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Galaxy-Note-7-Desaster: Wünscht sich Samsung den wechselbaren Akku zurück?

Samsung steht vor einem Scherbenhaufen: Das lang erwartete Galaxy Note 7 ist heißer als manche Flugsicherheitsbehörde erlaubt und sogar Samsung warnt davor, es überhaupt einzusetzen. Samsung sollte aus dem Desaster die richtigen Schlüsse ziehen.

Das dürfte wohl ein einmaliger Vorfall sein: Ein Hersteller warnt ausdrücklich davor, ein Smartphone einzusetzen. Und auch manche Airlines haben klare Ansagen: Ein Galaxy Note 7 darf nicht ins Gepäck und an Bord nicht verwendet werden! Und das ist besonders bitter, weil das Note 7 ja sowohl als Entertainment-Plattform als auch als Productivity-Device durchgeht.

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Bei diesem Galaxy Note 7 hat die Flame-App zugeschlagen / © Imgur.com/user/crushader

Ganz bitterer Zeitpunkt für einen ganz bitteren Vorfall

Der Zeitpunkt für dieses Akku-Desaster hätte kaum schlechter sein können: Apple hat mit dem iPhone 7 (Plus) zwar das bisher beste iPhone vorgestellt, aber mindestens der Verzicht auf die Kopfhörerbuchse ist umstritten und hätte Kunden zum Note 7 treiben können. Angesichts der aktuellen Marktlage wird aber kaum ein wechselwilliger iPhone-Kunde zum Note 7 greifen, wenn er befürchten muss, dass er auf dem nächsten Flug sein Handy abgeben oder ausgeschaltet lassen muss.

Erst hatte Samsung kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.

Ursprünglich war Samsungs Plan wohl, das Note 7 vor der IFA vorzustellen, um so nicht in der Neuheitenflut der Messe unterzugehen. Außerdem plante Samsung sicher ein, einen kleinen Vorsprung auf den Launch des iPhone 7 zu haben. Ersteres hat geklappt, wenngleich das Note 7 wohl ohnehin nicht untergegangen wäre. Apple hingegen lacht sich ins Fäustchen:

Samsung muss nun bei betroffenen Note 7 den Akku austauschen, wobei nicht bekannt ist, wie viele Smartphones das genau sind. Aufgrund der Konstruktion des Note 7 muss Samsung dafür aber die Smartphones öffnen und den fest verbauten Akku wechseln. Da hätte sich vielleicht doch die Entscheidung für einen wechselbaren Akku beim Galaxy Note 7 bezahlt gemacht.

Gewinn macht Samsung mit dem Galaxy Note 7 nicht mehr.

Analysten sagen, die Umtauschaktion könnte Samsung fünf Milliarden US-Dollar kosten. Selbst wenn diese Zahl eher hoch gegriffen erscheint, heißt das doch eines ganz sicher: Samsung wird mit dem Galaxy Note 7 wohl kaum mehr einen Gewinn einfahren.

Einen Imageschaden trägt Samsung ohnehin davon. Das neue Handy nicht mehr nutzen dürfen? Weil es möglicherweise abbrennen kann? Dazu kommt: Wahrscheinlich verzögern sich die Auslieferungen des Note 7 weiter. Und für viele Kunden stellt sich bestimmt die Frage, wie es einem renommierten Hersteller passieren kann, dass ein Top-Smartphone mit minderwertigen Akkus ausgestattet wird, sodass das Smartphone Hotelzimmer und Autos zerstören kann.

HK
Hans-Georg Kluge
Samsung trägt wegen der defekten Akkus einen großen Image-Schaden davon.
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Samsung sollte die richtigen Schlüsse ziehen

Wie kann ein so fehlerhafter Akku überhaupt die Qualitätskontrollen der Fabrik überstehen? Zumal dann, wenn ohnehin bekannt ist, dass die eingesetzte Technologie nicht ungefährlich ist. Das sollte den Herstellern bekannt sein, schließlich waren Lithium-Ionen-Akkus der Grund dafür, dass einige Boeing 787 (Dreamliner) notlanden bzw. am Boden bleiben mussten. Hoffentlich treibt das Akku-Desaster des Note 7 die Entwicklung von neuen Akku-Technologien voran, die weniger gefährlich sind und darüberhinaus mehr Leistung bringen. Alle paar Monate sieht man solche Meldungen durch die Tech-Sphäre geistern. Geworden ist aus diesen gemeldeten Technologien meines Wissens nie etwas. Das muss sich ändern. Und Samsung könnte den Note-7-Rückruf zum Anlass nehmen, neue Akku-Technologien marktreif zu machen.

