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6 Min Lesezeit 66 Kommentare

Feuerwerk mit dem Smartphone fotografieren: So einfach geht das!

Ein Feuerwerk mit einem Smartphone zu fotografieren, geht das überhaupt? Klar geht das, und es ist überhaupt nicht schwer. Wir zeigen Euch, wir Ihr mit den richtigen Einstellungen und ein paar Tricks tolle Bilder an Silvester schießen könnt.

Die meisten aktuellen Smartphones bieten ausführliche manuelle Einstellungsmöglichkeiten mit, die ein händisches Anpassen von Fokus, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit ermöglichen. In Kombination mit der immer besseren Bildqualität ist Euer Smartphone damit bestens für gelungene Feuerwerk-Fotos gerüstet.

Allerdings würde ich Euch ein Accessoire wärmstens empfehlen, nämlich ein einfaches Stativ. Denn bei den erforderlichen mehrsekündigen Verschlusszeiten ist es auch mit den ruhigsten Händen nicht mehr möglich, scharfe Fotos zu schießen. Im Notfall könnt Ihr Euer Smartphone zwar irgendwo anlehnen oder behelfsmäßig einklemmen, habt dann aber nicht die volle Flexibilität, was den Bildausschnitt angeht. 

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Für Langzeitbelichtungen ist ein Stativ eine große Hilfe. Wenn es sehr windig ist, kommen leichte Stative allerdings schnell an ihre Grenzen. / © AndroidPIT

Apropos Bildausschnitt: Achtet darauf, dass Ihr dem Feuerwerk lieber etwas zu viel Platz als zu wenig Platz auf dem Bild lasst. Das Foto könnt Ihr nachträglich immer noch zuschneiden. Dank der Weitwinkelobjektive von Smartphone-Kameras sollte das aber kein Problem sein. Außerdem empfehle ich Euch, immer auch etwas Landschaft mit abzubilden – so setzt Ihr das Feuerwerk in einen Kontext. Wenn Ihr es schafft, eine Wasserfläche (oder andere spiegelnde Dinge) zwischen Euch und das Feuerwerk zu bringen, werdet Ihr mit spektakulären Spiegelungen belohnt.

Die richtigen Aufnahmeeinstellungen

Einige Smartphones und Third-Party-Kamera-Apps bieten bereits Modi für Feuerwerk, die im Wesentlichen die von uns in diesem Artikel vorgeschlagenen Einstellungen aktivieren. Allerdings liefern die Kameras hier in der Regel JPEG-Bilder, die nur eingeschränkte Bearbeitungsmöglichkeiten bieten. Und sollten die Ergebnisse nicht Euren Vorstellungen entsprechen, habt Ihr keine Möglichkeiten zur Korrektur. Ich würde Euch daher empfehlen, im manuellen Modus beziehungsweise Pro-Modus zu fotografieren, der viele Einstellungsmöglichkeiten bietet.

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Dieses Foto entstand mit dem OnePlus 5 im manuellen Modus. Die Belichtungszeit betrug vier Sekunden, die Empfindlichkeit ISO 100. Mangels Stativ habe ich das Smartphone einfach fest an eine Fensterscheibe gedrückt. / © AndroidPIT

Auch wenn das üblicherweise im Pro-Modus der Fall ist, solltet Ihr sicherstellen, dass der HDR-Modus abgeschaltet und dafür der RAW-Modus aktiviert ist. Der HDR-Modus sorgt nämlich gerne einmal bei bewegten Motiven für Geisterbilder, und RAW-Aufnahmen bieten eine deutlich größere Farbtiefe und eine bessere Dynamik. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, müsst Ihr die RAW-Dateien allerdings mit einer speziellen App oder Software bearbeiten, einem sogenannten RAW-Converter. 

Wir haben uns bereits an anderer Stelle mit RAW-Fotos und Smartphones auseinandergesetzt.

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Bei diesen Raketen war ich froh, dass eine Glasscheibe zwischen mir und dem Feuerwerk war. Die Einstellungen beim OnePlus 5 waren hier im manuellen Modus jeweils vier Sekunden Belichtungszeit und ISO 100. / © AndroidPIT

Welche Kamera-Einstellungen für Feuerwerk?

