Produkttest des „Point of View Mini-PC (HTPC) RK3066“

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05.08.2013 21:58:44 via Website

Vorwort
Zunächst einmal danke ich dem lieben Conrad Tester-Team für Bereitstellung des tollen Gerätes, welches ich ausführlich testen und behalten konnte.
Die Motivation, mich für genau dieses Produkt zu bewerben, lag unter anderem darin, dass ich auf diesem Gebiet das meiste technische Verständnis aufweise, verglichen mit meinen Kenntnissen auf den anderen Gebieten, die die parallel laufenden Produkte im Conrad Produkttest besetzen. Da der Point of View Mini-Android-PC ist genau das richtige Produkt für meine erste Teilnahme am Conrad Produkttest darstellte, bewarb ich mich dafür. Die positive Antwort flatterte schon nach kurzer Zeit ins Haus und die Freude war groß, zumal ich mir die Anschaffung eines solchen Mini-PCs erst kürzlich in Betracht gezogen hatte. Denn seit einiger Zeit beobachtet ich die dynamischen Entwicklungen in der Sparte der Android Mini-PCs mit HDMI-Schnittstelle und war über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hellauf begeistert. Leider hatte sich mir bis dato keine Gelegenheit geboten, solch ein System unter die Lupe zu nehmen, was mich nur noch neugieriger darauf machte, es endlich bei dieser Gelegenheit ausprobieren zu können.
Mit Interesse habe ich bereits mehrere Produkttests verfolgt, um mir am Ende eine objektive Meinung anhand hieb- und stichfester Messgrößen, aber auch aufgrund des persönlichen Empfindens des jeweiligen Testers zu bilden. Bereits zweimal leitete mich solch ein Produkttest zum Kauf des Artikels. Ich wusste nämlich schon vorher genau was ich mich erwartet und konnte eine Retournierung somit ausschließen. Da mir die Erfahrungen und Hilfestellungen der engagierten Tester durchaus geholfen haben, möchte ich der Community durch einen aussagekräftigen Testbericht etwas zurückgeben und somit auch anderen Conrad-Kunden die Kaufentscheidung erleichtern!



Verpackung
Die Verpackung entspricht ungefähr dem Standard einer Smartphone-Verpackung. Alle Teile des Produkts sind kompakt beieinander gepackt und durch Schaumstoffeinlagen von einander separiert sowie sicher gepolstert. Das Verpackungsdesign der Marke Point of View ist mit vielen bunten Symbolen geschmückt, die auf die Produktfeatures schließen lassen. Man sieht auf Anhieb, was das kleine Gerät zu leisten vermag: Medienwiedergabe, Kommunikation, Online-Shopping, Internetrecherchen und zusätzlich installierbare Apps. Die Produkt läuft unter der Bezeichnung „POV HDMI Smart TV Dongle + Mini RF Keyboard“ und es wird folgendes Versprechen geliefert: „Turn any TV into a Smart TV“.





Lieferumfang

- HDMI TV Dongle mit Schutzkappe
- Kabellose Mini Tastatur mit USB-Empfänger
- Ladegerät (Als 5V 1,5A Ladegerät für den Akku der Tastatur bzw. als Netzteil für den Mini-PC)
- Mini-USB Kabel (als Ladekabel bzw. Datenkabel für die Tastatur)
- Micro-USB Kabel (als Stromkabel für den Mini-PC)
- HDMI Verlängerungskabel (Gesamtlänge 22cm)
- Kleine Bedienungsanleitung







