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3 Min Lesezeit 47 mal geteilt 130 Kommentare

Nach Facebook: Berichte über WhatsApps Tod sind stark übertrieben

Nach der Übernahmeankündigung proklamierten zahlreiche WhatsApp-Nutzer trotzig ihren Wechsel zu anderen, vermeintlich sichereren, definitiv aber Facebook-freien, Messengern. Die bekannten Alternativen erleben auch definitiv Zulauf. Wie sich jetzt aber zeigt, kann von einem Massenexodus bisher keine Rede sein, vom Untergang WhatsApps erst recht nicht.

whatsapp facebook new logo
© Facebook, WhatsApp, AndroidPIT

Es ist ein schwieriges Thema, das vorsichtig bewertet werden muss. Einerseits melden Nachrichtendienste wie Telegram und Threema Rekordzuwächse, die zwar im Vergleich zum WhatsApp-Nutzervolumen verschwindend gering sind, aber für diese Dienste Großes darstellen. Das heißt, es bewegt sich tatsächlich etwas. Jedoch scheint das in keinem Verhältnis zu den vollmundigen Ankündigungen in Tech-Blogs und -Magazinen zu stehen. Vergessen wir auch nicht, dass jene Leserschaft nicht für die breite Masse repräsentativ ist.

Dann wäre da die andere Seite der Geschichte. Das Marktforschungsinstitut Advise und die Respondi AG haben nun eine nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage durchgeführt, die zu dem Schluss kommt, dass lediglich fünf Prozent der deutschen WhatsApp-Nutzer in den Tagen nach dem Verkauf sicher waren, dass sie wechseln werden. Weitere 25 Prozent dachten über einen Wechsel nach. Das klingt schon weitaus weniger vollmundig und scheint zumindest mir bedeutend realistischer, als es ein Blick in unsere Kommentarbereiche vermuten ließe.

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© Advise & Respondi AG

Es stimmt zwar, nur 28 Prozent waren sich sicher, dass sie WhatsApp die Treue halten werden, weitere 24 Prozent hielten das aber immerhin für wahrscheinlich. 19 Prozent waren unentschlossen, scheinbar aber nicht unentschlossen genug, um zu sagen, dass sie über einen Wechsel nachdenken.

Diejenigen, die einen Wechsel erwägen, tun dies vorrangig aus Sorge um ihre Daten, vor allem die Telefonnummer. Erstaunlich, dass sie diese Sorge gegenüber WhatsApp offenkundig nicht hatten. Gründe mit Bezug auf die Bedienbarkeit von WhatsApp, so beispielsweise das Einblenden von Werbung, nennen wenige als Grund. Was aber wirklich erschreckend ist, ist die Tatsache, dass die mit 38 Prozent am häufigsten genannte Alternative die gute alte SMS ist, jenes Medium also, das WhatsApp auf seinem raketenhaften Aufstieg auf den Müllberg der Geschichte verbannt hat.

Für mich klingt das wie ein Eingeständnis: “Ok, wir haben offenbar vorher nicht nachgedacht”. Also zurück in die “Steinzeit” der Kurznachrichten. Andererseits ist es fast durchdachter, als der reflexartige Wechsel zu einem anderen Nachrichtendienst, der sich fast mit Sicherheit (man verzeihe das Wortspiel) als nicht sicherer herausstellen wird, wie es sich bei Telegram bereits abzeichnet. Wie sicher SMS sind, sei mal dahingestellt. Ein paar WhatsApp-Alternativen haben wir hier zusammengetragen.



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© Advise & Respondi AG

Unterm Strich bleibt aber die Feststellung, dass die Massenabwanderung bisher auszubleiben scheint, selbst wenn Medien an breiter Front in typischer Manier die andere, etwas konstruiertere, Seite der Geschichte fokussieren, nämlich, dass “viele Deutsche” über einen Wechsel nachdenken. Konflikt und Untergang lesen sich eben besser.

Dies nur als kleine Gegenperspektive für all jene, die bereits den voreiligen Abgesang auf WhatsApp anstimmen. Offenbar war ich am Ende doch nicht der Einzige, der (unter anderem aus den hier dargelegten Gründen) dem hysterischen Hype kritisch gegenübersteht und keinen Wechsel plant.

