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Entwicklertagebuch Teil 1: Jede App beginnt mit einer Idee

Wie entsteht eine App? Was sind die ersten Überlegungen bei der Konzeption? Welche Probleme treten bei der Programmierung auf? Und überhaupt: Sitzt ein Mensch, der Maschinencode schreibt, eigentlich den ganzen Tag vor dem Computer? Mit unserem Entwicklertagebuch wollen wir Euch am Alltag eines App-Entwicklers teilhaben lassen. In mehreren Kapiteln wird styx (Rüdiger Merz) einen Einblick in sein (Entwickler)Leben und in die Arbeit an seiner E-Mail-App "Compail" geben. 

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Rüdiger Merz aka styx: Entwickler mit 25 Jahren Berufserfahrung. Android ist die jüngste Herausforderung. / (c) styx

Mein Name ist Rüdiger Merz, Baujahr 1963. Seit 25 Jahren versuche ich, meine Ideen in gute Software zu übersetzen – auf meinem Schneider CPC, auf Commodore-Systemen, auf Unix- und Linux-Servern, auf Workstations, PCs und jetzt auch auf Android-Devices. Die Betonung liegt auf 'versuchen': mal klappt es, öfters eher nicht. Wenn ich gerade mal keine Software entwickele, versuche ich, gute Bilder zu schießen (www.avianart.com), was leider auch nicht oft klappt. Ich mag kubanische Zigarren, klassische Musik und Fußball.

Die Idee zu Compail

Ideen entstehen meist aus einer Verkettung von Situationen. Meine Firma arbeitet derzeit im Auftrag an einem Projekt zur sicheren Datenkommunikation. Dazu mussten verschiedene Elemente (Server-Prozesse, Webprozesse und Apps) entwickelt werden. Wie das so ist mit Kunden, gibt es oft in der letzten Minute noch wichtige Änderungswünsche, So auch in diesem Fall – nur war ich unterwegs und habe die E-Mail auf meinem Handy überlesen und erst Abends im Hotel auf dem Laptop gefunden – ein ganzer Tag war verloren gegangen.

Ich habe dann darüber nachgedacht, was E-Mail- und Messenger-Dienste (zum Beispiel Jabber oder Skype) voneinander unterscheidet. Man stelle sich einmal vor, dass alle Messenger-Nachrichten nur auf einem Bildschirm der Reihe nach aufgelistet würden. Kein Problem, wenn man nur zwei drei Nachrichten bekommt, aber wenn's 20, 30 oder mehr werden, kann man schon mal die eine oder andere Nachricht überlesen. Deshalb sieht man in Skype und Co. eben keine lange Liste, sondern eine Übersicht seiner Kontakte, gegebenenfalls mit einer Notifikation. Ein Blick genügt, um wichtige und im Moment nicht so wichtige Nachrichten zu unterscheiden.


Compail: E-Mail-Programm mit einem personenzentrierten Ansatz / (c) styx

E-Mail Clients auf dem Handy werden oft den Desktop-Programmen nachempfunden – was aus meiner Sicht keinen Sinn macht. Auf dem Handy muss man mit einem Blick und ohne große Konzentration erkennen können, ob etwas Wichtiges anliegt. Deshalb habe ich mit Compail damit begonnen, E-Mails auf dem Handy in einer Form darzustellen, die eher an einen Messenger erinnert. Mit anderen Worten: Keine endlose Liste von Nachrichten, wo die wichtige Kunden-E-Mail zwischen den im Moment weniger wichtigen Nachrichten (Zahnarztermin, Rundschreiben der Versicherung) untergehen kann. Compail wird die E-Mails in einer Übersicht von 'Boxes' anzeigen. Boxes sind 'Schubladen', in die E-Mails einsortiert werden. Ein Blick genügt dann, um feststellen zu können, ob eine der wichtigen 'Boxes' neue Nachrichten enthält - und das ist eigentlich alles, was ich wissen will, wenn ich unterwegs bin.

Das hört sich einfach an und von der Konzeption her ist es das auch. Bei der Umsetzung sieht's da schon anders aus. Ein E-Mail Programm zu schreiben ist ein komplexes Thema und jeder Entwickler weiß: Je einfacher eine App zu bedienen sein soll, desto schwieriger wird die Programmierung. Seit dem Start des Compail-Projektes sitze ich von morgens um 10 Uhr bis nachts um 1 Uhr am Computer. Also, morgens um 9 aus dem Bett, Frühstück, Heise News - Slash-Dot- Google News und ab an die Tastatur.


Rüdiger Merz in der 'Zone'. "Das ist der Bereich, in dem die Zeit 5-10 mal schneller vergeht." 

Ich entwickele meistens unter Linux (SL 6), aber auch auf einem MacBook Pro. Das ist mein Desktop für Unterwegs. Dann bin ich bis Mittags in der ‘Zone’. Das ist der Bereich, in dem die Zeit fünf bis zehn Mal schneller vergeht. Zwischendurch ein kurzes Mittagessen. Dann wieder in der ‘Zone’. Irgendwann am Abend noch mal ein Imbiss und zurück an die Tastatur – in die Zone. Meistens ist so gegen Mitternacht Schluss – das erkennt man daran, dass man die einfachsten Fehler nicht mehr kapiert. Vor dem Bett muss allerdings abgeschaltet werden – mit meiner Frau und den Sopranos oder M*A*S*H vor dem Fernseher. In der Regel wird's dann 2-3 Uhr morgens, bevor wir in die Kiste kommen.

