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Hört mir bloß auf mit dem "Ich hab nichts zu verbergen"!

Hört mir bloß auf mit dem "Ich hab nichts zu verbergen"!

Heute ist europäischer Datenschutztag und damit an der Zeit zu erinnern, dass auch Nutzer, die "nichts zu verbergen haben", ihre Privatsphäre schützen sollten!

Es ist ein Spruch, den man immer wieder hört, wenn es um Privatsphäre und Datenschutz geht: "Ich habe nichts zu verbergen". Erst einmal Glückwunsch an jeden, der das von sich sagen kann, aber das ist trotzdem etwas völlig anderes, als seine Privatsphäre aufzugeben oder dieser keine wichtige Bedeutung beizumessen.

Man nehme das Szenario, in dem man zum Beispiel ins Restaurant geht, das Kino besucht oder sich unterwegs etwas Fastfood schnappt und man dort nach seiner Telefonnummer, E-Mail, Namen der Freunde und dem Beziehungsstatus gefragt wird. Würde man diese Fragen einfach so beantworten? Mit großer Sicherheit nicht, denn man will solche Informationen nicht einfach so weiter geben.

Auch wer "nichts zu verbergen" hat, sollte was verbergen

Und das hat dann nichts damit zu tun, dass man etwas zu verbergen hat, sondern seine Privatsphäre schützen will. Warum ist manch einer dann bei Online-Diensten so unvorsichtig? Klar sind einige der Informationen für einige Plattformen nützlich oder einfach notwendig. Aber muss das Forum, in dem man über die neueste Entwicklung in der Herstellung von PET-Flaschen heiß diskutiert, wirklich diese Informationen haben? Wahrscheinlich nicht!

Mark zuckerberg camera webcam
Selbst Marc Zuckerberg klebt Kamera und Mikro seines Laptops ab und er weiß, wie wichtig Datenschutz und Privatsphäre sind. ;) / © Instagram

Wer also nicht bereit ist, Unbekannten im echten Leben persönliche Informationen zu übergeben, sollte das auch nicht unbedacht bei Online-Diensten machen. Denn hier wird schnell ein ausführliches Bild des Nutzers gezeichnet.

Man nehme nur das wohl größte Negativ-Beispiel Facebook. Nicht nur poppte bei dem sozialen Netzwerk im vergangenen Jahr ein Datenleck nach dem anderen auf. Auch wurde bekannt, dass das Unternehmen Nutzer auf Herz und Nieren geprüft hat - dank der Daten, die von Apps über das Liebesleben, die Religionszugehörigkeit, Gesundheit und Fruchtbarkeit gesammelt wurden.

Klar tauschen sich wohl die wenigsten per WhatsApp, Facebook Messenger, Instagram oder irgend einen anderen Messenger über Staatsgeheimnisse aus. Aber was ist, wenn man doch dem besten Freund von dieser unangenehmen Pilzinfektion erzählt und dann beim nächsten Facebook-Besuch in seiner Timeline Werbung für Fungizid-Salbe findet, während drei weniger innige Freunde hinter einem stehen? Irgendwie doof!

Deshalb: Hört mir bloß auf mit dem "Ich hab nichts zu verbergen"! Nur weil man der Meinung ist, nichts zu verbergen zu haben, sollte man mit seinen Daten trotzdem mehr als umsichtig umgehen. Einfach ein paar Infos weniger einstellen, da mal ein Name ausgedacht und hier mal völlig andere Angaben als woanders gemacht, um das erstellte Profil zu verwaschen, können auch schon helfen. Abseits dessen heißt es natürlich weiterhin, sich Dienste vorher genau anzusehen, bevor man seine Daten übergibt.

Wie steht Ihr dazu? Habt auch Ihr "nichts zu verbergen" und seid daher offenherzig mit Euren Daten oder passt Ihr ganz genau auf, wo Ihr welche Infos hinterlasst? Wie schützt Ihr Eure Privatsphäre?