Handbuch
Das Handbuch bietet auf je 7-9 Seiten eine knappe Bedienungsanleitung in Englisch, Deutsch, Spanisch und Holländisch. Es ist nicht immer einfach zu lesen, da Fachwörter aus dem Englischen oft nicht oder nicht richtig übersetzt werden und mancher Satz aufgrund seiner Formulierung zweimal gelesen werden muss. Es ist weder auf der Verpackung, noch im Handbuch eine Adresse des Herstellers vermerkt. Nach einem kurzen Hinweis auf die sechsmonatige Gewährleistung für den Akku, folgt die URL zur Website von POV: www.pointofview-online.com. Das POV-Service Center lässt sich scheinbar nur über E-Mail kontaktieren, andere Kontaktmöglichkeiten werden nicht genannt. Die E-Mail-Adresse lautet rma@pointofview.eu und ist bei allen Sprachteilen des Handbuchs gleich. Daher würde sich der Erstkontakt auf Englisch empfehlen. Das Inhaltsverzeichnis gliedert sich in zwei Punkte, zum einen über das „HDMI TV Dongle“, zum anderen über die „Mini kabellose 2.4 GHz RF (Funk) Tastatur“. Es werden folgende Punkte auf sechs Seiten behandelt und dabei anhand von Grafiken, Screenshots und Tabellen erklärt:
1. HDMI TV Dongle
1.1. Produkt-Beschreibung
1.2. Anleitung zur Benutzung
1.3. Desktop
1.4. WLAN-Einstellungen
1.5. Browser für Dateien und Ordner
1.6. USB Verbindung
1.7. Andere Anwendungen
1.8. Spezifikationen der Anhänge

2. Mini kabellose 2.4 GHz RF (Funk) Tastatur
2.1. Touchpad
2.2. Verbindung zum Empfänger
2.3. Auto-Sleep- und Auto-Wake-Funktion
2.4. Ausschalten der Tastatur nach der Verwendung
2.5. Akku aufladen
2.6. Laser Pointer
2.7. Technische Spezifikationen der Anhänge
2.8. Troubleshooting



Erster Eindruck
Der HDMI Smart TV spricht einen mit seiner schnörkellosen Kompaktheit und dem vergoldeten HDMI-Anschluss optisch sehr an. Mit seiner schwarzen Klavierlack-Optik wirkt er sehr edel. Er kommt nur mit den nötigsten Anschlüssen daher, was die Bauweise nun mal von ihm abverlangt. Die Mini Tastatur ist richtig klein, aber bietet neben dem Touchpad mit ihrem QWERTY-Layout ebenso viele Tasten, wie das Keyboard eines englischen Laptops. Aufgrund des Akkugewichts liegt sie gut in der Hand und ist gerade einmal 64g leicht. Der Mini-PC ist sogar um die Hälfte leichter als die ihn bedienende Tastatur und wirkt zudem relativ zerbrechlich, wenn man sich vorstellt, ihn einmal aus Versehen fallen zu lassen. Die Verarbeitung der Tastatur und die Haptik der Tasten wirken erstaunlicher Weise sehr wertig, was im Test wegen der schlechten Bedienbarkeit leider unterging – dazu an späterer Stelle mehr.



Eckdaten

Zunächst möchte ich die wichtigsten Daten auflisten und dabei jedes Merkmal bzgl. meiner Erfahrungen kommentieren.
- Betriebssystem: Google Android 4.1
- Prozessor: Cortex A9 (2x 1,6 GHz) Dual-Core-CPU
- Grafikchip: Mali400 Quad-Core
- Arbeitsspeicher: 1 GB DDR3
- Interner Speicher: 4 GB (erweiterbar)
- Netzwerkverbindung: WLAN 802.11 b/g/n
- Peripherie: kabellose Mini-Tastatur
Bisher besaß ich ausschließlich Smartphones mit Android und habe bis jetzt alle Versionen von 1.5 bis 4.0.3 durch. Für mein HTC Sensation ist das Android Betriebssystem in Version 4.1 noch nicht erschienen, aber wurde diesem Mini-PC schon vorinstalliert geliefert - das nenne ich Up-to-Date!
Mit der leistungsstarken Doppelkern CPU und den 1024MB RAM ist das kompakte System für den Alltagsgebrauch ausreichend bestückt.
Der Grafikchip bietet genügend Power für einfachere 3D-Games.
4 Gigabyte an Hauptspeicher sind recht schnell gefüllt, lassen sich aber durch eine microSD Karte um bis zu 32 GB erweitern.
WLAN unterstützt aktuellen N-Standard und ist die einzige Verbindung zum Heimnetz.
Die Bedienbarkeit und Ergonomie der mitgelieferten Tastatur mit Touchpad wurden auf die Probe gestellt und mussten letzten Endes einer bequemeren Alternative weichen.



