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Kommentar 4 Min Lesezeit 21 Kommentare

Es wird Zeit: Google muss sein App-Chaos aufräumen

Inbox wurde ein Verfallsdatum aufgedrückt und auch YouTube Gaming hat bald ein Ende. Doch das sollte kein Grund zur Trauer sein, denn es gibt einen Lichtstreifen am Horizont: Beginnt Google endlich damit, Ordnung in das eigene App-Chaos zu bringen?

Wirft man einen Blick auf die Google-Apps im Play Store trifft man auf ein regelrechtes Kuddelmuddel. Mehr als 90 Anwendungen werden hier angeboten, die sich teilweise in ihren Funktionen mehrfach überschneiden. Da begrüße ich es, dass Google sich jetzt dafür entschieden hat Apps wie YouTube Gaming und Inbox einzustellen, die Funktionen der Anwendungen in YouTube bzw. Gmail zu integrieren und damit das Aufgebot zu verkleinern.

Klar verärgert Google damit Nutzer, die lieber Inbox statt Gmail benutzen oder YouTube Gaming lieb gewonnen haben. Doch manchmal muss man alte Zöpfe einfach abschneiden, anstatt zu versuchen jeden Knoten einzeln rauszukämmen. Das sagt sich natürlich jetzt leicht, da ich beide Apps nur wenig genutzt habe. Doch eigentlich geht es mir auch um das größere Ganze: Das App-Chaos bei Google.

android google apps play store ap 01
Das Aufgebot an Google-Apps ist groß und unübersichtlich / © Screenshot: AndroidPIT

Ein kleiner Einblick in Googles App-Chaos

Wo genau dieses Chaos seinen Anfang nahm, lässt sich kaum sagen, denn die Geschichte hat mittlerweile viele unschöne Kapitel. Da wäre zum Beispiel Googles Entscheidung, die Apps für Tabellen, Dokumente und Präsentationen von Google Drive abzuspalten und als separate Apps anzubieten. Ein Rätsel, warum man die Funktionen nicht einfach als Zusatzinhalte innerhalb der Cloud-App anbietet. 

Anschließend wurde Google Task gestrichen, um die eigene Notiz-App voran zu bringen. Natürlich nur, um dann jetzt doch wieder mit der Neuauflage von Google Tasks um die Ecke zu kommen. Vor mehr als einem Jahr bekam Google Music in den USA eine Podcast-Integration. Was macht der Konzern allerdings jetzt hierzulande? Haut mit YouTube Music eine fürchterlich schlechte Musik-App und dazu noch eine halbgare Podcast-App raus und lässt die eigene Streaming-App Google Play Music links liegen. 

Kleine Nebeninfo gefällig? YouTube Music streamt derzeit selbst bei guter Internetverbindung nur mit maximal 128 kBit/s. Bei Spotify Premium und Play Musik sind es bis zu 320 kBits/s.

Noch nicht genug? Mit Allo, Duo, Google Voice, Android Messages und Hangouts, Hangouts Chat sowie Hangouts Meet und Hangouts Telefon hat Google derzeit immerhin ganze acht Dienste im Angebot, die sich an jeder Ecke bei den Funktionen überschneiden. Stattdessen hätte man doch Hangouts nehmen können, wo schon viele Funktionen integriert waren, und ein Android-Pendant zu iMessage angehen können. 

google hangouts messenger app
Mit Hangouts konnte man bereits SMS und Nachrichten schreiben. Auch (Video-)Telefonie ist kein Problem. / © ANDROIDPIT

Es könnte alles so einfach sein

Schnappt man nur die oben genannten Beispiele, könnte man theoretisch 17 Apps auf vier zusammenschrumpfen und schon sieht das Aufgebot etwas übersichtlicher aus. Wirft man dann noch die YouTube-Ableger, Google-Fotos-Features und so weiter in einen Topf, könnte man ganze 26 Programme auf 7 Apps eindampfen.

Das ist auch der Grund, warum ich mich auch über das Aus von Inbox und YouTube Gaming freue. Denn es schürt die Hoffnung, dass man bei Google jetzt endlich dieses Problem anpackt und vielleicht auch die (Entschuldigung dafür) Eier in der Hose hat, um reinen Tisch zu machen - das wäre im übrigen auch bei Google+ mal fällig. Einzelne Features kann man ja statt sie in Apps auszulagern als Datenpakete herunterladbar machen, damit Apps nicht zu aufgebläht werden. 

