Samsung Galaxy S3 — Erfahrungsbericht: "Sudden Death", Sprung im Display und die Gewährleistung

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03.03.2013 15:26:06 via Website

Diese Erfahrung ist vielleicht ganz interessant für Alle, die von einem ähnlichen Problem betroffen sind. Falls es ein passenderes Unterforum hierfür gibt, verschiebt meinen Beitrag einfach.

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Ich habe mein S3 im Juni 2012 im Rahmen einer Vertragsverlängerung bei Vodafone erstanden. Der Auslieferungszustand war mit Android-Version 4.0.3, mit der ich eigentlich sehr zufrieden war. Der Akku hielt lange, der W-LAN-Empfang war gut und auch sonst lief alles, wie ich es mir vorstellte. Allerdings scheine ich wohl ein Montagshandy erwischt zu haben, da mit jedem folgenden Android-Update das Handy mehr zu zicken begann.

Das erste Update auf Android 4.0.4 brachte eine erheblich kürzere Akkulaufzeit und einen schlechteren W-LAN-Empfang mit sich. Der zweite Patch von 4.1.1 brachte wieder einen besseren W-LAN-Empfang, dafür ruckelten plötzlich Spiele wie DragonFly! unsäglich, so dass sie nicht mehr spielbar waren. Meinem Akku konnte ich beim Leerlaufen quasi zusehen. Pro Minute Screentime verbrauchte ich etwa 1% Akkuleistung. Dann kam die Nacht, in der mein Handy plötzlich im Standby von 95% Akkuladung auf 5% absackte. Was jedoch glücklicherweise eine einmalige Geschichte war.

Der Patch auf 4.1.2 brachte mir plötzlich spontane Neustarts en masse ein. Etwa vier- bis fünfmal am Tag fuhr sich mein Handy ohne jeden ersichtlichen Grund plötzlich herunter bzw. startete neu. Ein Zurückpatchen auf 4.1.1 via Odin brachte eine kurze Besserung, bis das Problem auch hier begann.

Etwa am dritten Tag dieses Phänomens fuhr sich mein Handy herunter und kam beim Starten über den Samsung-Schriftzug nicht mehr hinaus. Stöbern im Internet brachte mich auf die Spur "Sudden Death". Dieses Thema wird u.A. auf android-hilfe.de ausführlich behandelt, und nach genauerem Durchlesen war mir klar, dass mein Handy genau die dort beschrieben Probleme und Symtome aufzeigte. Ich kam zwar noch in den Download-Modus, konnte jedoch via Odin keine frische Firmware mehr einspielen, da Odin keine PIT-Partition mehr vorfand.

Ab diesem Zeitpunkt war mein S3 also klinisch tot. Und nun begann der Garantie-Marathon.

In meinem Fall kam erschwerend hinzu, dass mir mein S3 einige Monate vorher im Sitzen aus der Hosentasche auf den Steinboden gefallen war, was sich prompt in einem Displayriss in der linken unteren Ecke zeigte (was ich bei einem Fall aus etwa 40cm Höhe schon ziemlich bemerkenswert finde). Die Funktionalität war von diesem Sturz jedoch nicht betroffen, so dass ich zähneknirschend mit diesem Schaden lebte (eine Display-Reparatur kostet beim S3 etwa 250 Euro!).

Als erstes ging ich mit meinem toten Handy zu meinem Vodafone-Händler, der zum Einen angeblich noch nie etwas vom Problem "Sudden Death" gehört hatte, und der zum Zweiten wegen des Displayschadens sofort jedwede Gewährleistung ablehnte. Eine Reperatur sollte mich 250 Euro für das Display plus weitere Reparaturbeträge für die Wiederbelebung meines S3 kosten. Ein anderer Mitarbeiter gab mir dann unter der Hand den Tipp, den Displayschaden extern beheben zu lassen, danach würde man das Handy problemlos austauschen.

Da ich nicht einsah, für 250 Euro das Display reparieren zu lassen, nur um in den Genuss der Garantie für das Sudden-Death-Problem zu kommen, musste eine andere Lösung her. Erschwerend hinzu kam, dass ich diese 250 Euro quasi blind hätte investieren müssen, ohne zu wissen, ob im Anschluss auch wirklich der Rest auf Garantie repariert werden würde.

Eine Internet-Recherche ließ mich dann auf die Firma W-Support stoßen, die Garantie-Reparaturen für unterschiedliche Hersteller durchführen. Ein Anruf dort zeigte auf, dass man hier das Phänomen Sudden Death durchaus kannte. Immerhin etwas. Auf explizite Schilderung meines Problems wurde mir zugesagt, dass man sich das Handy unabhängig vom Displayschaden anschauen würde. Sollte sich der Sudden Death bewahrheiten, würde man das schließlich erkennen und somit diesen Schaden auf Garantie beheben. Für eine anschließende Display-Reparatur würde man mir dann ggf. ein faires Angebot unterbreiten. Endlich eine Ansage, die mir gefiel.

Einige Tage später war mein Handy versandfertig. Sicherheitshalber schrieb ich noch einmal eine Email an die mir als Versandadresse genannte Reparaturwerkstatt (anscheinend arbeitet W-Support hier mit externen Vertragswerkstätten zusammen), um mir auch von dieser die Aussage bezüglich der Reparatur bestätigen zu lassen, was dann auch am nächsten Tag geschah. Den ganzen Vorfall noch einmal als eigenen Brief dem Päckchen beigefügt (damit auch der zuständige Techniker Bescheid wusste), ging es endlich ab zur Post.

