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Frauen in der Technik-Welt: Warum es wichtig ist, über sie zu sprechen
5 Min Lesezeit 34 Kommentare

Frauen in der Technik-Welt: Warum es wichtig ist, über sie zu sprechen

Vorletzte Woche hielt die Welt beim ersten Foto eines schwarzen Lochs kurz Inne. Ein Meilenstein astronomischen Ausmaßes, hinter der unter anderem eine Frau steckt. Ja, die 29-jährige Katie Bouman war der Schlüssel zur Entwicklung des Algorithmus, der es uns ermöglicht hat, ein historisches Bild zu schießen. Bisher nichts Neues. Aber was ist, wenn ich Euch sage, dass viele ihre Stimme erhoben haben und meinten, es sei sexistisch, eine Frau in den Vordergrund einer solchen Heldentat zu stellen.

Dass das Internet voller Hass ist, ist nichts Neues. Und es ist auch nicht das, worum es hier geht. Klar ist es einfach, sich hinter seinem Bildschirm zu verstecken, und zu sagen was man will. Was mich interessiert: Warum wird es als diskriminierend oder sexistische betrachtet, wenn eine Frau in den Vordergrund gestellt wird, die eine besondere technologische oder wissenschaftliche Leistung erbracht hat. Es ist doch genau anders herum!

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Das erste Foto eines schwarzen Lochs wurde nach einer Frau benannt / © Event Horizon Telescope (EHT)

Es ist klar, dass Katie nur eine der Personen in einem riesigen Team ist, und das hat sie selbst auch immer deutlich gemacht. Aber wo ist das Problem, wenn man Ihren Namen vor den anderen nennt oder hervorhebt? Eher ist das in diesen Zeiten als positiv zu werten, denn zuvor wurden Frauen bei großen technologischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Meilensteinen zumeist ignoriert.

Die Wahrheit ist, dass die Diskriminierung von Frauen immer noch an der Tagesordnung ist. In allen Bereichen, aber auch in dem, der uns betrifft: die Technologie-Branche. Eine Studie vor einigen Monaten, deren wichtigste Stellen Ihr im Artikel unter dem obigen Link finden könnt, zeigt, dass viele Frauen, die in der Welt der Technik arbeiten, mit einer geschlechtsspezifischen Ungleichheit am Arbeitsplatz konfrontiert sind.

Ich selber habe es am eigenen Leib in Form von Kommentaren unter meinen Texten erfahren, in denen mir vorgeworfen wurde, dass ich keine Ahnung von Technik habe oder wieder zurück in die Küche soll - in die ich wohl als Frau nach Ansicht einiger Männer zu gehören scheine. Doch nicht nur das. Jedes Mal, wenn wir auf unserer Website über Diskriminierung sprechen, gibt es Menschen, die immer noch der Meinung sind, dass "Männer in der Technik-Branche einfach besser sind" oder "Frauen die Branche nicht mögen und es nur deshalb so wenige gibt". Und das sind noch die netten Varianten von den Sprüchen, die ich abkriege.

Aber Nein! Denn nicht könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Frauen sind seit Anbeginn der Zeit in der Tech-Branche vertreten - erinnert Ihr Euch an die großartige Margaret Hamilton, die erste Software-Ingenieurin der Geschichte? Sie ist unter anderem dafür verantwortlich, dass überhaupt jemals ein Mensch den Mond betreten konnte. Es gibt viele Frauen da draußen, die sich für Technik interessieren!

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So sollte es sein: Gleichberechtigung / © ChristianChan / Shutterstock.com

Auch Kinder werden sich zunehmend der Rolle von Frauen in der Wissenschaft bewusst. Das zeigt auch eine Studie der Northwestern University aus dem vergangenen Jahr und eine Analyse der Washington Post. In der Studie "Draw a Scientist" wurden Zeichnungen von Kindern aus den vergangenen 5 Jahrzehnten überprüft, in denen diese eine/n Wissenschaftler/in zeichnen sollten.

