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Neue Smartwatches auf der CES 2016: Das Akku-Wunder lässt noch auf sich warten

Im Rahmen der CES 2016 haben viele Hersteller neue Versionen Ihrer Smartwatches vorgestellt. Außerdem wurden einige brandneue Modelle der Öffentlichkeit präsentiert. So haben Uhrenhersteller Casio, der Gaming-Hardware-Hersteller Razer und die Fitness-Tracker-Spezialisten von Fitbit intelligente Uhren mit sehr viel Akku-Laufzeit gezeigt. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass die Akku-Revolution dieses Jahr bei den Smartwatches noch ausbleibt - obwohl es durchaus interessante Konzepte gibt.

Die top Farbe unter Autos ist schwarz. Das muss bei Top-Smartphones nicht auch noch sein:

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Der Akku-Durchbruch bleibt aus

Was ist einer der großen Nachteile einer Smartwatch? Richtig, die oft eher geringe Akku-Laufzeit. Zwar hat sich in diesem Bereich in den vergangenen Jahren einiges getan und so hält zum Beispiel die hervorragende Smartwatch Samsung Gear S2 bei normalem Nutzung ungefähr 30 Stunden durch. Spätestens dann muss sie aber wieder an die Stromquelle. Die Apple Watch verlangt in der Regel schon nach zwölf Stunden wieder nach dem nötigen Lebenssaft. 

Um diese mittelgroße Spaßbremse aus dem Weg zu räumen, wird schon fleißig an besseren Smartwatch-Chips gearbeitet. Ganz vorne mit dabei ist unter anderem MediaTek, die im Rahmen der CES den “Wunder-Chip” MediaTek MT2523 vorstellten. Im Vorfeld wurde gemunkelt, dass Smartwatches mit diesem Chip bis zu zwei Jahre durchhalten werden.

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Der angebliche Wunderchip von  MediaTek sorgt noch nicht für ein Akku-Wunder. / © ANDROIDPIT

Kollege Eric konnte diesen Chip bei einem Termin in Las Vegas unter die Lupe nehmen und… das erhoffte Wunder blieb leider aus. Das Vorführgerät war nämlich nicht mit einer leistungsstarken Smartwatch vergleichbar, sondern es handelte sich eher um einen GPS-Tracker. So fehlte unter anderem die wichtige Internetfunktion.

Ein Durchbruch war aber auch bei den Smartwatches von Casio, Razer und Fitbit nicht zu beobachten, wobei die Bezeichnung Smartwatch bei der Razer Nabu Watch und der Fitbit-Uhr mit dem Namen Fitbit Blaze nicht wirklich zutreffend ist. Um für mehr Durchhaltevermögen zu sorgen, wenden Casio und Razer außerdem einen Trick an, der Akku-Power nur vortäuscht.

Das sind doch Smartwatches, oder?

Die neu vorgestellten Casio WSD-F10 verdient ohne Frage die Bezeichnung Smartwatch. So lassen sich mit ihr E-Mails empfangen und verschicken, per Bluetooth-Verbindung mit dem Android-Smartphone oder iOS-Handy können Apps auf die smarten Uhren übertragen werden und wer will kann seine Uhr auch mit diversen Watchfaces verschönern. Anders sieht es bei der  Razer Nabu Watch aus, sie ist eher ein Fitness-Tracker im Uhren-Design als eine echte Smartwatch. 

Unterschiede gibt auch in der Ausrichtung der Geräte. So soll die Razer-Uhr wohl vor allem Fitness-bewusste Gamer ansprechen. Eine neue Art der Interaktion etwa mit PC- oder Mobile-Spielen bietet sie bisher nicht. Die Razer-Nabu-App unterstützt auch das bereits erhältliche Razer-Nabu-Fitness-Armband und wird für iOS und Android angeboten. Darüber werden Benachrichtigungen etwa für SMS, E-Mail oder andere Apps auf die Uhr geliefert. Das OLED-Display der Razer Nabu Watch bietet mit einer Auflösung von 128 × 16 Pixeln keine Möglichkeit, um selbst aufwendigere Spiele darzustellen. Die Uhrzeit wird auf einem separaten LCD dargestellt.

