Externe Antennen für Smartphones - Relikt aus alten Handyzeiten?

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23.02.2018, 09:26:05 via Website

Liebe Gemeinde,

wer damals frisch in die Mobilfunkwelt eingetaucht ist, wird sie noch kennen: Anschlüsse für externe Antennen an Handys/Handies. An meinem Siemens S35i konnte man damit im Auto signifikant besseren Empfang erreichen und es ergab auch Sinn, diese zu nutzen. Das Auto mindert dank Blech und co. den Empfang und das Gerät versucht natürlich mit maximaler Leistung, den Empfang zu halten. Das leert einerseits den Akku schneller und andererseits ist Mobilfunkstrahlung nicht unumstritten, was die Gesundheit betrifft. Die physikalischen Grundlagen möchte ich hier weder weiter erörtern, noch diskutieren, aber die Kernfrage bleibt:
Wann sind die Anschlüsse für externe Antennen an Mobilfunktelefonen entfallen und warum?
Ich meine damit nicht irgendwelche Empfangsverstärker oder esoterischen Unsinn wie Aufkleber für die Rückseite aufs Gerät. Es geht mir tatsächlich um den Anschluss für eine externe Antenne.

— geändert am 23.02.2018, 09:29:35

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  • Forum-Beiträge: 1.953

23.02.2018, 09:52:38 via Website

Gibt es denn solche Gerätschaften (sofern die legal sind) auch fürs Auto? Und wenn ja, müsste doch im Auto eine Antenne fürs Mobilfunktelefon sein und eine außerhalb des Blechs fürs Senden an die/den Mobilfunkmast/en). Oder funktionieren die ganz anders?

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  • Forum-Beiträge: 1.953

23.02.2018, 10:04:16 via Website

Achso, solche Geräte wollte ich mit der Formulierung "Ich meine damit nicht irgendwelche Empfangsverstärker" (s. 1. Beitrag) explizit ausschließen.

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  • Forum-Beiträge: 1.953

23.02.2018, 10:15:07 via App

Kein Ding :-) - Womöglich habe ich mich zu technisch ausgedrückt oder dachte zumindest, dass Empfangsverstärker und Repeater synonym verwendet werden können.

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  • Forum-Beiträge: 20.722

23.02.2018, 11:57:54 via App

Na ja, die Technik die dahinter stand, ist damals schon veraltet gewesen. Die stammt nämlich noch aus dem Richtfunk. Als die Antennen von außen nach innen wanderten, kämpften viele Hersteller damit, trotzdem eine akzeptabele Sende - und Empfangsleistung zu bekommen. Daher griff man trotz gravierender Nachteile (Strahlenwerte, Akkuverbrauch) oft auf die alte Technik zurück. Als der Netzausbau immer besser, und auch die Leistung der internen Antennen stärker wurde, wurde das ganze schlicht und ergreifend überflüssig.

Zwar hat man später noch einmal darauf zurückgegriffen, als Internet in den Handys aufkam, weil der Empfang aufgesplittet wird, aber deswegen haben irgendwann die Provider die Sendeleistung erhöht und auch die Hersteller haben oft noch einmal an der Antenne gearbeitet. Allerdings setzt ihnen der SAR Wert eine Grenze.

Ich nehme auch an, das die damals genutzten Antennenverstärker nicht mehr den heutigen SAR Richtwerten entsprechen würden.

Heute ist es ja auch nicht mehr so, das man gar keinen Empfang mehr hat, wenn man mal aus dem Bereich eines Funkmasten kommt. 2G hat man eigentlich überall, zum Telefonieren reicht es. Und wer sich ganz außerhalb von Funknetzen befindet, greift mittels Sat Handys auf Satelitenverbindung zurück.

— geändert am 23.02.2018, 12:27:38

Don't turn your back, don't look away. And don't Blink . Blink and you're dead.

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23.02.2018, 16:27:19 via Website

Naja, über Satellitentelefone zu telefonieren ist extrem teuer, und vielleicht was für Forscher in der Antarktis oder dem brasilianischem Urwald. Für das Auto wären sie ohne externe Antenne ebenfalls nicht geeignet.
Ich wohne in einer kleinen Ortschaft in Deutschland, und habe nicht mal eine stabile Netzverbindung über GSM, obwohl die nächste Großstadt keine 40 km entfernt ist. In solchen Gegenden hat das Festnetz noch seine uneingeschränkte Berechtigung. Selbst das eigentlich gut ausgebaute Vodafon-Netz ist hier nur gelegentlich und an bestimmten Stellen im Haus, aber auch außerhalb, zu empfangen.
Werde demnächst mal der Bundesnetzagentur schreiben, die für solche Meldungen ja dankbar ist.
Aber um zum Thema zurück zukommen, ja ich kenne die Anschlüsse für externe Antennen auch noch, und finde es sehr bedauerlich, dass sie nicht mehr verbaut werden. Eine externe Antenne könnte nicht nur für das Auto sinnvoll sein, sondern eben auch wie in meinem Fall, ein nur schwach vorhandenes Feld durch Richtungsselektion nutzbar machen. Warum man sie weggelassen hat, kann ich auch nicht sagen. Eine Einsparmöglichkeit mehr halt.
Ein im Auto verwendetes Handy führt übrigens zu der paradoxen Situation, dass der schon durch schlechten Empfang bestrafte Nutzer noch zusätzlich durch eine besonders hohe, aber nicht besonders wirkungsvolle Sendestrahlung bestraft wird, die durch die metallische Umgebung zusätzlich mehrfach reflektiert wird. Der fast perfekte faradaysche Käfig, den das Auto darstellt (und der Autofahrer sehr effektiv vor Blitzschlägen schützt), zwingt das Handy im Innenraum nämlich, seine Sendeleistung hoch zu drehen, um wenigstens etwas davon zur Basisstation zu bekommen.

— geändert am 23.02.2018, 16:46:43

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