e-LKWs im Nahverkehr sinnvoll?

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  • Forum-Beiträge: 7.072

07.06.2019, 12:32:45 via Website

Hauptberuflich arbeite ich für ein großes Logistikunternehmen, daher liegt mir dieses Thema ein wenig am Herzen. Wir setzen seit einigen Jahren nicht nur auf e-Lastenräder, sondern testen auch mehr oder weniger erfolgreich e-LKW.

Während unsere LKWs ganz konventionell an Ladepunkten geladen werden, wird für Autobahnen ein Oberleitungssystem getestet.

Inwieweit findet ihr die Elektrifizierug des Frachtverkehrs mit LKW sinnvoll, oder sollte man doch eher auf die Bahn auslagern, was nach all dem Investitionsstau aber wahrscheinlich mit weit höheren Kosten verbunden ist und weniger Flexibilität an den Tag legt ...!
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— geändert am 07.06.2019, 12:33:24

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  • Forum-Beiträge: 17.002

07.06.2019, 12:38:08 via Website

Dem Oberleitungssystem auf Autobahnen stehe ich äußerst kritisch gegenüber. Oberleitungen können reißen. Kommt bei der Bahn zum Beispiel im Winter ja offenbar öfter vor, wenn ich die Durchsagen verfolge.

Auf Straßen halte ich das für ein zusätzliches Risiko, wenn zum Beispiel ein entsprechender Gefahrguttransporter in einen Unfall verwickelt ist, bei dem die Oberleitung abgerissen wurde. Immerhin hat die Bahn ein System, dass immer nur ein Zug in einem Abschnitt fahren darf, auf Straßen gibt es das nicht.

Grüße
Aries


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  • Forum-Beiträge: 7.072

07.06.2019, 12:43:13 via Website

Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Auch bei Schwerlasttransporten wird es schwer, weil die Oberleitungen da erst aufwendig auf möglicherweise Kilometerlänge gelegt werden müssen...

Vielleicht wäre eine Stromschiene die Alternative, wie sie beispielsweise in Bordeaux genutzt wird ...


Ungefährlich für Fußgänger und somit auch für andere Fahrzeuge ... als Bonus vielleicht sogar für PKW nutzbar ;)

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  • Forum-Beiträge: 2.358

07.06.2019, 12:47:48 via Website

Die Straßen sind doch eh schon viel zu voll. Viele Fahrer können die Ruhezeiten nicht einhalten, weil sie keinen Platz mehr finden an den Autobahnen, wo sie halten können. Die Rastplätze sind derart überfüllt, dass es dort häufig zu extrem gefährlichen Situationen kommt, weil schon die Ausfahrt in den Rastplatz versperrt ist.

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  • Forum-Beiträge: 901

07.06.2019, 15:19:00 via Website

Das erfordert aber ein Aufreissen der Strasse, was sehr teuer ist, und geschlossene Strecken, was im Schwerlastverkehr unrealistisch ist. Die Doppeloberleitung kann auch nur auf Teilstrecken eingesetzt werden, um z.B. einen Akku zu laden, und die Teilstrecke ohne Akkubelastung zu fahren. Bei der Stromschiene, einer Art Unterleitung, müsste ja dann ein entsprechender Abnehmer irgendwie eingefädelt werden, wenn die Stromschiene nicht auf der ganzen Strecke verfügbar ist. Ich frage mich auch, ob ein Betrieb der Bahn noch möglich ist, wenn die Straße überflutet ist, denn das Wasser würde dann einen Kurzschluss bilden, oder zumindest einen zusätzlichen Strompfad.
Dann schon lieber Strecken, die es ermöglichen PKW oder LKW induktiv zu laden, aber auch die müssen aufgerissen werden, was teuer ist, gerade bei LKW sind die zu übertragenden Energien riesig, und es liegt wenig Erfahrung mit der Technik vor.
Im Nahbereich sind ja leichte LKW mit herkömmlichen Akkus schon unterwegs (Post). Im Fernverkehr gebe ich dem Verbrenner noch länger, eventuell mit mehr Einsatz in Erdgasfahrzeugen, oder Wasserstofffahrzeugen, dort evtl. sogar als Direktverbrenner.

