WhatsApp, die DSGVO und die Nutzung in Unternehmen

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C. F.
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  • Forum-Beiträge: 529

28.04.2018, 11:25:04 via Website

Bis zum 25.05. geht es nicht mehr lange und die Umsetzung der DSGVO in kleineren Unternehmen wird aus eigener Erfahrung kaum oder gar nicht vollzogen. Da kommen immer wieder die selben Aussagen wie "Uns hat noch keiner kontrolliert" oder "Für die sind wir doch zu klein". Das haut mich jedes mal aus den Socken. Ich persönlich würde das nicht auf die leichte Schulter nehmen, von daher auch hier einfach mal zum nachlesen:

Jeder kennt es, nahezu jeder nutzt es – WHATSAPP.
Schon lange hat Whatsapp seinen Platz nicht nur im Privatumfeld sondern auch im Business gefunden.

Doch müssen wir künftig, ab dem 25.05.2018, auf den beliebten Messenger verzichten?

Die Antworten sind im Grunde einfach:

Erlaubte Nutzung von Whatsapp:

Nutzen Sie Ihr Handy sowie Whatsapp ausschließlich für Privatzwecke, können Sie dies auch weiterhin tun. Unter ausschließlich Privat wird verstanden, dass Sie auch keine Telefonnummern oder Daten von Kollegen, Geschäftspartnern oder Mitarbeitern im Handy gespeichert haben.
In Art 2 Abs 2 lit c EU-DSGVO findet das Datenschutzgesetz keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten.

Nicht erlaubte Nutzung von Whatsapp:

Nutzen Sie Ihr Handy sowie Whatsapp für private sowie geschäftliche Zwecke begehen Sie einen klaren Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung.
Das Problem von Whatsapp liegt darin, dass Sie Whatsapp bei der Installation erlauben, dass der Messenger auf Ihre Kontakte zugreifen darf. Ebenso werden Daten wie Standortdaten, Informationen zum Handy-Modell, Betriebssystem und Mobilfunknetz ausgelesen. Da Whatsapp in Verbindung mit Facebook steht, werden daraufhin alle Ihre Daten an Facebook übergeben. Facebook nutzt diese Daten in den USA für sämtliche Auswertungen. Sie als Unternehmer können aber nicht detaillierte Auskunft darüber geben, wie und wo diese Daten verarbeitet werden. Ebenso kann Ihr Kunde nicht Gebrauch vom „Recht auf Vergessenwerden“ machen, da Sie die Daten die von Whatsapp gespeichert wurden nicht löschen können.
Laut Gesetz gilt daher, dass Sie von jeder Person, die Sie in Ihrem Handy speichern, eine Erlaubnis hierfür einholen müssen.

Zusammenfassend bedeutet dies, dass Whatsapp nicht den Datenschutzbestimmungen der DSGVO entspricht. Dahingehend sollten Sie eine Installation der APP auf Firmenhandys strikt untersagen.

Quelle: https://www.dsgvoapp.at/2018/01/16/whatsapp-dsgvo-kann-das-zusammenpassen/

— geändert am 28.04.2018, 11:26:04

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  • Forum-Beiträge: 2.498

28.04.2018, 15:23:45 via App

macht aber keiner, findet vermutlich auch keiner raus.
So mit dem Einverständnis ginge nur aus Whatsapp heraus, das man in Whatsapp seine Nummer eingibt und dann einen Opt-Out macht anstatt den Service zu benutzen. Dann müsst Facebook natürlich die Nummern trotzdem an deren Server senden und abgleichen ob die Person die Nutzung erlaubt hat oder so in der Richtung. Eine Regelung die sich eher weniger durchsetzen wird. In größeren Firmen schon, aber zum Beispiel eine kleine KFZ Werkstatt? Da wird das ja wohl kaum wer machen und vorallem da mit schriftlicher Einverständnis und sonst was. Uns sind mehr oder weniger die Hände gebunden bis der Dienst durch einen anderen ersetzt wird.

Liebe Grüße, Rexxar :)
Moto Z Play Stock
Nvidia Shield Tablet K1
http://www.androidpit.de/forum/634540/allgemeines-faq-fuer-neulinge

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C. F.
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  • Forum-Beiträge: 529

28.04.2018, 15:29:14 via Website

Uns sind mehr oder weniger die Hände gebunden bis der Dienst durch einen anderen ersetzt wird.