Die Daten sind aufschlussreich: So zeichneten drei von zehn Kindern im Vorjahr eine Frau. Und auch wenn das immer noch nach lächerlich wenig klingt, ist es ein Triumph. Ja, richtig! Und das liegt daran, dass in den 80er Jahren noch keines der Kinder überhaupt eine Frau zeichnete. In deren Augen war jeder Wissenschaftler ein Mann.

"Angesichts dieses Wandels von Stereotypen können Mädchen in den letzten Jahren ihr Interesse an Naturwissenschaften freier entfalten als bisher.", sagt der Hauptautor der Studie, David Miller, Doktor der Psychologie. "Frühere Studien haben gezeigt, dass diese geschlechtsspezifischen wissenschaftlichen Stereotypen das Interesse der Mädchen an naturwissenschaftlichen Aktivitäten und Berufen prägen können."

Klarer kann man es kaum ausdrücken. Je stärker die Präsenz solch wissenschaftlicher oder technischer Meilensteine von Frauen in den Medien aufbereitet wird, desto mehr wird ihre Arbeit in Branchenmagazinen veröffentlicht, was wiederum zu mehr Aufmerksamkeit führt und das wirkt sich bereits auf die jüngsten unter uns aus. Je mehr Sichtbarkeit sie bekommen, desto besser. Für sie, für uns und für zukünftige Generationen.

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Eine Zeichnung aus der Serie "Draw a Scientist" / © Northwestern University

Frauen bei wichtigen Veranstaltungen

Man muss keine herausragende Persönlichkeit in der Technik sein, um präsent zu sein. Wie Ihr wisst, decken wir bei uns die wichtigsten technologischen Event wie den MWC oder die IFA ab, bei denen sich Fachleute aus der Branche aus aller Welt treffen. Auch hier lassen sich auch zwei Dinge feststellen: Es gibt immer mehr Frauen in der Branche und es gibt immer noch nicht genug!

Um den ersten Punkt näher zu erläutern, möchte ich als Beispiel den MWC in Barcelona nehmen, in dessen Rahmen auch das Women4Tech-Programm ins Leben gerufen wurde. Das feiert dieses Jahr dreijähriges Jubiläum und setzt sich dafür ein, Frauen bei solchen Veranstaltung eine Stimme zu geben und damit die Vielfalt zu fördern.

Das Negativ-Beispiel zeigte sich auf der CES in Las Vegas, bei der es zum zweiten Mal in Folge keine Frau als Sprecherin auf den Panels gab. "Die CES speist damit noch immer die sexistische Einstellung, an deren Veränderung viele andere im letzten Jahr gearbeitet haben", kommentierte Mashable dazu. 

Und das da oben sind nur zwei Event!

Hoffnung auf die Zukunft

Aber vergessen wir auch nicht die positiven Seiten. Wir leben immerhin mittlerweile in einer Zeit, in der es nicht mehr tabu ist, den Namen einer Frau in die Geschichtsbücher einzutragen. Und Frauen bekommen die Aufmerksamkeit, die sie zuvor nicht bekommen haben oder für die sie verdammt hart kämpfen mussten. Man gibt der neuen Generationen von Frauen, die stark auftreten, eine Stimme. Feminismus ist kein Tabu mehr.

Zur freundlichen Erinnerung:

Feminismus

Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt.

Feminismus ist kein Trend, und wir sollten auch nicht darum kämpfen müssen, weil wir jetzt "in Mode" ist. Die Gleichberechtigung auf allen Ebenen ist etwas, für das wir alle kämpfen sollten! So werden auch wir weiterhin auf gleicher Augenhöhe berichten.

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Top-Kommentare der Community

  • Madoc vor 3 Wochen

    So wie jeder vernünftig denkende Mensch bin ich dafür, dass alle Menschen ein Recht auf Chancengleichheit haben. Allerdings kein Recht auf das gleiche Ergebnis. In letzterem Punkt komme ich also nicht überein mit der dritten Welle des Feminismus, und auch nicht mit den Forderungen nach Frauenquoten, von denen manchmal zu hören ist.

    Darum würde ich mich in dieser Hinsicht als „Gender Egalitarian“ bezeichnen.

