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3 Min Lesezeit 34 Kommentare

Aufgedeckt: Facebooks Daten-Deals mit Microsoft, Amazon, Spotify und Co.

Facebooks Geschäft mit den Daten ist noch größer als bisher angenommen. Mit über 150 Unternehmen hat das Social Network Daten ausgetauscht, und zwar zumindest teilweise ohne Wissen der Nutzer. Sogar private Nachrichten wurden durchsucht und weitergegeben. Geld soll unterdessen keines geflossen sein.

Facebook hat die Daten seiner Nutzer zahlreichen Unternehmen zur Verfügung gestellt, darunter viele große Namen der Technologie-Branche. Microsoft, Amazon, Netflix, Spotify, Yahoo, Sony, Apple und viele mehr bekamen so Zugriff auf Namen und E-Mail-Adressen von theoretisch allen 2,2 Milliarden Facebook-Nutzern, mindestens aber vielen hundert Millionen von Profilen. Dies ist das Ergebnis einer aufwendigen Recherche der New York Times.

Doch es wurden nicht nur Namen und Mail-Adressen ausgetauscht. Facebook erlaubte der Microsoft-Suchmaschine Bing, die zumindest in den USA noch eine Nebenrolle neben Google spielt, die komplette Freundesliste der Nutzer mit allen Namen zu durchsuchen. Netflix und Spotify wurde sogar gestattet, die privaten Nachrichten der Facebook-Nutzer mitzulesen.

Facebook hat die Daten verschenkt

Und was hat Facebook für die Daten verlangt? Zumindest kein Geld, so der Bericht der New York Times. Stattdessen wollten sich die Unternehmen gegenseitig dabei helfen, noch größer zu werden. "Vom Austausch sollten alle profitieren", so der Bericht in der "New York Times". "Auf der Suche nach explosivem Wachstum bekam Facebook mehr Nutzer und steigerte seine Werbeeinnahmen. Partnerunternehmen bekamen so Funktionen, die ihre Produkte attraktiver machten."

Facebook 01
Mehr Komfort oder weniger Privatsphäre? Kommt auf die Perspektive an. / © David MG/Shutterstock

Die Vereinbarungen halfen Facebook laut dem Bericht dabei, seine eigene Funktion "Personen, die du kennen könntest" zu verbessern, die Nutzern potenzielle Facebook-Freunde vorschlägt. So sollen beispielsweise Daten aus Kontaktlisten von Amazon, Yahoo und auch Huawei eingeflossen sein. Die Daten-Mauschelei ging also in beide Richtungen.

Die eigenen Nutzer hat Facebook über die Machenschaften im Unklaren gelassen. Man habe die Partnerfirmen als Erweiterungen der eigenen Firma gesehen, so Facebooks Privatsphäre-Chef Steve Satterfield in der New York Times. Facebook agierte nach eigener Sichtweise also als Dienstleister, der den Nutzern dabei hilft, mit ihren Facebook-Freunden zu interagieren.

Was genau die Partner mit den Daten angestellt haben, weiß man bei Facebook nicht. Verträge würden die Partner-Unternehmen verpflichten, die Richtlinien von Facebook einzuhalten, so Satterfield. Eine Facebook-Sprecherin sagte der Zeitung zudem, Facebook habe keine Belege für einen Missbrauch der Daten durch Partner gefunden. Geschlossen wurden die Vereinbarungen allesamt ab dem Jahr 2010, noch 2017 waren sämtliche Partnerschaften aktiv, teils sogar noch 2018 nach dem Cambridge-Analytica-Skandal.

Facebook sieht sich zu Unrecht am Pranger

Facebook hat auf den Bericht bereits reagiert und erklärt, einige der Partnerschaften in den vergangenen Monaten beendet zu haben. Weiter heißt es in dem Blog-Beitrag, dass das Ziel vor allem gewesen sei, den Nutzern mehr Komfort zu bieten. Ohne Einverständnis der Nutzer hätten Drittfirmen durch Partnerschaften oder bestimmte Funktionen keinen Zugang zu Informationen bekommen.

