Verbraucherzentrale Bundesverband verklagt WhatsApp

  • Antworten:10
  • OffenNicht stickyNicht beantwortet
C. F.
  • Blogger
  • Forum-Beiträge: 536

01.08.2017, 19:25:28 via Website

Stand: 01.08.2017
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat gegen WhatsApp Klage beim Landgericht Berlin eingereicht, weil WhatsApp aus Sicht des vzbv widerrechtlich Daten sammelt und an Facebook weitergeben kann.

Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer, dass WhatsApp laut Nutzungsbedingungen
Daten von WhatsApp-Nutzern unabhängig davon an Facebook weitergeben kann, ob die Nutzer überhaupt einen Facebook-Zugang haben auch die Telefonnummern von Verbrauchern, die nur im Telefonbuch eines WhatsApp-Nutzers gespeichert sind, an die gesamte Facebook-Unternehmensgruppe weitergeben kann.
Die Datenschutzexperten des Projekts Marktwächter Digitale Welt im vzbv fordern deshalb auch, dass diese Daten bei Facebook gelöscht werden.

Wegen der geänderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen hatte der vzbv WhatsApp im vergangenen September abgemahnt. Das Unternehmen gab jedoch nach Aufforderung keine Unterlassungserklärung ab.

Gegenstand der nun eingereichten Klage ist aber nicht nur die Löschung der weitergeleiteten Daten. WhatsApp soll ebenso unterlassen, insgesamt acht beanstandete Klauseln aus den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie zu verwenden. Beispielsweise behält sich WhatsApp das Recht vor, seinen Nutzern ohne deren Einwilligung auch Werbematerial aus der Facebook-Unternehmensgruppe zukommen zu lassen.

"Facebook hat im Jahr 2014 öffentlichkeitswirksam erklärt, die Nutzerdaten zwischen den beiden Diensten nicht auszutauschen. Darauf haben viele Verbraucher vertraut. Dieses Versprechen hat nicht lange gehalten", sagt Carola Elbrecht, Rechtsreferentin im Marktwächter Digitale Welt beim vzbv.

Dass Verbraucher dieses Verhalten stört, hat auch eine nicht repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale NRW ergeben: Danach sorgen sich 95 Prozent der Befragten um die Sicherheit ihrer Daten.

Warum wechseln diese 95% dann nicht zu einem sicheren Messenger, der die Privatsphäre und Datensicherheit entsprechend währt?

"Die Verbraucherzentralen haben auch bei anderen digitalen Großunternehmen schon häufig einen langen Atem bewiesen: Ob Facebook, Google, Amazon oder nun WhatsApp, wir verfolgen Rechtsverstöße – notfalls auch über alle Gerichtsinstanzen", sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Für ihn ist wichtig: "Das hohe Datenschutzniveau in Deutschland und Europa muss für Verbraucher gesichert werden, denn darauf vertrauen sie. Dafür setzt der vzbv sich aktuell bei der Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung ein. Verbraucher müssen die Hoheit über ihre Daten behalten."

Also macht sich jeder WhatsApp-Nutzer entsprechend mitschuldig?

Quelle: http://www.verbraucherzentrale.nrw/verbraucherzentrale-bundesverband-verklagt-whatsapp

Antworten
  • Forum-Beiträge: 15.633

01.08.2017, 19:36:41 via Website

C. F.

Warum wechseln diese 95% dann nicht zu einem sicheren Messenger, der die Privatsphäre und Datensicherheit entsprechend währt?

Weil es einfacher ist, nach Gesetzen zu rufen, anstatt sich selbst damit zu befassen, was das geltende Recht für einen persönlich bedeutet.

Niemand, der die AGB durchliest, kann WhatsApp noch nutzen. Dafür braucht es keinen Verbraucherschutz.

Vollkaskogesellschaft ist aber einfacher

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Antworten
  • Forum-Beiträge: 264

02.08.2017, 10:52:48 via Website

C. F.

Weil es einfacher ist, nach Gesetzen zu rufen, anstatt sich selbst damit zu befassen, was das geltende Recht für einen persönlich bedeutet.

ich bin nun kein jurist. allerdings erscheint mir fraglich ob, in diesem falle wa, in seinen agb etwas reinschreiben darf, was mit einem ggf. höherrangigem recht kollidiert. und da fände ich ein grundsätzliches urteil durchaus sinnvoll.

Ich bin nicht "unhöflich". Ich tippe liegend einhändig.

Antworten
  • Forum-Beiträge: 15.633

02.08.2017, 11:09:51 via Website

Jens K.

C. F.

Weil es einfacher ist, nach Gesetzen zu rufen, anstatt sich selbst damit zu befassen, was das geltende Recht für einen persönlich bedeutet.

ich bin nun kein jurist. allerdings erscheint mir fraglich ob, in diesem falle wa, in seinen agb etwas reinschreiben darf, was mit einem ggf. höherrangigem recht kollidiert. und da fände ich ein grundsätzliches urteil durchaus sinnvoll.

Das hat nicht C.F. geschrieben, das habe ich geschrieben!

Ich bin bei Dir, dass geklärt wird, ob die AGB diesbezüglich rechtgültig sind. Jedoch muss doch jeder erkennen, dass man kaum alle Leute in seinen Kontakten um Erlaubnis fragen kann, ob deren Daten über WhatsApp an Facebook übertragen werden dürfen.

Wer sich dennoch die Mühe macht, wie behandelt er die Absagen? Aus den Smartphonekontakten löschen und in ein althergebrachtes Telefonverzeichnis aus Papier schreiben?

Nicht zuletzt sollte sich jeder fragen, ob es ihm Recht ist, wenn alle, die seine Kontaktdaten haben, diese nicht nur an Facebook, sondern beliebigen Leuten aushändigen und somit auch der Stalker sehr schnell die aktuelle Telefonnummer bekommen würde.

Ob rechtmäsig oder nicht, spielt also keine Rolle. Es spielt nur eine Rolle, was man selbst erwartet, wie andere mit Kontaktdaten umgehen und wenn ich hier eine hohe Erwartungshaltung habe, kongluent zu handeln, anstatt sich auf die Einstellung "macht ja keiner" zurückzuziehen, muss ich so handeln, wie ich es von anderen erwarte.

— geändert am 02.08.2017, 13:41:24

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Antworten
  • Forum-Beiträge: 264

02.08.2017, 13:36:15 via Website

Aries

Das hat nicht C.F. geschrieben, das habe ich geschrieben!

sorry :( - bin über die verschachtelte struktur gestolpert

Ich bin nicht "unhöflich". Ich tippe liegend einhändig.

Antworten
  • Forum-Beiträge: 15.633

02.10.2017, 16:40:42 via Website

WhatsApp verlangt ja von jedem Benutzer, dass dieser von allen seinen Kontakten vor der Nutzung von WhatsApp das Einverständnis einholt, dass deren Daten an Facebook übertragen werden dürfen. ABgesehen davon, dass dies eine praktisch nicht handhabbare Lösung ist, wird die Rechtmässigkeit dieses Passus gerade gerichtlich geklärt, weshalb WhatsApp/Facebook aufgrund einer einstweiligen Verfügung für Europa keine Daten abgleicht.

Wie nachstehender Screenshot jedoch vermuten lässt, erfolgt dennoch eine Datenübertragung an Facebook, denn es werden wohl kaum regional verschiedene Versionen der App verbreitet:

image

Und da mal wieder Bilder nicht angezeigt werden, hier der Link dorthin:
https://fscl01.fonpit.de/userfiles/7084924/image/forum/WhatsApp_mit_Facebook-Modul-1506955219303.jpg

Wem es nicht reicht, dass WhatsApp uns AGB aufdrängt, die nicht praxistauglich sind und zudem rechtlich sehr umstritten, dem ist vielleicht die Verknüpfung und der Datenaustausch mit Facebook ein Dorn im Auge.