    Was die kommende Generation angeht, bin ich optimistisch. Es gibt derzeit mehr Studentinnen als Studenten. Weibliche Staatsoberhäupter sind normal geworden. Und meine ältere Tochter will derzeit Forscherin werden - genau wie Marie Curie. :-)

  • Michael B. vor 3 Wochen

    Dass heute überhaupt noch hierüber diskutiert werden muss und Frauen zig Rechtfertigungen zur Wahrnehmung ihrer Leistungen anbringen müssen, ist die Crux an der Sache.

    In einigen Dingen haben wir uns aus der Mitte des letzten Jahrhunderts Gott sei Dank weiterentwickelt - in der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist noch viel "Optimierungsbedarf"...

  • Jörg W. vor 3 Wochen

    Ist doch bei euch nicht anders . Alleine schon die Überschrift in eurem Artikel , daß eine Frau das schwarze Loch fotographiert hat sagt doch schon alles .
    Warum muß man das so reißerisch erwähnen . Ist doch egal ob Mann ,Frau oder der Hund meiner Nachbarin. Daran sieht man in welchem Ausmaße immer noch zwischen den Geschlechtern unterschieden wird.

  • Tenten vor 3 Wochen

    Felix von Leitner hat es in seinem Blog recht gut auf den Punkt gebracht, warum diese ganze Berichterstattung von Sexismus nur so strotzte. Nachzulesen hier:
    https://blog.fefe.de/?ts=a251d834

    Ich kann mich dieser Meinung nur anschließen. Seit Anfang der 90er Jahre befasse ich mich mit Feminismus, gender war, Gleichstellung und was es nicht noch alles für Schlagworte für die eigentlich immer gleiche Sache gibt. Ich habe mit Autorinnen der Emma diskutiert und hab an zig Veranstaltungen, Workshops und Seminaren zum Thema teilgenommen, wo ich gerne auch mal (als einziger männlicher Teilnehmer) als Buhmann herhalten musste. Damit will ich sagen, ich kenne die Argumente und verschiedenen Thesen und Theorien zur Genüge. Ob diese Fotos nun eine besondere Leistung darstellen oder nicht mag ich nicht beurteilen, aber auch ich fand den Großteil der Berichterstattung zum Thema sexistisch, unnötig und für den Kampf der Feministinnen nicht hilfreich sondern kontraproduktiv.

34 Kommentare

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  • Frau Santos, danke für Ihren sehr klugen Bericht, der so manchem Mann in Erinnerung rufen kann, welch großer Anteil Frauen in Forschung und Entwicklung in allen Technik und Wissenschaftsbreichen bisher geleistet haben und es auch in Zukunft tun werden !

    Es gibt so viele grandiose weibliche Technikgenies, dass es so manchem ewiggestrigen Mann die Sprache verschlagen würde, wenn er die Fakten zur Kenntnis nähme !

    Es sei auch den zahllosen Mädchen und Frauen gedankt, die tagtäglich unbenannt unsere Technikwelt in Schwung halten und weiter bringen.


  • Claudia H.
    • Admin
    • Staff
    vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Am spannendsten finde ich eigentlich, dass die "das stimmt doch alles gar nicht"-Stimmen hier nur von Männern kommen 😉


  • Hat die Silvia Santos Probleme mit dem Selbstwertgefühl oder das Gefühl selber in Dreck gezogen zu werden oder braucht sie eher Mitgefühl anderer, weil sie über eine Sache schreibt die so nicht der ganzen Welt entspricht?
    Es gibt Länder, leider immer noch, wo Frauen den Männern untergeordnet werden und der Mann das sagen hat. Dies ist aber nicht auf der ganzen Welt so.

    "... denn zuvor wurden Frauen bei großen technologischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Meilensteinen zumeist ignoriert."