Erstinstallation
Ohne das Handbuch vorher richtig studiert zu haben, legte ich gleich los mit der Installation. Der TV-Dongle verfügt zur Bildausgabe einen HDMI-Stecker mit Schutzkappe. HDMI ist der aktuelle Standard und lässt sich an jedem Flach-Fernseher finden. Der Mini-PC lässt sich nicht an der HDMI-Schnittstelle eines gängigen Laptops oder eine üblichen Grafikkarte anschließen. Um das Bildsignal auf dem Monitor ausgeben zu können, muss der Laptop/PC nämlich über einen HDMI-IN Port verfügen. In diesem Test habe ich einen 40 Zoll Samsung LED-TV verwendet. Der TV-Dongle ist zwar flach und passt somit an die eng anliegenden HDMI-Ports hinter dem Fernseher, jedoch versperrt die Breite des Mini-PCs den Zugang zu den benachbarten HDMI-Steckplätzen (siehe Bilder unten). Wenn für anderen HDMI-Geräte Platzt gemacht werden soll, kommt das HDMI-Verlängerungskabel ins Spiel. Hier wird der Benutzer nicht im Stich gelassen und es wurde seitens des Herstellers mitgedacht!





Auf dem Bild der TV-Rückseite ist zu erkennen, dass der TV-Dongle neben dem Videoanschluss noch über USB angeschlossen werden muss. Über das mitgelieferte Micro-USB-Kabel wird der notwendige Betriebsstrom geliefert. Der verwendete Samsung TV verfügt zwar über mehrere USB-Ports, jedoch ist nur einer dazu geeignet ausreichend Power zu liefern. Der richtige USB-Anschluss hat die Bezeichnung „USB HDD“. Dieser Steckplatz dient üblicherweise der Stromversorgung und Datenübertragung von externen Festplatten. Die anderen USB-Anschlüsse können höchsten für USB-Sticks herhalten und sind für diesen TV-Dongle ungenügend. Falls ein TV keinen geeigneten USB-Anschluss aufweisen sollte, kann das mitgelieferte Ladegerät als Netzteil verwendet werden. Anzumerken ist, dass der Mini-PC über keinen Ein-/Ausschaltkopf verfügt und sich ebenso wenig über das laufende Android ausschalten lässt. Bezieht der Mini-PC seine Energie von der Steckdose, läuft er auch weiter, wenn der TV abgeschaltet wurde. Er müsste also über eine Steckdosenleiste mit Kippschalter zusätzlich ausgemacht werden. Ist der TV-Dongle über USB mit dem TV verbunden, so geht er abrupt aus, wenn man den TV ausschaltet oder gar in den Stand-By Modus versetzt (er fährt wieder hoch, wenn man den erneut TV anschaltet). In beiden Fällen wird dem Mini-PC zwangsweise der Strom abgestellt und ein unsachgemäßes Abbrechen der des u.U. laufenden Betriebs provoziert. Ein vernünftiges Herunterfahren, wie bei Smartphones, kann nicht erfolgen. Darum bleibt darauf zu achten, dass zum Zeitpunkt der Ausschaltung keine Schreibvorgänge stattfinden, um die Daten nicht zu beschädigen oder gar die microSD-Karte bzw. noch schlimmer den internen Speicher nicht zu zerstören.
Wenn der Mini-PC nun an den HDMI und den USB Anschluss des TV-Geräts angeschlossen wurde, muss er noch mit einem Eingabegerät verbunden werden, um den Maus-Cursor zu steuern bzw. Text einzugeben. Im Gegensatz zu anderen TV-Dongles wird eine handelsübliche Mini-Windows-Tastatur mitgeliefert. Der kleine USB-Receiver wird dazu in den USB-Port des HDMI-Dongles gesteckt und die Tastatur mittel seitlichem Schieberegler auf „ON“ gestellt. Man lernt schnell die Bedienung mittels Touchpad und Mini-Tastatur-Layout kennen und kommt damit recht flott durch den Einrichtungsassistenten. Der USB-Empfänger lässt sich falls nötig in einem Fach auf der Rückseite verstauen, ist aber aufgrund seiner geringen Größe auch gut aufgehoben, wenn er dauerhaft im TV-Dongle steckt.



Der Einrichtungsassistent führt den Benutzer bei erstmaliger Installation durch alle wichtigen Einstellungen des Android Betriebssystems. Neben den WLAN-Einstellungen muss man sich mit einem Google-Konto anmelden und sollte am Ende der Konfiguration einen Update-Check durchführen. Jetzt ist der Mini-PC betriebsbereit und man landet wie nach jedem zukünftigen Bootvorgang auf dem System-Hauptmenü (siehe Bild unten).