RazerNabuWatch
Razer Nabu Watch: Die Smartwatch soll auch Gamer ansprechen / © Razer

Die Forged Edition der Razer Nabu Watch kann bereits vorbestellt werden und soll am 11. Januar 2016 erscheinen. Kostenpunkt: 239,99 Euro. Die “normale” Edition - nur mit grünen Plastik- anstatt mit Metall-Knöpfen - soll Ende Januar 2016 in den USA erhältlich sein und 149,99 US-Dollar kosten. Ein Preis in Euro steht noch nicht fest.

Eher Outdoor-Fans hat Casio mit seiner robusten Smartwatch WSD-F10 im Blick, denn die Uhr ist wasserfest und sie zeigt unter anderem an, auf wie vielen Höhenmetern sich der User gerade befindet. Das dürfte vor allem für Wanderer und Bergsteiger interessant sein.

Über das nötige Kleingeld sollte die Zielgruppe auch verfügen, denn die Casio-Uhr soll um die 500 US-Dollar kosten. Diese runde Smartwatch mit Android Wear und einem 1,32 Zoll großen Display mit einer Auflösung von 320 x 300 Pixeln wird in vier Farben angeboten. In den USA soll die Casio WSD-F10 im April 2016 erscheinen.

Und wie sieht’s nun bei den Uhren mit dem Akku aus?

Aus Smartwatches werden normale Uhren

Zunächst zur Casio-Smartwatch: Casio brüstet sich damit, dass der Akku der WSD-F10  bis zu einem Monat durchhält. Der Haken an der Sache ist aber, dass dann die Smartwatch-Features abgeschaltet sind. Zu sehen ist dann nur noch die Uhrzeit und die auch nur in schwarz-weiß. Die Smartwatch wird dadurch also wieder zur “normalen” Uhr und die Android-Wear-Funktionen schlafen. Wie lange die Casio WSD-F10 im “Smartwatch-Modus” durchhält, sagte Casio bislang noch nicht.

Ein ähnliches Konzept bietet auch Razer bei der Nabu Watch an. Hier gibt es sozusagend zwei Modi: in einem ist die angebliche Gamer-Uhr eine normale Smartwatch, im anderen nur noch eine Uhr. Der Smartwatch-Teil muss alle 7 Tage wieder aufgeladen werden. Die reine Uhrzeitanzeige soll mit Hilfe einer wechselbaren Lithium-Ionen-Batterie 12 Monate lang funktionieren.

Einen ähnlichen Weg schlägt der vor allem für seine Fitness-Tracker bekannte Hersteller Fitbit ein. Dessen neue Smartwatch Fitbit Blaze muss erst nach fünf Tagen wieder aufgeladen werden, wobei hier die Bezeichnung Smartwatch alles andere als akkurat ist. Die Uhr sieht zwar aus wie eine Smartwatch und sie muss auch mit einem Smartphone verbunden werden, Apps lassen sich auf die Fitbit Blaze wie bei der Razer Nabu Watch nicht aufspielen. Einen eigenen GPS-Sender hat die Fitbit Blaze ebenfalls nicht, sondern sie muss für diese Daten auf das Smartphone zurückgreifen.

Immerhin ist sie in der Lage, Nachrichten und Anrufe anzuzeigen - und das auf einem Farbdisplay. Wenn der User sich außerdem in bestimmte Sportarten wie Fußball oder Basketball austobt, liefert die Smartwatch dann die passenden Daten. Das erinnert mehr an einen Fitness-Tracker als an eine Smartwatch.

Nur weil ein Gerät als Smartwatch bezeichnet wird und sie nach einer intelligenten Uhr aussieht, heißt das noch lange nicht, dass sich im Inneren auch eine echte Smartwatch befindet. Vorsicht also, wenn bei neuen Smartwatches sehr viel Akkulaufzeit angegeben wird.

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13 Kommentare

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  • Anfangs hat man sich auch darüber lustig gemacht, dass ein Smartphone jeden Tag geladen werden muss. Heute hat man sich eben daran gewöhnt.


