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Romane, Getränke und Wahrsager: Fünf seltsame KI-Anwendungen

Wir verbinden KI oft mit intelligenten Assistenten wie Siri, Alexa und Google Assistant. Kreative Köpfe haben jedoch viele andere Einsatzmöglichkeiten für künstliche Intelligenz in verschiedenen Bereichen gefunden. Einige davon sind ziemlich konventionell - wie das Scannen riesiger Datensätze, andere muten eher bizarr bis urkomisch an. Wir haben für Euch fünf der verrücktesten Ideen rausgesucht.

KI-Getränke

Man sollte meinen, dass ein Gespür für Geschmack und Geruch für das perfekte Bier unerlässlich ist und daher ein Job ist, der nur Menschen vorbehalten ist. Das ist aber schon nicht mehr der Fall. IntelligentX Brewing Co. ist ein in London ansässiges Unternehmen, welches das erste Bier braut, das mit Hilfe künstlicher Intelligenz zusammengestellt wurde. Ihre KI, in Form eines Chatbots, nimmt Feedback von Kunden entgegen. Es stellt Fragen zu den Geschmacksvorlieben, die oft mit einem einfachen "Ja" oder "Nein" oder mit einem Bewertungssystem von 1-10 beantwortet werden können. Der Bot interpretiert dann die Informationen und leitet sie an menschliche Brauer weiter, die das Rezept optimieren.

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Die vier ersten Ales, die mit Hilfe von KI gebraut werden. / © IntelligentX

Das klingt jetzt alles nicht direkt revolutionär, weitere Unternehmen folgen aber dem Beispiel von IntelligentX und erweitern es. Im Jahr 2017 investierten Carlsberg und Microsoft Millionen in das Projekt "Beer Fingerprinting", das auch maschinelles Lernen mit High-Tech-Sensoren kombiniert, die subtile Nuancen und Aromen erkennen können.

Aber was heißt das für die Zukunft? Werden wir vielleicht in Zukunft in der Lage sein, auf diese Weise mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Lebensmittel und Getränke zu personalisieren? Wir sind gespannt!

Harry Potter und der Geist in der Maschine

Seid Ihr Harry-Potter-Fans, die unbedingt weitere Fortsetzungen der beliebten Fantasy-Romane sehen wollen? Mögt Ihr die Filme von Fantastic Beasts nicht? Denkt Ihr, dass The Cursed Child ein Haufen Müll ist? Nun, vielleicht wäre ein Haufen Asche mehr nach Eurem Geschmack. Harry Potter und das Porträt eines großen Aschehaufens ist der Titel eines Potter-Romans, geschrieben von einer KI.

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Der Harry-Potter-Roman einer KI - urkomisch und manchmal sehr unangemessen. / © Denkkatalog

Botnik Studios entwickelte ein algorithmisches Werkzeug, das trainiert wurde, indem alle sieben Harry Potter Bücher mehrmals gelesen wurden. Es hatte dann die Aufgabe, eine eigene Geschichte zu schreiben, die dem Stil der Originale nachempfunden ist. Die Ergebnisse sind urkomisch und manchmal beunruhigend: "Lederne Regenbogen peitschten gegen Harrys Geist, als er über das Gelände zur Burg ging. Ron stand da und machte eine Art wilden Stepptanz. Er sah Harry und fing sofort an, Hermines Familie zu essen."

Wie Ihr sehen könnt, kann die KI mit J.K. Rowling keineswegs konkurrieren, aber der 3-Kapitel-Roman ist definitiv einen Blick wert, nur um das bizarre Reich der Phantasie der künstlichen Intelligenz zu erforschen. Außerdem werden KI-Autoren im Laufe der Zeit immer produktiver - maschinelle Lernalgorithmen haben sich bereits beim Schreiben von Liebesromanen, von Kurzfilmen und sogar bei der Werbung bewährt.

Emotionale KI?

Emotionen aus Gesichtsausdrücken zu verstehen und zu interpretieren, ist eine Aufgabe, die auch für den Menschen eine Herausforderung sein kann. Dennoch ist Affectiva's Emotion KI darauf ausgelegt, genau das zu tun. Das Unternehmen behauptet, dass sein Algorithmus "wichtige Orientierungspunkte im Gesicht identifiziert - zum Beispiel die Ecken der Augenbrauen, die Nasenspitze, die Mundwinkel. Diese Merkmale werden dann mit Hilfe von Deep-Learning-Algorithmen analysiert und die Mimik und die entsprechenden Emotionen entschlüsselt.