    Diese Aussage ist totaler Blödsinn 🙄und Humbug. Genauso das es angeblich sexistisch ist und diskriminierend. Wer behauptet so was ausser die Verfasserin hier? Frauen wurden schon immer auch bei vielen Dingen früher in den Vordergrund gesetzt und geehrt wie auch ausgezeichnet , die bedeutend waren. Die Verfasserin des Berichtes tut ja so als ob Frauen immer noch diskriminiert und herrab gesetzt werden. Frauen wurden schon früher hoch angesehen. Schon vergessen wie lange Angela Merkel unsere Bundesrepublik Deutschland anführt? Sängerin Nicole gewann einst den Eurovision Songcontest.
    Hier nur mal ein paar Beispiele berühmter Frauen in der Weltgeschichte :

    Claire Williams, seit Jahren Teamchefin des legendären Formel 1 Team Williams F1 Racing von ihren Vater Frank Williams. Auch wenn es momentan nicht so läuft, kommt der Erfolg wieder.

    Kleopatra herrschte als letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und zugleich als letzter weiblicher Pharao von 51 v. Chr. bis 30 v. Chr.

    Rita Levi-Montalcini
    22. Apr 1909 · 30. Dez 2012


    Rita Levi-Montalcini war eine italienische Neurologin, die zusammen mit dem Biochemiker Stanley Cohen „für ihre Entdeckung des Nervenwachstumsfaktors“ mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1986 geehrt wurde und mit ihrer Arbeit die neuronalen Prozesse bei Krankheiten wie Demenz und Krebs verständlicher machte.

    Florence Nightingale war eine britische Krankenschwester und Pionierin der Krankenpflege („Notes on Nursing“ 1859), die durch ihren Einsatz für die verwundeten Soldaten im Krimkrieg (1853–1856) zur britischen Nationalheldin wurde („Lady mit der Lampe“) und das Tortendiagramm erfand.

    Marie Curie
    Die französische Chemikerin und Physikerin polnischer Abstammung legte die Grundlagen für die moderne Kernphysik. Marie Curie erhielt für den gelungenen Nachweis von Radioaktivität und Strahlungsphänomenen 1903 mit ihrem Ehemann Pierre Curie und mit Antoine Henri Becquerel den Physiknobelpreis. Für die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium wurde Curie 1911 mit dem Chemienobelpreis ausgezeichnet. Damit erhielt Curie als erste Frau überhaupt sowie als erste Frau ein zweites Mal den Nobelpreis.

    Dorothy Crowfoot Hodgkin OM, geborene Dorothy Mary Crowfoot (* 12. Mai 1910 in Kairo; † 29. Juli 1994 in Shipston-on-Stour, England) war eine britische Biochemikerin. Für ihre Analyse der Struktur des Vitamins B12 erhielt sie 1964 den Nobelpreis für Chemie. 1987 wurde sie mit dem Internationalen Lenin-Friedenspreis ausgezeichnet.

    Steffi Graf
    Die deutsche Tennisspielerin gilt als eine der talentiertesten und erfolgreichsten Spielerinnen der Sportgeschichte. Sie gewann in ihrer beispiellosen Karriere 107 Titel, darunter 22 Grand-Slam-Turniere und sieben Mal Wimbledon (1988, 1989, 1991, 1992, 1993, 1995 und 1996). Sie führte 377 Wochen die Weltrangliste an. 1988 siegte sie bei allen vier Grand-Slam-Turnieren sowie bei den Olympischen Spielen und gewann so als bisher einzige Person den Golden Slam. Darauf wurde Steffi Graf zur "Sportlerin des Jahrhunderts" gewählt. Ihr privater Einsatz gilt zahlreichen Organisationen zur Wahrung der Menschenrechte und dem Naturschutz, die sie mit finanziellen Mitteln und ihrer Popularität unterstützt...

    www.whoswho.de/sonderseite/die-100-frauen.html


    • Claudia H.
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      "Hat die Silvia Santos Probleme mit dem Selbstwertgefühl oder das Gefühl selber in Dreck gezogen zu werden oder braucht sie eher Mitgefühl anderer, weil sie über eine Sache schreibt die so nicht der ganzen Welt entspricht?" - echt jetzt? Silvia ist eben die einzige, die sich an solche Themen traut. Respekt und Hut ab dafür!!!


