Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.
Facebook: In 50 Jahren mehr tot als lebendig?
Apps 3 Min Lesezeit 9 Kommentare

Facebook: In 50 Jahren mehr tot als lebendig?

Laut einer Studie des Oxford Internet Institute könnte die Zahl der verstorbenen Nutzer auf Facebook die der Lebenden in 50 Jahren übersteigen. Die Vorhersagen wirft dabei einige Fragen auf, wie zum Beispiel, was mit den Daten nach dem Tod der Nutzer passiert.

Wird Facebook ein riesiger Friedhof werden? Das ist eine berechtigte Frage, die sich nach der Veröffentlichung der Studie von mehreren Professoren der Oxford University stellt. So könnte bis 2070 die Zahl der verstorbenen Facebook-Nutzer die Zahl der lebenden Menschen übersteigen. 1,4 Milliarden Menschen, die aktuell ein Konto bei dem sozialen Netzwerk haben, werden am Ende des Jahrhunderts nicht mehr auf dieser Welt sein.

Bei anhaltendem Wachstum von Facebook (rund 13 %) wären es sogar rund 4,9 Milliarden Facebook-Nutzer am Ende des Jahrhunderts nicht mehr auf dieser Welt. Aber in diesem Fall würden die verstorbenen Nutzer die Zahl der lebenden Nutzer trotz ihrer großen Zahl nicht überschreiten, denn es gebe genug Neuanmeldungen.

Facebook 08

Wird Facebook zu einem Friedhof 2.0? / © TY Lim/Shutterstock

Ein globales digitales Erbe

Für die Studie ging es aber nicht darum, die Anzahl der Menschen zu zeigen, die 2070 auf Facebook starben, sondern darum, wie man seine Daten nach dem Tod verwaltet.

"Die Ergebnisse sollten nicht als Vorhersage der Zukunft interpretiert werden, sondern als Kommentar zur aktuellen Entwicklung und als Gelegenheit, die Zukunft zu hinterfragen, auf die wir uns zubewegen.", sagte Carl Ohman, einer der Akademiker.

"Das Verwalten unserer digitalen Überreste wird letztendlich jeden betreffen, der soziale Netzwerke nutzt, da jeder von uns eines Tages sterben und seine Daten zurücklassen wird. Das ist oder wird Teil unseres globalen digitalen Erbes sein."

Daher ist es unerlässlich, dass Facebook Historikern, Archivaren, Archäologen und Wissenschaftlern Zugang zu diesen Daten gibt. David Watson, ebenfalls Doktorand an der British University, erklärt:

"Noch nie in der Geschichte wurde ein so umfangreiches Archiv menschlichen Verhaltens und menschlicher Kultur an einem Ort zusammengetragen. Die Kontrolle dieser Archive wird in gewisser Weise darin bestehen, unsere Geschichte zu dokumentieren. Daher ist es wichtig, sicherzustellen, dass der Zugriff auf diese historischen Daten nicht auf eine einzige gewinnorientierte Gesellschaft beschränkt ist. Es ist auch wichtig, sicherzustellen, dass zukünftige Generationen unser digitales Erbe nutzen können, um ihre Geschichte zu verstehen."

Es wird in den kommenden Jahren spannend sein, die Richtlinien von Facebook in dieser Hinsicht zu beobachten. Wenn die Vorhersagen realistisch sind, muss Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk einen Weg finden, um mit Historikern und Dokumentalisten zusammenzuarbeiten.

Was sagt Ihr dazu? Würdet Ihr Eure Daten nach dem Tod zur Verfügung stellen? 

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern

9 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Facebook? In 50 Jahren? Dieser Beitrag gehört in den Witze-Thread.😂


  • C18 vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Selten so einen Unsinn gelesen, 50 Jahre bei diesem Entwicklungstempo und Leuten wie Trump, wenn interessiert der Winter 2018 ?


  • In 50 Jahren bin ich 107. Sollte es mir dann noch möglich sein, werde ich das dann kontrollieren 😏


  • Facebook = Onlinefriedhof die sich gleich noch das Erbe an sich nehmen.


  • Na, ich weiß nicht. Ob es diesen sinnlosen Dienst in 50 Jahren überhaupt noch geben wird?


  • Facebook wird es da schon lange nicht mehr geben.


    • Möglicherweise jedoch die Daten, bzw. einen Teil davon - davon abhängig, ob die Historiker & Co ihren Wunsch erfüllt bekommen und Zugriff erhalten (und sie dann aufbewahren... in irgendeinem Datenkeller ;)).

      So aus dem Bauch heraus würde ich sagen - ja, sicherlich wären das tolle Dokumente der Zeitgeschichte, und dass Historiker, Archivare etc. daran ihre Freude hätten, ist leicht vorzustellen (z.B. bei Betrachtung von Fragen, wie zeitgeschichtliche Ereignisse wahrgenommen wurden, wie bestimmte politische Entwicklungen sich angebahnt haben, etc.). Allerdings ist es sehr diskussionsbedürftig, wo genau die Grenze zu ziehen ist, welche Daten weitergegeben werden.

      Äußerungen an einer öffentlichen Pinnwand, für jeden anderen Facebook-Benutzer (oder gar ganz ohne Login) sichtbar? Gut vorstellbar, ggf. anonymisiert und nur grob in Kategorien eingeordnet (Geschlecht, Altersgruppe, geographische Region). Äußerungen in geschlossenen Gruppen? Klingt fragwürdig. Äußerungen an kleine geschlossene Personenkreise (z.B. Chat, aber auch Pinnwand-Beiträge mit für eine "Liste" eingeschränkter Sichtbarkeit) - klingt nicht wie zur individuellen Weiterverarbeitung durch Dritte gedacht.

      Allerdings ist hier die Rede von Verstorbenen - so können private Briefe etc. aus Nachlässen auch durchaus in Archiven landen. Und bei Personen der Zeitgeschichte steht dann ggf. sogar in Biographien "XY schrieb an seine Geliebte..." - das hatte sich XY zu Lebzeiten sicher auch nicht so vorgestellt, und ein Datenschutzaufschrei "entfernt alles aus privaten Briefen Goethes aus sämtlichen Veröffentlichungen" habe ich zumindest noch nie vernommen. Gar nicht so einfach...

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern