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Fernwartung in Android: Chrome Remote Desktop vs. TeamViewer vs. Splashtop 2 [UPDATE]

PC-Fernwartung vom Android-Smartphone oder -Tablet aus ist nicht nur IT-Profis vorbehalten. Wir zeigen, wie einfach sich gute Clients einrichten lassen, und wie sich die Kontrahenten im Vergleich schlagen. Der schon seit Jahren als PC-Software etablierte TeamViewer ist schon recht lange auf Android vertreten und für Privatanwender kostenlos. Etwas jünger und generell kostenlos ist Chrome Remote Desktop von Google. Splashtop ist indes schon in der zweiten Iteration am Markt und setzt auf In-App-Käufe für den Gebrauch außerhalb des Heimnetzwerks. Alle drei Lösungen vergleichen wir heute ausführlich: Wer arbeitet flüssiger, wer bietet mehr Features, wer ist schneller zu installieren? Wir zeigen es Euch im Detail. Update: TeamViewer erklärt sein Quick Support Tool genauer.

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android remote desktop solitaire
© AndroidPIT

Testsystem

Unser Setup besteht auf Host-Seite (der Seite, die ferngesteuert werden soll) aus einem Windows-7-PC mit zwei Monitoren, aktiver Benutzerkontensteuerung und einem WLAN-Netzwerk. Auf Client Seite (der Seite, von der aus die Fernwartung erfolgen soll) verwenden wir ein Nexus 4 mit CyanogenMod 11 M7.

chrome remote desktop android interface
Chrome Remote Desktop: Schlank und performant. / © AndroidPIT

Chrome Remote Desktop: Installation

Die Installation von Googles Fernwartungs-Lösung geschieht in drei Teilen. Zum einen gibt es eine App für Android, zum anderen ein Chrome-Plug-In sowie eine Host-Software für das verwendete PC-Betriebssystem. Letztere erfordert die Eingabe des Administrator-Kennwortes. Anschließend müsst Ihr den Host auf dem fernzuwartenden Rechner aktivieren. Dies geschieht über die als Website gestaltete Oberfläche (siehe unten). Auch hier wird erneut das Administrator-Kennwort abgefragt. Ein mindestens sechsstelliger Zifferncode, den Ihr Euch ausdenkt, dient fürderhin als Schutz gegen unbefugte Zugriffe.

Ist dieser Schritt erledigt, sollte der Computer in der Android-App aufgelistet werden. Nun authentifiziert Ihr Euch mit der oben eingerichteten Kennzahl und die Fernwartung beginnt (In erster Instanz dient Euer Google-Account als Grundlage der Authentifizierung.).

chrome remote desktop browser interface
Chrome Remote Desktop wird auf Host-Seite aus dem Browser-Fenster heraus konfiguriert. / © AndroidPIT

Chrome Remote Desktop: Funktionen und Qualität

Die Übertragung der Mausbewegung erfolgt sehr flüssig. Dem Menschen, der am ferngesteuerten Rechner sitzt, kommen die Bewegungen wie die eigenen vor. Video-Streaming ist aber selbst im WLAN nicht genießbar. Lediglich der Sound wird störungsfrei, wenn auch mit großer Latenz, auf dem Client ausgegeben. Chrome Remote Desktop ist der einzige Kandidat, der mit unserem Dual-Monitor-Setup nahtlos als ein Monitor-Bild übertragen wird. Bei den anderen zwei Werkzeugen mussten wir per Button zwischen den Bildschirmen umschalten. 

Auf Client-Seite nutzt Chrome Remote Desktop den Vollbild-Modus (wir berichteten), der den Bildschirm komplett mit dem übertragenen Bild ausfüllt. Leider bietet der Client abgesehen von dem Senden von Maus- und Tastatureingaben sowie der Tastenkombination “Strg-Alt-Entf” keine weiteren Optionen. Dateiübertragung oder eine umgekehrte Fernwartung, mit der man vom PC aus das Smartphone steuern kann, fehlen leider völlig. Google lagert manche dieser Möglichkeiten in andere Dienste aus.

Chrome Remote Desktop Install on Google Play
teamviewer android interface
Die Oberfläche von TeamViewer macht einen reifen Eindruck. / © AndroidPIT

TeamViewer: Installation

Die Installation von App und Host gestaltet sich in unserem Test-Setup lächerlich einfach. Die Software für den PC lässt sich einfach starten, ohne sie gleich zu installieren. Damit entfällt die Abfrage des Administrator-Passwortes. Die Sicherung der Verbindung erfolgt über eine gleichbleibende ID und ein vierstelliges Ziffern-Passwort, das zufällig generiert wird. Auf PC-Seite lässt sich die Anwendung auch fest installieren und als Dienst einrichten, sodass der entfernte Rechner auch vom Smartphone neu gestartet werden kann und danach auch von dort aus eine Anmeldung möglich ist.

team viewer quick support
Mit Quick Support dreht TeamViewer den Spieß um und Ihr wartet Smartphones aus der Ferne. / © AndroidPIT

TeamViewer: Funktionen und Qualität

Dem TeamViewer merkt man seine Reife an. An etlichen Stellen wirkt die Oberfläche viel durchdachter als das Tool von Google. Das spiegelt sich in Elementen wie der Tastatur wider, die Buttons wie Strg oder Alt oder F1 bis F12 bietet. Datei-Transfers sind möglich und erfolgen in einem separaten Bereich der App, für den man den Fernwartungs-Modus zunächst beenden und sich anschließend neu mit dem PC verbinden muss.

Mit der Zusatz-App Quick Support lässt sich die Funktionalität sogar umkehren, sodass Ihr von einem PC aus ein Smartphone fast fernsteuern könnt. Nur fast, weil das aktuelle Anzeigebild nur dann übertragen wird, wenn der Partner am Smartphone einen Screenshot macht. Ansonsten lassen sich Dateien übertragen, Apps deinstallieren, Prozesse schließen, und System-Informationen wie die IMEI auslesen. Der obige Screenshot zeigt das Start-Dashboard des PC-Tools. (Auf PC-Seite kommt der herkömmliche TeamViewer zum Einsatz.) Leser Dieter B. wies uns darauf hin, dass bei manchen Geräten (hier die Liste) Echtzeitwartung in der Tat möglich ist und die oben beschriebenen Screenshots unnötig werden. 

Eine Verbindung von Smartphone zu Smartphone wird noch mit den Worten “Inkompatible TeamViewer-Versionen” abgeschmettert.

[UPDATE: 09.07.2014, 12:00 Uhr]

TeamViewer-Mitarbeiter Constantin Falcoianu hat sich mit uns in Verbindung gesetzt und uns erklärt, warum es mit manchen Geräten (wie in unserem Test) Probleme gibt, den Quick-Support mit Echtzeit-Bildübertragung zu verwenden. 

Die Hauptapp (QuickSupport) funktioniert prinzipiell auf jedem Android Gerät. Um Fernwartungen anbieten zu können, benötigen wir einige erhöhte Rechte, die durch die Addons bereitgestellt werden. Das passende Addon wird dann zum Download angeboten. Wir benötigen dazu immer die Unterstützung der Hersteller, um das zu ermöglichen.

TeamViewer für Fernsteuerung Install on Google Play
splashtop android interface
Splashtop 2 will Smartphone oder Tablet zum Ersatzbildschirm machen. Die versprochenen hohen Frameraten konnten wir nicht feststellen. / © AndroidPIT

Splashtop 2: Installation

Die Installation von Splashtop gestaltet sich ebenfalls recht einfach. Die App lässt sich kostenlos im Play Store beziehen. Auf dem PC muss mit Admin-Rechten ein Streamer installiert werden. Ähnlich wie TeamViewer gibt es hier auch die Option, die Host-Software so zu installieren, dass Fernwartung von sämtlichen Windows-Accounts aus möglich wird. Die Authentifizierung zwischen Host und Client erfolgt in jedem Fall dann über Euer Splashtop-Account.