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Top-Kommentare der Community

  • kensei vor 1 Monat

    Wow.. was für eine Sensation. Facebook verkauft weiterhin die Daten seiner Benutzer/Anwender.. Was als nächstes? Weihnachtsmann &Co. gibt es nicht?

  • odo vor 1 Monat

    gelesen, verstanden, gehandelt......Account dauerhaft gelöscht..

  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat

    Deine unbeholfene Antwort zeigt mir lediglich, dass Du von Datenschutz und Privatsphäre null Ahnung hast. Und scheinbar keinerlei Interesse. Ich vermute mal, Du schließt nie Wohnung und Auto ab, jeder kann bei Dir zu Hause und auf der Arbeit offen Deine Briefe, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge etc. einsehen, die Rolläden und Jalousien sind immer oben, sodass jeder bei Dir reinschauen kann, Deine Telefonnummern hast Du hinten auf die Jacke geschrieben,...

    Aber ist wie beim Rauchen: die irreversiblen Schäden kommen erst viel später. Nur dann ist wirklich zu spät.

34 Kommentare

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  • Wen wundert`s????


  • Der Artikel suggeriert einem metaphorisch übersetzt "jetzt hab ich die Flasche Bleichmittel schon wieder einfach offen am Boden stehen lassen und mein Kind was ein Jahr alt ist hat was davon getrunken... MAN! Wer hätte das wissen können ?? Wer hätte schon wissen können dass ein ein Jahre altes Kind einfach an die Flasche Bleichmittel geht... ". Hier lernt man endlich wie die Welt funktioniert.


  • Ich denke, Jede/r muss sich bewusst sein, wenn derartike mediale Kommunikationsmittel genutzt werden, Daten erhoben und weitergegeben werden.
    Wer das nicht möchte, kommuniziert halt auf ursprünglicher Weise.

    Man muss beide Seiten sehen und respektieren das es Personen gibt, die auch weiterhin auf diese Mittel zurückgreifen um zu kommunizieren und wiederum Personen das ganze Zeugs nicht mehr nutzen.

    Datensammlung fängt schon bei der Hausbank an und endet irgendwo beim Onlinekauf.


    • Habe mir gerade wieder einen Schreibblock, Füllfederhalter (mit Patronen - Geha), Briefumschläge und Briefmarken gekauft! :-) Oder einen verschlüsselten Chat wie z. B. Threema nutzen!


  • Das alles ist ein Virus, ein digitaler und biologischer zugleich, ein Hybrid-Virus sozusagen...
    Das Problem daran, es interessiert (fast) niemanden und genau ab dem Zeitpunkt wo es zu spät ist, kann man ihn nicht mehr loswerden.
    Wer hätte gedacht, dass nach der Befreiung aus Leibeigenschaften und nach den Revolutionen die in die Demokratie geführt haben, sich die Menschheit unwiederruflich selbst versklaven wird.

    Atom


  • Und was ist daran neu?

    Steht doch in den AGB's daß die Daten an Dritte weitergegeben werden.
    Und daß das Eingegebene analysiert wird, ist dich wohl selbstverständlich.
    Oder was glaubt Ihr denn wie das mit der personalisierten und standortbezogenen Werbung funktioniert.
    Übrigens, dritte verkaufen die Daten an vierte, fünfte und so weiter.

    M. A.


  • facebook auf deutsch fressebuch...ja notizen und wissen was für ein mensch der jenige ist...leben statistik eben


  • Facebook .....kann man das essen?


  • Das können 100erte Meldungen am Tag sein, die Schafe werden weiter auf ihrer blauen Wiese grasen ^^


  • als konsequenter Facebook Verweigerer sehe ich mich einmal mehr bestätigt.


    • Und du bist deshalb trotzdem im System. Dank der ganzen Facebook-, WhatsApp- und Insragram-Nutzer. Zusätzlich die ganzen Nutzer von Apps, die ein Facebook-Modul integriert haben.

