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7 Min Lesezeit 17 Kommentare

Gesichtserkennung: Eine Idee, viele Umsetzungen

Die Gesichtserkennung ist sicherlich keine neue Erfindung, Android-Nutzer kennen sie tatsächlich schon seit Android 4.0 Ice Cream Sandwich. In letzter Zeit hat diese Art der Smartphone-Entsperrung aber stark Fahrt aufgenommen, nicht zuletzt wegen Apples Implementierung von FaceID im iPhone X. In diesem Artikel werde ich die aktuellen Technologien der Hersteller miteinander vergleichen und Euch die Unterschiede zeigen.

Das Jahr 2017 hat die Einführung neuer Trends gezeigt. So setzen mittlerweile fast alle Hersteller auf fast-rahmenlose Displays im 18:9-Format. Die künstliche Intelligenz entwickelt sich immer weiter und wird durch dedizierte AI-Chips immer leistungsfähiger. Ein weiteres Hauptaugenmerk legen die Hersteller mittlerweile auf die Gesichtserkennung. Auch Apple hat sich der Technologie mit FaceID verschrieben und bietet im iPhone X kein TouchID mehr an.

Wie so oft in Apples Geschichte, hat der Hersteller sich eine Technologie geschnappt, die wir schon kennen, und sie neu gestaltet und verfeinert. Und die Android-Hersteller haben so reagiert, wie sie es in einer solchen Situation immer tun: Sie folgen dem von Apple eingeführten Trend und setzen auch auf die gleiche Idee.

Wie funktioniert die Gesichtserkennung?

Aber wie funktionieren diese Gesichtserkennungs-Technologien? Es gibt verschiedene Arten und in diesem Artikel werden wir sie uns genauer ansehen und die Unterschiede herausstellen.

Gesichtserkennung a la LG

Meiner Meinung nach verwendet LG die simpelste, aber effektivste Variante der Gesichtserkennung. Die Software nimmt das Bild des Benutzers über die Frontkamera auf. Bei der Einrichtung des Profils wird man darum gebeten, den Kopf in alle Richtungen zu bewegen, damit die Software möglichst viele Daten aufnehmen kann.

Die Entsperrung erfolgt auf die intelligenteste Art und Weise aller hier vorgestellten Varianten. Holt das Smartphone einfach aus der Tasche oder hebt es vom Tisch, guckt Richtung Display und schon ist es entsperrt. Es ist zwar sicherlich nicht die sicherste Umsetzung der Technologie, aber es ist eindeutig die bequemste. Das Drücken des Power-Buttons oder eine andere Interaktion ist zum Sperren nicht nötig.

Ihr könnt den Inhalt von Benachrichtigungen bis zur Entsperrung ausblenden lassen. Ihr selbst werdet die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm aber nie zu Gesicht bekommen, da das Smartphone sofort entsperrt wird. Die Funktion ist auf unserem Q6, G6 und V30 verfügbar.

Face Unlock von Honor

Huaweis Tochterfirma aus China stellt seine eigene Gesichtserkennungs-Software erstmalig auf dem Honor View 10 vor. Mit einem Update wurde die Funktion dann auch auf dem Honor 7X bereitgestellt.

Honors ursprüngliche Umsetzung der Gesichtserkennung war zunächst eigenwillig, um es freundlich auszudrücken. Die Technologie wurde nur dafür verwendet, um den Inhalt von Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm freizugeben, entsperrt wurde das Gerät aber nicht. Zur eigentlichen Entsperrung war immer eine PIN, ein Passwort oder eben der Fingerabdruck nötig.

Mit dem neuesten Update ist die Funktion auch endlich wirklich nützlich geworden, denn nun wird nach Erkennen des Benutzers auch das Smartphone selbst entsperrt. Sobald Ihr das Display aktiviert, wird die Erkennung gestartet, wie z.B. bei Apple und LG.