      • Alles bestens. Find ich auch gut aber der Artikel ist so geschrieben, daß es sich liest als ob Frauen überhaupt nirgends erwähnt werden und nicht mal existieren. Totaler Mist. Frauen haben schon immer eine berühmte Rolle gespielt.


  • Frauen und Männer sind nicht gleich, aber alle müssen und dürfen und sollen die gleichen Chancen haben und dabei ist das Geschlecht bitteschön nur als das was es ist zu sehen, ein Unterschied, der keine Qualifikation oder Disqualifikation darstellt. Punkt.


  • Wenn Frauen in die Küche sollen, wieso sind alle prominenten Köche Männer? Auch hier muss eine Quote her!


    • Claudia H.
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Genau: warum sind die Männer die prominenten? ... ;)


      • In der Geschichte gab es schon viele berühmte Frauen. Heutzutage Queen Elisabeth 2. oder sehr bekannt Montserrat Caballé
        (spanische Opernsängerin), Nichelle Nichols bekannt als Miss Uhura aus der Serie Star Trek. Sie und William Shatner (Capt. Kirk) sollen sich in einer Folge geküsst haben. Eine stark kritisierte Szene in dem Ende 60er.Ein weißer Mann küsst eine Frau, afrikanischer Herkunft. Ich fand die Folge schön.


  • Ist doch bei euch nicht anders . Alleine schon die Überschrift in eurem Artikel , daß eine Frau das schwarze Loch fotographiert hat sagt doch schon alles .
    Warum muß man das so reißerisch erwähnen . Ist doch egal ob Mann ,Frau oder der Hund meiner Nachbarin. Daran sieht man in welchem Ausmaße immer noch zwischen den Geschlechtern unterschieden wird.


  • Dass heute überhaupt noch hierüber diskutiert werden muss und Frauen zig Rechtfertigungen zur Wahrnehmung ihrer Leistungen anbringen müssen, ist die Crux an der Sache.

    In einigen Dingen haben wir uns aus der Mitte des letzten Jahrhunderts Gott sei Dank weiterentwickelt - in der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist noch viel "Optimierungsbedarf"...


  • So wie jeder vernünftig denkende Mensch bin ich dafür, dass alle Menschen ein Recht auf Chancengleichheit haben. Allerdings kein Recht auf das gleiche Ergebnis. In letzterem Punkt komme ich also nicht überein mit der dritten Welle des Feminismus, und auch nicht mit den Forderungen nach Frauenquoten, von denen manchmal zu hören ist.

    Darum würde ich mich in dieser Hinsicht als „Gender Egalitarian“ bezeichnen.

    Was die kommende Generation angeht, bin ich optimistisch. Es gibt derzeit mehr Studentinnen als Studenten. Weibliche Staatsoberhäupter sind normal geworden. Und meine ältere Tochter will derzeit Forscherin werden - genau wie Marie Curie. :-)


    • Ich äußere mich zuerst zum letzten Punkt.
      In Deutschland jedenfalls gibt es nach wie vor mehr Studenten als Studentinnen.

      In Universitäten nur marginal, in Fachhochschulen noch recht deutlich.

      Was Deine Tochter angeht, freut es mich natürlich dass sie einen für sie adäquaten Weg gefunden hat.
      Chemikerinnen und gerade auch Physikerinnen gibt es ohnehin viel zu wenige in Deutschland.

      Ich finde den Beitrag gut, bin jedoch wie Du auch gegen Quoten. Es gibt andere Möglichkeiten die Gleichberechtigung zu stärken, was bei der Erziehung anfängt.

      Wir sind auf dem richtigen Weg in Deutschland, jedenfalls die meisten, jedoch noch nicht am Ende.


      • "Chemikerinnen und gerade auch Physikerinnen gibt es ohnehin viel zu wenige in Deutschland."
        Einem liberalen Menschen ist nur wichtig, dass es insgesamt genug Chemiker*innen und Physiker*innen gibt.
        Meiner Kenntnis nach, sind in Deutschland Frauen durchaus in der Lage, die Wahl des Studiengangs selbst vorzunehmen. Oder gibt es für sie tatsächlich Zugangsbeschränkungen, die es für Männer nicht gibt?