Via: Spiegel Online Quelle: Advise

Top-Kommentare der Community

  •   20
    Enton J. 26.02.2014

    Die ständigen "Berichte" darüber, wie heuchlerisch Whatsapp-Jammerer sind und wie wenig Leute doch tatsächlich nun nach einer (!) Woche gewechselt haben.
    Ist jetzt vielleicht nicht direkt Überreden, aber deine persönliche Meinung darüber wie geil WA doch ist und wie sinnlos ein Wechsel zu anderen Messengern ist, sticht schon leicht hervor.
    Und von "wir" würde ich auch nicht reden, denn die WA-"Berichte" kommen ja eigentlich ausschließlich von dir.

    Und warum 46% nicht "viele Deutsche" sind würde ich auch gerne wissen.

  • Andreas70 26.02.2014

    Volle Zustimmung.
    Danke.

    Mich wundert es auch, wie viele Leute plötzlich alle im Threema-Fieber sind!
    Ich kenne in meinem Umfeld _KEINEN_ mehr, der heute noch WA nutzt. Somit sind die Aussagen hier Schönmalerei. Wer nicht Threema nutzt geht tatsächlich zu Telegram. Aber dort merken die Leute, dass sie nicht mehr mit den vielen anderen Nachrichten austauschen können. Ach wie blöde, also wechseln die nun auch zu Threema. Das ist die typische Gruppendynamik.

    Aber keinen, der wechselt würde ich als trotzig bezeichnen. Denn die Gründe zum Wechsel sind absolut nachvollziehbar, wenn man über die Sicherheitsdebatte gerade um WA nachdenkt. Auch FB hat massiv mit sinkenden aktiven Usern zu kämpfen. NSA + Co haben für die unbedingt nötige kritische Sicht auf Datenschutz etc. gesorgt.

    Warum lese ich auf diesem Portal nichts von dem Urteil, nachdem sich Plattformen wie Facebook zwingend an den in Deutschland gültigen Datenschutz halten müssen? Ist es nach AndroidPit legitim, wenn die Kunden verarscht werden und reihenweise gegen Datenschutz verstoßen wird, weil es cool ist und man die User ausnehmen darf wie eine Weihnachtsgans? Wie naiv muss man sein?

    Wenn ich schon die Einleitung bei diesem absolut unsinnigen Artikel lese "Nach der Übernahmeankündigung proklamierten zahlreiche WhatsApp-Nutzer trotzig ihren Wechsel zu anderen..." bekommt ich einen Kotzreiz. Solche Formulierungen sind schon ein Stück weit Propaganda.

    Neutrale und objektive Berichte gehören zu einer guten Presse. Hier auf dem Portal findet man immer wieder unterschwellige subjektive Artikel, die auch schon mal in Schleichwerbung abgleiten. Ich würde das für ein Portal wie AndroidPit negativ bewerten...

    Gut finde ich aber die ausgeprägten Kommentierungen, die einigen der AndroidPit-"Redakteure" vor den Bug schießt. So werden Aussagen im Artikel wieder gerade gerückt. Wer aber daraus mit Einsicht rechnen würde, wundert sich sehr. Einsichtig zeigt man sich hier nicht wirklich. Vielmehr sind die Redakteure hier dann trotzig, nicht aber die User.

    Oder ist nicht klar, was eigentlich die Aussage "trotzig" für eine Bedeutung hat?

  • Dave P. 26.02.2014

    Ich verfolge jetzt seit Tagen die Posts von Androidpit zum Thema WA und langsamm schwillt mir der Kamm...
    Für meinen persönlichen Geschmack macht Ihr ziemliche Meinungsmache und adressiert damit ein breites Puplikum an Androidnutzer... von "neutral" kann ich bei euch nichts merken. Wenn ich hingegen Süddeutsche, golem, heise, usw... lese merke ich, dass dort jemand mit jornalistischem Hintergrund geschrieben hat. Nehmt euch mal ein Beispiel!

  • Marc Sigrist 26.02.2014

    Ich wollte schon länger weg von WA - scheiterte immer daran, dass keine mitgemacht hat. Nun haben sich für mich sehr - wirklich sehr viele meiner Freunde und Bekannten dazu entschlossen zu wechseln und haben dies auch getan. Somit ist WA noch am gleichen Tag deinstalliert worden.

    Gruß
    Marc

  •   32
    alex 26.02.2014

    Meine Familie hat durch mich auf threema umgestellt. Und ca. 40% meiner Freunde. Somit ist für mich der Wechsel in 256bit vollzogen. Mit erklären und Einsatz Krieg ich noch mehr rum.