splashtop pc interface
Splashtop 2 heißt auf Host-Seite vielversprechend "Streamer", bewirkt aber in belasteten WLANs auch keine Wunder. / © AndroidPIT

Splashtop 2: Funktionen und Qualität

Splashtop 2 überträgt das Bild flüssig von Gerät zu Gerät. Jedoch reicht es zumindest in unserem WLAN nicht aus, um etwa Videos mit ausreichender Framerate zu übertragen. Die Leistung war hier nicht spürbar höher als etwa beim oben getesteten Chrome Remote Desktop. Unterschiede werden vor allem in der Benutzung deutlich: Splashtop 2 verhält sich zunächst ganz anders als Googles Werkzeug oder TeamViewer, denn anstatt den Mauszeiger wie mit einem Touchpad zu bewegen, führen Berührungen des Smartphone-Displays sofort zu einem Klick in dem dargestellten Bildschirmbereich. Prinzipiell ist dies das von Touchscreens gewohnte Verhalten, aber wenn man mit anderen Fernwartungs-Tools gearbeitet hat, bekommt man Verständnis für den etwas feinfühligeren Touchpad-Modus. In der breiten Funktionsleiste am unteren Bildschirmrand der Splashtop-2-Oberfläche kann man ihn deshalb nachträglich aktivieren.

Leider beschränkt sich die kostenlose Variante von Splashtop 2 auf Verbindungen innerhalb desselben Netzwerkes. Somit müssten externe Verbindungen umständlich über ein virtuelles privates Netzwerk überbrückt werden, oder man zahlt knapp zwei Euro monatlich für das Anywhere-Access-Paket, damit das Tool als wirkliche Fernwartungs-Lösung eingesetzt werden kann. Ansonsten eignet es sich ziemlich gut für “Screen Switching”, also dem Weiterarbeiten oder -spielen am Hauptrechner vom Sofa aus. Das Interface, bei dem sich schon vor Verbindungsaufbau die Auflösung des Hosts an die des Clients anpassen lässt, macht deutlich, dass 1:1-Übertragung die Hauptaufgabe von Splashtop 2 sein sollte.

Splashtop 2 Remote Desktop Install on Google Play

Fazit

Die Einrichtung der vorgestellten Fernwartungs-Clients hat sich in unserem Test sehr unterschiedlich schwierig gestaltet. Gerne hätten wir etwa auch den Windows Remote Desktop mit einbezogen, da er bei den meisten PCs ab Werk vorhanden ist. Doch hatte sich die Einrichtung der Verbindung als viel komplizierter herausgestellt, als die englischsprachige Anleitung uns suggerierte. Neben der Sprachbarriere und dem festgelegten Betriebssystem war ein weiteres KO-Kriterium die furchtbar schlechte Bedienung des RD Clients auf dem Nexus 4. Das konnten die Probanden aus unserem Testfeld viel, viel besser. 

Sämtliche Testkandidaten übertrugen das Bild sehr schnell und die verwendete Kompression lieferte gut lesbare Abbilder. Der Sound wurde stets mit reichlich Latenz, aber störungsfrei übertragen. Für echte Fernwartung sind aber nur Chrome Remote Desktop und TeamViewer wirklich geeignet, solange man kein Geld für Splashtops Anywhere-Access-Paket ausgeben möchte. Wer auf Datei-Übertragungen nicht verzichten oder auf Host-Seite keine Admin-Rechte erlangen kann oder möchte, der findet mit TeamViewer die wohl beste Möglichkeit, einem Bekannten in der Ferne am PC zu helfen.

17 Kommentare

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  • wichtig ist, am Androidgeraet eine Bluetooth Mouse und Tastatur angeschlossen zu haben, sonst ist die PcSteuerung eine Krampfaktion.
    FreeRDP, RDC thinStuff, RD client, sind kostenlos und funktionieren tadellos. Teamviewer darf nur privat kostenlos benutzt werden.