Im zweiten Teil des Entwicklertagebuches erklärt styx uns seine Überlegungen bei der detaillierten Konzeption von Compail.

30 Kommentare

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  • Ich müsste das mal bei mir in der Firma testen, dort habe ich auch dovecot. AFAIK

    Mehrere absender Adressen sollte gehen. Multi account ist wieder ne ganz andere Baustelle. Das werde ich irgendwann mal einbauen wenn ich viel ruhe habe. Das ist schon um einiges aufwendiger.

    Zur Zeit ist IDLE mit dem mailcheck gelinkt. d.h. Wenn Du die Häufigkeit auf Nie setzt wird der IDLE process und der Alarmmanager (aehnlich wie cron) gekillt. Da bin ich auch am überlegen ob ich die Prozesse in Zukunft trennen soll.

  •   5

    Hi Styx,

    es ging nur um IMAP. Mein Server (dovecot) schreibt auch immer TLS in die Logfiles, egal ob ich im Client SSL/TLS oder STARTTLS einstelle.

    K9 Mail und Thunderbird sind da richtig pingelig. TLS über Port 993 geht ebensowenig wie SSL über Port 143. Die zeigen beide direkt den Vogel.

    Würde dir ein Testaccount helfen, um zu sehen ob die Baustelle bei dir liegt oder ich meinen Server mal gescheit konfigurieren muss?

    Was mir an Compail übrigens leider richtig fehlt ist die Unterstützung für mehrere Accounts und Absenderadressen. Funktioniert IMAP IDLE eigentlich auch, wenn man die automatische Synchronisation abschaltet? Ich habe den Eindruck dass es dann nicht geht.


    Grüße!
    MAG

  • Hallo MAG,

    Das ist mir auch ein Rätsel. Denn STARTTLS heisst ja erst mal unverschlüsselt. Deswegen Port 143. 993 sollte SSL/TLS sein. War das SMTP oder IMAP?

    Jaja, die Computer. Wissen alles besser.;) Geht mir auch auf den Keks. Hab es abgeschaltet. Das sind so die kleinen Dinge die man vergisst.

    Danke,

    LG

    Styx

  •   5

    Hallo Styx,

    danke für die prompte Reaktion. Das Problem saß vor dem Bildschirm. In K9-Mail ist Port 143 eingetragen, auch Thunderbird greift über Port 143 zu (Starttls), Compail braucht aber Port 993. Wobei mir das ein Rätsel ist.

    Was eventuell eine Änderung wert wäre: Das Eingabefeld für die Server hat die automatische Korrektur aktivier. Das ist mitunter etwas mühsam, den Servernamen einzugeben. Eventuell könntest du das noch wie beim Feld für den Benutzernamen abschalten?


    Viele Grüße
    MAG

  • MAG,

    schicke mir bitte eine email an compail at steyla punkt com. Was für ein provider, protokoll u.s.w.

    Danke,

    LG

    Styx

  •   5

    Ich würde das Programm gerne probieren, da mir K9 Mail zwar vieles bietet, ich aber mit der einen oder anderen Sache nicht zufrieden bin. Leider kann sich Compail nicht mit meinem Mailserver verbinden. Egal ob ich es über WLAN oder 2G/3G probiere. Den Servernamen kann das Telefon auflösen und auch über die IP-Adresse schafft Compail keine Verbindung.

    Gibt es andere User mit diesem Problem?

  •   14

    sehr gut geschrieben. Bin selber auch Entwickler ... zwar noch sehr am Anfang aber Programmieren macht spass wenn.man zu 100% bei der sache ist. Top

  • Ich hoffe in Teil zwei geht's mal zur sache ;-)

  • Jan 12.10.2012 Link zum Kommentar

    hört sich interessant an :)

  • Klasse Blog, freue mich schon sehr auf mehr!

  • Styx, sehr schöner Blog!

  • Hallo Matthias,

    Ich hoffe Anfang November die erste Alpha zur Verfügung stellen zu können. Infos hier oder auf www.steyla.com.

    Styx

  • Schöner Artikel :-)

  • Gefällt mir sehr. Obgleich ich (noch) kein Entwickler bin, sondern "nur" Informatikstudent, möchte ich mich demnächst in die Materie hereinfuchsen, um, wie der Protagonist, eine App zu schreiben, die vorrangig meinem eigenen Zweck dient. Und wenn ich Glück habe, und sie auch das Leben anderer bereichert, landet sie im Play Store und ich bekomme dank Werbeeinblendungen ein minimales und vor allem ungeplantes Taschengeld.

    Freue mich bereits auf Teil 2.

  • Ist Compail schon verfügbar? Im PlayStore wird die App noch nicht gefunden. Gibt es eine Webseite für mehr Informationen?

  • guter blog!

  • Schöne Idee...

  • Kommt mir so bekannt vor!

  • Mehr davon bitte.
    Sehr spannend für mich als nicht Entwickler.

    Mfg

  • Cooler Blog ,meeeehr. :)

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