Wie sieht es rechtlich mit Apps aus, die ihr Versprechen nicht halten?

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12.07.2016, 18:29:04 via Website

Hallo!

Ich arbeite mich gerade in den MIT App Inventor ein und desto länger ich mich damit beschäftige, desto mehr Fragen stelle ich mir zu den Apps und deren Inhalten.
Besonders interessieren mich die rechtlichen Grundlagen. Dass man keine Bilder verwenden darf, die copyrightgeschützt sind, ist mir klar. Aber wie sieht es aus, wenn eine App Facebook Accounthacker heißen würde, diese App aber natürlich keine Accounts hacken kann.
Darauf bin ich gekommen, als ich auf eine Website gestoßen bin, die angeblich Instagram Accounts hacken kann. Ich wollte das Passwort von einem alten Account rausfinden und habe alles mögliche probiert - auch diese Seite. Mir war zu 99% klar, dass man wohl kaum ein Account Passwort bekommt, aber was bringt das dann?
Ganz einfach. Viele - vor allem junge Leute - haben extremes Interesse daran, Accounts zu knacken (ist mir einfach im Laufe der Zeit so aufgefallen, natürlich kann keiner von denen coden oder haben anderweitig Ahnung von der Materie). Aus dem Grund bekommt so eine Seite natürlich extrem viel Aufmerksamkeit.
Das ist natürlich eine sehr gute Gelegenheit die Dienste kostenlos anzubieten (denn falls sie was kosten würden, wäre es ja in irgend einer Weise auch Betrug) aber dafür die Seite mit Werbung zu zu ballern. Ich hätte zum Beispiel auf mehrere Adfly Links klicken müssen, um an mein "Passwort" zu kommen.
Aber wie ist das jetzt genau? Wenn ich jetzt eine App in den Store stelle, die verspricht, dass man Spiele kostenlos bekommt oder eben Accounts hacken kann, aber im Endeffekt nur eine Fehlermeldung ausgiebt, ist man dann rechtlich immer noch auf der sicheren Seite?
Ein schlechtes Gewissen hätte ich persönlich da nicht, denn genau solche Leute wollen ja anderen damit schaden. Deshalb sind in einigen Apps sicher noch Viren enthalten, aber das ist ja gar nicht meine Absicht. Im Prinzip ist das ja nur etwas Zeitverschwendung, die derjenigen Person dann "schadet".
Ich sehe nur auch im Store viele dieser Fake-Apps, die halt rein gar nichts bringen, aber dennoch über 500.000 Downloads haben^^
Hoffe jemand kann mich bisschen aufklären.

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  • Forum-Beiträge: 15.663

12.07.2016, 18:55:08 via Website

Grundsätzlich kannst du schadensersatzpflichtig werden, wenn du etwas verspricht, aber nicht hältst. Unabhängig wobei. Aber will jemand vor Gericht eine geplante Straftat gestehen, nur um von dir Schadensersatz zu bekommen?

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

Calvin Clarks

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  • Forum-Beiträge: 3

12.07.2016, 19:01:56 via Website

Danke für die Antwort. Und wie sieht es aus, wenn man im Namen von der App ein "Joke", "Simulator", "Prank" oder dergleichen setzt? Ist man dann 100%-ig sicher? Denn das ist mir auch noch aufgefallen, dass die das oft noch hinten anhängen.

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  • Forum-Beiträge: 272

12.07.2016, 21:38:44 via Website

Es nützt nichts, wenn die App 500k heruntergeladen wurde, wenn diese nach einmaligen Start wieder gelöscht wird. Da hast du keine Kundenbindung und somit vielleicht mit viel Glück einmalige Werbeeinnahmen bis du 1-Stern Bewertungen bekommst.

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  • Forum-Beiträge: 3

12.07.2016, 22:18:51 via Website

Ja, hast recht ich möchte auch irgendwie lieber was richtiges machen...

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  • Forum-Beiträge: 434

15.07.2016, 14:14:29 via Website

Hallo,
also grundsätzlich verstößt du erstmal gegen die Richtlinien der App-Stores, wenn du falsche Angeben machst. Dass das juristische Konsequenzen hätte, wenn ein Dienst nicht das tut was er vorgibt, ist wahrscheinlich eher in Ausnahmen relevant. Z.B. folgende Ausnahme: Du machst Versprechungen wie "Mit dieser App fährt Ihr Auto vollautomatisch" <- hier könnten einem dann schon Schadensersatzansprüche drohen, da ja auch ein realer Schaden droht, wenn deine App den Nutzer in einem falschen Glauben lässt.
Aber welchen Ausfall (monetär) hat ein Nutzer, wenn ein Tool ein Passwort nicht hackt? Keinen...
Wie wahrscheinlich sind Regressforderungen? Sehr unwahrscheinlich...
Wie wahrscheinlich ist dass die App im Store die Aufmerksamkeit der Betreiber (Google/Apple) gewinnt und darauf hin gesperrt wird? Sehr wahrscheinlich, wenn falsche Versprechungen getätigt wurden und der Sachbearbeiter nicht gerade der letzte Volldepp ist...

Also so wirklich durchdacht ist ein Fake-App-Konzept nicht und dementsprechend ist (es auf Dauer) fraglich ob sich die Zeit, die man in die App bzw. das Inserat im Store steckt, lohnt.

Ein Account-Passwort im privaten Umfeld zu "hacken" ist dermaßen einfach, das schafft jeder 12 Jährige ohne viel technischen Sachverstand und ohne jegliche Programmierkenntnisse. Trotzdem ist es mir persönlich lieber wenn sich 12 Jährige mit Pokemon Go beschäftigen, als wenn sie geltendes Recht verletzen und sich im privaten Umfeld mehr Feinde als Freunde machen.
Kleiner Hinweis: Ein verloren gegangenes Passwort wiederzufinden ist sehr oft schwieriger, als bei der Freundin in Facebook "einzusteigen".

Ergänzung: Eine Klausel, die eine Haftung ausschließt ist immer eine gute Idee, wenn man Software anbietet. Hierzu findest du einige Infos im Netz, teilweise auch Vorlagen und sollten dann immer noch Zweifel bleiben ist der Gang zu einem Anwalt (Medien-Recht, Internetrecht) empfehlenswert.

— geändert am 15.07.2016, 14:18:15

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