Im Pro-Modus Eures Smartphones werdet Ihr mit einer Vielzahl von Parametern konfrontiert. Ganz entscheidend ist hier die Verschlusszeit. Sie bestimmt, wie viele Effekte letztendlich auf dem Foto zu sehen sind. Mit einer sehr kurzen Verschlusszeit werdet Ihr von dem Feuerwerk nur einzelne Punkte auf dem Bild sehen. Erst Belichtungszeiten im Bereich von einer Sekunde bis hin zu mehrere Sekunden bilden schöne Lichtspuren ab. Allerdings gibt es auch hier eine sinnvolle Obergrenze: Zu lange Verschlusszeiten dagegen sorgen für ein mit Lichtspuren überfrachtetes Foto. Üblicherweise liefern Belichtungszeiten zwischen einer und acht Sekunden schöne Ergebnisse. 

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Goldene Mitte: Hier seht Ihr, wie ein und dieselbe Feuerwerks-Sequenz mit unterschiedlichen Verschlusszeiten aussieht. Wir haben hierzu einfach ein Video am Bildschirm abfotografiert, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. / © AndroidPIT

Wichtig ist an dieser Stelle auch, dass Ihr die ISO-Empfindlichkeit auf den niedrigsten Wert einstellt, den das Smartphone anbietet, üblicherweise ISO 50 oder ISO 100, gerne aber auch noch niedriger. Die Lichteffekte sind nämlich sehr hell und werden sonst vollkommen überstrahlt abgebildet. Ein Abblenden wie bei Kameras mit echter Iris-Blende ist bei Handys nicht möglich – hier gibt es nur die Möglichkeit, mit Hilfe eines speziellen ND-Filters für Smartphones die ins Objektiv einfallende Lichtmenge zu begrenzen.

Der nächste Aspekt betrifft den Fokus, den Ihr bei den Pro-Modi ebenfalls festlegen könnt. Setzt diesen auf die Einstellung „unendlich“, oft auch durch einen Berg gekennzeichnet. So stellt Ihr sicher, dass die Kamera-App bei jedem Foto auf weit entfernte Motive scharfgestellt ist. Vergesst nur nicht, nach den Feuerwerk-Fotos diese Einstellung wieder rückgängig zu machen, denn sonst geraten beispielsweise Portraits allesamt unscharf. Für den Weißabgleich würde ich Euch ebenfalls eine manuelle Einstellung empfehlen, nämlich jene für Tageslicht beziehungsweise etwa 5000K bis 5500K, falls Eure Kamera-App das Festlegen einer Farbtemperatur erlaubt.

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Die meisten aktuellen Smartphones bieten einen manuellen Modus, in dem sich die Verschlusszeit händisch einstellen lässt. / © AndroidPIT

Das richtige Timing entscheidet!

Ganz wichtig für gelungene Feuerwerk-Fotos ist schließlich noch das richtige Timing. Üblicherweise seht Ihr bei Großfeuerwerken immer die Kugelbomben etc. als leuchtende Spur in den Himmel steigen – dann dauert es noch etwa eine halbe Sekunde, bis der Effekt explodiert. Das wäre also genau der richtige Moment, das Foto auszulösen. Wenn Ihr mit dem Finger den Auslöser betätigt, besteht dadurch jedoch eine gewisse Verwacklungsgefahr, und aufgrund des kritischen Timings ist der Zwei-Sekunden-Selbstauslöser hier nicht besonders praktikabel. 

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Am Himmel über Berlin war an Silvester einiges los. Binnen vier Sekunden Belichtungszeit sind etliche Effekte auf dem Foto gelandet. Ein wenig Glück ist natürlich immer dabei, ob eine schöne Auswahl an Effekten auf dem Foto landet. / © AndroidPIT

Ich würde Euch daher empfehlen, einfach ein Kabel-Headset zu nutzen. Üblicherweise könnt Ihr mit den hier angebrachten Buttons die Kamera-App des Smartphones auslösen. Sollte das nicht funktionieren, müsst Ihr gegebenenfalls in Eurer Kamera-App noch die Einstellung treffen, dass die Lautstärketasten zum Auslösen des Fotos genutzt werden dürfen.