Eine Woche verging. Dann meldete sich W-Support per Email und teilte mir mit, dass hier kein Garantievorfall vorläge: Das Display sei beschädigt! Mir wurde ein Auszug aus den Garantiebedingungen mitgesandt, dem zu entnehmen war, dass bei einem Sturzschaden jegliche Garantieleistung erlischt. Als Beweis wurde mir ein Foto des Displayrisses zur Verfügung gestellt.
Eine kostenpflichtige Reparatur habe ich selbstverständlich abgelehnt und mir das Handy unrepariert zurücksenden lassen.

Da man hinterher von mir wissen wollte, wie ich mit dem Service bei W-Support zufrieden war, schilderte ich dort den Vorfall noch einmal und beschwerte mich, dass man mir diese Garantieaussage auch vorher hätte mitteilen können. Dann hätte ich mir den ganzen Zirkus inkl. Portokosten und zwei Wochen Wartezeit sparen können. Immerhin meldete man sich kurz darauf bei mir zurück und teilte mir mit, dass man mit dem zuständigen Techniker gesprochen hätte. Laut dessen Aussage hätte ein sichtbarer Schaden am Mainboard - verursacht durch den Sturz - vorgelegen!

Nun waren also mittlerweile 5 Wochen vergangen, und ich war genau an dem Punkt, an dem ich angefangen hatte.

Ich beschloss schließlich, mir über eBay ein Ersatzdisplay zu bestellen (160 Euro) und den Austausch selbst vorzunehmen. Immerhin würde ich hier im Vergleich zur Displayreparatur in einer Werkstatt 90 Euro sparen. Der Displayaustausch war dann auch keine große Sache - dank einer ausführlichen Anleitung auf YouTube - und war nach etwa 20 Minuten durchgeführt. Natürlich sah ich mir das angeblich beschädigte Mainboard bei dieser Gelegenheit sehr genau an (es wird bei dieser Reparatur komplett entfernt). Welch große Überraschung: Selbst unter der Lupe war nicht einmal ein Haarriß zu erkennen - die Aussage des zuständigen W-Support-Technikers also reine Erfindung. Hätte mich auch gewundert, wenn sich ein Sturzschaden plötzlich Monate später so massiv zeigen sollte.

Mit dem wie aus dem Ei gepellten (aber noch immer toten) Handy ging ich schließlich abermals zum Vodafone-Shop. Dort hatte man angeblich noch immer nichts von dem Phänomen Sudden Death gehört (sagte der Kollege, dem ich höchstpersönlich zwei Wochen zuvor davon berichtet hatte), war aber bereit, mein nun optisch tadelloses Handy einzuschicken und mir ein Austauschgerät ("refurbished" - also frisch repariert, durchgecheckt und mit voller Garantie) zuzusenden. In der Tat hatte ich zwei Tage später das neue Handy in der Post.

Auch hier schien ich allerdings ein Montagsgerät erwischt zu haben, denn einerseits funktionierte die Lautstärkewippe nur in einer Richtung, anderseits weigerte das W-LAN strikt, sich mit meinem Netz zu verbinden ("Authentifizierungsfehler") - und der Bewegungssensor war ohne Funktion: Bilder ließen ließ sich nicht kippen, der Kompass rührte sich nicht und sämtliche Gestensteuerungen waren funktionslos.

Also abermals zum Vodafone-Händler, Handy reklamiert, erneut abgegeben - und weitere zwei Tage später war mein zweites Austauschgerät da. Und -endlich- lief wieder alles. Nach insgesamt knapp 7 Wochen hatte ich endlich wieder ein funktionierendes S3 in der Hand.

Als Fazit bleibt:
- Weist das Handy eine sichtbare Beschädigung auf, erlischt jegliche Garantie. Egal, ob der Schaden etwas mit dem Fehler zu tun hat oder nicht.
- Das Phänomen "Sudden Death" scheint bei den verantwortlichen Ansprechpartnern weitestgehend unbekannt zu sein.
- Ob mein Handy nun tatsächlich unter dem Sudden Death gelitten hat, werde ich wohl nie erfahren, da ich einfach ein Austauschgerät erhalten habe.
- Rooten war nie ein Thema. Ich hatte natürlich Root auf dem Handy - allein um mittels TitaniumBackup meine Daten sichern zu können. Hier hat nie jemand nachgefragt (auch das erste Austauschhandy wurde von mir gerootet, sonst hätte ich ja meine Daten nicht wieder aufspielen können).
- Verlasst Euch nie auf die Aussagen einer Reparaturwerkstatt.
- Ein Handy, dessen Display nach einen 40cm Sturz sofort springt, kommt mir nie wieder ins Haus!

— geändert am 03.03.2013 15:53:12

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03.03.2013 21:18:36 via App

miese kiste mit deinem S3...
Roede Baer

- Ein Handy, dessen Display nach einen 40cm Sturz sofort springt, kommt mir nie wieder ins Haus!
willst du jetzt jedes Gerät erst mal fallen lassen, bevor du dich entscheidest? ;-)

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