E-Scooter: Zukunft oder Schrott?

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Bastian Siewers
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03.05.2019, 11:27:06 via Website

Unser Steffen hat gestern einen interessanten Meinungs-Artikel geschrieben, zum Thema E-Scooter. Zusammenfassend gesagt, sieht er keine wirkliche Zukunft für die kleinen elektrischen Roller, da sie keine langfristige Nische haben, und kein anderes Gefährt wirklich ersetzen können. Hinzu kommt, dass vor allem die günstigen Leih-Roller scheinbar so schlecht verarbeitet sind, dass sie mitunter nicht länger als einen Monat halten.

Ich fahre jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit, der Weg mit dem Fahrrad wären ca. 8,5 km. Mir ist durchaus schon der Gedanke gekommen, diesen Weg einfach mit einem Roller zurückzulegen, ohne mich wirklich länger mit dem Thema beschäftigt zu haben. Noch sind sie ja in Deutschland nicht zugelassen, so lange spielt der Gedanke letztlich ja eh keine Rolle. Aber der Artikel hat mich zumindest zum Nachdenken angeregt ... sind die Dinger wirklich so schlecht und letztlich für einen solchen Weg überhaupt nicht nutzbar?

Ich stimme Steffen allerdings nicht in allen Punkten zu. Letztlich stufe ich die Roller genauso wie ein Fahrrad ein. Was die Gefährlichkeit angeht, sehe ich da ehrlich gesagt bisher keine großen Unterschiede. Ich mag auch ehrlich gesagt diese effektvollen Artikel nicht, wenn es die ersten Unfälle gegeben hat. Das macht sie nicht per se schlecht. Sonst wären alle anderen Fahrzeuge jeglicher Art ja auch gemein gefährlich und müssten von den Straßen verschwinden.

Aber was sagt ihr zu den kleinen Gefährten?

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03.05.2019, 14:07:01 via Website

Hallo,

ich stimme dem Beitrag von Steffen voll zu!
Gut, ich bin schon Rentner und käme mit dem Roller selbst nicht so klar. Ich fahre aber Fahrrad und sehe keinen Vorteil dieser Roller demgegenüber.
Wenn diese Roller dann auf dem Radweg fahren, wird das durcheinander noch größer und das "bei Rot fahren, abbiegen ohne Voranzeige" wird die Gefahr - auch für andere Verkehrsteilnehmer nur erhöhen.
Ich habe mir die Beiträge im Fernsehen zu diesen Rollern angesehen. Das klingt ja da gut aber die Realität ist eben dann ganz anders. So wie jetzt bereits hier in der Stadt: rasende Radfahrer mit 5cm Abstand an Fußgängern vorbei(!), in Fußgängerzonen, auf engen Gehwegen, unangekündigtes Abbiegen usw.
Das dann noch mit diesen Rollern (die ja noch weniger vom Fußgänger unterschieden werden, also vom Auto/LKW-Fahrer aus gesehen!)
Der Vorteil, dass die Roller einpackbar sind soll das alles aufwiegen?

Grüße aus Leipzig

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  • Forum-Beiträge: 22.129

03.05.2019, 14:48:55 via App

Alter Leipziger

Das dann noch mit diesen Rollern (die ja noch weniger vom Fußgänger unterschieden werden, also vom Auto/LKW-Fahrer aus gesehen!)

So ganz Unrecht hast du da nicht. Für Verkehrsteilnehmer auf der Straße ist es schwer, in einer Menge auszumachen, kommen da nur Fußgänger, oder ist da ein Roller dabei. Gerade beim Rechtsabbiegen muss man da deutlich mehr aufpassen. Vor 30m überholte Fußgänger sind dann noch nicht da, aber ein Roller?

Skater sieht man die meisten schon von weitem, Radfahrer ebenfalls, aber der Mann mit Anzug kann auch mit dem Roller unterwegs sein, und ist vielleicht gerade langsamer, weil er irgendwen getroffen hat.

Und dann kommt noch das Problem, wo fahren.

Auf Radwegen maulen die Radfahrer "hier nicht", auf Fußwegen ist plötzlich der normale Fußgänger im Nachteil, und auf der Straße muß ich die Leute auch nicht gerade haben.

Ich gebe zu, seit meiner Kindheit nicht mehr auf einem Roller gestanden zu haben, aber ist es beim Roller überhaupt möglich, die Hand beim Richtungswechsel rauszuhalten, wie ein Radfahrer?

Änderungen sind meist Rechtschreibfehlern geschuldet. ;)

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Pippi
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03.05.2019, 15:13:19 via App

https://www.emobilserver.de/nachrichten/elektro-fahrzeuge/elektro-roller/1579-bamberg-15-e-scooter-von-bird-nun-f%C3%BCr-den-stra%C3%9Fenverkehr-zugelassen.html

Ich kann mich nicht erinnern, im Testzeitraum einen gesehen zu haben.
witzig finde ich, dass die Dinger max 20 km/h schnell sein, man einen Führerschein besitzen muss und einen Fahrradhelm tragen muss.
da ist jeder Radfahrer schneller unterwegs, der benötigt nicht zwingend einen Helm und Führerschein auch nicht.