      • Seit wann kommt es nur darauf an was theoretisch möglich ist?

        Wenn einer 10 Jährigen in der vierten Klasse gesagt wird das Mathematik Männerdomäne ist, dann prägt das. Ob du es nun wahrhaben willst oder nicht.

        Das Argument nach der theoretischen Wahl stellt sich in dem Moment doch dann gar nicht mehr.
        Und Dein Argument dass es einem liberalen Menschen doch egal sein sollte ob nun Mann oder Frau jenen Job ausübt ist doch etwas scheinheilig wenn Du das Grundproblem nicht mal verstanden hast.

        Kinder werden erzogen und gerade sozialschwache Gegenden und Bevölkerungsschichten sind beim Thema Gleichberechtigung in der Erziehung eben noch nicht so weit.

        Damals gab es in unserem Informatik Unterricht nur Jungs und es galt immer "Frauen können kein Mathe". Wie gesagt, solche überholten Geschlechterbilder prägen.


      • Du bist ziemlich frech, wie ich finde. Ich habe also das Grundproblem nicht verstanden, wenn ich anderer Meinung bin. Im Übrigen erziehen in Deutschland noch immer vor allem Frauen die Kinder. Bei "Zugereisten" sind es wohl noch mehr.
        Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass sich die Gesellschaft sowieso in deine bevorzugte Richtung bewegt. Was ich auch sehr begrüße. Allerdings sollten wir damit aufhören, Frauen und Männer gegeneinander auszuspielen. Das fördert Hass und behindert das friedvolle Miteinander.


      • Ich glaube dass Worte wie "zugereiste" eher Hass und Trennung fördern.

        Und ich bin nicht "frech" weil Du eine andere Meinung hast, sondern weil Du glaubst, bzw es jedenfalls in Deinem Beitrag impliziertest, dass Frauen in Deutschland absolut die gleichen Chancen haben, nur weil es theoretisch die Möglichkeiten gibt.

        Ich habe Dir hiermit simpel an einem Beispiel (von hunderten) dargelegt dass es eben leider nicht so ist.
        Du kannst der Meinung sein dass es gut so wie es ist, aber die Meinung dass das Frauenbild in Deutschland dem Männerbild ebenbürtig ist stimmt einfach nicht.

        Klar erziehen viele Frauen ihre Kinder. Oft eben die Frauen die genauso erzogen worden sind wie ich es benannt habe. :).

        Und ja, diese Entwicklung begrüße ich auch und hoffe dass sie weitergeht.
        Ich als Informatiker würde mir wünschen dass mein Berufszweig für Frauen auch interessanter wird, es gibt insgesamt zu wenige Informatiker. (ob m oder w).


      • Das mit den "Zugereisten" sagst du mal einem Münchner. Lächerlich.
        Dass ich die Veränderung begrüße, habe ich bereits geschrieben. Dass du den jungen Leuten die Fähigkeit absprichst, ihre Vorstellungen zu verwirklichen, ist die nächste Frechheit.
        Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu reaktionär. Kein Wunder, da männlich, weiß und alt.


      • Ich jedenfalls werfe Dir nicht vor dass Du männlich, weiß und alt bist.

        Ich bin auch männlich und weiß, keine Ahnung was das damit zu tun hat.
        Ich spreche den jungen Menschen gar nichts ab, ich sehe und verstehe nur wie unsere Gesellschaft funktioniert und welche Hürden sie gehen muss und nicht zuletzt in welchen vorgefertigten Klischees wir festsitzen. Das ist ein Prozess und auch Du musst verstehen dass dieser Prozess eher am Anfang als am Ende steht.

        Ich empfinde das Wort lächerlich auch als ziemlich "frech" um bei Deiner Bemerkung zu bleiben.

        Meine Freundin ist gebürtige Münchnerin, sie versteht es im Übrigen auch nicht, was soll mir das jetzt bringen?

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