  • Beim Zugriffsversuch vom Ipad auf mein Note 3 mit Teamviewer bekomme ich auch immer diesen “Inkompatible TeamViewer-Versionen”-Fehler :-(
    Schade...
    vom PC aus funktionierts.

  • "Nur fast, weil das aktuelle Anzeigebild nur dann übertragen wird, wenn der Partner am Smartphone einen Screenshot macht." - Absoluter Blödsinn!
    Ich kann mit Teamviewer am PC problemlos Android-Devices auf denen Quicksupport installiert ist fernbedienen (ganz ohne Screenshot). Funktioniert absolut Problemlos mit S3 (4.3), Sony Xperia SP (4.3), Note 3 (4.4), Galaxy Tab (CM), Moto G und allen anderen Devices die ich bisher testen konnte.
    Auch von Android zu Android ist die Fernbedienung kein Problem: Auf dem Fernzusteuernden Gerät kommt Quicksupport drauf, an meinem Gerät die Teamviewer App und läuft ohne Probleme

  • Ich nutze den Teamviewer und werde wohl auch dabei bleiben. Verstehe auch nicht, was Google mit der Mehrfacheingabe des Admin-Passwortes bezweckt! Wer böses denkt, könnte glauben das Google damit heimlich Zugriff erlangen will!

  • Ich verwende »Jump Desktop« und kann nur positiv darüber berichten. Gut, die App kostet ein paar Euro, ist es meiner Meinung nach aber auch Wert.

  •   23

    Super das ist gerade mein Thema! Habe dies bezüglich eine Anfrage laufen. Fernwartung via Teamviewer. Vielleicht gibt es hier jemanden der mir helfen möchte!
    http://www.androidpit.de/forum/609296/fernwartung-via-teamviewer#2095193

  • My1 06.07.2014 Link zum Kommentar

    also ich nutze auch VNC oder RDP (bei Win 7/8 Pro nativ verfügbar, wegen XP und Vista weiß ich jz net welche edition man braucht, aber wenn man admin ist ist dies die beste methode, da im gegensatz zu einem nicht als admin gestartet Teamviewer auch die UAC aufforderungen übertragen werden, und damit für eine Ferninstallation oder so nicht jemand auf den PC aufpassen muss...
    und auf dem Handy ist Jump als Client absolut genial.

  • Ich benutze dafür ein VNC Server, Port freigeschaltet und auf dem Handy nen vnc viewer runtergeladen und jetzt kann ich von überall unkompliziert auf meinen windows 8 homeserver zugreifen :)

    • VNC wäre, nach dem für ein Microsoft-Werkzeug IMHO sehr einfach einzurichtenden und nutzenden RDP, auch meine Wahl gewesen.

      Zumal es VNC Client und Server für wohl jedes OS gibt...

      • My1 06.07.2014 Link zum Kommentar

        aber viele werden kein RDP haben, mangels passender version, was ja WInXP Pro, Vista Business, und Win7/8/8.1 Pro wäre...

      • Ich muss eingestehen, daß ich nicht weiß in welchen Windoes-Versionen RDP von Haus aus an Bord ist. Seit W2k nutze ich, eben wegen der Dreingaben, die Pro-Versionen.

      • My1 06.07.2014 Link zum Kommentar

        hm...
        ich habe geaschaut. der RDP client is zwar überall drinne aber der Server, also das was wird brauchen eben nur in Pro (bei Vista -> Business) und höherwertig

  • TeamViewer wurde ja kürzlich vom Private Equity-Unternehmen Permira übernommen, mal schauen was das bedeutet bzw. wie es weiter geht. Wird bestimmt nichts gutes bei raus kommen ...

  • Ich nutze eigentlich Teamviever immer ist das einfachste... finde ich ohne erst Stunden was einstellen zu müssen. Nutze ich auch wenn ich Minecraft Spiele, da es damit auch am einfachsten ist eine VPN zu starten, da ich bisher auch nicht die Zeit gehabt habe, das durch meinen Router anders hinzubekommen.

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Alles klar!