Wie erlebt Ihr den Rückruf des Galaxy Note 7? Ist es Euch egal oder seid Ihr betroffen, weil Ihr ein Note 7 kaufen wolltet? Gebt uns einen Einblick in den Kommentaren!

Top-Kommentare der Community

  • Crysagon vor 2 Monaten

    Der Wechselakku muss wieder her.
    Die einzig sinnvolle Konstruktion.

  • Michael K. vor 2 Monaten

    Ich denke mal, umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn auch bei Boeing oder Tesla in der Vergangenheit Lithiumakkus in Brand geraten sind, so zeigt dies eher, dass die Einführung neuer Technologien immer mit Unwägbarkeiten und Risiken verbunden ist, die prinzipiell nicht vollständig vermeidbar sind. So wurden bei den Elektroautos Akkus durch Fremdkörper beschädigt, was dann in Folge zu Bränden geführt hat.
    Brände durch ausgelaufenes Benzin gab es aber auch in der Anfangszeit des Automobiles, und sie sind gelegentlich noch heute ein Problem, weil sich die Tanks nicht gegen jede Form äusserer Einwirkung sichern lassen.
    Zwar ist der Akku des Note 7 in dem Sinn keine neue Technologie, er könnte aber durchaus eine spezielle Entwicklung für genau dieses Gerät sein. Vielleicht ist es auch nur zu einer Panne bei der Fertigung gekommen, die unentdeckt geblieben ist. Ob solche Defekte dann messtechnisch überhaupt feststellbar sind, sei mal dahin gestellt. Der Akku kann nach aussen hin intakt erscheinen und keine außergewöhnlichen Messwerte zeigen. Und das ist nach 20 Ladezyklen u. U. auch nicht anders, obwohl in seinem Inneren Dentrite wachsen, die dann irgendwann zum Kurzschluss führen..
    Auch solche Pannen, die sehr teuer werden können, sind prinzipiell nicht vollständig verhinderbar.
    Allerdings sollte man die Vorfälle um das Note 7 auch nicht zum Anlass nehmen, Lithiumakkus für unsicher zu erklären. Angesichts von Abermilliarden Akkubetriebsstunden, die solche Akkus mittlerweile abgeleistet haben, hat es sehr wenige Zwischenfälle damit gegeben.
    Lithiumakkus haben gewollt eine sehr hohe Energiedichte. Wird ihre innere Struktur zerstört, kann diese Energie in sehr kurzer Zeit frei gesetzt werden, was entsprechend hohe Temperaturen mit sich bringt.
    Bei Benzin ist das nicht anders, seine Energiedichte ist noch wesentlich größer. Trotzdem betrachtet niemand Autos deshalb als unsicher.

    Wie Analysten auf einen Schaden von 5 Milliarden $ kommen, würde mich schon mal interessieren, bitte entsprechende Berichte verlinken!