Allerdings sollte jeder mit den Daten seiner Kontakte so umgehen, wie er es auch von diesen erwartet und damit verbietet sich bereits die WhatsApp-Nutzung. Schaut Euch Wire und Threema und werbt in Eurem Umfeld. Diese Messenger stehen WhatsApp in nichts nach und respektieren die Daten ihrer Nutzer wirklich - nicht nur in Form leerer Worthülsen wie WhatsApp.

Ich persönlich finde Wire aktuell etwas besser, denn der ist multi-device-fähig. Ihr könnt also einen Chat an mehreren mobilen Geräten, aber auch am Windows-PC oder MAC (ja, sogar unter Linux) nutzen. Nicht nur im Web-Browser bei eingeschaltetem und verbundenem Handy, sondern in einem eigenständigen Client.

Obwohl die 2,99 EUR (3,49 EUR für iOS) für Threema nicht viel sind, ist das vielleicht ein Hindernis für viele. Wire ist, wie WhatsApp, kostenlos.

Achso Telefonis: Können Wire und Threema auch!

— geändert am 02.10.2017, 16:41:31

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Antworten
  • Forum-Beiträge: 1.867

02.10.2017, 19:17:22 via App

Das Problem ist, dass WhatsApp einfach zu verbreitet ist. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen alle seine Kontakte zu einem alternativen Messenger zu bewegen. Als ich mal in einer Technik Gruppe den Vorschlag machte, zu wechseln, erntete ich nur Gemaule.

Radio geht ins Ohr, Fernsehen ins Auge
Meine Geräte:
Samsung Galaxy TabA (2016)
Honor 9

Antworten
  • Forum-Beiträge: 15.633

02.10.2017, 19:27:07 via Website

Es muss genug Leuten bewusst werden, was die AGB bedeuten und was im Hintergrund passiert.

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Antworten
  • Forum-Beiträge: 20.741

02.10.2017, 19:30:14 via App

Dann stell dir das ganze mal in einer größeren Gruppe vor, die nicht mal das Problem verstehen. Da sind viele Leute dabei, die ihr Smartphone fast nur zum Telefonieren, WhatsAppen und SMS schreiben benutzen. Die würden nicht mal einen anderen Messenger benutzen, wenn sie dafür bezahlt werden, weil sie Angst haben nicht damit umgehen zu können.

Don't turn your back, don't look away. And don't Blink . Blink and you're dead.

Antworten
  • Forum-Beiträge: 15.633

02.10.2017, 20:48:30 via Website

Das brauche ich mir nicht vorstellen, das erlebe ich tagtäglich.

Weil man die Datenpakete normalerweise nicht sieht, glauben die meisten, es passiere nicht mehr, als das, was sich am Display ändert. Die meisten Nutzer sind ambivalent. Sie lehnen Facebook ab, nutzen aber WhatsApp. Sie regen sich über die Vorratsdatenspeicherung auf, wissen aber gar nicht, dass sie täglich viel mehr an Informationen weitrgeben, als der Staat fordert. Wenn sie es realisieren, wissen sie nicht, was sie dagegen machen können. In der Konsequenz nutzen sie die Technik ohne nachzudenken. Nach dem Motto eines Kleinkindes, dass sich die Augen zuhält und meint, ait ist die Welt verschwunden.

Dagegen hift aber nicht Resignation derer, die wissen, was passiert, sondern nur Verdeutlichung. Nur dann errecht man vielleicht enes Tages die kritische Masse wechselwilliger. Durch Resignation erreicht man sie sicher nicht.

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Antworten
C. F.
  • Blogger
  • Forum-Beiträge: 536

17.10.2017, 19:33:37 via Website

Wenn jeder, der sich ob der Problematik mit WhatsApp und dem Datenschutz bzw. Privatsphäre im Klaren ist, WhatsApp ganz konsequent löschen würde, dann hätte man schon einen kräftigen Ruck in die richtige Richtung, einen kleinen Schneeball, der den Berg hinunter kugelt. Aber da haben wir das Problem der Verknüpfung von großen Worten und nachfolgenden Taten. Ich höre immer alle nur reden....aber kaum einer macht was.

Antworten

Empfohlene Artikel