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Pippi
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  • Forum-Beiträge: 4.506

03.05.2019, 15:37:09 via App

@Bastian: ich kann nur wiedergeben, was bei uns in Zusammenhang damit veröffentlicht wurde, auch in dem verlinkten Bericht. das war ja richtig großes Thema hier.
kann auch sein, dass die Helmpflicht nur im Testzeitraum war.
Die Roller dürfen auch nicht überall fahren. aber das dürften Radfahrer ja auch nicht.🤷

— geändert am 03.05.2019, 15:38:17

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  • Forum-Beiträge: 454

03.05.2019, 15:38:43 via Website

Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass auch beim Fahrrad Helmpflicht bestehen sollte

Ich fahre nun seit mehr als 60 Jahren mit dem Fahrrad und habe noch nie einen Helm gehabt! Unfall usw. waren da auch dabei.
Übrigens, auch die, die praktisch mit einer "Metallrüstung" fahren - im Auto - haben auch schwere Unfälle

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Bastian Siewers
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03.05.2019, 16:13:59 via Website

Keiner sagt, dass mit Helm keine schweren Unfälle mehr passieren. Nur ist es nun mal Fakt, dass ein Helm unter Umständen schwere Verletzungen verhindern kann - und das ist dann nicht nur für den Geschädigten von Vorteil, sondern auch für den Verursacher ;)

Frauke N.Tenten

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  • Forum-Beiträge: 2.393

03.05.2019, 18:10:55 via Website

Ich stehe den Scootern grundsätzlich positiv gegenüber, denn es gibt sicherlich einige Leute, denen diese Dinger ihre Wege wesentlich leichter machen und die nicht einfach auf ein Fahrrad ausweichen könnten. Allerdings habe ich ein Problem damit, wo diese Scooter denn mal fahren werden. Es ist ja nicht so, dass es die Wahl zwischen Fahrbahn für Autos, Radweg und Fußweg gibt, denn in großen Teilen unserer Städte existiert gar kein Radweg. Schon heute weicht da ein Teil der Radler dann gerne auf den Fußweg aus und ich habe die Befürchtung, dass das bei den Scootern der überwiegende Anteil sein wird, denn auf der Straße werden sie von Autofahrer vermutlich nicht toleriert. Fußwege sind aber nicht nur Wege für Fußgänger, sie sind auch Schutzzonen. Zum einen für die schwächsten im Straßenverkehr, Kinder, Alte und Behinderte. Zum anderen aber auch als Schutzbereich vor Hauseingängen oder beim Aussteigen aus dem Bus oder Auto. Diese Zonen brauchen wir! Und ich habe es im Magazin schon geschrieben, wenn eure kleine Tochter oder euer 80-jähriger Vater mit einem 100 Kilo Geschoss mit 20 km/h kollidiert, dürften beide das vermutlich nicht überleben. Klar, das ist jetzt auch schon so bei Fahrrädern. Deren Zahl hält sich auf Fußwegen aber durchaus noch in Grenzen. Scooter werden aber langfristig alle auf dem Fußweg landen. Die einzige Lösung, die ich derzeit sehe, ist dem Automobil Raum wegzunehmen. Das müssen nicht gleich Fahrverbote sein, auch mit Shared Spaces hat man weltweit sehr gute Erfahrungen gemacht. Und diese parkenden Blechtonnen, die Unmengen an notwendigem Platz für nichts fressen, müssen verschwinden. Dazu müssen gute Konzepte her und nicht einfach nur Verbote, das ist klar. Aber wir sollten langsam mal damit anfangen und Scooter könnten ja die Initialzündung dafür sein.

Bastian Siewers

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  • Forum-Beiträge: 22.129

03.05.2019, 18:42:41 via App

Diese abgeteilten Fahrspuren für Radfahrer haben wir an einigen Stellen.

An einer Stelle extrem blödsinnig, Auto und Fahrrad teilen sich 1! Fahrspur, und daneben befindet sich ein mindestens genauso breiter fast leerer Fußweg. 🤦‍♀️

An einer anderen viel befahrenen Straße (eine von zwei Möglichkeiten aus meiner Richtung in die Innenstadt) teilweise total verwirrend.

Rechts und links abgeteilte Radwege, dazwischen eine Straße die dadurch zu schmal ist für eine Fahrbahnmarkierung. Wenn sich zwei Busse entgegen kommen, geht nix mehr. (Da fahren auch 3 Buslinien).

An den Enden der Straße auch noch eine Radspur zwischen den Autos, für den Geradeaus Verkehr.

Der Witz ist, neben der Straße befindet sich auf beiden Seiten ein geteilter Fußweg.

Das Ende vom Lied ist, von 5 Radfahrern fahren 2 auf der Straße, 3 auf dem Fußweg.

Wer soll da noch durchsteigen?

Änderungen sind meist Rechtschreibfehlern geschuldet. ;)

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