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Gewinner und Verlierer: Kunstvolle Keynotes und kochendes Blut

Gewinner und Verlierer: Kunstvolle Keynotes und kochendes Blut

Eine spannende und geschäftige letzte Juni-Woche liegt hinter uns. Die Meldungen waren durchzogen von Zukunftsvisionen und spannenden Märchen: Apple und OnePlus skizzieren eine »neue Ära«. Marc Zuckerbergs Unternehmen Facebook muss eine Niederlage hinnehmen. Das sind die Gewinner und Verlierer der Woche. 

Am vergangenen Montag manifestierte Apple das Bild der Leaker-Glaskugel als feste Materie und stellte die künftigen Neuheiten im Software- und Hardware-Bereich vor. Die Art und Weise, wie Apple diese Keynote gestaltet hat, konnte einem nur ein unglaubwürdiges Kopfschütteln entlocken. Das in die Welt projizierte Bild schrie geradezu nach Aufmerksamkeit: Wahnsinnig attraktive Kamerakunst gepaart mit einer bunten Storyline und Einblicken in Apples Imperium, die es zuvor nie gegeben hat, lassen offen, ob wir zukünftig überhaupt die klassische Keynote zurückwollen. Diese Schlawiner.

Gewinner der Woche: Apple und die rosige Zukunft

Doch seien wir ehrlich: Ich habe schon Porsche über Bühnen fahren und Trapezkünstler im Luftspagat auf den Keynote-Bühnen dieser Welt herumfliegen gesehen. Diese Art von Shows dienen in der Regel dazu, das hypnotisierte Publikum von den dünnen Inhalten der Präsentationen abzulenken. Apples Keynote war attraktiv, sexy und hatte auch noch Substanz. 

Da steckte was drin, das konnte man spüren; wie beim iPhone selbst, das in Apples iOS-14-Manifest im Herbst ein ganzes Stück smarter und interessanter wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Vorstellung des iPhone 12 ebenso gehaltvoll und unterhaltsam ist. 

Hätte Apple nicht am Montag dieses freudige Feuerwerk in mir ausgelöst, wäre OnePlus ein guter Kandidat für den Gewinner der Woche gewesen. Dank raffinierter Marketing-Strategie und einer kniffligen Detektiv-Geschichte auf Instagram kloppen sich die Leaker um entdeckte Hinweise und Fakten zum neuen OnePlus Nord. Beinahe täglich füttert das chinesische Unternehmen die Tech-Welt mit aufgeplusterten Rätseln, neuen Visuals und Info-Tweets. 

Gute Chancen für die Visionäre von OnePlus, in der kommenden Woche an Apples Stelle zu stehen. Ob der ganze Tram Tram ein ordentliches Smartphone zutage fördern wird, steht noch in den Sternen. Kommende Woche wird aus dem soften Krimi eine offizielle Pressemitteilung.

Verlierer der Woche: Marc Zuckerberg und das verhexte Imperium

»Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist der Mächtigste im ganzen Land?«, fragte der rotblonde Junge sein verzerrtes Abbild. Seine Augen standen tief in den müden Höhlen, durchzogen von feinen roten Linien, die ihm die Schlaflosigkeit schmerzvoll auf den Augapfel tätowiert hatte. Und in dem trüben alten Spiegel verzerrte sich seine helle, fast durchsichtige Haut in den Erdball, den er so dringlich beherrschen wollte. Und ein wütendes, rotes Feuer legte sich über die feinen Umrisse von Brasilien. Die roten Linien begannen zu sieden.

So oder so ähnlich hätte Disney wohl das Märchen "Marc Zuckerberg und das verhexte Imperium" verfilmt. Facebook hat nicht nur ein Problem, sondern gleich mehrere. Denn während man auf der einen Seite mit Ach und Krach versucht, Hassrede und Rassismus in seinem Netzwerk in den Griff zu bekommen, läuft es auch bei anderen Produkten eher schlecht. 

Ich habe in der vergangenen Woche darüber berichtet, dass der Bezahldienst WhatsApp Pay in Brasilien ausgerollt wurde. Das Land ist neben Indien Facebooks wichtigster Markt für den Messenger. Nach Indien mit satten 200 Millionen Nutzern laut aktueller Statistik, liegt Brasilien mit 120 Millionen WhatsApp-Nutzern auf Platz zwei der wichtigsten Länder für die Facebook-Tochter.

Die Zukunftsvision von WhatsApp Pay "für alle Menschen" – innerhalb von einer Woche verpufft (und der Spiegel zersprang in Tausend Teile). Vorerst zumindest. Denn Brasilien hat WhatsApps Bezahldienst nach nur einer Woche wieder abgeschafft. Zentralbank und Kartellbehörde haben laut Medienberichten Sorge über den Aufbau eines Monopols, das andere Konkurrenten vom Markt ausschließen könnte.

Und so kniete er sich nieder, der Verlierer der Woche, und klaubte mit seinen langen, dünnen Glasfingern jede Scherbe einzeln auf, in denen sich sein zum Wahnsinn verzerrtes Lächeln rötlich spiegelte. Er ballte die Faust und sein kochendes, pulsierendes Versprechen sickerte dick und träge in das teure Parkett: Das letzte Wort war noch nicht gesprochen. 

Bei der Veröffentlichung des Artikels schrieben wir von "200 Milliarden" Facebook-Nutzern in Indien. Wir haben den Fehler korrigiert.

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