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Praktisch: Ein Headset mit Taste dient auch als Kabelfernauslöser. / © AndroidPIT

Kein manueller Modus – was nun?

Falls die Kamera-App keinen manuellen Modus hat bzw. der manuelle Modus nur sehr kurze Verschlusszeiten erlaubt, helfen Modi wie Lichtspuren, Langzeitbelichtung oder dergleichen weiter. Durchstöbert hier einfach mal die Kamera-App Eures Smartphones, welche Optionen Euch zur Verfügung stehen. Alternativ bleibt natürlich noch die Möglichkeit, eine Third-Party-App wie Camera FV-5 herunterzuladen, die dann definitiv einen manuellen Modus bietet.

Übrigens eignen sich die oben genannten Tipps nicht nur für die Fotografie von Feuerwerk, sondern beispielsweise auch für Lichtmalerei oder bei einem Stadtfoto vorbeifahrende Autos in lange Lichtspuren zu verwandeln. Und ich bin mir sicher, Ihr findet auch noch weitere Anwendungsfälle!

Außerdem gelten diese Tipps natürlich nicht nur für Smartphones, sondern auch für Kameras ganz allgemein – Ihr könnt sie also auch mit Eurer Kompaktkamera oder DSLR beherzigen. Bei fortschrittlicheren Kameras habt Ihr den großen Vorteil, dass Ihr mit einer Iris-Blende die durchs Objektiv einfallende Lichtmenge regulieren könnt. 

Und wenn Ihr noch weitere Tipps für Feuerwerk-Fotos oder irgendeine Art von Feedback habt, dann freue ich mich über Eure Kommentare – viel Spaß beim Feiern!

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Top-Kommentare der Community

  • Tim 30.12.2017

    Sorry, aber das Bild, das zeigen soll, wie das Feuerwerk mit verschiedenen Verschlusszeiten aussieht, ist ja mal sowas von daneben...
    schon bei 0,5 sek sieht man definitiv nur noch Streifen, die die Funken beim Fliegen erzeugen, bei 8 sek würde man gar nichts mehr sehen, da die konstant helle Mitte der Leuchtkerze einfach alles überstrahlen würde...

    Die Bilder, die man dort gemacht hat, würde ich schätzen, wurden mit MAXIMAL 1/100 sek gemacht und nie im Leben mit 0,5 bis 8(!) Sekunden.
    Was diese Bilder da zeigen sieht mit eher nach verschiedenen Rauschverhalten und damit nach verschiedenen ISO-Werten aus. Von 50 bis 800.

    Will man mit einem Smartphone Feuerwerk (am Nachthimmel/vor dunklem Hintergrund) fotografieren, was einer Mammut-Aufgabe gleich kommt, sollte man gerade die ISO sehr hochdrehen. Denn wenn man keine Schlieren und "Lichtmalerei" sehen will, muss die Verschlusszeit sehr kurz gehalten werden. Und wenn man durch diese zu wenig Licht reinbekommt, bleibt nur noch der Umweg über die ISO.

    Unterm Strich kann man Feuerwerk fotografieren mit einem Smartphone fast vergessen.

  • Karsten 😄🖖 vor 3 Wochen

    Aber folgendes beachten:

    Ohne jedes Fotowissen – sind die Bilder meist beschissen
    •Sonne lacht - Blende 8 (oder kleiner 11 etc.)
    •Blende 8 auch bei Nacht
    •Zwischen 11 und 3 - hat der Fotograf frei
    •An Tagen ohne Sonnenschein – bringt F5 dir Farben rein
    •Scheint keine Sonne durch die Ritzen – musste Blitzen
    •Sonne im Rücken – Auslöser drücken
    •Portraits im Zimmer – Blende 8 klappt immer
    •Fast schon nacht – Blende 2,8
    •Schnelles Tier – Blende 4
    •Grünes Gewächs – Blende 5,6
    •Ist die Schärfentiefe ranzig – nimm doch Blende 22
    •Kein Blitz dabei – Blende 2
    •Ist das Makro Matsch und scheußlich – Blende 11 bis 32
    •Vordergrund macht Bild gesund
    •Hintergrund nicht kunterbunt
    •Geht im Sucher die Sonne nicht auf – hast den Deckel Du noch drauf
    •Wenn man die Blende offen hält - wird das Motiv perfekt freigestellt
    •Ist der Zoom dir unbekannt - dann nimm das Objekt bis zum Rand


    Das spannende an den Fotofilmen war die Ungewissheit ob die Fotos auch was geworden sind wenn man nach einer Woche warten die Filme abgeholt hat.