Betrieb




Wie man auf dem Bild sehen kann, werden im Auslieferungszustand bereits die grundlegenden Anwendungen mitgeliefert.
- Zusätzliche Apps lassen sich, wie vom Android-Smartphone gewohnt, über Google Play Store herunterladen.
- Unter dem Punkt „Setting“ können weitere Einstellungen vorgenommen werden bzw. währen der Ersteinrichtung gemachte Konfigurationen, z.B. WLAN-Netzwerk, geändert werden.
- Im Gegensatz zu Android-Smartphones wird hier bereits ein Dateiexplorer mitgeliefert. Mit ihm lässt sich auf Dateien und Ordner auf dem internen und den externen Speicher, als auch auf Speichermedien im Netzwerk zugreifen.
- Der Mediaplayer spielt gängige Video- und Tonformate ab und macht den TV-Dongle in Verbindung mit der Netzwerkanbindung zu einem vollwertigen Mediacenter.
- Standardanwendungen, wie die Galerie, der Internet-Browser, Google Mail, Google Maps und Youtube, runden das Software-Gesamtpaket ab.



Bedienung

Da das Hauptmenü großgliedrig und einfach designt ist, fällt die Auswahl mit dem Cursor noch recht leicht. Das drücken kleinerer Buttons geht z.B. im Browser nicht mehr so leicht von der Hand. Mal spricht das Touchpad direkt an, mal etwas schwammig oder mit hakeliger Verzögerung. Beim Herumlaufen und gleichzeitiger Eingabe gehen Daten verloren, weil die drahtlose Verbindung nicht einwandfrei funktioniert. Wenn man sich mal ca. 3m entfernt hat, ist das Abreißen des Kontakts zum Empfänger ganz schön nervig und es kostet Zeit und Aufwand sich wieder in Reichweite zu begeben oder herumzufuchteln, bis es plötzlich wieder geht.
Eine Alternative zu der mitgelieferten Tastatur bietet die Logitech k400 (auch bei Conrad erhältlich). Sie ist von der Größe her mit einer Laptoptastatur vergleichbar, lässt sich aber deutlich stressfreier bedienen als die Mini-Tastatur.



Fazit

Positiv:
- Umfangreicher Lieferumfang
- Einfache Intuitive Bedienung des Andorid-Systems 4.1
- Schnelle Doppelkern CPU
- Genügend Arbeitsspeicher
- Erweiterbarer Speicher
- Gute Netzwerkfähigkeit
Neutral:
- Filigranes Gehäuse des Sticks
- Mittelmäßiger, aber guter Grafikchip
Negativ:
- Bedienbarkeit durch mitgelieferte Mini-Tastatur
- Knappes „Handbüchlein“ und nicht ausreichende Kontaktmöglichkeiten zum Hersteller
Wie ersichtlich, überwiegen die positiven Gesichtspunkte und somit fällt mein Fazit zu Gunsten des HDMI-Dongles aus. Alles in allem bekommt man für sein Geld ein umfangreiches „Aufrüst-Kit“ für seinen TV. Der Fernseher lässt sich mit vorhandenen Geräten zur Medienwiedergabe vernetzen und wird internettauglich gemacht. Mit diesen Mittel lässt sich jeder TV mit HDMI-Schnittstelle zum multimedialen Mittelpunkt eines jeden Hauses machen und erfreut seine täglichen Nutzer umso mehr!
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05.08.2013 22:17:23 via App

Was soll den das Bundle für ein Preis haben?
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05.08.2013 22:30:29 via Website

Der Testbericht bezieht sich auf die leider bereits ausverkaufte Version

Für 94,95€ gibt es das 1:1 baugleiche Gerät mit gleicher Ausstattung, aber mit leicht abgeändertem Aussehen:

conrad.de/ce/de/product/323878/Point-of-View-TV-HDMI-200BT-Android-Mini-PC-Media-Player-Smart-TV-Stick-RK3066-Cortex-A9-Dual-Core-2x-16-GHz-1024-MB
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05.08.2013 22:42:29 via App

Also zu dem Preis besorg ich mir doch lieber dem mk908. Quadcore, 2GB Ram und noch vieles mehr.
Meines erachtens ist es ein Ladenhüter.