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Gewährleistung vs. Garantie: Drei heikle Unterschiede

Im Zuge unserer Akku-Berichterstattung wurde die Frage laut, was der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung ist. Was oft in einem Atemzug erwähnt wird, liegt in Wirklichkeit Welten auseinander. Und das ist im Schadensfall entscheidend für die Frage: Zahlt der Hersteller oder der Kunde?

moto e garantie teaser
Wann gibt man defekte Geräte in wessen Hände? Und was sagt der Gesetzgeber? / © AndroidPIT

1. Garantie ist freiwillig

Mit der Garantie verspricht ein Hersteller freiwillig, dass das Gerät in einem bestimmten Zeitraum funktioniert, wie es vor dem Verkauf beschrieben wurde. Wenn es innerhalb dieser Zeitspanne nicht mehr so funktionieren sollte, verpflichtet sich der Hersteller, diesen Zustand kostenlos wiederherzustellen. Der Käufer muss in diesem Fall nicht beweisen, dass das Gerät schon beim Kauf fehlerhaft war.

Sonderfälle hierbei sind Rückrufaktionen, bei denen sich Hersteller ungefragt und auch außerhalb der zeitlichen Vereinbarung zu kostenlosen Reparaturen verpflichten, um Image-Schäden zu verringern.

2. Gewährleistung und die Beweislastumkehr 

Unabhängig von dem vereinbarten Garantie-Zeitraum existiert per § 438 BGB für 24 Monate Anspruch auf Gewährleistung gegenüber dem Verkäufer. Innerhalb der ersten sechs Monate wird zugunsten des Kunden davon ausgegangen, dass Fehler schon beim Kauf vorlagen, aber erst später festgestellt wurden. Der Verkäufer muss dann nach Anspruch auf Nacherfüllung ("Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache" § 439 BGB) die Reparatur kostenlos durchführen oder das Gerät ersetzen oder einen Teil des Geldes zurückerstatten (nach Minderung (§ 441 BGB)). Was davon gemacht werden soll, entscheidet hierbei der Kunde, Nacherfüllung hat hierbei allerdings Vorrang – zusätzlich gibt es aber Ausnahmen, siehe § 439 BGB.

Nach sechs Monaten aber kann der Verkäufer den Beweis vom Kunden verlangen, dass das Gerät bereits zu Zeitpunkt des Kaufes fehlerhaft war. Einen dafür nötigen Gutachter leisten sich aber die wenigsten Kunden.

3. Anlaufstellen

Garantieansprüche werden immer direkt beim Hersteller wahrgenommen. Oft werden dort Hotlines oder Online-Formulare angeboten, mit denen sich eine Rücksendenummer beantragen lässt. Letztere lässt sich oftmals auch außerhalb der Garantiezeit beschaffen, jedoch kommt das reparierte Gerät dann mit Rechnung zum Kunden zurück.

Im Gewährleistungszeitraum außerhalb der vereinbarten Garantiezeit kümmern sich viele Hersteller nicht mehr persönlich um den Kunden, sondern verlagern den Service die Hände von Vertragswerkstätten oder die Händler, die kostenpflichtige Reparaturen anbieten. Überdies ist der Verkäufer wie in 2. erwähnt bis zu 24 Monate nach Kauf zu Service verpflichtet.

Fazit

Unterm Strich bedeutet all das: Garantie ist immer mit einer kostenlosen Reparatur verbunden. Bei der Gewährleistung gilt dies nur für die ersten sechs Monate. Insbesondere ab dem siebten Monat bedeutet sie aber nur noch, dass für ein Gerät in einem bestimmten zeitlichen Rahmen repariert  Nacherfüllung geleistet werden kann – egal ob dabei Kosten für den Kunden entstehen. Der Rahmen von 24 Monaten stellt also automatisch sicher, dass für ein Gerät ab dem Datum des Kaufes noch für mindestens zwei weitere Jahre die Infrastruktur existiert, um etwaige Defekte wieder beheben oder das Gerät ersetzen zu können. Also immerhin etwas.

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Top-Kommentare der Community

  • Eric Ferrari-Herrmann
    • Staff
    17.06.2014

    Ich bin kein Thread-Ersteller, ich bin Autor. Außerdem darfst du deine Antwort gerne ein wenig differenzierter formulieren, damit ich mit deiner Kritik arbeiten kann.