Warum? Gibt doch genügend Alternativen? Einfach wechseln und gut ist's.

macht aber keiner, findet vermutlich auch keiner raus.

Dann kommt aber ein unzufriedener Kunde, die Konkurrenz, ein gekündigter ehemaliger Mitarbeiter etc., und meldet das entsprechend. Und dann? Gerade bei den kleinen Unternehmen, bei denen der Wettbewerb sehr stark ist, kann das existenziell sein.

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Gelöschter Account
  • Forum-Beiträge: 1.957

28.04.2018, 15:56:20 via Website

Das ist alles nur Theorie.
Ich glaube nicht das alle Nutzer von WhatsApp jetzt zu Alternativen greifen.

Selbst Behörden, Radiosender und......... nutzen WhatsApp.
Da kümmert sich doch keiner drum.
Genauso ist es mit Facebook.
Jede Firma macht Werbung auf Facebook.
Selbst Politiker nutzen das.

— geändert am 28.04.2018, 15:58:39

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  • Forum-Beiträge: 15.611

28.04.2018, 17:06:30 via Website

Warum nutzen Firmen den Kommunikationskanal WhatApp und Facebook?
Weil Sie ihre Kunden dort erreichen.

Warum nutzen Poloitker den Kommunikationskanal WhatApp und Facebook?
Weil sie das Volk dort erreichen und aus ihnen Wähler machen wollen.

Warum nutzen Behörden den Kommunikationskanal WhatApp und Facebook?
Weil sie ihrem Muff ablegen wollen und sich einen modernen Anstrich zulegen wollen.

Sie alle würden aber andere Systeme nutzen, wenn sie uns dort nicht mehr erreichen.

Niemand wurde zu Facebook und WhatsApp gezwungen, aber jetzt, nachdem sie ihre AGB frech gestalten und unmögliches verlangen, fühlt sich jeder gezwungen (auch nach Kenntnisnahme der AGB), dort zu bleiben?

Niemand wurde zu Facebook und WhatsApp gezwungen, aber jetzt, die Szenarien der Aluhutträger mit Cambridge Analytica war geworden sind, fühlt sich jeder gezwungen dort zu bleiben?

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

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Gelöschter Account
  • Forum-Beiträge: 1.957

28.04.2018, 19:06:21 via Website

Ich habe mal ein Bericht gelesen der sehr interessant war.
Es ist unglaublich was mit Daten von Leuten für Geld verdient wird nur für Werbezwecke.
Und wer alles Daten weiter gibt.
Da ist WhatsApp /Facebook noch ein kleines Licht dagegen.
Ich sage nur Einwohnermeldeamt.
Mehr muss ich nicht dazu sagen.
Datenschutz gibt es in Deutschland nicht mehr.
Es gibt soviel undichte Stellen und Maulwürfe gibt es in allen Branchen.
Die Leute wissen es nur nicht.

— geändert am 28.04.2018, 19:09:18

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  • Forum-Beiträge: 15.611

28.04.2018, 19:25:07 via Website

Ironman

Ich habe mal ein Bericht gelesen der sehr interessant war.
Es ist unglaublich was mit Daten von Leuten für Geld verdient wird nur für Werbezwecke.
Und wer alles Daten weiter gibt.

Ja, es geht hier aber um WhatsApp. Die ganzen Werbemodule in den Apps habe ich oft genug angesprochen.

Da ist WhatsApp /Facebook noch ein kleines Licht dagegen.
Ich sage nur Einwohnermeldeamt.

Alle Einwohnermeldeämter in Deutschland haben Daten von knapp 82 Millionen Personen.
Facebook hat Daten von mindestens 2 Milliarden Mitgliedern.

Da 2 kleiner als 82 ist, ist Facebook ein kleines Licht. Alles klar! (silly)

Einwohnermeldeämter haben keine Bewegungsprofile von uns und kennen unser Privatleben nicht. Abgesehen davon kannst Du hin gehen und der Datenweitergabe widersprechen. Bei Facebook bedeutet das Accountlöschung und bringt nichts, weil die anderen fleißig weiter Daten von Nicht-Mitgliedern übertragen.

Datenschutz gibt es in Deutschland nicht mehr.