130 Kommentare

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  • tja geredet wird immer viel liebe leute aber letztlich machen durchführen.....so gut wie keiner...denn die freunde und Bekannten müssten ja mitwechseln....da man sie ja sonst nicht erreicht mit der neuen app...das ist das problem....und erlich gesagt eure daten hat google und co. sowieso schon erfasst.....das heißt telefonnummer email...gewohnheiten arbeitsplatz....aufenthalt im internet...was ihr schaut was ihr sucht.....was euch intressiert......alles wie bei Facebook. ...! also.....heiter weiter

  •   32

    Nach dem Check meiner E-Mails haben hier ein Paar User meine Kommentare hier im Artikel als stark übertrieben bezeichnet. Namen nenne ich mal keine aus Datenschutzgründen.
    Das nächste mal sprecht mich direkt an, und schwärzt mich nicht hinterrücks bei AP an.
    Macht man sowas ?
    Naja. Was soll man da noch sagen.
    Jeder hier hat seine Meinung dazu. Und solange in Europa noch Meinungsfreiheit gilt, so könnt ihr mich gern haben und mich anzweifeln.
    Aber anständig bitte.

    alex

  • Was für ein Hype...unglaublich...

  • Mein Whatsapp-Account ist gelöscht. Ich bin über diesen Kanal schlicht nicht mehr zu erreichen. Wenn man hier nicht konsequent ist, wird sich auch nichts ändern.

    Meine Freunde können mir weiterhin kostenlose Nachrichten über Threema und Telegram schicken, und viele haben diese Option bereits genutzt, vor allem die Leute, denen ich auch wichtig bin.

    Die Kritik der Stiftung Warentest an Telegram hat mich nicht überzeugt. Man ignoriert die Fähigkeit der End-2-End-Verschlüsselung bei der Bewertung fast vollständig. Selbstredend ist Treema besser.

    Trotzdem besteht für mich kein Zweifel, dass Whatsapp weiterhin sehr erfolgreich sein wird. Zu viele interessieren sich nicht für die Debatte, wenn sie sie überhaupt mitbekommen.

  •   25

    Komisch, ich hab keine Berichte über WhatsApps Tod gelesen. Vermutlich weil ich keine Bild-Zeitung lese. Es sind sicherlich schon einige Leute gegangen. Aber selbst wenn es 10 Prozent waren, die Mehrheit bleibt bei WhatsApp und es kommen immer mehr "Schafe" dazu... Herdentrieb und so...

  • Ich für mich bin überzeugt davon, dass ich ohne WA besser dran bin - mein Gefühl...meine Meinung. Habe daher ne Alternative installiert und WA deinstalliert - sonst nutze ich sie eh wieder weiter. Wer mich also weiterhin kontaktieren will, der hat ausreichend Möglichkeiten - wer es unbedingt über WA tun muss/will kann es bei mir eben nicht mehr....davon wird niemand sterben.

  • Nachricht in 3 Monaten : Datenklau bei threema.
    In 4 Monaten: Angebot über 10 Milliarden an threema durch Microsoft.
    In 6 Monaten: threema verkauft!
    Dann: fourma Als neue Alternative. Server in x-ustan, total tolle Verschlüsselung. Garantiert auf ewig safe.

    •   25

      Sehr lustig. Hat nur kein Beispiel in der Realität. WhatsApp galt noch nie als sicher.

      Und selbst wenn Threema verkauft würde:
      Die haben keine Nutzerdaten zu verkaufen. Die Daten werden alle mit den persönlichen Schlüsseln der Nutzer verschlüsselt. Selbst wenn sie die sammeln würden (was sie laut Stiftung Warentest nicht tun) müssten die erst mal geknackt werden...

    •   18

      Ja und??? Die Daten können sie gern klauen oder kaufen. Viel Spaß beim Entschlüsseln! Da bei Threema Alle Alles verschlüsseln, wird das ein sehr aufwendiges damit teures Unterfangen, mit dem Ergebnis dass man eventuell 3 interessante Kuchenrezepte findet...

  • Liebe Paranoiker, so meldet alles ab, was auf euch zurückzuführen ist, baut euch ein Baumhaus im Wald und lebt zwischen Hasen und Rehen. Dann seid ihr sicher was eure brisanten Daten (LOL) angeht und Werbung könnt ihr auch nicht mehr empfangen. Zugegeben, es wird zwar schwer mit der Kommunikation, aber safety first, stimmt's?

    •   32

      Es geht doch nicht um Paranoia. Lies mal den Kommentar über dir.
      Man kann dem Markt zeigen was Kunden wollen, und was nicht. Dazu braucht es mehr Sensibilität.
      Alles was noch für WA spricht, ist die Bequemlichkeit. Unterstützt man weiter oder nicht.