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  • Forum-Beiträge: 27.108

07.06.2019, 17:08:55 via Website

90% der Busse fahren mindestens die Hälfte des Tages halb leer.
Warum macht man nicht eine abgetrennte Zone, die sich mit einer Falttür schnell einrichten lässt und transportiert dort die kleineren Güter, neben der regulären Fahrgäste, innerhalb einer Stadt?
Die Mitarbeiter der entsprechenden Geschäfte oder Firmen könnten dann die Lieferung entgegen nehmen (ich meine jetzt nicht die Lieferung für den Aldi Markt ;) )
Damit könnte man bestimmt Geld, Energie und Zeit sparen.

— geändert am 07.06.2019, 17:09:50

💕🎀 Tierschutz-Shop 🎀💕

. . . . . .Helfen. Einfach so. . . .

🐾 🐾 🐾 🐾 🐾 🐾

Andreas V.

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  • Forum-Beiträge: 3.590

07.06.2019, 23:44:10 via Website

Michael K.

Das erfordert aber ein Aufreissen der Strasse, was sehr teuer ist, und geschlossene Strecken, was im Schwerlastverkehr unrealistisch ist.

Für ein System, welches derzeit in Schweden getestet wird, gelten beide Punkte nicht mehr. Um die Schienen in die vorhandene Straße zu integrieren, existiert bereits eine Maschine, die rel. kostengünstig eine Nut fräst und die stromführenden Komponenten in einem Durchgang einsetzt. Gezeigt wurde die Funktion an einem LKW, der automatisch die Kontaktelemente absenkt und bei Abfahrten von der Autobahn, Tankstellen etc. wieder einfährt. Das ganze System ist sogar für PKWs geeignet!

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Michael K.Andreas V.

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  • Forum-Beiträge: 382

08.06.2019, 08:50:37 via Website

Auf einer Seite sinnvoll, aber das löst das Problem voll verstopften Autobahnen und Strassen nicht.
Im Jahre 1907 hatte ein kleines Städtchen Monschau 14 Brauereien, in diesem Jahr wurde die letzte platt gemacht, sehr Schade, das Zwickelbier war sehr sehr gut
.
Brauereien, Ziegeleien und viele anderen Bereiche/Firmen wurden aufgekauft und platt gemacht ( in Ostdeutschland sogar massiv ) , jetzt wird nur in einigen Betrieben produziert und quer durch Deutschland transportiert.
Dezentralisierung, dort wo möglich ist, wäre eine bessere Lösung, neue Arbeitsplätze , Strassenentlastung...
Das ist aber nur politisch durchführbar...
Also kaum möglich... An das Land zu denken ist für unsere Volkverr... Volksvertreter ( ? ) nicht drin

Ingalena

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  • Forum-Beiträge: 11

08.06.2019, 09:06:09 via Website

Die Straßen werden ohnehin ständig aufgerissen und man könnte dann die Verlegung einer Schiene mit erledigen. So teuer wie eine Oberleitung ist das bei weitem nicht und versaut auch nicht zusätzlich die Landschaft.

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  • Forum-Beiträge: 382

08.06.2019, 09:23:41 via Website

Und wer soll das finanzieren ?
Wir haben kaum Geld für unsere Strassen, müssen EU finanzieren...

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  • Forum-Beiträge: 22.002

08.06.2019, 10:08:47 via App

Bei uns fährt seit ein paar Jahren "Emil".
Das sind Elektrobusse der Verkehrs AG.
Erst wurde es mit einem Bus probiert, und nach vielem hin und her wurde auf induktives (Schnell-) Laden an bestimmten Haltestellen gesetzt.
Inzwischen fahren mehrere Busse und es wurden gerade 10 neue bestellt um die Strecken auszubauen.

Also warum keine E-LKW im Nahverkehr? Was bei Bussen klappt, dürfte doch bei LKWs auch nicht so schwer sein, eventuell könnte man sogar mit den Verkehrsbetrieben reden.
Auf die Weise könnten vielleicht noch andere Strecken ausgebaut werden.

Allerdings bedürfe das Planung, damit man den Busbetrieb nicht stört.