  • Eric Ferrari-Herrmann
    • Staff
    17.06.2014

    Dein erster Satz ist furchtbar ;) Aber der Rest haut hin. Allerdings sehe ich nicht, wie du meine Darstellung als sachlich falsch erklärst. Und dein Kulanz-Argument in Bsp. 2 ist ein wichtiger Punkt, den man leider nicht als Regel geltend machen kann, auf die ich mich im obigen Artikel beschränken wollte.

    Also danke für den super Kommentar, aber sei netter! :D

62 Kommentare

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  • Ich habe diesen Text hier schon öfter in diversen Threads gepostet wenn es um Garantie ging, auch angeregt das mal ein Sticky gesetzt wird, aber irgendwie wird das scheints immer übersehen. Viele denken ja die Gewährleistung sei bei rooten weg, dem ist aber nicht so. Auch kennen viele nicht den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung. Manche denken auch, es sei das Gleiche, nur anders ausgedrückt.
    ------------------------------
    Garantie + Gewährleistung sind 2 verschiedene Dinge. Die Garantie wird vom Hersteller freiwillig vergeben. Die Gewährleistung wird vom Händler veregeben und die wird bei gerooteten Geräten meist verweigert, obwohl er Reparieren muss. Ist ein Softwareschaden aufgetreten, muss sogar nachgewiesen werden, das dieser durch das Rooten entstanden ist. Siehe hier: https://netzpolitik.org/2013/47369/ Kein Händler hat besonderes Verlangen danach vom Bundesverband Verbraucherschutz eine Klageandrohung wegen vorsätzlichem Verstosses gegen eine EU Richtlinie zu bekommen.

    Hier ein kleiner Auszug: - Es gelten keine Gewährleistungsansprüche mehr, wenn der Nutzer beispielsweise den Prozessor übertaktet und dadurch die Hardware leidet. Es ist aber nicht ersichtlich, warum ein Hardwaredefekt stets auf das reine Aufspielen einer alternativen Software zurückzuführen sein soll.
    Daher gilt auch weiterhin das Gewährleistungsrecht, selbst wenn das Telefon gerootet wurde. Tritt ein Mangel in den ersten sechs Monaten auf, nachdem der Kunde das Telefon erstanden hat, muss der Händler nachweisen, dass dieser Mangel nicht bereits vor dem Kauf bestand. Führt der Händler den Schaden auf das Rooting zurück, muss er auch diese Behauptung beweisen. In den darauf folgenden 18 Monaten ist die Beweislast umgekehrt. -

    Auch wenn ein gesonderter Vertrag auf Gewährleistungsverlängerung vorliegt, muss sich an die EU-Richtlinie gehalten werden. Das ist EU-Gesetz, ein Händler kann nicht einfach eigene Vertragsregeln aufstellen ohne sich an die EU Vorgabe zu halten. In der Richtlinie steht, das dies für ALLE Gewährleistungsansprüche gilt. Die Garantie kann und darf ein Händler nicht ohne schriftliche Zustimmung des Geräteherstellers verlängern da diese ausschliesslich freiwillig vom Hersteller geleistet wird und ein Händler keinerlei Einfluß darauf hat. Es darf nur die Gewährleistung kostenpflichtig verlängert werden. Bietet ein Händler eine Garatieverlängerung an, macht er sich sogar strafbar solange nicht die schriftliche Erlaubnis des Herstellers vorliegt. Diese muss sogar auf Verlangen vorgezeigt werden.

    Auf der von mir verlinkten Seite sind noch weiterführende Links zum Verbraucherschutz und zu der EU Richtlinie, wo alles genau erklärt wird.


    •   50

      Ein paar Anmerkungen dazu:
      Rechtlich ist die Beweislast in den ersten sechs Monaten nach Kauf umgekehrt. Danach gilt die sonst gültige Regel, wer etwas behauptet, muss das auch beweisen.

      Eine EU Richtlinie ist für Bürger rechtlich nicht bindend. Sie verpflichtet lediglich die Gesetzgeber der Mitgliedsstaaten, diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Versäumt das ein Staat (hat er also keine Gründe, warum er die Richtlinie nicht umsetzt), kann jeder EU-Bürger dieses Recht einfordern, wenn ihm durch nationales Recht etwas verweigert wurde, was er durch die EU-Richtlinie glaubt gehabt zu haben.

      Ein Verkäufer kann natürlich nicht die Hersteller-Garantie erweitern. Er kann aber sehr wohl eine eigene Garantie geben, die über die Hersteller-Garantie hinaus geht. Das ist im KFZ-Gewerbe gang und gäbe.

