Wie werden Geschäftspartner im Ausland richtig versteuert

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  • Forum-Beiträge: 57

31.07.2017, 12:49:25 via Website

Hallo,

ich hatte letzte Woche einen Thread erstellt, der aber aufgrund eines nicht aussagekräftigen Titel gelöscht wurde... Ich hoffe der Titel passt jetzt!

Ich programmiere derzeit an einem Multiplayer Game für Android. Durch einen dummen Zufall, habe ich einen spanischen Grafiker kennen gelernt, der mir nun die Assets erstellt. Wir arbeiten seither an der App zusammen. Sprich, das unternehmerische Risiko trage ich fast allein - aber kein Problem soweit.

Nun habe ich selbst in die App Entwicklung (Lizenzen für weitere Assets, Tools (IDEA Ultimate und andere) und virtuelle Server), ca. 1000€ investiert.

Sollte durch die App Gewinn generiert werden, zahle ich dem Partner einen gewissen Prozentsatz aus.

Wie muss ich das aber denn versteuern, damit ich sein Geld nicht als mein Einkommen ggf. versteuern muss?

Angenommen die App bringt im Monat - keine Ahnung - 10000,-€
Google zieht 30% ab und es bleiben noch 7000,- € übrig.

Die App wird anfangs nur in Deutschland, Österreich und Schweiz angeboten - und Spanien jedoch nur, damit der Grafiker (Der selbst kein Programmierer ist) diese herunterladen kann...

Später wird die App auch in Englisch verfügbar sein...

Für DE erhalte ich selbst ja 19% MwSt, welche ich abführen muss.

Punkt 1 - wie wird das für (später) andere Länder berechnet. Zahle ich da Steuern?

Punkt 2
Angenommen ich zahle immer 19%, bleiben Netto 5670,-€ übrig.
Wenn das ein Monatsbeitrag ist, sind das 68040,-€ im Jahr.

Diese 68040,-€ landen ja auf meinem Konto und sind für mich eine Einnahme.
Angenommen ich zahle dem Grafiker 30%, so überweise ich ihm 20412,-€

Demzufolge habe ich ja nur 47628,-€ Gewinn... Ich habe die 1000,-€ Investition mal jetzt nicht gegengerechnet...

Jetzt meine Frage: Muss er mir eine Rechnung stellen und selbst in Spanien ein Gewerbe anmelden oder ist es eine Lohnzahlung - obwohl er ja nicht in DE arbeitet, sondern sich aber mein Gewerbe in DE befindet. Habe ich dann weitere Abgaben zu zahlen? Oder kann es mir egal sein, was er versteuert oder auch nicht und schreibt mir nur eine Art förmliche Abrechnung für meine Unterlagen.

Brauchen wir dann einen offiziellen Geschäftsvertrag miteinander? Derzeit besprechen wir uns nur am Telefon oder via Chat und tauschen die Daten aus.

Vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben oder kennt diese Situation!

Danke schonmal im Voraus!

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  • Forum-Beiträge: 15.612

31.07.2017, 13:02:17 via Website

Du hast die Einnahmen aus der App.

Auf der anderen Seite hast Du Ausgaben. Darunter Provisionszahlungen an den Grafiker.

Die Differenz hast Du an Deinem Wohnsitz zu versteuern.
Dein Grafiker hat seine Einnahmen an seinem Wohnsitz zu versteuern,.

Aber eigentlich ist soetwas eine Frage für einen Steuerberater und nicht für ein Android-Forum.

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

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  • Forum-Beiträge: 57

31.07.2017, 13:08:17 via Website

Ja, das da stimme ich Dir soweit zu. Ich habe das Forum gewählt, da ich hoffe hier zumindest eine schnelle Antwort zu bekommen, da ich sicher nicht der einzige bind der dieses Problem vielleicht hat.

Und soweit ist mir das ja auch klar. Nur brauche ich ja irgendwas offizielles. Ich kann ja mein Geld verteilen und dem FA sagen, ja das ist für den Grafiker, das ist für Marketing etc. Ich brauche ja eine Abrechnung oder so...

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  • Forum-Beiträge: 15.612

31.07.2017, 13:12:17 via Website

Kontoauszüge?

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

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  • Forum-Beiträge: 57

31.07.2017, 13:17:07 via Website

Ja schon, aber wenn ich jemanden Geld überweise, wer sagt denn nicht, dass er mir Bargeld wieder zurück schickt und wir an der Steuer vorbei arbeiten. Ich bin jetzt nicht krimminell, aber da sind Kontoauszüge Schall und Rauch. Genauso könnte er für mich ja ein Konto in Spanien eröffnen, wo ich das Geld hin überweise. Mittels Kreditkarte, welche es ja schon meist zum Konto gibt, könnte ich ja überall Geld abholen. Also ich denke das Kontoauszüge nicht ausreichen werden...

