPIT

Google Daten herunterladen und löschen

Schritt 1: Sichert Eure Daten

Google bietet einen Dienst an, mit dem Ihr Eure Daten aus dem Kalender, den Kontakten oder E-Mails offline abspeichern könnt. Der Dienst nennt sich Takeout. Im Deutschen nennt Google das Daten herunterladen. Bei diesem Dienst werden die Daten in häufig verwendete Dateiformate umgewandelt. So werden aus Sheets-Tabellen Excel- oder OpenDocument-Tabellen. E-Mails müsst Ihr außerdem nicht ungefiltert herunterladen. Ihr könnt die Auswahl auf das Label Markiert einschränken, um die Dauer des Exports zu verkürzen.

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Google gibt Euch Eure Daten schnell und in vielen Dateiformaten. / © ANDROIDPIT

Eure Kontakte könnt Ihr dann in einem beliebigen anderen Adressbuch über die Importfunktion wieder hinzufügen. Bei YouTube könnt Ihr Eure Videos herunterladen. Die heruntergeladenen Daten erhaltet Ihr entweder als Download-Link via E-Mail oder als Drive-Dokument.

Schritt 2: Löscht Euer Google-Konto

Nachdem Ihr Eure Google-Daten heruntergeladen habt, könnt Ihr das gesamte Konto oder einzelne Google-Dienste löschen. Letztere entfernt Ihr über diesen Link. Falls Ihr Eure E-Mail-Adresse löschen solltet, solltet Ihr eine E-Mail an alle Eure Adressbuchkontakte (alle Adressaten in das BCC-Feld eintragen) senden, und ihnen Eure neuen Kontaktmöglichkeiten hinterlassen.

Falls Ihr das gesamte Konto mitsamt der E-Mail-Adresse löschen wollt, solltet Ihr Googles Warnhinweise beachten: "Wenn Sie diese E-Mail-Adresse zum Beispiel als Wiederherstellungs-E-Mail für Ihr Bankkonto verwenden, haben Sie möglicherweise Probleme beim Wiederherstellen des Kontokennworts. Wenn Sie die E-Mail-Adresse löschen, müssen Sie sie für alle entsprechenden Dienste außerhalb von Google ändern."

Bye bye Google. Und nun?

Ein Abschied von Google sperrt Euch aus wichtigen Diensten aus. Der Play Store ist die wichtigste App-Quelle für Android-Smartphones und wird nach Eurem Google-Ausstieg keine Apps mehr liefern. Dann braucht Ihr alternative App Stores wie Aptoide, F-Droid oder den Amazon App Shop.

Weitere Alternativen braucht Ihr, um die Google-Apps sowie die damit verbundenen Web-Dienste zu ersetzen: Das E-Mail-Postfach müsst Ihr bei einem anderen Provider betreiben und etwa mit K-9-Mail verwalten. Cloud-Speicher lagert Ihr auf BitTorrent Sync, Mega oder andere Dienste aus. Als Suchmaschine verwendet Ihr dann zum Beispiel DuckDuckGo oder MetaGer.

Mehr Tipps dieser Art holt Ihr Euch am besten bei Prism-Break. Die Website entstand kurz nach den NSA-Enthüllungen durch Edward Snowden. Ihr Ziel ist es, Alternativen für die Web-Dienste aufzulisten, die mit dem staatlichen Überwachungs-Programm PRISM in Verbindung stehen. Dazu gehört auch Google.

Puristen ignorieren die Google-Apps nicht nur. Sie spielen eine Firmware komplett ohne Google-Apps auf ihr Gerät. Aber nicht für alle Smartphones ist ein sogenanntes Custom-ROM erhältlich, mit dem das möglich ist. Also bleibt den meisten von Euch nichts anderes übrig, als die Apps zu ignorieren, bis Ihr ein Gerät ohne Google-Apps bekommt.