      Genauso handle ich mittlerweile mit Apps. Passen die Rechte nicht, ist Werbung dabei - keine APP !
      95 Prozent der Apps sind sinnloser Müll, der nur dem Abgreifen von Daten dient.

      Gute Software soll Geld kosten.
      Vor 10 Jahren wenn man jemand das heute etablierte System vorhergesagt hätte .... man hätte dich für durchgeknallt erklärt.

  •   50

    Ich melde mich als einer der lautesten WhatsApp-Kritiker hier auf AP. Das bin ich nicht erst seit Bekanntwerden des Aufkaufs durch Facebook wie man anhand meiner Beiträge nachprüfen kann. Der Deal ist mir herzlich unwichtig. Aber es enstand dadurch eine Wechselstimmung, die ich nutzen möchte, um auf unseren unbedachten Umgang mit der Technik hinzuweisen und lange existierende Alternativen aufzuzeigen.

    Es geht nicht um WhatsApp. Es geht um E-Mail. Es geht um Daten unserer KOntakte, mit denen wir ebenfalls unbedacht umgehen. Es geht nicht um Hochsicherheit. Es geht um Privatsphäre, aber die ist durch schlechte Verschlüsselung nicht besser geschützt als ohne.

    Es geht darum, auch AGBs zu lesen und nicht laut aufzuschreien, wenn ein unbequemer Artikel erscheint.

    Es geht darum, zu kapieren, dass wir mit unserem sorglosen Umgang der NSA und Firmen wie Facebook erst die Erfolge ermöglicht haben.

    Es geht darum, den Schwarzmalern zu sagen, doch, es gibt Alternativen. Der Staat kann viel, aber nicht alles und wir sollten keinen Big Brother wollen. Nicht staatlich und nicht privatwirtschaftlich.

    Genauso wie ich WA kritisiere, kritisiere ich aber auch, wenn umgehend Alternativen genannt werden, über die ich nach kurzer Suche im Internet ebenso bedenkliche Infos finde.

    Es geht nicht um Technikfeindlichkeit wie gerne unterstellt. Es geth um verantwortungvolle Nutzung. Verwortungsvoll sich selbst und seinen KOntakten gegenüber!

    Ich nutze weiterhin WhatsApp. Ich will mich ja nicht plötzlich abkoppeln. Ich hatte vorher ein schlechtes Gefühl dabei und habe es immer noch. Deshalb bleibt mein Ziel, meine Kommunikationspartner zu mehr Vorsicht zu bewegen, andere Systeme mit echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu verwenden. Dazu eignen sich diese Tage hervorragend.

    Ein Portal wie AP sollte eigentlich Berichte in genau diese Richtung veröffentlichen und nicht Gründe pro WhatsApp anführen.

    • Die Berichterstattung auf AP zu dem Thema ist erschreckend naiv und verharmlosend. "Was soll die Aufregung" ist der Grundtenor, auch wenn es immerhin einen knappen Artikel zu möglichen Alternativen gegeben hat. Für einen Blog, der sich ja eigentlich durch differenzierte Berichterstattung auszeichnen sollte, ist das ein schwaches Zeugnis.

      Letzten Endes ist AP eine Seite, auf der Technikfreaks ihre eigene Meinung zum besten geben, mal mehr, mal weniger interessant. Zu guten Journalisten macht sie das noch lange nicht.

  • Habe vor ein Monat WhatsApp verlängert, leider. Habe Threema installiert und nutze es auch, kann es nur empfehlen.

  • Wenn ich solche Diskussionen lese, in denen viele immer Datenschutz als Argument aufführen, frage ich mich immer wieder, wer sich überhaupt schon mal mit dem Thema und den Definitionen auseinandergesetzt hat. Weil wenn der prozentual hoch wäre, würden sich die Kommentare anders lesen.
    Für mich ist das Argument Datenschutz nur noch Nachgeplapper, ohne wirklich zu wissen, wie Datenschutz definiert und umgesetzt wird.

  •   18

    Gleiche Daten, völlig anderes Fazit:
    http://www.tagesschau.de/ausland/threema100.html

    Naja, die Öffentlichrechtlichen müssen ja auch nicht mit kontrovers geschriebenen Artikeln Aufmerksamkeit erzeugen, um an Geld aus Werbeinnahmen zu kommen ;)

  •   32

    Wenn ich jetzt mal so reflektiere die letzten Artikel zu WhatsApp -
    Unser Stephan ist ein ganz fixes Kerlchen. Er weis genau was läuft und Sache ist.
    Aber auch ich muss Leistung bringen.

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