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  • Forum-Beiträge: 15.612

31.07.2017, 13:20:45 via Website

Auch für Kreditkarten gibt es Kontoauszüge.

Außerdem, wenn dir das Finanzamt nicht glaubt, zahlst du zuviel Steuern. Es ist also in Deinem Interesse, eine ordentliche Buchführung zu haben.

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

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  • Forum-Beiträge: 57

31.07.2017, 13:30:19 via Website

Ja, das ist grundsätzlich richtig. Und das möchte ich ja wissen, wie ich da die Buchführung machen muss, damit es a) plausibel und b) richtig ist ;-)

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  • Forum-Beiträge: 15.612

31.07.2017, 13:33:09 via Website

Das wird dir der Steuerberater sagen.

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

MOSDEV

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  • Forum-Beiträge: 2.902

31.07.2017, 20:36:08 via Website

Hallo MOSDEV,

ich hatte dir bereits auf deinen ersten Thread geantwortet.

Deine Rechnung oben ist komplett falsch.

Bsp :
Es wundert mich , dass Du die Ust innerhalb der in der EU verkauften Apps erwähnst.
Schau doch mal bitte in deine Abrechnungen von Google. Da steht die Antwort schwarz auf weis.
In dem Falle willst du etwas an das Finanzamt abführen , was du gar nicht erhalten hast.

Deine Aufrechnung enthält so viele gravierende Fehler , dass die Berichtigung eines Buchhaltungs-Fortbildungskurses
gleich käme - und dafür ist das Forum leider nicht da.
Du verwechselst Umsatzsteuer mit Mehrwertsteuer , Einnahmen mit zu versteuerbaren Gewinn,
Investitionen mit Abschreibungen, Gegenfakturierungen, EU - und übrige Steuerrichtlinien usw usw

Da dir sämtliche Grundlagen dazu fehlen , kann ich Dir nur dringend anraten, einen Steuerberater zu
konsultieren und darüber hinaus noch einen Grundkurs zu belegen - BEVOR du dich selbständig machst,
oder die erste kostenpflichtige App veröffentlichst.

Die weltweite Verbreitung einer App - besonders in den Dimensionen in denen du denkst - ist kein Pappenstiel
und die hiesigen Finanzämter sind bereits auf Google-Transaktionen geschult.

ERGO :
Deine obige Aufstellung und Deine "Geldschiebe-Überlegung" kommt einer "unbewussten" Steuerhinterziehung
und dem frühzeitigen Tot deiner Firma gleich.

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist , kannst du nicht hingehen und einen auf "Hab ich nicht gewusst"
machen - da gabs so manche Manager , die das auch versucht hatten.

Sorry für die harten Worte

— geändert am 31.07.2017, 21:00:03

Liebe Grüße - Stefan
[ App - Entwicklung ]

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  • Forum-Beiträge: 57

31.07.2017, 23:21:48 via Website

Deshalb habe ich ja gefragt - da ich kein Steuerfachmann bin ;-) Und oben ging es darum, dass ich gerade nicht will, dass mir das FA einen Strick dreht. Und ich darauf hinweisen wollte, wenn ich nichts schriftlich mit meinem Geschäftspartner ausgemacht habe könnte man das ja missbrauchen (Ich nicht). Deshalb die spekulative Geldschiebe-Überlegung - dann bräuchte man keine Steuererklärung.

Also Umsatzsteuer und MwSt ist ja eigentlich fast das Selbe... Der Verbraucher trägt immer die Steuerkosten. Ich kann nur bezahlte Steuern als Vorsteuer gegenrechnen. Aber es gibt soweit ich weiß da keine Trennung mehr.
Wenn ich Geld einnehme, keine Ausgaben habe dann ist das doch ein Gewinn - oder nicht?
Bei den 1000€ Investitionssumme, ist der größte Betrag ca. 450€. Der Rest sind Kleckerbeträge zwischen 10€ und 100€. Welche Abschreibungen habe ich denn da? Für den virtuellen Server zahle ich Miete. Miete kann ich doch sofort als Ausgabe gegenrechnen, wie Telefonkosten - oder nicht? Und wegen den Steuern nochmal. Die App wird erstmal nur in DE, Österreich, Schweiz und Spanien angeboten. Also nicht Weltweit.