Wie sich Android ohne Google-Apps anfühlt, und ob es sich dabei um eine empfehlenswerte Erfahrung handelt, erläutern wir in einem separaten Artikel. Vielleicht hat schon der eine oder andere von Euch Erfahrungen dazu gesammelt und möchte sie mit uns teilen.

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Top-Kommentare der Community

  • Ingalena 13.02.2016

    Hihi 😊
    Wollte die Zeitachse ausprobieren.
    Mit meinem Konto eingelogt und geschaut.
    Wenn es nach Google geht, hielt ich mir 2015 das ganze Jahr in Ostasien auf, aktuell befinde ich mich im Nordatlantik 🚢
    Mit solchen Angaben kann ich gerade noch leben ;)

    Der Artikel an sich ist aber interessant 👍

  • Hans-Thomas M. 13.02.2016

    Klar kann man seine Daten bei Google löschen, seinen Account löschen, Custom ROM aufspielen und die Google Apps ignorieren. Un dann? Willkommen im Jahr 2005! Ich möchte ein solches System nicht nutzen müssen, viel zu unbequem.
    Was ich nie verstehen werde, warum alle auf Google rumhacken. Sie tun eine Menge für den Datenschutz und Transparenz, und zwar bedeutend mehr als andere. Schon mal versucht, bei Apple, Facebook, Amzon, Mircosoft , ... herauszubekommen, welche Information die über einen haben? Geschweige denn diese zu löschen? Sie waren z.B. die ersten, die die Verbindung zwischen ihren Datacentern verschlüsselt haben, nachdem bekannt wurde, dass sie von NSA und GCHQ dort angezapft wurden. Von den anderen wieß man das nicht.
    Fazit: Wenn ich meine Informationen an irgend jemanden preisgeben muss, dann gebe ich sie lieber Google!

  • Uli S. 13.02.2016

    Anstelle google ganz den Rücken zu kehren, gibt es ja auch noch die Möglichkeit "google light" zu verwenden. Wenn ich die Aufzeichnung meiner Aktivitäten und den Standortverlauf deaktiviere, Suchanfragen z.B. über Ixquick anonymisiere und außer dem Play-Store keine weiteren google Dienste verwende, sieht das Dashboard schon wesentlich harmloser aus.

  • Mia 13.02.2016

    Danke für den Bericht.

    Wenn man die Vorteile von Google nützen will, hat man aber auch gleich die Nachteile.

    Letztendlich muss sich jeder klar sein, wenn man sich mit Google abgibt, wird man auch "überwacht",
    dennoch kann man halt OHNE Google nur die Hälfte von seinem Smartphone nutzen.

    Das sollte man halt immer ein wenig im Hinterkopf behalten!

35 Kommentare

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  • Menschens Kinder! Es scheint wirklich niemanden zu interessieren und niemand kann sich wohl vorstellen, dass Unternehmen rational und geplant handeln. Die westliche Welt läuft als GPS-Daten-sendende Zombies durch die Städte und kommt mit PokemonGo "endlich mal raus aus dem Haus und lernt Menschen kennen". Klar ist das toll! ABER! Ich lass mich auch lieber mit Honig oder kostenlosen Diensten locken, aber wo soll das ganze hinführen, wer weiß das! Der Wald wird immer dunkeler. Ich verzweifle wirklich! Genauso wie in der Stadt, so sind auch viele Dörfer von dem neuen GeoCaching-Hype betroffen. Wir können künstliche Intelligenz und Emotionen herstellen, aber können mit unseren eigenen nicht umgehen! Wie viel Prozent unserer Hirnkapazität nutzen wir nochmal?... Ich würde diese Diskussion echt gerne weite führen!

  • Danke für diesen Beitrag. Hätte nicht gedacht, das mein Konto bei Google Defizite hat. Dank euch nicht mehr.

  • "Das Google Dashboard ist der blanke Horror für Freunde des Datenschutzes. "

    Bei mir nicht. Standortdienste habe ich deaktiviert. Und auch sonst was möglich deaktiviert. Ich google wenn dann ohne angemeldet zu sein, dass Google dass nicht ohne weiteres zuordnet kann. Zumal wenn man noch mit VPN googlelt. Google-Sprachsuche nutze ich auch nicht. Man schon einiges Einstellen, was meines Erachtens auch sinnvoll ist. Natürlich weiß man nicht ob Google dann doch mitzeichnet...

  • Anstelle google ganz den Rücken zu kehren, gibt es ja auch noch die Möglichkeit "google light" zu verwenden. Wenn ich die Aufzeichnung meiner Aktivitäten und den Standortverlauf deaktiviere, Suchanfragen z.B. über Ixquick anonymisiere und außer dem Play-Store keine weiteren google Dienste verwende, sieht das Dashboard schon wesentlich harmloser aus.

    • C. F.
      • Blogger
      14.02.2016 Link zum Kommentar

      Und anstatt Google Maps z.B. HERE verwenden...

      • Was aber auch jede Menge Rechte möchte (Kontakte etc), dazu auch eine Anmeldung.. Nokia verschenkt Here auch nicht ohne Grund...

      • C. F.
        • Blogger
        15.02.2016 Link zum Kommentar

        Nokia benutzt HERE wohl primär im industriellen und professionellen Markt, siehe z.B. Daimler. Und klar benötigt HERE Zugriff auf Deine Kontakte, wenn Du z.B. Freunden per SMS oder soziale Netzwerke Deine Positionn mitteilen möchtest. Ansonsten würde das ja nicht funktionieren. Abgesehen davon kannst Du HERE wunderbar offline nutzen. Kannst Du Googlemaps nicht.

      •   27

        HERE gehört nicht zu Nokia, sondern zu je einem Drittel zu Audi, BMW und Daimler.

    • Jupp. Bei mir sieht das Dashboard auch recht harmlos aus. Und man kann über Google googlen, dann aber halt nicht mit Chrome sondern Firefox und nicht mit Google angemeldet. Am besten noch unter VPN. Da kann Google die Suchanfragen nicht dem eigenen Google-Konto zuordnen..

  • mich interessiert als Androidler nicht, wer schlimmer ist als Google - vergleichen möchte ich mich immer mit denen, die es besser machen. Mich interessiert, wieviel Daten zum Beispiel auch an die Grossen der Customrom-Schmieden geht. Ich finde den Artikel gut und hätte gerne weiterführende Informationen.

  • C. F.
    • Blogger
    13.02.2016 Link zum Kommentar

    "Aber eine gewisse Paranoia entsteht schon, wenn man sich die Systematik vor Augen führt, mit der Daten beliebig vieler Menschen gesammelt, strukturiert und verkauft werden"......und jetzt denken wir nur mal grob darüber nach, was facebook und WhatsApp an Daten sammelt, auswertet und weiter gibt. Da dürfte Google noch am harmlosesten von allen sein.

    • Auch nichts anderes.

      • C. F.
        • Blogger
        14.02.2016 Link zum Kommentar

        Aber immerhin war facebook jeder WhatsApp-Kontakt 40 US$ wert. Warum wohl? ;-) Nicht nur einfach deswegen, um ihn zu haben, sondern darum, was man weiterhin mit ihm machen kann. Niemand zahlt für etwas 40$, wenn er nicht ein Vielfaches davon Gewinn erzielen kann.

      • Ja, um Daten an Werbepartner zu verkaufen. Von mir aus...

  • Klar kann man seine Daten bei Google löschen, seinen Account löschen, Custom ROM aufspielen und die Google Apps ignorieren. Un dann? Willkommen im Jahr 2005! Ich möchte ein solches System nicht nutzen müssen, viel zu unbequem.
    Was ich nie verstehen werde, warum alle auf Google rumhacken. Sie tun eine Menge für den Datenschutz und Transparenz, und zwar bedeutend mehr als andere. Schon mal versucht, bei Apple, Facebook, Amzon, Mircosoft , ... herauszubekommen, welche Information die über einen haben? Geschweige denn diese zu löschen? Sie waren z.B. die ersten, die die Verbindung zwischen ihren Datacentern verschlüsselt haben, nachdem bekannt wurde, dass sie von NSA und GCHQ dort angezapft wurden. Von den anderen wieß man das nicht.
    Fazit: Wenn ich meine Informationen an irgend jemanden preisgeben muss, dann gebe ich sie lieber Google!