      Verträge erfordern nur in wenigen Fällen die Schriftform. Grundsätzich ist das gesprochene Wort bindend. Der Nachweis einer mündlichen Vereinbarung ist natürlich schwierig, deshalb schreibt man alles nieder. Und solange nicht strafrechtsrelevante Punkte wie Betrug betroffen sind, macht sich auch niemand strafbar.


  • @ Udo: Du hast teilweise recht. Im Gegensatz zum "Autor" habe ich allerdings nur einen Artikel kommentiert. Ich verdiene damit weder Geld, noch fülle ich einen Blog mit meinem Kommentar. Der Interessenunterschied zwischen dem Autor eines Blogs und dem Schreiber eines Kommentares ist doch immens. Nichts desto trotz, gebe ich dir recht, dass ich das Thema in seiner Komplexität nicht vollständig abgebildet habe. Ich betrachte meinen Ansatz jedoch nach wie vor als den korrekteren im Vergleich zu dem des "Autors", der seine Fehler noch immer nicht nachgebessert hat.


  •   25

    Das mit der Beweislast wird auch falsch verstanden. Da geht es darum wenn im Streit so ein Fall vor Gericht kommt. Dann muss in den ersten 6 Monaten der Händler die Beweise vorlegen und nach 6 Monaten der Käufer. Denn wer ist denn sonst die neutrale Instanz die die Beweise auf Gültigkeit prüft? Selbst ein Gutachten kann man anzweifeln. Händler: Das Gutachten ist gefälscht oder falsch, ich akzeptiere das nicht. Und dann? So ein Gutachten legt man allenfalls vor Gericht vor.


    •   50

      Damit bin ich nicht einverstanden. Es reicht, wenn ich in den ersten 6 Monaten sage, das Gerät habe jenen Defekt. Der Verkäufer kann sagen: "Den hast Du selbst verschuldet." und beweist das mit einem Gehäuseschaden. Das kann ich als Beweis akzeptieren und abziehen oder ich akzeptiere ihn nicht. Vielleicht kann ich den Verkäufer ja davon überzeugen, dass die kalte Lötstelle erst zu dem Schaden beim Sturz führte? Das alles bedarf keines Gerichtes und sind erst mal Beweise. Jeder Beweis kann erstmal, wie Du richtig bemerkt hast, von der Gegenseite akzeptiert oder nicht akzeptiert werden.

      Wenn ein Fall vor Gericht landet, entscheidet wiederum der Richter, welche Beweise er akzeptiert.


      •   44

        Wobei es bei den Beweisen weniger darauf ankommt, welche der Richter akzeptiert, sondern vielmehr welchen er folgt, da ist er frei.

        Aber vermutlich meinst du mit akzeptieren genau das.


      •   25

        Und was machst du wenn der Händler in den ersten 6 Monaten, sagt dass das Problem nicht von der Gewährleistung gedeckt ist? Dann kannst du auch nur klagen. Sony war der Übeltäter. Das Produkt hat nur 100 Euro gekostet, da geht ich nicht zum Anwalt wegen...

        Und doch die Regelung mit der Beweispflicht ist auf gerichtliche Verhandlungen gemünzt, und auf sonst gar nichts anderes.

        @Christoph V.
        Und was ist jetzt der Unterschied zwichen "folgen" und "akzeptieren"?


      •   44

        Welche Beweismittel der Richter akzeptieren muss, ist gesetzlich geregelt (in der ZPO). Beweismittel zu akzeptieren bedeutet nichts anderes als diese zuzulassen. Ob er diesen Beweismitteln aber auch folgt, d.h. wie er diese würdigt, ist seine Entscheidung.


      •   50

        >> Und doch die Regelung mit der Beweispflicht ist auf gerichtliche Verhandlungen gemünzt, und auf sonst gar nichts anderes.

        Das ist im BGB geregelt und das gilt immer noch für ALLE Bürger! Ein Gericht wendet das Gesetz nur an und interpretiert es.


      •   50

        >> Und was machst du wenn der Händler in den ersten 6 Monaten, sagt dass das Problem nicht von der Gewährleistung gedeckt ist? Dann kannst du auch nur klagen.

        Das ist das Problem. Ich kann auch behaupten, der Himmel sei rosa. Auch wenn Du noch so oft sagst, er sein blau.

        Es gibt genug Firmen und auch Privatpersonen, die wissen genau, dass sie im Unrecht sind, aber sie wissen auch, dass nur wenige tatsächlich klagen oder gar Probleme haben werden, einen Anwalt zu finden, der sie wegen einer solchen Lapalie vertritt.


  •   50

    Ich halte diesen Artikel auch für bedenklich.