OnePlus’ Lösung

OnePlus führte die Gesichtserkennung mit dem OnePlus 5T ein und stellt die Funktion mittlerweile auch auf den Vorgängermodellen OnePlus 5 und 3/3T zur Verfügung. Auch in diesem Fall ist der Vorgang möglichst einfach gestaltet. Euer Gesicht wird über die Frontkamera eingefangen und der Scan wird offline auf Eurem Smartphone gespeichert. Bei jedem Aktivieren des Displays vergleicht die Software nun das aufgenommene Bild mit dem Gesicht, das sicher gerade vor der Kamera befindet.

Die Entsperrung erfolgt durch Drücken des Power-Buttons oder doppeltes Tippen auf dem Display. Standardmäßig umgeht OnePlus nach Erkennen des Gesichts auch den Lockscreen und entsperrt das Smartphone. Ihr könnt dieses Verhalten aber umstellen, sodass das Smartphone entsperrt wird, der Lockscreen aber nach wie vor angezeigt wird. Wenn Ihr nur mal kurz Eure Benachrichtigungen ansehen möchtet, ist das wirklich nützlich.

OnePlus bietet zusätzlich noch eine Funktion, um das Erkennen des Gesichts bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. In dieser Situation kann das Smartphone dann kurz das Display zum strahlen bringen, um Euer Gesicht heller erscheinen zu lassen und des so besser erkennen zu können.

Samsungs Gesichtserkennung (und der Iris-Scanner)

Samsung setzt auf eine Technologie, die sehr einfach umgesetzt ist und ähnlich der Standardfunktion von Android ist. Während der Einrichtung wird Euch das Smartphone bitte, das Gerät zwischen 20 und 50 cm vor Eurem Gesicht zu positionieren. Die Erkennung erfolgt schnell, Ihr müsst aber stets zunächst den Power-Button drücken, um das Display zu aktivieren und die Erkennungsvorgang zu starten.

Als Alternative zu dieser eher unsicheren Methode bietet Samsung zusätzlich einen Iris-Scanner. Samsung ist bisher der einzige Hersteller, der eine solche Technik anbietet. Ich persönlich empfinde sie aber als sehr langsam und auch leider unzuverlässig. Nach Angaben des Unternehmens sollte dieser Scanner aber eigentlich deutlich präziser arbeiten als der Fingerabdrucksensor. Es ist auch nicht immer einfach das Smartphone im richtigen Abstand und Winkel zu halten. Die Funktion ist auf dem Samsung Galaxy S8, 8+ und Note 8 verfügbar. Eingeführt wurde sie ursprünglich mit dem Note 7, welches leider nicht lange verfügbar war.

Face ID von Apple

Das einzige Smartphone des kalifornischen Herstellers, das mit einer Gesichtserkennung ausgestattet ist, ist das iPhone X. Das Smartphone, das zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Gerätes, das die Welt verändert hat, entworfen wurde, verfügt über eine Reihe von Sensoren, die sich oberhalb des Displays in der sogenannten Notch befinden.

Die beiden hier entscheidenden Sensoren sind der IR-Projektor und die Infrarotkamera. Mit erstem projiziert Apple Tausende von Infrarotstrahlen auf den Benutzer, sodass die Infrarotkamera ein 3D-Modell des Benutzers erstellen kann. Dabei misst sie die zurückgelegte Strecke jedes Strahls.

Der Scan ist mit dieser Technik besonders präzise und effektiv. Dabei werden auch Gesichtszüge und die relative Position von Nase und Augen berücksichtigt. Die Technologie bewährt sich im Alltag: Das iPhone X ist in der Lage, den Benutzer auch nach einem Frisurenwechsel, mit oder ohne Bart, Hüten, Kopfhörern oder Schals zu erkennen. Außerdem ist die Gesichtserkennung dank dieser Technologie und dem daraus entstehenden 3D-Scan sicherer als jemals zuvor.

Euer Smartphone kann das Display dank “Raise to Wake” selbstständig einschalten und erkennt das Gesicht des Benutzers in Sekundenbruchteilen, auch im Dunkeln. Die Erkennung dient dazu, die Inhalte von Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm anzuzeigen und das Smartphone zu entsperren. Die eigentliche Entriegelung, um den Homescreen zu erreichen, erfolgt durch einen Wisch von unten.