Vielleicht schafft Google es ja dann auch endlich mal, ein einheitliches Design in die eigenen Apps zu bringen, aber das ist schon wieder das nächste Thema.

Was ist Eure Meinung dazu? Muss sich Google endlich mal ein Herz fassen und statt alles auszulagern wieder zusammenpacken? Programmieren können die doch. Oder habt Ihr gerne für jede einzelne Funktion eine extra App? Schreibt es uns in die Kommentare!

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21 Kommentare

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  • Das wird auch langsam Zeit!!! Hab von Anfang an alles deinstalliert was ich nicht wirklich brauche und was man nicht deinstallieren kann, dass hab ich einfach deaktiviert. Ich habe im Moment 12 Google-App's von denen ich noch drei weitere nicht benötige.
    Leider kann man diese nicht so einfach deaktivieren bzw. deinstallieren.

    Ich hoffe ja das da nun endlich Mal wirklich was passiert und nicht nur leere Versprechungen gemacht werden.
    Allein die ganzen Zwangs-App's die absolut überflüssig sind, die man aber nicht deinstallieren kann
    Schließlich soll doch jeder für sich selbst entscheiden was er nutzen möchte und was nicht.


  • Mich stört auch wirklich sehr, dass die Google Apps designtechnisch alle unterschiedlichen Systemen folgen. Einige Apps folgen den Material Design Guidelines (was ja durchaus Sinn ergibt, denn das ist ja das eigene Design System von Google). Neben den klassischen Material Design Apps gibt es jetzt noch welche, die nach einem anderen Prinzip designed sind (das neue Google Chrome zum Beispiel). Dann gibt es noch ganz alte Apps die wieder anders aussehen, als alles andere von Google. Ich fände es einfach schön, wenn sich Google mal auf eine Linie einigen könnte. Das würde das Nutzen aller Apps um einiges Produktiver gestalten.


  •   45
    Gelöschter Account vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Jeder wird -wenn es sich bei Google tatsächlich um einen "Frühjahrsputz" handelt- die ein oder andere liebgewonnene App verlieren und auf eine ungewohnte und gar ungeliebte Alternative umsteigen (müssen).
    Aber Hand auf Herz: es geht ja nicht darum, dass wir von einem MontBlanc-Meisterstück auf Steinplatten mit Knochenmeißel umsteigen müssen. Oftmals wollen wir nur drei Kilometer in die Innenstadt fahren und müssen lediglich von einem grünen Kia in einen blauen Hyundai steigen....
    Und "Überschneidungen" und Generikum-Apps haben noch nie jemanden gestört- ansonsten sähe jeder Supermarkt aus wie ein leeres Mausoleum. Wie irre die Kultur der Parallelprodukte ist, sieht man am besten bei Kosmetika und Haarpflegeprodukten (welches insoweit total bitter ist, weil jeder Hersteller -auch für bereits am Markt befindliche Substanzen- eigene Tierstudien/versuche durchführt)

    Viel wichtiger wäre es die veröffentlichten Apps auf deren schlampige Qualität (Programmierung) zu durchforsten und ggf. eliminieren...
    https://mobilsicher.de/aktuelles/app-module-als-sicherheitsrisiko


  • "Da begrüße ich es, dass Google sich jetzt dafür entschieden hat Apps wie YouTube Gaming und Inbox einzustellen, die Funktionen der Anwendungen in YouTube bzw. Gmail zu integrieren und damit das Aufgebot zu verkleinern."

    Da sprach einer der noch nie Inbox benutzt hat. Inbox ist konkurrenzlos! Es hat mein gesamtes E-Mail-Verhalten zum positiven hin verändert. Gmail reicht da nicht mal in Ansatz ran.


    • Christopher Gabbert
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Ich habe Inbox sehr wohl benutzt, aber bin nach einigen Monaten wieder zu Gmail zurück. Die Info hättest du dann btw. im nächsten Absatz gefunden.


  • Lieber weniger Apps mit mehr Funktionen, die einen wirklichen Mehrwert bieten. Auch Microsoft könnte Mal aufräumen


  • Inbox streichen? Wie können Sie nur? Ich nutze Inbox seit dem sie veröffentlicht wurde und kann mir keine bessere Mail-App vorstellen. Wenn sie diese wirklich abschaffen wollen, sollten Sie GMail vorher gehörig überarbeiten!


    • Christopher Gabbert
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Ich hoffe auch, dass Google einige der wirklich guten Features in Gmail integriert. Warum nicht das Konzept von Inbox optional anbieten. Es könnte so schön sein.