    1. Die Gewährleistung soll den Käufer einer Ware davor schützen, defekte Geräte zu erhalten und auf den Kosten sitzenzubleiben. Sie deckt jedoch ausdrücklich nur Mängel ab, die bereits bei Warenübergabe bestanden.

    2. Der Satz zur Garantie "Der Käufer muss in diesem Fall nicht beweisen, dass das Gerät schon beim Kauf fehlerhaft war." ist äußerst gewagt! Das ist den Garantiebestimmungen zu entnehmen und auch verklausuliert formuliert. Kein Hersteller wird für Fehler geradestehen, die auf unsachgemäßen Gebrauch zurückzuführen sind.

    2. Wer etwas behauptet, muss ich dies immer auch beweisen. Da stellt ein Mangel aus einem Kauf keinen Unterscheid dar. Auch bei der Garantie muss ich beweisen, dass der Mangel von dieser abgedeckt wird. Wenn ein Käufer ein Gerät reklamiert, behauptet er nunmal, dass es defekt ist. Das lässt sich noch einfach beweisen. Möchte er es kostenlos repariert haben, muss er nachweisen, dass der Defekt nicht sein Verschulden ist. Hier wird es knifflig.

    3. Weil es bei vielen Geräten einem Laien nicht möglich ist, einen Konstruktions-, Herstellungs- oder Verarbeitungsfehler nachzuweisen, hat der Gesetzgeber die Beweislastumkehr für die ersten sechs Monate nach dem Kauf eingeführt. Wird ein Mangel vom Verkäufer anerkannt, muss er kostenlos repariert werden. Egal, ob in den ersten 6 Monaten oder in den Monaten 7 bis 24.

    4. Ein Displaybruch kann durchaus auf einen Mangel zurückzuführen sein, der bereits beim Kauf bestand. Nämlich in Kontruktions-, Herstellungs- oder Verarbeitungsfehlern. Natürich bietet der viel Potenzial für Gegenargumente wie "draufgesetzt", "fallengelassen" oder "schwere Gegenstände drauf gelegt".

    5. Es wäre schon gewesen, darauf hinzuweisen, dass auch ein Privatverkäufer die gesetzliche Gewährleistung einhalten muss. Denn diese ist im BGB geregelt und spricht von Verkäufer und nicht von gewerblichem Händler! Die ganzen Floskeln auf eBay, die anderes aussagen, sind zum großen Teil rechtlich unhaltbar! Soetwas entsteht nur, weil Urteile halbherzig interpretiert werden.

    6. Die gesetzliche Gewährleitung kann nicht eingeschränkt werden. Ausnahmen bilden Gebrauchtwaren (Beschränkung auf ein Jahr) oder als defekt verkaufte Geräte (Ausschluß der Gewährleistung) oder Verbrauchsmaterialien (Batterien)

    7. Eine Garantie muss nicht zwangsweise vom Hersteller sein, sondern auch vom Verkäufer. Auch wenn das für Smartphones weniger üblich ist. Autohändler bieten aber oft eine zusätzliche Garantie an.

    8. Die Garantiebedingungen bestimmt der Hersteller alleine. Diese können durchaus vorsehen, nur auf Mängel begrenzt zu sein, die bereits beim Kauf bestanden. Die Aussage im Artikel ist schlicht falsch, zumal die meisten Garantiebestimmungen entsprechende Passagen beinhalten.

    9. Es fehlt die Betrachtung der Rechtsprechung. Für mich als Kunden erscheint es zunächst egal, ob auf Garantie oder Gewährleistung repariert wird. Tatsächlich haben Gerichte jedoch schon mehrfach zu Ungusten entschieden, wenn ein Kunde einmal die Garantie in Anspruch genommen hat. Ein Beispiel ist ein Austauschgerät durch den Hersteller, das man bei erneutem Defekt nicht mehr beim Verkäufer reklamieren kann. Es handelt sich schließlich nicht mehr um den Kaufgegenstand!

    10. Es fehlt der Hinweis, dass sich die Gewährleistung für denselben Defekt um den Zeitraum der Reparatur verlängert. Dies ist bei der Garantie nicht der Fall, sofern nicht ausdrücklich zugesagt.


    •   25

      "1. Die Gewährleistung soll den Käufer einer Ware davor schützen, defekte Geräte zu erhalten und auf den Kosten sitzenzubleiben. Sie deckt jedoch ausdrücklich nur Mängel ab, die bereits bei Warenübergabe bestanden"

      Das ist nicht so wie du meinst, sonst bräuchte man keine 24 Monate. Wenn das Gerät nach einem Jahr bei ordnungemäßer Nutzung kaputt geht, dann hatte es von Anfang an einen Mangel. Denn in der Regel hält so ein Smartphone länger.... Und das ist jetzt nur mal ein Beispiel...