    Kursverluste an der Börse sind nur Buchverluste, die man nicht realisieren muss, und die bei einer Erholung der Aktie wieder verschwinden.
    Und der Tausch selber?
    Tauscht man die Geräte zum Selbstkostenpreis von vielleicht 500 $, macht das bei 2 Mio. Geräten genau 1 Mrd. $. Verlust. Der Gewinn für diese Geräte wurde ja bereits vereinnahmt, und ist dabei also gar nicht berücksichtigt. Verkauft man die eingezogenen Geräte refurbished für 350 $ und zieht 100 $ für Reparatur und Akkutausch ab, nimmt man damit aber wieder 500 Mio. $ ein, was unter dem Strich einen Verlust von 500 Mio. ausmacht. Mit Strafen gegen Samsung rechne ich nicht, da ich weder von Fahrlässigkeit noch gar von vorsätzlichem Handeln ausgehe.
    Selbst wenn man nochmal 250 Mio. für Schadensersatz, Prozesskosten usw. ansetzt, bliebe man mit 750 Mio. Schaden sogar deutlich unter einer Mrd. In dieser Rechnung gehe ich allerdings davon aus, dass Samsung die refurbisheden Geräte für nur insgesamt 350 $ an Großhandel und Provider etc. abgibt, so wie ich oben von 500 $ Herstellungskosten bei neuen Geräten ohne Gewinnaufschlag ausgegangen bin.
    Kann Samsung für die refurbisheden Geräte höhere Preise erzielen, würde das pro 100 $ eine Verlustreduzierung um 200 Mio. $ bedeuten.
    Imageverlust mag auch entstehen, der lässt sich aber kaum beziffern, da nicht klar ist, in welchem Maß er Kaufentscheidungen tatsächlich beeinflusst.
    Sind es mehr als 2 Mio. betroffene Geräte, erhöhen sich alle Beträge entsprechend.
    Diese Verlustrechnung bezieht sich aber auf die Situation nach Abverkauf der 2 Mio. Geräte. Mit denen wurde aber bereits ein Gewinn, von vielleicht 150 $ pro Gerät, erzielt, was 300 Mio. in Summe macht.
    Berücksichtigt man den ebenfalls, hätte das Debakel am Ende weniger als 500 Mio. $ bezogen auf die Zeit vor dem Verkaufsstart gekostet, vorausgesetzt, es treten nicht zuviele der Käufer ganz vom Kauf zurück.
    Fixkosten für R&D, Abschreibungen auf Investitionsgüter etc. sind nicht berücksichtigt, da ich annehme, dass das Note 7 weiter produziert wird, und auch am Markt erfolgreich sein wird.

    Pech für Samsung ist in diesem Fall, dass die defekten Akkus aus eigenem Haus kommen (Samsung SGI), so dass der Schaden an Ende auch im eigenem Haus bleibt.
    Wären die defekten Akkus durch einen Dritthersteller geliefert worden, wäre der auch verpflichtet, Schadensersatz zu leisten, zumindest für bezifferbaren, nachweisbaren Schaden.

    Um nun zur Überschrift und zum Fazit zu kommen:

    Aus prinzipiellen Überlegungen befürworte ich tauschbare Akkus uneingeschränkt. Da der entstandene bezifferbare Schaden aber bei Samsung SGI als Lieferant der fehlerhaften Zellen hängenbleiben dürfte, und weniger bei Samsung Mobile, und man generell den Vorfall als Betriebsunfall betrachten dürfte, der auch jedem Konkurrenten hätte passieren können, nehme ich nicht an, dass die Ereignisse zu neuen Geräten mit Wechselakkus führen werden.

  • Thomas Schumacher vor 2 Monaten

    Ich kaufe kein Samsung, da ich TouchWiz nicht mag. Das Akku-Problem würde mich aber nicht am Kauf hindern, denn schliesslich hat Samsung vorbildlich reagiert! Einen Fehler eingestehen, einen Rückruf starten, dadurch den eigentlichen Launch des Produkts zu verzögern (was anderen Anbietern zu Gute kommen kann) ist nicht nur mutig, sondern zeigt auch wie wichtig der Kunde genommen wird! Andere hätten evtl. gewartet bis es Verletzte (Tote?) gegeben hätte, nur um den Produktstart nicht zu verzögern, um den Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein! Bravo Samsung!

  • Tim vor 2 Monaten

    So ein Schwachsinn...
    Samsung bekommt ein schlechteres Image (bzw. das Note7) und hat enorme Kosten beim Ersetzen. Wieso sollte Samsung sowas bitte planen. Weil Samsung jetzt in aller Munde ist? Totaler Quatsch.
    Außerdem steht Samsung jetzt WELTWEIT unter enormem Druck, die Geräte schnell und ohne großes Tamtam zu ersetzen.

    Wie es sein kann, das nicht alle Geräte betroffen sind? Ein stink normaler Produktionsfehler... So wie es auch bei einem iPhone passieren kann, das die Home-Taste wackelt oder das Display einen kleinen Spaltmaß zum Alu-Rahmen hat, so kann es eben auch passieren, das Akkumulatoren fehlerhaft hergestellt werden. Sowas passiert ab und an bei ein paar Geräten und fällt bei der Produktion auch kaum auf...

  • Rüdiger Kupke vor 2 Monaten

    Eine Vielzahl an Nutzern wünscht sich ein Austauschakku.
    Super wäre es, wenn sich die Hersteller dem annehmen würde und wieder zum Austauschakku finden.