Auf Autobahnen im Fernverkehr glaube ich nicht, dass das etwas wird.

Änderungen sind meist Rechtschreibfehlern geschuldet. ;)

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  • Forum-Beiträge: 206

09.06.2019, 12:28:17 via Website

E-Nutzfahrzeuge im Nahbereich (Postzustellungen etc) halte ich für durchaus sinnvoll. Hierfür jedoch eine separate Infrastruktur ( Oberleitungen ) zu schaffen macht keinen Sinn.

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Bastian Siewers
  • Admin
  • Staff
  • Forum-Beiträge: 9.685

11.06.2019, 09:45:08 via Website

Guten Morgen :)

Wie hier schon andere gesagt haben, im Nahverkehr halte ich das Ganze für sehr sinnvoll. Es gibt ja immer wieder die Diskussion, ab wie viel Kilometer sich ein E-Fahrzeug überhaupt lohnt, die Frage brauchen wir hier wohl nicht wirklich stellen. Die Fahrzeuge sind so viel unterwegs, und immer auf den selben Strecken, dass sich das sehr schnell rechnet.

Bei LKWs sehe ich das zwar ähnlich, aber wirklich nur auf der Kurzstrecke. Ich verstehe es bis heute nicht, dass man es nicht schafft, die Bahn hier mehr einzusetzen. Unsere Autobahnen sind voll von LKWs, und das wird regelrecht monatlich schlimmer. Würde man konsequent die Infrastruktur der Bahn weiterentwickeln, könnte man sich so einige LKWs sparen. Aus meinem direkten Umfeld weiß ich auch, dass Unternehmen durchaus Interesse daran haben, da allein die Größe massiv Kosten einsparen könnte. Die Infrastruktur etc. lässt es aber eben einfach nicht zu und es wird immer weniger auf die Bahn gesetzt.

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  • Forum-Beiträge: 3.590

11.06.2019, 09:56:35 via Website

Bastian Siewers

Ich verstehe es bis heute nicht, dass man es nicht schafft, die Bahn hier mehr einzusetzen.

Die Politik und die Bahn haben die Infrastruktur (Schienen, Brücken, Bahnhöfe etc.) über die Jahrzehnte verkommen lassen, das rächt sich jetzt. Viel Strecken sind darüberhinaus eingleisig und zusätzlich läuft der Personen- und Güterverkehr über dasselbe Gleis. Die Bahn ist ein maroder Staatskonzern!

Mein Mainframe -> HP16C

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Bastian Siewers

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  • Forum-Beiträge: 2.358

11.06.2019, 11:30:35 via Website

Ich denke, da liegt auch das Hauptproblem. Eigentlich wäre der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Schienenverkehrs weitaus wichtiger, als hier oder dort mal auf Gas oder Elektro umzurüsten. Das sind zwar gute Ansätze, aber schaffen keine freieren Straßen und entlasten auch die Umwelt kaum. Ich pendle selbst täglich mit der Bahn und kann viele verstehen, die nicht aufs Auto verzichten wollen, weil es mit der Bahn einfach eine Katastrophe ist.

Kai HenkerBastian Siewers

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  • Forum-Beiträge: 382

17.06.2019, 23:10:28 via Website

Müli

Bastian Siewers

Ich verstehe es bis heute nicht, dass man es nicht schafft, die Bahn hier mehr einzusetzen.

Die Politik und die Bahn haben die Infrastruktur (Schienen, Brücken, Bahnhöfe etc.) über die Jahrzehnte verkommen lassen, das rächt sich jetzt. Viel Strecken sind darüberhinaus eingleisig und zusätzlich läuft der Personen- und Güterverkehr über dasselbe Gleis. Die Bahn ist ein maroder Staatskonzern!

Nicht meckern, wichtig ist, dass wir der beste Einzahler in die EU-Kasse sind .... ;)

Im ernst, in den Verwaltungen sollten Fachleute sitzen, keine Vollidioten...

— geändert am 17.06.2019, 23:13:50

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  • Forum-Beiträge: 483

18.06.2019, 13:47:58 via App

Was hat jetzt die EU oder irgend eine Verwaltung mit der Elektrifizierung des Gewerblichen Güternahverkehr zu tun ?

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