Was ist die beste Methode zur Entsperrung durch die Gesichtserkennung?

Das kommt ganz darauf an, was Ihr davon erwartet. Die Implementierung von LG ist schnell und einfach. Ihr merkt nicht einmal, dass Euer Smartphone vorher gesperrt war. Sobald Ihr das Smartphone in die Hand nehmt, ist es einsatzbereit. Sie ist allerdings auch recht unsicher und recht einfach zu umgehen.

Dasselbe gilt für Honors und OnePlus’ Varianten, die zwar besser implementiert sind, aber nicht wirklich sicherer sind. Ein Fingerabdrucksensor ist hier wohl die sicherere Lösung.

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Sowohl das OnePlus 5T als auch das Honor View 10 nutzen wie die LG-Smartphones nur die Frontkamera zur Entsperrung. / © AndroidPIT

Samsung hat in diesem Bereich einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht, da der Iris-Scanner denjenigen mehr Sicherheit bietet, die sie benötigen. Diese Technologie ist aber wohl auch die unangenehmste und langsamste Umsetzung unter den hier vorgestellten. Sie ist aber eben auch sicherer als die normale Gesichtserkennung.

Apple verwendet derzeit das fortschrittlichste System mit der Erstellung eines dreidimensionalen Modells, welches sich mit dem Benutzer weiterentwickelt. Auch in puncto Sicherheit ist das System weiter entwickelt als seine Konkurrenten. Im Gegensatz zu Samsungs Iris-Scanner ist die Geschwindigkeit der Erkennung sehr hoch und stört im Alltag nicht.

Das View 10 und das OnePlus 5T erkennen seinen Benutzer auch, wenn sie nicht direkt auf das Display schauen. Auch kopfüber wird das Smartphone entsperrt.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass Huawei, und somit auch Honor, schon an einem neuen dreidimensionalem Erkennungssystem im FaceID-Stil arbeitet. Samsung stellt schon in ein paar Tagen das neue Galaxy S9 vor, bei dem die Geschwindigkeit und die Präzision des Iris-Scanners wohl weiter verbessert worden sein dürfte.

Benutzt Ihr die Entsperrung per Gesichtserkennung? Falls ja, mit welchem Smartphone?

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17 Kommentare

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  • Tobi B. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Samsungs Lösung soll aber nur 100 Punkte ansteuern! Bei Apple sind es 30.000


  • Für mich ist und bleibt vorerst der Fingerabdruckscanner die Nummer Eins, das ich nutze und funktioniert bei meinem Smartphone beste Sahne.


  • finde die oneplus lösung am besten Gesichtserkennung + fingersensor


  •   20
    Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Irisscanner ist für mich auch blödsinn. Gesichtserkennung schön und gut aber fingerscanner immer noch am besten


  • Und wer will so was nutzen?!


  • MaWe vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Also ich bleibe so lange als möglich beim Fingerabdruckscanner. Verteufele zwar die neue Technik nicht aber finde schade, dass vom Fingerabdruckscanner immer mehr Abstand genommen wird und man wohl demnächst keine Wahl mehr diesbezüglich hat.

    Da ich auch absolut nichts für die ganzen Selfies übrig habe und auch die Frontkamera im allgemeinen für nichts anderes benötige, ist sie bei mir auch stets abgeklebt. Ob nun beim Laptop, iPad oder iPhone. Da dürfte es für mich schwer werden mit Face-ID🙈


  • Sean vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Der Fingerabdruck ist sicherer als Face-ID. Darum ist Face-ID völlig überflüssig. Ich habe ein View 10 (mit FPS vorne!!!) und das kann ich sogar entsperren, wenn es vor mir auf dem Schreibtisch liegt - ohne es erst in die Hand zu nehmen. Irre oder???


