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Gesetzesentwurf: Wie viel sind unsere Daten wert?
Apps 3 Min Lesezeit 9 Kommentare

Gesetzesentwurf: Wie viel sind unsere Daten wert?

Zwei US-Senatoren wollen ein Gesetz auf den Weg bringen, das Anbieter großer Plattformen wie Amazon, Facebook oder Google dazu zwingt, den Wert der Nutzerdaten offenzulegen. Das soll Anwendern helfen, zu verstehen, wie sie für diese Dienste bezahlen.

Viele Angebote im Internet sind dem Anschein nach kostenlos, etwa bei Facebook, Instagram, Google und YouTube. Doch letztlich bezahlen Anwender mit ihren Daten. Im digitalen Zeitalter sind genau diese Daten unser wichtigstes Kapital, meinen die beiden US-Senatoren Mark Warner (D-Virginia) und Josh Hawley (R-Missouri).

Mit ihrem Gesetzesentwurf wollen die Senatoren bewirken, dass Nutzer den Wert ihrer Daten erkennen, wenn sie etwa Standortdaten, ihren Beziehungsstatus, Alter, Geschlecht oder auch einfach Angaben über die benutzten Apps mit populären Plattformen teilen. "Wenn man ein eifriger Facebook-Nutzer ist, stehen die Chancen gut, dass Facebook mehr über einen weiß, als die US-Regierung", so Warner. Anwender realisierten nicht, wie viele Daten diese Plattformen tatsächlich sammeln und was diese Daten wert sind.

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Unsere Daten sind unser wichtigstes Kapital, meinen zwei US-Senatoren. / © 13_Phunkod / Shutterstock

Die beiden Senatoren möchten ein Bewusstsein erreichen - es geht nicht darum, dass Nutzer Geld für ihre Daten bekommen. Wie viel Daten wert sind, ist bisher ebenfalls nicht klar. Einige Schätzungen gehen von etwa 5 Dollar pro Monat aus, andere rechnen mit 20 Dollar pro Monat und Nutzer.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Firmen, die Umsatz durch Datensammlung und -verarbeitung machen und mindestens 100 Millionen aktive Nutzer pro Monat haben, diesen alle 90 Tage mitteilen müssen, welche Daten sie sammeln, wie diese genutzt werden und was sie wert sind.

Daten sollen portabel werden

Die United States Securities and Exchange Commission (SEC) müsste Methoden entwickeln, um eben diesen Wert zu berechnen. Außerdem müssten die betroffenen Unternehmen Möglichkeiten anbieten, damit Anwender ihre Daten komplett oder teilweise löschen können. Davon sind Anbieter wie Facebook oder Google natürlich nicht begeistert. Aus den Reihen der Anbieter hieß es schon in der Vergangenheit, dass es unmöglich sei, den Wert von Nutzerdaten exakt zu beziffern. Warner nennt dieses Argument allerdings "Quatsch". Die Firmen wüssten sehr wohl, wie sie personenbezogene Daten verwenden können und was diese wert sind.

In der US-Politik werden vermehrt Rufe laut, große Tech-Firmen aufzuspalten. Warner hält dies nicht zwangsweise für nötig, so lange die Firmen Maßnahmen wie seinen Gesetzesentwurf annehmen. In ein paar Wochen will Warner auch einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen, der garantieren soll, dass Daten portabel sind. Nutzer ihre Daten also bei einem Plattformwechsel einfach mitnehmen können. Sollte sich die Technikbranche allerdings nicht offen für solche Maßnahmen zeigen, dann werde er ganz schnell ein Teil derer, die die Aufspaltung der Unternehmen fordern, stellte Warner in Aussicht.

Was haltet Ihr von dieser Idee? Sollte klarer sein, was mit Euren Daten gemacht wird und was diese wert sind? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Quelle: Axios

9 Kommentare

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  • Für kriminelle Machenschaften sind unsere Daten Millionen Euro wert.


  • Da bin aber mal gespannt was dabei rauskommt.


    • Ich habe das Gefühl, dass das mehr den Finanzämtern dient. Dann kann das FA mehr verlangen, und treibt die Firmen noch mehr in die Steuerparadiese.


  • Ein erster schritt in die richtige Richtung. Es sollte aber auch beim download wie beim bezahlen der Wert angezeigt werden und der Nutzer muss es bestätigen. Damit wären kosten von Apps direkt vergleichbar.


  • Das ist sehr schwierig zu bestimmen, denn es ist immer ein Mischrechnung. Facebook hat vor 5 Jahren für WhatsApp 19 Mia. Dollar hingeblättert – und das haben sie garantiert nicht reingeholt, sondern wahrscheinlich sogar noch mehr draufgelegt. Bestimmt ist auch Instagram nach wie vor ein Verlustgeschäft.

    Bei Google wird es noch schwieriger, weil die ebenfalls quersubventionieren und darüber hinaus auch noch bezahlte Dienste anbieten.

    Und bei Apple sind die Daten gar nichts wert, weil sie monetisiert werden.

    Also wo will man da ansetzen?


    • > Und bei Apple sind die Daten gar nichts wert, weil sie monetisiert werden.
      Merke: wenn man Fremdwörter benutzt, dann sollte man wissen, wie man die schreibt und was die bedeuten.
      Das Wort ist eigentlich (*) "monetarisiert" und bedeutet das Gegenteil von dem, was du sagen wolltest :)
      (*) Gerade gesehen: laut Duden darf man auch "monetisiert" schreiben (mal wieder ein Zugeständnis an Legastheniker?)

      Im übrigen ist es falsch das Apple nichts an deinen Daten verdient, war gerade erst kürzlich wieder zu lesen, in dem Fall das iTunes Daten (Playlists mit Alter und Geschlecht etc) ohne Erlaubnis an Werbetreibende verkauft wurden und Apple dafür von einigen Opfern verklagt wurde.


  • Die Idee ist gut. Nur hat niemand etwas davon. Einen Anteil davon bekommt man ja nicht. Und niemand ändert sein Verhalten nur weil er weiß was seine Daten wert sind.

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