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Top-Kommentare der Community

  • K. Lauer vor 9 Monaten

    Ich finde es interessant, dass beim Thema Privatsphäre immer nur die großen Onlinedienste in der Diskussion stehen.
    Wenn ich sehe, wieviele Leute in Supermarkt, Drogerie, Baumarkt, etc. mit ihrer Deutschlandcard (oder ähnliche) rumwedeln und damit dem Betreiber Auskunft über ihren Konsum legaler Drogen, ihre vermeintlichen Wehwehchen, vermutete Schwangerschaften, Einkommenssituation und weiß der Geier was sonst noch geben, wird mir jedesmal etwas übel.

    Ich glaube durch das Profil unserer Einkäufe lässt sich mehr über uns sagen, als wir je selbst über Facebook und Co preisgeben könnten.

  • Aries vor 9 Monaten

    Ich kenne Payback von innen und werde mir nie eine solche Karte zulegen. Auch nicht Deutschlandcard usw. Der Unterschied zu Facebook ist jedoch, dass Nutzer solcher Loyalty-Systeme nur ihre Daten preisgeben. Facebook macht seine Nutzer zu Handlangern, auch von Unbeteiligten Daten zu sammeln.

  • Aries vor 9 Monaten

    > Glaube mehr kann man nicht machen in der heutigen Zeit, sofern man Technik trotzdem nutzen will.

    Doch, es geht noch mehr!

    Kein GMail nutzen (weder den Dienst, noch die App).
    Anstatt GMail eine E-Mail-Adresse bei Posteo oder Mailbox.org einrichten (kosten ab 1 Euro/Monat)

    Als E-Mail-App numme man weder GMail oder Inbox, noch das andere vom Hersteller installiere Programm her, sondern K-9 Mail.

    Die Google-Konnektoren zur Synchronisation von Kontakten und Kalender in den Konto-Einstellungen deaktivieren.
    Stattdessen DAVx5 installieren und CardDAV (für Kontakte) bzw. CalDAV (für Termine und Aufgaben) im Konto von Posteo oder Mailbx.org nutzen.

    Kein Drive nutzen.
    Mailbox.org bietet für 4,50 zusätzlich 25 GB Cloud-Speicher an. Die Telekom bietet für jeden mit ihrer MagentaCloud 10 GB kostenlos, Kunden bekommen 25 GB kostenlos. Die Technik zur Verbindung nennt sich WebDAV und wird von vielen Datei Managern unterstützt.

    Keine Maps-App nutzen.
    Mit Magic Earth gibt es eine Datenschutzfreundliche Navigation auf Basis von OpenStreetMap. Google Maps kann man bei Bedarf auch mal im Web Browser aufrufen.

    Keine YouTube-App nutzen.
    Auch hier reicht oft der Web Browser. Es gibt aber bei F-Droid NewPipe, eine datenschutzfreundliche Alternative zur YouTube-App von Google.

    Apropos F-Droid:
    Anstatt den Play Store kann man diesen nutzen. In den mitgelieferten Paketquellen sind ausschließlich Open Source Anwendungen und den Quellcode muss der Entwickler bereitstellen, weil daraus die App gebaut wird.

    Kein Chrome nutzen.
    Chrome wurde die letzten jahre hochgelobt, dabei telefoniert der unglaublich zu Google und in der Android-Version kann man keine AddOns installieren. Firefox ist besser. Noch besser ist der Firefoc-Clone Fennec auf F-Droid.

    Messenger:
    Als halbwegs akzeptable Alternative zu WhatsApp, Duo, Hangouts etc. sehe ich Signal. Das ist kostenlos und wird von einem der WhatsApp-Gründern mittlerweile finanziell unterstützt, weil es ihm bei Facebook auch zu bunt wurde. Noch besser wäre Conversations, weil das auch einem offenen Verfahren (XMPP) aufsetzt. Damit muss nicht jeder beim gleichen Prvider sein. Auch andere Apps sind möglich, aber Conversations ist unter Android der unangefochtene Spitzenreiter für XMPP.