66 Kommentare

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  • Zum Glück ist Silvester bald vorbei, dann könnt Ihr wieder Bilder von allem anderen machen.


  • @Andy,

    da hast Du völlig Recht, von all dem Feuerwerk, das ich in meinem Leben sah, habe ich nur einige Bilder vom letzten behalten. Da war ich mit meiner Familie in Abu Dhabi über die Feiertage. Da konnte ich einige prima Fotos mit Skyline machen, dann hat das Erinnerungswert, sonst nicht.

    Guten Rutsch für Euch alle......
    🍾🕕🎆🎉


  • "Lass uns doch noch mal das Feuerwerk vom letzten Jahr ansehen!" hat noch nie jemand gesagt.


  • Aber folgendes beachten:

    Ohne jedes Fotowissen – sind die Bilder meist beschissen
    •Sonne lacht - Blende 8 (oder kleiner 11 etc.)
    •Blende 8 auch bei Nacht
    •Zwischen 11 und 3 - hat der Fotograf frei
    •An Tagen ohne Sonnenschein – bringt F5 dir Farben rein
    •Scheint keine Sonne durch die Ritzen – musste Blitzen
    •Sonne im Rücken – Auslöser drücken
    •Portraits im Zimmer – Blende 8 klappt immer
    •Fast schon nacht – Blende 2,8
    •Schnelles Tier – Blende 4
    •Grünes Gewächs – Blende 5,6
    •Ist die Schärfentiefe ranzig – nimm doch Blende 22
    •Kein Blitz dabei – Blende 2
    •Ist das Makro Matsch und scheußlich – Blende 11 bis 32
    •Vordergrund macht Bild gesund
    •Hintergrund nicht kunterbunt
    •Geht im Sucher die Sonne nicht auf – hast den Deckel Du noch drauf
    •Wenn man die Blende offen hält - wird das Motiv perfekt freigestellt
    •Ist der Zoom dir unbekannt - dann nimm das Objekt bis zum Rand


    Das spannende an den Fotofilmen war die Ungewissheit ob die Fotos auch was geworden sind wenn man nach einer Woche warten die Filme abgeholt hat.


  • @ Stefan Möllenhoff, du hast in deinem Artikel einen Faktor total ausser Acht gelassen..., das Wetter 😯
    Bei uns hat Silvester so geschüttet, dass dasFotografieren keinen Sinn machte.



    • WOW. Viel eindrucksvoller als das, was ich mir gestern am Himmel ansehen musste.
      Und so schön rotstichig.

      NilsD


    • Ja, einigermaßen... ;-) Hast Du auch die Einstelldaten für dieses Bild? Nur als Info.


      • EXIF:

        Kamera: Sony
        Kameramodell: F5321
        Blendenzahl: f/2,0
        Belichtungszeit: 1/1 sec.
        ISO-40
        Brennweite: 4mm
        Messmodus: Mehrfeld
        Kein Blitz
        Weißausgleich: Automatisch
        Digitalzoom: 1
        Software: Snapseed 2.0


      • C. F.
        • Blogger
        02.01.2018 Link zum Kommentar

        Ist einfach der Feuerwerk-Modus der Kameraeinstellungen gewesen.


      • Ist doch nett :) Ich hätte noch ein bisschen Landschaft/Stadt/Wald/etc. am unteren Rand schön gefunden, damit das Feuerwerk in einem Kontext steht. Aber klar, beliebig Spielraum mit Weitwinkel gibt's beim Smartphone ja auch nicht.


  • Ich muss mich den Vorrednern anschliessen. Bilder vom Feuerwerk zu machen mit einem Smartphone, würde ich lassen. Es kommen nur Bilder für die Tonne heraus.
    Ja und eine DSLR kann bessere Bilder machen als ein Smartphone. 🎆📷

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