  • Google sollte erstmal aufhören den Anwendern Google-Apps aufzuzwingen. Auch der "Berechtigungszwang" gehört abgeschafft (eine Taschenrechner-App z.B. benötigt keine Berechtigungen, denn die soll ja nur Berechnungen durchführen).

    Und m.E. gehört der gesamte Playstore ausgemistet.

    "Alles in einer App" kann schnell unübersichtlich und somit schwer bedienbar werden.


  • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Google ist schon immer gerne mehrgleisig gefahren. Ich durfte vor 12 Jahren (und da kannte Android kaum jemand) mal einen Einblick in die Entwicklung werfen.

    Entwickler hatten zumindest damals (ich meine 20%) der bezahlen Arbitszeit für private Projekte zur Verfügung. Vielversprechende Projekte hat Google den Entwicklern abgekauft.

    Das Verfahren ist Modell bei Google. Die Philosophie ist, bei vielen parallelen Ideen kommt schnell ein besseres Gesamtwerk raus, dessen Ergebnis größer ist als die Summer der Einzelteile.


    • Tim vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Ich glaube vor 12 Jahren gab es Android noch gar nicht, noch nicht mal als Kamera-OS, welches es mal werden sollte ^^

      Ich persönlich glaube bei Google eher an die Philosophie der gekochten Nudel am Kühlschrank.
      Man wirft einfach alles mögliche an die Wand und schaut, was kleben bleibt. Nur das entwickelt man dann nicht weiter, sondern wirft verschiedene Versionen davon an die Wand und schaut dann was davon kleben bleibt ^^


      • Da muss ich wiedersprechen die Firma Android wurde 2003 gegründet und 2005 von Google mitsamt dem Betriebssystem aufgekauft. Im Herbst 2008 kam dann das erste Android Smartphone, das HTC Dream bzw T-Mobile G1, auf den Markt.


      • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Ich habe auch nicht über die Android-Philosophie geschrieben, sondern über Googles Philosophie. Google programmiert an etwas mehr als nur Android.

        Vor 12 Jahren war Maps das große Thema. Was du heute siehst, ist ein Mix aus vielen "Maps-Projekten". Aber auch was kooperatives Arbeiten betrifft, hatte Google damals mehrere Projekte laufen.


  • Inbox,YouTube Gaming App....Noch nie was gehört davon. Von daher kann ich nicht mitreden.


  • Tim vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    "[...] die Apps für Tabellen, Dokumente und Präsentationen von Google Drive abzuspalten und als separate Apps anzubieten. Ein Rätsel, warum man die Funktionen nicht einfach als Zusatzinhalte innerhalb der Cloud-App anbietet."
    Ehrlich gesagt finde ich das gut... Der Normalsterbliche hat doch keine Ahnung, dass man in einer CLOUD-App Funktionen wie ein Pendant zu Excel oder PowerPoint findet...
    Man muss nicht alles in einer einzigen App zusammenfassen, vor allem nicht, wenn diese Funktionen wirklich eigentlich kaum etwas miteinander zutun haben.
    Ich denke selbst viele Technik- oder Smartphone-Versierte würde es verwirren, wenn man in einer App, die vermeintlich zum managen des Cloud-Speichers dient, auch einen Excel-Konkurrenten findet...

    Anders herum sieht es natürlich aus, wenn es mehrere Apps für ein Thema gibt. Mich bspw. hat als nebenbei Japanisch-lernender tierishc genervt, dass die japanische GBoard Tastatur völlig grundlos vom Rest abgetrennt wurde und auch anderes wird einzeln ausgelagert, obwohl es zur Tastatur gehört.
    Ich kenne zwar nicht alle Funktionen von GBoard, aber allein in der bildlichen Darstellung oben finden sich SECHS Apps, die alle mit der Tastatur zutun haben - wieso packt man sowas nicht zusammen? Das ist genauso unverständlich, wie die Trennung vom Facebook Messenger zur regulären Facebook-App...


  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Und dann gibt es Leute wie mich die Hangouts, Allo und Duo aktiv nutzen. 😂


  • Das Inbox eingestellt wird ist nicht verständlich. Dann hätten sie damit gar nicht erst anfangen sollen. Damals war es eine Gmail Version im modernen Design und mein Eindruck war, dass es Gmail auf längere Frist ablösen sollte.

    Das Messenger Chaos ist allerdings himmeltraurig. Hangouts wäre gut geeignet gewesen, um alles in einer App zu haben: Messages, SMS, Video. Und erst noch vom Web aus bedienbar. Allo, Duo etc. brauche ich nicht.

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