    Tracker erkennen:
    Die Apps im Play Store sind mit Trackern verseucht. Wenn man eine App installiert hat, lässt man sie VOR DEM ERSTEN START von Addons Detector von denper untersuchen. Enthält die Werbemodeule, deinstalleir man sie . Enthält sie Analyse-Module, schaut man ob man sie deaktivieren kann. Wenn nicht, tschüß!

    Blokada dienst als Werbeblocker, damit das, was zuvor nicht erwischt wurde möglichst gefiltert wird.

    Wer den Netwerkverkehr überwachen will, nutzt Net Monitor von SECUSO dafür oder richtet sich gleich ein PiHole im heimischen LAN ein.

    Es geht also noch viel mehr als Du denkst.

    Viel Aufwand?
    Nicht wirklich! Einrichten musst Du Deine Geräte immer. Der Mehraufwand ist tragbar. Wer nicht täglich alle möglichen Apps installiert und ausprobiert, der nutzt anschließend sein Smart Device genauso wie bisher. Und es büßt keine Smart-Funktionalität damit ein!

  • Aries vor 9 Monaten

    Alle Deine Freunde, die WhatsApp haben, erlauben WhatsApp Deine Daten aus ihrem Kontaktespeicher an Facebook zu übermitteln.

    Wer weniger Spam gegen WhatsApp ins Feld führt, hat noch nicht verstanden, wo der hase im Pfeffer liegt.

73 Kommentare

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  • Wer "nichts zu verbergen" hat, denkt analog, in der Vergangenheit, nur für sich selbst. Die sozialen Medien "denken" digital und mit KI, für Zukunft und Vergangenheit, nicht nur auf eine Person bezogen, sondern auf alle Kontakte dieser Person. Typisches Beispiel: WhatsApp kann bei jeder Sitzung alle Infos aller gespeicherten Kontakte abgreifen, auch die von Nicht-WhatsAppern.

    Was mit Werbung passiert, ist lästig, aber ungefährlich. Wenn persönliche Daten für Kriminalität (z.B. Vorbereitung für Enkeltrick) oder Manipulation (z.B. von Wahlen) verwendet werden, ist das eine ganz andere Qualität.

    Wer vermeintlich nichts zu verbergen hat, kann ja mit seiner eigenen Zukunft umgehen, wie es seinem Verständnis entspricht, Wenn er andere Menschen (auch ohne böse Absicht) outet, handelt verantwortungslos und deliktisch.

    Wer nichts zu verbergen hat, ist wie eine Zeitbombe für die Privatsphäre.


  • Ich weiß noch nicht wirklich, wie ich mit dem Datenschutz umgehen soll. Einerseits denke ich mir auch manchmal: "Oh man, ich habe doch nichts zu verbergen" Aber andernseits ist es ja auch unglaublich naiv von vielen Leuten, auch mir, sowas zu sagen, obwohl sie keine Ahnung haben, was hinter den Türen der großen Konzerne wie Facebook & co abläuft. Man weiß es ja schlicht weg nicht. Man kann es vielleicht erahnen, es gibt ein paar Informationen, aber das war es ja auch schon. Und genau das ist es, was mir Sorge bereitet. Vielleicht unterschätzen selbst die lautesten Kämpfer für den Datenschutz noch das Ausmaß der Situation? Vielleicht liegen sie genau richtig? Vielleicht machen sie sich zu viele Sorgen? Man weiß es einfach nicht.

