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Google Chromecast: Die Einstiegsdroge in eine neue Ära

Google bläst zum Angriff aufs Wohnzimmer. Die kleinen Bildschirme dominiert der Konzern aus Mountain View bereits, auf den mittelgroßen ist das Internet mit seinen Google-Diensten schon lange daheim. Der Fernseher ist der letzte und vielleicht lukrativste Bildschirm, der noch völlig Google-frei ist. Dank Chromecast wird dieser nun zur Erweiterung des Smartphones. Der unscheinbare kleine Stick ist erst der Anfang.

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google chromecast teaser
© Iaroslav Neliubov/ Shutterstock/AndroidPIT

In den USA wurde Chromecast sofort zum meistverkauften Elektronikprodukt auf Amazon und ist es bis heute. Time Magazine hat den kleinen Stick zum Gadget des Jahres 2013 gekürt. Aber wieso all der Hype? 

Große Hoffnungen für einen kleinen Stick

Mit Chromecast wird der letzte Google-freie Bildschirm googlifiziert. Hier geht es nicht um die Verbreitung von Android, auch macht Google kein Geld mit der Hardware, die zum echten Schleuderpreis unters Volk gebracht wird. Es geht darum, den Fernseher in die Google-Experience einzubinden, einen neuen Bildschirm zu erschließen und das mobile Internet vom kleinen Bildschirm zu befreien. Bereits jetzt arbeiten Tausende App-Entwickler an dem neuen Format, und uns erwartet ganz ohne Zweifel ein neuer Standard (und vermutlich auch ein neues Google-Verb in unserer Sprache - das “Casten”).

Trotz der Einfachheit ist Chromecast nebenbei echte Konkurrenz für die TV-Hersteller, die ihre Smart-TVs nun mit eigenen Betriebssystemen ausliefern, die in der Regel jedoch mehr frustrieren als helfen. Die bestechende Logik erklärte mir Chromecast-Chef Ambarish Kenghe auf dem Launch-Event in Hamburg: Warum neue Systeme mit separaten App-Ökosystemen auf den Markt werfen, die der Nutzer erst erlernen und via Fernbedienung umständlich bedienen muss, wenn er bereits alles Nötige in seiner Hand hält? Das vertraute Smartphone ist der Dreh- und Angelpunkt des neuen Internets, und der Fernseher eine logische Erweiterung. 

chromecast youtube
Der Fernseher ist schon lange nicht mehr das Herzstück des modernen Medienlebens. Aber er könnte wieder prominenter werden. / © Google

Google eröffnet ein weiteres Spielfeld

Zwar beteuerte Kenghe immer wieder, es gehe hierbei in erster Linie einfach darum, ein Nutzerproblem zu lösen und einen neuen Markt für alle zu eröffnen - und das glaube ich ihm, denn genau so arbeitet Google - aber natürlich darf dabei auch eine längerfristige wirtschaftliche Perspektive nicht fehlen. Und das Geld wird fließen, aber auf Umwegen und nicht sofort. Auch das ist typisch für einen visionär denkenden Konzern im Schatten. Warum Google sich hier frühzeitig engagiert?

Derzeit verwenden fast 75 Prozent aller Besitzer eines Smart-TVs in Deutschland die Internetfunktionen ihres Gerätes nicht, wie Tomorrow Focus Media herausgefunden hat. Solche Fernseher sind zwar ganz klar im Kommen, aber die Nutzer müssen erst an das neue Format herangeführt werden. Bald 60 Prozent der Smart-TV-Besitzer haben derzeit kein Interesse an Internet auf ihrem Fernseher, ein Drittel empfindet die Bedienung als zu umständlich und eine ähnlich große Gruppe stört sich an Dingen wie dem limitierten App-Angebot dieser TV-Betriebssysteme. Hier ist also viel Potenzial für eine Technologie, die all das ändert. Und das weiß Google.


Link zum Video

Chromecast ist für alle da

​Chromecast ist ein offenes, plattformübergreifendes Produkt. Nicht einmal ein Google-Konto ist für den Betrieb unmittelbar notwendig, wobei dieses natürlich auf den Geräten und in den Diensten impliziert ist. Erforderlich sind lediglich der Chrome-Browser (beim "Casten" vom Computer) oder ein Smartphone/Tablet mit kompatiblen Apps, wovon es schnell immer mehr geben wird. Das alleine zeigt, dass an Kenghes Worten etwas dran ist. Google will hier das Tor in eine neue Ära öffnen und sich dabei natürlich frühzeitig positionieren.

Ich bin sehr gespannt auf diese Entwicklung. Vielleicht schaffe ich mir ja doch demnächst mal wieder einen Fernseher an. Langsam könnte das Medium wieder interessant werden.

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  • wenn ich cromecast nutze bekomme ich den Ton auch über der Heimkino Anlage wieder

    • Erst einmal gibt der Fernseher den Ton wieder. Um den Fernseher-Ton an die Heimkinoanlage zu geben, kannst du diesen je nach Fernsehgerät über einen Ausgang am Fernseher (z.B. Optical) an die Heimkinoanlage geben. Das funktioniert genauso wie beim normalen Fernseher schauen, wenn dort der Ton über die Stereo/Heimkino Anlage laufen soll.

  • Habe den Eindruck das hier streamen und spiegeln durcheinander gebracht wird.Wenn ich es richtig verstehe kann man mit Chromecast Inhalte von Geräten nicht spiegeln.Was bei Apple TV wohl geht.....weiss ich aber nicht 100%.Meine das mal gelesen zu haben.