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Eine KI, die entwickelt wurde, um Eure Emotionen zu lesen - so seltsam wie gruselig sie auch sein mag. / © AndroidPIT (Screenshot)

Wofür wird diese Technologie eingesetzt? Einer der unkonventionellen Anwendungen ist die Automotive-AI von Affectiva, die den kognitiven Zustand der Fahrer interpretieren soll, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Noch beunruhigender ist jedoch, dass das KI-Tool für die Marktforschung genutzt werden kann: "Mit Gesichtscodierung und Emotionsanalyse können Werbetreibende ungefilterte und unvoreingenommene emotionale Reaktionen der Verbraucher auf digitale Inhalte messen. Alles, was die Panelisten brauchen, ist eine Internetverbindung und eine normale Webcam."

Obwohl es sich um eine der seltsamsten Anwendungen der KI zu diesem Zeitpunkt handelt, ist es nicht schwer zu erkennen, dass sie in Zukunft zum Mainstream wird - was den Werbetreibenden noch gruseligere und invasivere Möglichkeiten bietet, Anzeigen zu personalisieren.

Androiden träumen von elektrischen Schafen.

Es ist schwer zu beschreiben, was der Deep Dream Generator ist. Das ursprüngliche Ziel von Google-Ingenieur Alexander Mordvintsev war es, Wissenschaftlern zu helfen, zu verstehen, was tiefe neuronale Netzwerke beim Betrachten eines Bildes sehen. Die Ergebnisse waren traumhaft und psychedelisch, eine neue Form der maschinell erzeugten Kunst.

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Ein Deep-Dream-Meisterwerk. / © Deep Dream Generator

Heute wird das Projekt als eine Kunst der "Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI" fortgesetzt. Die Software kann jedes Bild so transformieren, dass es das beinhaltet, was es zu sehen gibt. Den trippigen, surrealistischen Ergebnissen sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt Künstlern die Möglichkeit, kreativ zu sein wie nie zuvor, aber der Deep Dream Generator wirft die Frage auf, wem die Autorschaft wirklich gehört - Mensch, Maschine oder beides?

Maschinelles Wahrsagen

Selbst wenn Ihr nicht abergläubisch seid, Glückskekse sorgen so oder so oftmals für witzige Momente. Sie sind simpel, kurz und formelhaft. Die Logik folgt, dass die KI in der Lage wäre, sie einfach zu schreiben, obwohl es sich nicht gerade um einen konventionellen Einsatz für maschinelles Lernen handelt. Doch als der MIT-ausgebildete Robotiker Alexander Reben mit KI-Wahrsagerei experimentierte, waren die Ergebnisse seltsam und nervtötend.

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Eines der dunklen und seltsamen Schicksale, die der Algorithmus hervorgebracht hat. / © Alexander Reben

Bei der Entwicklung seines Algorithmus fütterte Reben ihn mit inspirierenden Zitaten und Wahrsagungen aus dem Internet. Er schätzt jedoch, dass über 75% der Wahrsagungen entweder völlig bizarr oder in irgendeiner Weise negativ waren. Einige der Beispiele sind: "Denk dran, egal wie sehr du es versuchst, es gibt einen Ozean, den du nicht ändern kannst", "Andere genießen deine Einsamkeit" und so weiter.

Der Robotiker nennt das Ausführungen "künstliche Philosophie" und fügt hinzu, dass sie "eine Schönheit und einen Humor haben, der einzigartig ist, und es gibt diese inhärente Kreativität bei vielen dieser Algorithmen". Es wäre schwer, wenn auch nicht unmöglich, für einen menschlichen Verstand, sich gezielt solch zufällige und seltsame Gedanken einfallen zu lassen.

Dies ist unsere Liste der fünf seltsamsten KI-Anwendungen, von denen wir (bisher) gehört haben. Wie Ihr sehen könnt, hat die künstliche Intelligenz die Fähigkeit, psychedelische Kunst zu schaffen, Bier zu brauen, Emotionen zu erkennen und sogar zufällig ihre eigenen philosophischen Zitate zu erstellen. Obwohl die Ergebnisse oft nicht menschenähnlich sind oder was wir erwarten, bedeutet das nicht, dass sie nicht faszinierend sind.

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