Aber Du hast Recht, es ist sehr kompliziert und ich habe mich damit noch nicht - bis auf jetzt - damit auseinander gesetzt.

Es ist einfach sehr kompliziert mit den ganzen Steuern und Abgaben. Ich werde da siher einen Grundkurs besuchen müssen - da gebe ich Dir Recht.

Aber ich bin sicher nicht der einzige Entwickler, der davon keinen Plan hat :P

— geändert am 01.08.2017, 00:03:48

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  • Forum-Beiträge: 57

15.08.2017, 11:13:29 via Website

Ich war heute beim Steuerberater. Ich lag mit meinen Gedanken nicht ganz so falsch.

Zum Thema Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer, macht selbst Google im Händlerkonto folgende Aussage:

"Nach Änderungen des Umsatzsteuergesetzes mit Wirkung vom 1. Januar 2015 sind Händler (Sie) nicht mehr dazu verpflichtet, die Mehrwertbesteuerung für Kunden in EU-Mitgliedstaaten selbst zu verwalten. Google wird die Mehrwertsteuer im Namen des Händlers bei Kunden innerhalb der EU einziehen. Bei Kunden außerhalb der EU steht es Händlern frei, die Besteuerung weiterhin selbst zu übernehmen."

Also von daher scheint es da keinen Unterschied zu geben.

Mein Geschäftspartner MUSS mir eine Nettorechnung stellen, damit das ordentlich verbucht wird. Ob er in Spanien ein Gewerbe anmeldet oder nicht, kann mir eigentlich dann egal sein - da ich ja nicht jeden Geschäftspartner prüfen kann, ob er alles legal macht...

— geändert am 15.08.2017, 11:32:18

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  • Forum-Beiträge: 2.902

15.08.2017, 11:15:39 via Website

Und genau das habe ich dir oben schon geschrieben :-)

Es wundert mich , dass Du die Ust innerhalb der in der EU verkauften Apps erwähnst.

— geändert am 15.08.2017, 11:16:34

Liebe Grüße - Stefan
[ App - Entwicklung ]

MOSDEV

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  • Forum-Beiträge: 57

15.08.2017, 11:39:36 via Website

[[cite swa00]]
Du verwechselst Umsatzsteuer mit Mehrwertsteuer

Ich meinte auch damit, dass auch Google da scheinbar keinen Unterschied sieht.

Hat mir auf jeden Fall erstmal weiter geholfen. Wie das aber mit Ländern, ausserhalb der EU ist, muss der Steuerberater nochmal prüfen.

Ich kann im Händlerkonto Steuern eingeben oder auch das Häkchen "Google-Steuerdaten für alle Bundesstaaten verwenden." - zumindest bei USA einstellen.

Es ist ja so, dass Google den Kunden eine Rechnung stellt und dann zwischen App-Entwickler/Verkäufer und Google eine Abrechnung stattfindet.

Google müsste auch zwischen Privat-/Geschäftskunde unterscheiden - da ich als Entwickler keinen Einfluss darauf habe wer die App herunterlädt.

Es gibt eine zentrale Registrierungsstelle - für Verkäfue ausserhalb der EU. Da muss ich mich wahrscheinlich registrieren und dann werden die Steuern in das Drittland irgendwie selbst überwiesen. Ich muss das dann nur bei der Steuererklärung irgendwo angeben. Da muss sich der Steuerberater auch erstmal schlau machen. Leider gibt es hier in meiner Region keinen Steuerberater, der dauf dieses Appgeschäft spezialisiert ist.

Sobald er eine neue Info für mich hat, teile ich diese gerne.

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  • Forum-Beiträge: 2.902

15.08.2017, 12:14:48 via Website

Ich kann im Händlerkonto Steuern eingeben oder auch das Häkchen "Google-Steuerdaten für alle Bundesstaaten verwenden." - zumindest bei USA einstellen.

Auch hier ein STOPP -

a)
Du musst nur dort Steuern angeben , wenn dein Firmensitz/Tochter sich in dem jeweiligen Land befindet
und du dort steuermäßg erfasst bist.

b)

Google müsste auch zwischen Privat-/Geschäftskunde unterscheiden

Unrelevant für Dich, es sei denn a) trifft zu

Such dir BITTE einen , der sich damit auskennt ! Das Netz ist voll mit Steuerberatern und Rechtsanwälte ,die auf
IT speziallisiert sind .

Anmerkung : Ich glaube, dass Thema ist aber jetzt schon zu genüge durchgekaut

— geändert am 15.08.2017, 12:23:26

Liebe Grüße - Stefan
[ App - Entwicklung ]

MOSDEV

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