    Aber ich kann dich voll verstehen Christopher. Dieses getue um "Ich habe doch nichts zu verbergen" ist lächerlich. Wir sind längst raus aus der Zeit, in der nur Kriminielle ihre Identität so gut schützen müssen. Es geht ja nicht nur darum, kriminalität oder sowas zu verbergen, sondern viel mehr darum, die Privatsphäre zu schützen. Dazu zählt ja viel mehr.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 9 Monaten Link zum Kommentar

      Vielleicht sollte das AndroidPit-Team im Forum eine eigene Rubrik für den Datenschutz anlegen? Da können Sich dann Interessierte oder Betroffene Tipps, Anregungen und Lösungen holen?

      Gelöschter Account


  • Ich hasse diesen Satz auch, höre ihn auch ständig von Kollegen. Das Problem ist, dass die Daten aber vielleicht doch irgendwann mal gegen einen verwendet werden. Wenn sie erst einmal "dort draußen" sind, kann man sie schwer wieder zurück holen. Vielleicht lässt sich bald anhand deines Profils bei Lieferando feststellen, wie gesund du dich ernährst und eines Tages wird daraus dein Krankenkassenbeitrag errechnet. Technisch möglich wäre so vieles, und einiges davon wird bestimmt auch kommen, nur weil jeder denkt, er hätte nichts zu verbergen und das auch noch laut heraus posaunt.


  • „....dass auch Nutzer, die "nichts zu verbergen haben", ihre Privatsphäre schützen sollten!“😅 das sag mal beim Jobcenter oder Arbeitsamt. Die kommen trotzdem in deine Bude um zu gucken wie du lebst sonst gibt es keine Kohle von Vater Staat.

    m7934


  • Soll doch jeder selber entscheiden was er von sich Preis gibt. Ich habe nur WA sonst nichts. Habe kein Windows Rechner mache kein Online Banking habe keine Smart Home Produkte. Aber hätte auch kein Problem damit mich gläserner zu machen wüßte nicht was man bei mir verwenden könnte.


    • Und genau diese Einstellung ist ein Problem. Wer Dir schaden möchte kann alles an Informationen von Dir brauchen.


      •   11
        Gelöschter Account vor 9 Monaten Link zum Kommentar

        @Rene H.
        Wer dir unbedingt schaden möchte bekommt deine Infos auch ohne Online Dienste.
        Es ist naiv zu glauben das eure Daten nur durch Online Dienste auf reisen gehen.
        Theoretisch dürftest du auf der Straße nicht einmal mit Freunden reden wenn ein Fremder in der Nähe ist, oder niemand dürfte sehen was du im Supermarkt kaufst, oder wann du das Haus verlässt und wann du wieder kommst.
        Am besten meldet man seinen Wohnort auch nicht mehr, meldet das Auto nicht an, kündigt das Girokonto und lässt sich den Lohn bar auszahlen, kündigt der Krankenkasse und zahlt alle Arztrechnungen in bar, denn da werden wesentlich mehr private und intime Daten gesammelt als bei Online Diensten.
        Natürlich sollte jeder genau überlegen welche Daten er wo preis gibt, aber man sollte auch nicht so naiv sein zu glauben das man seine Daten wirklich schützen kann.


    • Online Banking mache ich auch nicht genauso nicht mit dem Handy was bezahlen.


  • Ein Tip um sein Datenprofil bei Google zu verwaschen:
    Installiert euch die Google Umfrage App und gebt bei jeder Umfrage immer wieder andere oder widersprüchliche/falsche Informationen an. So kann man nebenbei auch noch Geld bzw. Google Guthaben verdienen.


  • und ich texte keine privaten Sachen ins web - auch keine Fotos


  • Also sorry aber, ganz ehrlich ne.

    Ich habe nichts zu verbergen.
    Just sayin'.


  • Sorry, aber dieser Kommentar ist doch Heuchelei hoch drei. Schaltet mal als erstes die Profile von Apit bei Facebook, Insta, YouTube & Co. ab, bevor ihr hier über Datenschutz predigt. Dann wäre es zumindest glaubwürdiger.

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