      Das soll aber nicht heißen, dass du dich anmelden sollst. Das soll die Machenschaften dieses Konzern verdeutlichen und verurteilen.


  • Wow.. was für eine Sensation. Facebook verkauft weiterhin die Daten seiner Benutzer/Anwender.. Was als nächstes? Weihnachtsmann &Co. gibt es nicht?


  • gelesen, verstanden, gehandelt......Account dauerhaft gelöscht..


  • Ich nutze weiterhin Facebook, Whatsapp und was anderes als Windows 10 kommt mir nicht mehr auf den PC.. Paranoide Gesellschaft heutzutage, nur weil es gefühlt jeden Tag künstlich hoch gepusht wird dass Thema, bringt mich noch lange nicht dazu aufzuhören es zu benutzen und für alle die immer noch in der Traumwelt leben Apple würde gar keine Daten sammeln, muss ich bitter Enttäuschen, es ist ein Amerikanisches Unternehmen, natürlich sammeln die Daten, die hängen es nur nicht an die große Glocke oder sind einfach nur Weltmeister darin es geheim zu halten oder die User zu benebeln.


    • Klar. Es kann auch Bomben regnen...einfach einreden, es sei alles gut so. Wen freut es? Die Unternehmen!

      Woolf


      • Ich schreibe mit so vielen Leuten auf FB und WhatsApp (Auch außerhalb Deutschlands) dass es mir gar nicht möglich ist die Dienste einfach so zu boykottieren. Zumal ich eine Freundin habe die in England lebt. Und so gut wie jeder mit dem ich zu tun habe, hat noch nie was von Datenskandalen gehört/beschäftigen dich gar nicht damit, weil die auf solchen Foren wie hier gar nicht unterwegs sind und es denen wenig bis gar nicht juckt, sogar meine Leasingfirma in der ich arbeite kommuniziert weiterhin über WhatsApp.


      • Ich habe es geschafft.........
        Könnte ein Spruch aus der Werbung sein. 😂

        Ich bin seit 4 Kahren FB frei und seit 2 Jahren ohne WApp.
        Wer mit mir kommunizieren will, der schafft es auch. Mit einem Smartphone kann man auch telefonieren.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "...sogar meine Leasingfirma in der ich arbeite kommuniziert weiterhin über WhatsApp."

        Entweder habt ihr keinen Datenschutzbeauftragten, oder er hat in seiner Funktion komplett versagt.

        "Ich schreibe mit so vielen Leuten auf FB und WhatsApp (Auch außerhalb Deutschlands) dass es mir gar nicht möglich ist die Dienste einfach so zu boykottieren. Zumal ich eine Freundin habe die in England lebt."

        Es gibt zu allem Alternativen, die sogar im Ausland funktionieren. Ich hatte Dir ja schon einmal den Messenger wire genannt. Man muss eben nur mal über den Tellerrand blicken und sich interessiert umschauen. Mit Ignoranz kommt man langfristig gesehen nicht sonderlich weit.

        "Und so gut wie jeder mit dem ich zu tun habe, hat noch nie was von Datenskandalen gehört..."

        Hä??? Das kommt doch überall in den Medien? Sind für die nur Eisenbahnunglücke und Terroranschläge eine kurze Diskussion wert? Na ja - saß ja keiner von denen im verunglückten Zug und auf dem Weihnachtsmarkt wurde von denen auch keiner getötet.

        "...beschäftigen dich gar nicht damit, weil die auf solchen Foren wie hier gar nicht unterwegs sind und es denen wenig bis gar nicht juckt,..."

        Da muss man nicht auf Foren wie hier unterwegs sein. Die Tageszeitung lesen oder Bildungsfernsehen schauen reicht. Und jucken tut's einen erst dann, wenn er selbst betroffen ist. Und selbst dann werdet ihr im Freundeskreis bestimmt sagen "Armer Kerl. Aber Glück gehabt, hat ja mich nicht getroffen".

        In welcher Welt lebt ihr eigentlich?

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