  •   5

    Dinge die die Welt nicht braucht. Hab mich von dem Chromecast-Wahn anstecken lassen, so ein Ding bestellt.und bin restlos enttäuscht. Das Drama fängt schon damit an das man DHCP braucht. Wer ein 5GHz WLAN nutzt, hat auch Pech. Die Ersteinrichtung ist bequem aber kritisch weil der Stick zuerst eine offene WLAN Verbindung zum Handy aufbaut, über die dann das eigentliche WLAN Passwort zum Stick übertragen wird. Möglicherweise ist zu diesem Zeitpunkt das WLAN Passwort abgreifbar.
    Nach der Einrichtung kommt dann der große Schreck. Will man ein Youtube Video gucken, dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis es auf der Glotze erscheint, zudem ist die Qualität nicht sonderlich gut. Das macht das Youtube Plugin meines VU+ schneller und schöner. Was die Inhalte angeht sieht es auch ziemlich mager aus. Keine Mediatheken der ÖR oder Privaten. Der Browser meines Fernsehers ist ja schon lahm, aber browsen via Chromcast ist noch lahmer. Dafür weiß dann google aber immer was ich gucke und mache. Kurz und gut - geschenkt ist noch zu teuer. Drecksteil :-( Wie gut das es DLNA gibt.

  • ist natürlich n riesen vorteil wenn das in einer Sekunde statt 3 geht, und google wieder alles mitschneiden kann. ....
    wenn mann hier so oiest das mann da noch die und die app braucht, und am Router einiges einstellen muss, dann glaube ich hat das mehr aufwand, als wenn mann bei miracast (was einfach den sf bildachirm abbildet, und somit kann ich ALLES streamen) 3sekunden länger wartet, schon klar....

    meiner meinung gibt's hier schon wieder zu viele die so was immer sofort haben müssen, und jetzt um alles in der Welt ihre Technik obession verteigen müssen.

  • Ich bin gerade in Amerika kaufe mir hier einen Chromecast wo Netflix vorinstalliert ist. Kann ich dann auch in Deutschland den stick mir Netflix verwenden?

  • da hier 50 Leute sagen sie haben eine bessere oder gleichwertige Lösung, wäre es doch an der Zeit einen Thread aufzumachen und eure Lösungen zu präsentieren....oder gibts den schon?(link wäre hilfreich ;))

  • Da es wohl kein Flash kann uninteressant. ;)

  • @ Andreas Hübner: Auf alle deine Fragen ein Ja. In meinem Netzwerk werden Fotos, Videos etc. von meinem Handy in Sekundenschnelle auf meinem LG-TV gestreamt. Dasselbe geht übrigens auch mit meiner Kamera, Samsung NX-1000, die ein integriertes WLAN hat. Dürfte auch mit dem Chromecast nicht gehen.

    Das einzige, was nicht geht (schon getestet), sind Filme aus dem Playstore. Habe ich allerdings auch nur ein einiziges Mal ausgeliehen. Mit dem integrierten Samsung-Player werden alle auf dem Gerät (und der Gerät schläft nie!) gespeicherten Filme auf dem TV bestens wiedergegeben.

  • Alle die sagen das ein smart tv reicht haben denn Chromecast noch nie im Einsatz gesehen. Ich habe auch einen smart tv und bin überhaupt nicht überzeugt, dass läuft alles viel zu träge der Gedanken dahinter ist gut aber die Umsetzung so Lala. Der Chromcast ist viel schneller und viel angenehmer zu bedienen.

  • Versteh noch ned ganz was man damit machen kann. Funktioniert das genauso wie Apple
    TV? Oder anders gefragt. Muss ich alles über den google chrome browser öffnen und dann kann ich es einfach auf meineen Fernseher schicken?

  • Hmm geringer Mehrwert gegenüber der Kombi Smart TV + DLNA bzw einem Player wie BubbleUpnp. Bilder Videos, gehen schon seit Ewigkeiten YouTube geht auch mit der normalen App direkt auf den TV.
    Direkte Übertragung mit einem klick... teuer Button, ich brauche zugegeben 2-3 Klicks.

    Einzig auf den Handy surfen und das Bild im Echtzeit auf den TV bekommen ist interessant.

  • Was mich mal interessieren wuerde ist was genau mit das Geraet fuer Vorteile bringt, wenn ich schon via HDMI mein Laptop mit meinem Fernseher verbunden habe?

    • Weniger Stromverbrauch, Kein Gebläselärm - und nur so als Frage, stehst du auf um einen anderen Film/Video anzusehen?

      • Weniger Stormverbrauch ok, dass ist dann allerdings das einzige pro Argument oder wie darf ich das verstehen? Aufstehen tue ich nicht, schließlich gibt es Funktastaturen+Maus (oder Roccat Powergrid, Teamviewer etc. fuers handy). Geblaeselaerm ist bei mir nicht vorhanden, da sich der Luefter nur bei hoher Belastung zuschaltet und davon kann man beim streamen von Yt, oder dem abspielen von DVD/Blu-Ray nicht ausgehen

  • "Googlifizierung" - Schöner Neologismus :-)

  • Alles sehr widersprüchlich was ich hier und da gelesen habe zum Chromecast. Soweit ich es verstanden habe, kann ich über Chromecast Videos, Fotos etc. auf den Fernseher bringen, aber nur wenn all die Daten schon im Netz sind, direktes Streamen jeglichen Inhalts vom Handy oder Tablet geht nicht?

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