  • Woher soll eine "Akku-Revolution" denn kommen, wenn es keine neue Akku-Technologie gibt, und auch die anderen Komponenten der Uhren eher kleine Fortschritte bezüglich des Stromverbrauchs machen?
    Die hier vorgestellten Uhren könnten für viele genau der Kompromiss sein, zwischen einer Uhr mit langer Akkulaufzeit, und den smarten Funktionen, die dann notgedrungen ein häufigeres Laden erfordern und vielleicht nur eingeschränkt verfügbar sind, den sie suchen. Ich habe in einem älteren Beitrag ein solch naheliegendes Konzept selber vorgeschlagen, und auch zu diesem Zeitpunkt waren solche Hybriduhren wohl bereits verfügbar.

    https://www.androidpit.de/tag-heuer-connected-watch-release-preis-bilder-daten?c=1909480#comment1909480

    In dem Video macht die Casio-Uhr nach meinem Geschmack einen überzeugenden Eindruck, allerdings sind 500 € auch ne' Hausnummer.


  • solange die Problematik mit der Akku Lebensdauer nicht behoben wird, sind solche Dinger keine Überlegung wert. Mindestens 48h sollte so eine Uhr bei durchschnittlicher Nutzung halten. Das man auch mal eine Nacht ohne Steckdose überbrücken kann.


    • Son quatsch. Hab schon seit Jahren smartwatches. Meine aktuelle sw 2 hält locker drei Tage. Irgendwie komisch jedes mobile Gerät weltweit mit Monitor muss doch zur Zeit in der Regel ein ma am Tag ans Netz. Meine Taschenlampe is nach drei Stunden leer. Mein baustellenradio nach 9, für astrophotography brauche ich in einer Nacht Minimum drei Akkus. Mein rc Helikopter Schaft gerade ma 7 Minuten. Mp3 Player, Bluetooth boxen Ach es gibt tausende von Beispielen. Und nirgendwo ist das ein Problem. Nur bei smartwatches wird seit Jahren von Leuten die selber noch nie eine bessesen haben ne angebliche Problematik herbeigequatscht die die meisten die smartwatches ernsthaft nutzen überhaupt nicht nachvollziehen können. Geh ich pennen steck ich meine Gerätschaften ein, fertig. Ob zwei oder vier, ist mir völlig Schnuppe. Wo liegt denn da die Problematik?


      • Wo genau die Problematik in der Mehrzahl der Fälle steckt, weiß ich auch nicht. Aber laut dieser Umfrage scheint sie für die Meisten der Befragten doch sehr bedeutsam zu sein:

        https://www.androidpit.de/kaufst-du-dir-eine-smartwatch-oder-lieber-nicht

        Eine im Kommentar angeregte Umfrage dazu, warum die Akkulaufzeit bei Smartwatches für die Meisten so wichtig ist, gab's ja leider nie. So bleibt nur zu spekulieren.

        In meinem Fall ist dabei die Zuverlässigkeit der Zeitanzeige extrem wichtig, wichtiger als Benachrichtigungen oder sogar das Smartphone selber.

        Vergisst man nach einer Betriebsfeier das Laden, sollte die Zeitanzeige genauso am nächsten Tag noch möglich sein, wie wenn man auf einer mehrtägigen Dienstreise oder einem Kurzurlaub mal das Ladegerät vergisst.

        Eine Funktion, die, auf Wunsch einen Teil der Restladung für die reine Uhr-Funktionalität reserviert, ließe sich bei jeder Smartwatch per Software realisieren.

        Deine Auflistung ließe sich noch fortsetzen. Sie erwähnt allerdings nicht, dass herkömmliche Armbanduhren mit einer Batterie bis zu 10 Jahre laufen, manche per Energieharvesting sogar unbegrenzt.


  • Die letzten 2 Youtubelinks sind bei mir nicht abspielbar, klappts bei euch?


  • Die Casio hat was, in einem freundlichen Schwarz könnte die mir gefallen.


  • Schade schade. Ich hatte gehofft, die perfekte (oder wenigstens gute) Symbiose von Fitness Tracker und Smartwatch zu sehen. Meine Hoffnung lag da vor allem bei der LG urban 2 (hätte ja sein können, dass sie das Problem behoben haben und den Neustart verkünden) oder einer Sony Smartwatch 4 mit Pulsmesser und besseren GPS. Jetzt richten sich meine Augen auf die MWC in Barcelona Ende Februar. Vielleicht kommt da dann noch was von Sony oder LG oder jemanden ganz anderen ;-)


    • Wie siehts mit der Moto 360 Sport aus, die ist bald verfügbar, werde ich mir auch holen da ich das integrierte GPS + Pulsmesser fürs Laufen benutzen möchte, und sie sieht nicht schlecht aus :)


  • Casio = oldschool Smart⌚

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