    • Tobi B. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Das view haut auch nicht die Technik vom iPhone X u ist somit unsicher aber Face ID ist nicht unsicherer als der Finger, bei Apple zumindest
      Ich kann es auch mit Face ID entsperren ohne in die Hand zu nehmen. Ihr dürft nicht die entsperr Methode von android mit Apple vergleichen,da liegen Welten dazwischen


      • Tim vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Der letzte Satz ist ziemlicher Blödsinn. Bezogen auf die akuellen Methoden der Gesichtserkennung, ja, aber generel ist Nonsens.
        Ein Fingerscanner von Huawei, Samsung und Co. ist genauso sicher, wie der von Apple.
        Und der Iris-Scanner ist etwa 10x sicherer als FaceID ^^


      • Tobi B. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Der Finger auf alle Fälle aber nicht das Gesicht. das mit dem Auge geht halt noch nicht immer. Licht,laufen,usw.
        Face ID ist noch überlegen. Noch


  • Bleibe beim Fingerabdruckscanner !


  • Den Iris Scanner gab's schon über 2 Jahren bei Microsoft Handys nur hat sich damals keiner für die Technik interessiert.


  • Ja, Apple hat beim iPhone X die sicherste Variante geschaffen für Face-Unlock.

    Würde mir gerne weiterhin von Apit wünschen, dass bitte mal die Android Kamera-Lösungen einem ausführlichen und spaßigen Test unterzieht?

    Mit Fotos auf unterschiedlichem Papier, Video oder auch Masken, ähnlich wie es Apple beim X Test verwendet hat??? 😂😉

    Danke und Mfg


  • Tobi B. vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Face ID ist einfach noch zu überlegen, da kommt noch kein anderer Hersteller dran! Jetzt nach gut 2monatiger intensiv Nutzung von Face ID entsperrt mein x gefühlt schneller wie mein altes 7+ mit Fingerabdruck


  • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Die meiner Meinung nach beste Methode bei der Gesichtserkennung ist einfach die von Apple... Einfach auch, weil sie die sicherste ist. Das trifft auf keine der Anderen zu (Iris-Scanner ausgenommen).

    Ich für meinen Teil bleibe aber lieber beim guten, alten Fingerscanner... der funktioniert schnell, ist sicher (genug) und er scannt auch in der Regel genau dann, wenn ich es will und nicht schon, wenn ich aufs Gerät schaue und es entsperrt.
    Ich hab beim V30 bewusst ausgestellt, dass es sofort entsperrt, einfach weil es mir schon nach 1-2x tierisch auf den Nerv gehen würde, wenn es mich jedes mal auf den Homescreen wirft, obwohl ich nur schauen wollte, welche Nachricht da grad reinkam oder ich vielleicht sogar nur auf die Uhr auf dem AOD schauen wollte...

    Zudem kann ich mich bei dem Iris-Scanner bei Samsung aber kaum beklagen. Er hat kurioserweise einmal gefühlt meine Augen vergessen und egal wie ich es gehalten habe, es kam immer "Iris nicht erkannt", nach der Neueinrichtung lief das aber wieder und ich finde auch die Geschwindigkeit anständig und abgesehen von diesem einen Mal ist er auch zuverlässig.
    Nur während man läuft, wird gar nichts gescannt. Keine Ahnung, wieso der Scanner das nicht hinkriegt. Man muss stehen bleiben, damit er scannt. Aber dann funktioniert er auch bei Sonne.
    Und was mich massiv am Iris-Scanner stört, das liegt aber eher an Samsungs Software ist, dass die Bildschirmhelligkeit jedes mal, wenn der Scanner läuft, hochgedreht wird. Das ist bescheuert und nervt vor allem wenn's dunkel ist enorm. und vor allem braucht der Iris-Scanner das nicht!! Er arbeitet mit Infrarot, dafür muss das Gesicht nicht angestrahlt werden! Das ist genauso beschissen wie in der Kamera, wo die Helligkeit auf MAXIMUM(!!) gedreht wird, wenn man Auto-Helligkeit aktiv hat. Wie kann man auf so eine völlig behinderte Idee kommen, ganz ehrlich. vor allem nachts wird man dann EXTREM geblendet. Deshalb benutze ich (nur deswegen...) keine Auto-Helligkeit beim Note8

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