  • Vorschlag für die nächste Gesundheitsreform: Googleaccount auf Krankenschein! Wir werden ja nicht jünger ;)

  • haha Google kennt mich zu gut 😂

  • Ich finde es praktisch dass Google so viel über mich weiss,
    wenn ich mich mal nicht mehr an alles erinnern kann frag ich bei Google nach.😉

  • Ob ich irgendwann mal versteh, warum immer mal wieder jemand seine Paranoia feiern muss?!

    Was das schon wieder soll... Weg von Google, hin zu was anderem, was dann die Daten sammelt. Auch die Dienste anderer Firmen sind nicht umsonst! Geld kosten sie auch nicht, also... ratet mal, was sie statt dessen kosten :D

    Und... Was macht Google schon mit meinen Daten (die dort und bei vielen anderen eh landen - ob bewusst oder unbewusst - ob gewollt oder ungewollt)
    Oh Gott, ja... ich krieg personalisierte Werbung, wie furchtbar! ;) - Aber... jetzt schalten wir mal das Hirn ein... Werbung kriegen wir eh, ob nun personalisiert oder nicht. Dann doch lieber personalisiert, vielleicht gibt's dann ja auf dem Weg mal ne Info über ein Dingsbums, das ich wirklich brauch/haben will... statt komplett uninteressantem Nerv-Zeugs.

    Also... echt jetzt... was tut mir Google (und, wie gesagt, viele andere auch!) denn wirklich außer... NIX!

    Eigentlich ist der Artikel nix weiter als die alt-bekannte androidpit'sche Panikmache... für mehr Likes/+1/etc. auf den verlinkenden Plattformen...
    Aber mal ehrlich, wer kastriert schon seine teuer gekauften Geräte, nur um bei der Sinnlos-Paranoia mitzuspielen...?

    •   27

      Ich möchte nicht, dass mich Google dabei beobachtet, wie ich, aus welche Gründen auch immer, nach bestimmten Krankheitsbildern suche, um dann meiner Krankenkasse (zu finden in meiner für Google und all die Anderen zugänglichen Kontaktliste) zu verkaufen, dass bei mir wegen meines speziellen Interesses ein erhöhtes, statistisches Risiko bestehe, und man von daher meinen Tarif neu kalkulieren sollte. Als Arbeitgeber fände ich es hingegen ganz hilfreich, zu wissen, ob sich unter den Bewerber*innen auf die ausgeschriebene Stelle jemand nach Burnout umgeschaut hat, oder ob die eine oder andere Dame kürzlich auf der Suche nach Tipps für Schwangere gewesen ist. Andererseits möchte ich nicht auf irgendwelchen Listen geführt werden, weil ich mich um eine bestimmte Religion, oder noch nie um eine Religion geschert habe. Ich möchte keinen angepassten Kreditvertrag für Menschen angeboten bekommen, die ausführlich recherchieren, oder für solche, die nur einschlägige Offerten vergleichen, oder deren Einkaufsverhalten mehr auf ein schmale, oder eine besonders gefüllte Brieftasche schließen lassen. Ich möchte nicht nach meiner sexuellen Orientierung, meinem Familienstand oder der Anzahl meiner Kinder kategorisiert werden. Ich möchte nicht... auf Grund von Algorithmen in all meinen persönlichen Lebenslagen klassifiziert werden, um mich dann als politisches, ideologisches und finanzielles Nutzvieh verwerten zu lassen.

      Paranoide Grüße

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