      •   50

        Ein Mangel ist nicht immer offensichtlich (verdeckter Mangel). Ebenso kann ein offensichtlicher Defekt auf einen ganz anderen Mangel zurückzuführen sein. Ein Displayy kann wegen Sturz, aber auch wegen falschem Einbau reißen. Das Haftungsrecht soll einen Käufer auch vor diesen verdeckten Mängeln schützen.

        Der Gesetzgeber hat einfach definiert, dass ein Mangel, der erst nach 24 Monaten auftritt, nicht mehr bei Gefahrübergang bestand.


    •   44

      4. Wie ich bereits dargelegt habe, hilft dir die Beweislast überhaupt nicht für den Nachweis eines Mangels. Die Beweislast ist nur und ausschließlich eine Hilfe in zeitlicher Sicht.

      5. Im privaten Bereich kann man - und sollte man auch - die Gewährleistung ausschließen.
      Das Problem bei den Floskeln auf ebay ist, dass die Floskeln falsch formuliert sind, da sie meist in die Richtung gehen, der Käufer hätte kein Recht auf Umtausch usw. Das ist aber falsch, da er das Recht grundsätzlich hat, es aber ausgeschlossen wird.
      Wenn Verkäufer bei ebay diesen Satz bzw. diese Sätze immer wiederholen, die Gewährleistung würde ausgeschlossen, ist das Problem, dass es sich dann um AGB handeln würde, und dort kann man die Gewährleistung NICHT ausschließen.


      •   50

        Die Haftung kann man immer ausschließen! Egal ob Privatverkauf oder gewerblicher Verkauf. Allerdings muss man zum Beispiel vor dem Haftungsausschluß auf den Mangel hinweisen und das ist bei verdeckten Mängeln nicht möglich. Sonst wäre er nicht mehr verdeckt, bzw. man hat ihn arglistig verschwiegen.

        Ohne gültigen Haftungsausschluß, unterliegt jedoch auch ein Privatverkäufer der Gewährleistung (wobei diese eigentlich nur noch sporadisch so genannt wird und meistens von Haftung die Rede ist)

        Dein Hinweis, die Floskeln wären häufig rechtlich gesehen AGB ist insofern korrekt, weil eine Haftunf für einen konkreten Mangel ausgeschlossen werden kann. Wird der nicht konkret genannt, sind es ALLGEMEINE Geschäftsbedingungen und dort kann man eben nicht pauschal eine Haftung ausschließen.

        Beispiel:
        Verkauft man ein Gerät mit defektem GPS-Sensor und weist darauf hin, ist dies kein Mangel für den man haften muss. Weist man nicht darauf hin, muss man haften. Egal, ob privat oder gewerblich verkauft. Hat man ihn gekannt, kann man sogar wegen arglistiger Täuschung belangt werden.


      •   44

        Was du beschreibst hat aber nichts mit der Haftung an sich zu tun, sondern ob es ein Mangel darstellt oder nicht. Wenn erst gar kein Mangel vorliegt, muss man natürlich auch nicht haften. In deinem Beispiel ist daher der defekte GPS-Sensor überhaupt kein Mangel.


      •   50

        Natürlich ist das ein Mangel. Es ist jedoch kein Sachmangel im Sinne des BGB, wenn er benannt wurde.


      •   44

        Da ein Sachmangel ein Mangel ist, ist die Unterscheidung hier überflüssig. Es handelt sich bei deinem Beispiel um keinen Sachmangel und damit selbstverständlich auch um keinen Mangel!

        Du darfst rechtliche und Umgangssprachliche Begriffe nicht verwechseln.


      •   50

        Ich habe geschrieben "Sachmangel im Sinne des BGB". Ein Defekt ist und bleibt ein Mangel und ich kann mangelhafte Ware sehr wohl verkaufen, wenn ich diesen benenne.


      •   44

        Eigentlich müßig darüber zu streiten, aber es ist dann eben kein Mangel, da ein Mangel entweder ein Sach- oder ein Rechtsmangel ist. Und beides trifft nicht zu, wenn du es benennst. Denn dann ist die vereinbarte Beschaffenheit des Gegenstandes ja "defekt". Der Gegenstand ist defekt - was einen Kauf ja nicht ausschließt, da hast du Recht.

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