101 Kommentare

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  • 9
    Stefan vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ich denke das Samsung das Note 7 einstampfen sollte. Der Imageschaden für Samsung ist gering. Aber der der Note-Serie ist mMn enorm. Die Marke sollte begraben werden. Leider kam es zum ungüstigen Zeitpunkt überhaupt. Das iPhone 7+ ist da und ich glaube, dass die Entscheidung zwischen S7 Edge und 7+ für das iPhone ausfallen wird, da es für viele Kunden einfach das aktuellere Gerät ist und weil Apple drauf steht. Ich bin gespannt, wie Google mit den neuen Pixel/Nexus Geräten umgehen wird und ob sie als direkte Konkurrenten zum iPhone vermarktet werden oder weiter als Nischengeräte.

    • die Note Reihe einzustampfen? mit welcher echten Begründung? es gibt keine!

      aber Samsung und Konsorten sollten sich ernste Gedanken machen, ob ein wechselakku nicht aus mehreren Gründen sinnvoller ist. in erster Linie sicherheitsbedingt. dazu die Mehrkosten wie in so einen debakel, wie mit dem Note 7.

  • Samsung wird m.E. keinen Imageschaden erleiden. Vielleicht eher im Gegenteil. Andere Hersteller werden sich jetzt an der vorbildlichen Reaktion messen lassen müssen.

    • Takeda vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      oh doch es wird ein Schaden geben oder ist schon am laufen siehe Aktien die schon fallen das Note 7 wird sich vllt nicht so gut verkaufen viele habe schon bedenken auf das s8, also wo ist da kein Schaden entstanden

      • Samsung wird sich wieder erholen. Wer es schafft Apple zu übertrumpfen wird auch diese Kriese überstehen.

  • Kramold vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Mir scheint, als wetteifern Apple und Samsung, wessen Akku schneller und stärker explodiert. :D

  • Udo K. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Wechsel Akku und weg von Iphone Nachahmungen. dann wird Samsung wider Nummer eins.

  • Ich gehöre zu den glücklichen vorbestellen die sich wohl bis ende Oktober gedulden müssen ich überlege zu stornieren und das Sony xz zu kaufen weil warten sux!

  • A. K. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Die Leute sind nie zufrieden. Damals hieß es "Plastikbomber", obwohl es keinen einzigen Nachteil hatte. Jetzt macht Samsung auf "premium" Materialien und die Leute meckern immernoch.

    Tim

    • Peter vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Weil Samsung leider mit den "Premiummaterialien" die Konstruktion Nachteile verändert hat. Mir waren die Plastikphones auch viel lieber.

    • Takeda vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Beim Note 4 hat Samsung doch alles richtig gemacht hat auch ein Alurahmen und Akku ist wechselbar, hätte Samsung daran festgehalten wäre alles nicht so schlimm geworden mein Note 7 und ich hätte es mich auch gekauft aber so bleibt mein Note 4 noch erhalten

      • A. K. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Vielleicht haben ja die Verkaufszahlen des Note 4 nicht gestimmt und man fühlte sich gezwungen, etwas zu ändern? Ich weiß es nicht.

    • premium???? ich bitte dich...akku Probleme....oh wie süß😂

  • passiert ... nachdem ich mit meinem note edge und dem akku schlechte erfahrungen gemacht habe und akku schon tauschen musste, überlege ich ernsthaft ob ich mir das ein note hole, bei dem ich den akku nicht tauschen kann ... schade samsung

    • die leute wollen doch fest gebauten Akku...sagt das nicht bitte....es geschieht samsung recht...bammmm ich kann mit samsung s4 direkt austauschen ....no problem...welche wie ich sind ja crazy now

  • Nach diesem Debakel würde es mich nicht wundern, wenn die Schlipsträger die Entwicklungsabteilung für das nächste Modell, mit der Integration eines wechselbaren Akkus beauftragen.

    • danach werde ich es nicht aus prinzip kaufen...und solche leuze wie ich sollen es auch lassen damit mal samsung immer an der leine geführt wird...

  • Micha vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Die meisten wünschen sich einen wechselbaren Akku hier... Kaufen dann aber auch diese potenzielle Gefahr mit,da sie garnicht wissen ob sie eine Fälschung in der Hand haben! Da vertraue ich trotz dieser wirtschaftlichen Katastrophe doch lieber dem Hersteller...

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