Datenschutz gibt es! Datenschutz, der uns aber wurscht ist, wird abgeschafft. Privatpersonen sollten nicht kriminialisiert werden, deshalb ist der Datenschutz im privaten Bereich gelockert. Das nutzen Konzerne schamlos aus und wir schauen zu!

Es gibt soviel undichte Stellen und Maulwürfe gibt es in allen Branchen.
Die Leute wissen es nur nicht.

Das macht weder Facebook besser, noch sollte das eine Begründung sein, weshalb wir Datenschutz nicht mehr brauchen.

— geändert am 28.04.2018, 21:41:01

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Bruce W.C. F.

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  • Forum-Beiträge: 64

29.04.2018, 09:00:12 via App

Ich denke auch in kleinen Betrieben kann das Ärger geben.
Beispiel bei uns, kleiner Handweksbetrieb. Ich melde mich bei Kunden an. Die rufen bei meinem Chef an oder schreiben ihm eine WA um den Termin zu verschieben. Das es die Möglichkeit gibt, eine Terminverschiebung über WA zu machen, erzählen sie anderen Kunden, schon weiss man das WA auf dem Firmenhandy ist. Jetzt braucht es nur noch einen Kunden der sehr vorsichtig ist was seine Date angeht und schon ist der Ärger da.

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  • Forum-Beiträge: 15.611

29.04.2018, 10:00:16 via Website

Radul

Das es die Möglichkeit gibt, eine Terminverschiebung über WA zu machen, erzählen sie anderen Kunden, schon weiss man das WA auf dem Firmenhandy ist.

Warum so kompliziert? Wer WhatsApp installiert hat, trägt die Telegonnummer des Firmenhandies in die Kontakte ein. Wenige Sekunden später erscheint, ob diese Nummer WhatsApp nutzt.

Genau dort liegt das Problem. Damit das funktioniert, müssen die Kontakte aller Teilnehmer zu WhatsApp übertragen werden. Auch die Kontakte, die gar kein WhatsApp haben.

Diese Daten überträgt WhatsApp ebenfalls zu Werbezwecken an Facebook. DasTecht dazu lassen sie sich von jedem Teilnehmer erteilen. Dabei wälzen sie die Verantwortung auf den Teilnehmer ab. Der ist sich jedoch gar nicht bewusst, was im Hintergrund passiert. Jugendliche weniger als Erwachsene, aber selbst die überreißen nicht, auf was sie sich einlassen.

Es kommt noch dicker! WhatsApp bietet keine Möglichkeit, zu verwalten, von welchem Kontakt ein OK vorliegt und von welchem nicht. Verantwortung übertragen ohne entsprechende Mittel mitzugeben, geht gar nicht!

Jetzt braucht es nur noch einen Kunden der sehr vorsichtig ist was seine Date angeht und schon ist der Ärger da.

Auch das geht nicht. Wenn ich die Firma bin, lösche ich die betreffende Telefonnummer sofort aus den Kontskten und behaupte, sie sei nie gespeichert gewesen. Beweise mir das Gegenteil! Im Übrigen, viele Deiner Kontakte haben vermutlich deine Nummer an Facebook übermittelt. Beweise mir, dass meine (von dir vermutete) Übertragung dir Nachteile gebracht hat.

WhatsApp behauptet, nur Name und Telefonnummer zu übertragen sowie Verbindungsdaten. Mark Zuckerberg hat aber schon öfter gelogen und immer nur soviel zugegeben, wie er nicht mehr abstreiten konnte. Warum sollte man ihm bezüglich WhatsApp glauben?

Es gibt Alternativen, die dies Telefonnummern nur zum Abgleich unter den Teilnehmern übertragen, siebenerlei nicht weitergeben. Manche Systene erlauben dem Teilnehmer zu entscheiden, ob seine Telefonnummer verknüpft wird und ob die Kontakte abgeglichen werden dürfen (Threema und Wire). Wenn man es nicht erlaubt, muss man andere halt nach ihrer Wire- oder Threema-ID fragen.

Bei XMPP gibt es nicht einmal einen Abgleich von Telefonnummern. Eine XMPP-ID sieht aus wie eine E-Mail-Adresse. Manchmal ist sie auch eine E-Mail-Adresse, manchmal nicht.

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

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