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7 Min Lesezeit 10 Kommentare

E-Scooter-Sharing: Wir geben Antworten auf die häufigsten Fragen

Der Aufstieg von E-Scootern ist nicht aufzuhalten und da immer mehr Unternehmen auf den Markt kommen, stoßen wir oft auf die gleichen häufig gestellten Fragen. In diesem Leitfaden für E-Scooter werfen wir einen Blick auf einige häufige Probleme, und zeigen Lösungen auf.

Wie viel kosten die Sharing-Dienste?

Die Preise variieren von Unternehmen zu Unternehmen und es gibt mehrere Zahlungssysteme. In Deutschland berechnet Emmy 0,19 Euro pro Minute für die Fahrzeit und 0,05 Euro für die Parkzeit. Der Tageshöchstsatz beträgt 24 €. Emmy hat auch ein interessantes Angebot für Neukunden: Ihr zahlt zum Einstieg 10 Euro und könnt damit direkt 50 Min fahren. Die Fahrzeit könnt Ihr auch auf mehrere Fahrten verteilen.

COUP berechnet 3 € für die ersten 30 Minuten, unabhängig davon, ob Ihr den Roller für 2 Minuten oder 29 Minuten benutzen. Danach zahlt ihr 1 Euro alle 10 Minuten.

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Die neue dritte Generation des E-Scooters von Lime ist robuster und komfortabler zu fahren. / © Endgadget

Wo darf ich parken und wo nicht?

Anders als zu Beginn des Bike-Sharings und der üblichen Stationen haben moderne E-Scooter-Unternehmen das Modell "Park anywhere" entwickelt. Ein paar Grundregeln solltet Ihr aber bei der Wahl des Parkplatzes stets im Hinterkopf haben.

Ihr könnt überall parken, innerhalb der Grenze

E-Scooter-Unternehmen sind hauptsächlich in den Innenstädten aktiv und deshalb gibt es Grenzen, um zu verhindern, dass sich die Fahrzeuge zu weit ausbreiten. Typischerweise können E-Scooter nur innerhalb der innerstädtischen Grenzen geparkt werden. Das genaue Gebiet könnt Ihr in der App einsehen. Natürlich könnt Ihr außerhalb des definierten Gebietes fahren, die Miete könnt Ihr aber nur innerhalb beenden.

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Vergewissert Euch, dass Ihr wieder im Geschäftsgebiet seid, bevor Ihr versucht, den E-Scooter zu parken! / © AndroidPIT

Irgendwo bedeutet überall, aber denkt an Eure Mitmenschen

Es ist zwar möglich, E-Scooter überall zu parken, aber es ist immer noch wichtig, beim Parken ein wenig mitzudenken. Parken vor Einfahrten, in Ladezonen, Parks, Fußgängerzonen, vor Schaufenstern oder in Innenhöfen ist einfach keine gute Idee. Respektiert Eure Mitbürger und den Roller an entsprechenden Orten ab.

Das Parken war eines der Hauptprobleme in San Francisco, als die Behörden Hunderte von illegal geparkten Rollern beschlagnahmten. Sie haben sie schließlich im Sommer 2018 für immer von den Straßen verbannt.

Muss ich einen Helm tragen?

Natürlich stellt sich auch die Frage nach der Helm-Pflicht. Die Gesetze sind dahingehend in Deutschland sehr eindeutig. Bei Motorrollern wie von Emmy und Coup müsst Ihr stets einen Helm tragen, die Scooter sind aber auch immer mit einem Helm ausgestattet. Bei E-Bikes sieht die Sache wieder etwas anders aus. Alle Sharing-Dienste für E-Bikes in Deutschland vermieten sogenannte Pedelecs. Bei diesen Modellen ist der Motor nur aktiv, wenn Ihr auch in die Pedale tretet. Somit gilt für sie auch keine Helm-Pflicht. Nichts desto trotz empfehlen wir Euch ausdrücklich, stets einen Helm zu tragen.

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Sicherheit geht vor! Traget beim Fahren eines E-Rollers immer einen Helm!. / © Coupé

Brauche ich einen Führerschein?

Ganz sicher, ja. Selbst die leichteren E-Scooter wie die von Lime verlangen einen Führerschein. Ihr benötigt jedoch keinen speziellen Motorradführerschein, da alle heute auf dem Markt befindlichen E-Roller die Geschwindigkeitsgrenze von 40 km/h nicht überschreiten. Ihr dürft sie also mit einem ganz normalen Führerschein Klasse B fahren. In einigen Ländern, wie eben hier in Deutschland, benötigt jedes Fahrzeug, das Geschwindigkeiten von 25 km/h oder mehr erreichen kann, eine Lizenz - dazu gehören auch die E-Roller von Lime, die in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit genau an dieser Grenze liegen.

Bei der Anmeldung für einen E-Scooter-Service werdet Ihr daher auch aufgefordert, Euren Führerschein vorzulegen. Ihr müsst den Führerschein beim Dienst nur einmal registrieren, dabei haben solltet Ihr ihn natürlich trotzdem immer, wenn Ihr einen Roller mietet. 

Was mache ich, wenn der Akku meines Rollers leer ist?

In dieser Situation könnt Ihr leider nicht viel mehr tun, als den Roller abzustellen und Euch einen anderen zu suchen. Ihr könnt aber von vornherein das Risiko minimieren. Bevor Ihr Euch für einen Roller entscheidet, könnt Ihr in der App einsehen, wie viel Laufleistung der Akku des Rollers noch ungefähr bereithält. Das sieht bei jedem Anbieter etwas anders aus, aber hier zwei Beispiele:

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COUP (links) und Emmy zeigen beide den Akkustand für jedes Fahrzeug in der App an. / © AndroidPIT

Ihr könnt die Roller nicht selbst aufladen, wenn der Akku leer ist. Sobald er zu Neige geht, wird der Akku vom Anbieter ausgetauscht und der leere Akku zentral aufgeladen. Achtet also vor allem darauf, dass Euch nicht außerhalb des Geschäftsgebietes der Saft ausgeht, denn dann habt Ihr ein gewisses Problem.

Was passiert, wenn ich stürze oder das Fahrzeug beschädige?

Die meisten E-Scooter-Unternehmen verfügen über eine Privathaftpflicht und die Fahrzeuge sind komplett versichert. Achtet darauf, dass Ihr die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Eures bevorzugten Anbieters sorgfältig lest, um alle Eventualitäten auszuschließen. Bei Emmy z.B. gibt es eine Selbstbeteiligung von 250 Euro beim Torrot Muvi Roller und 350 Euro beim Schwalbe-Roller. Sollte sicher herausstellen, dass der Schaden durch eine rücksichtslose Fahrweise entstanden ist, können die Kosten deutlich höher ausfallen.

Kann ich einen Roller für mich selbst kaufen?

Na klar! Ihr könnt die gleichen Schwalbe-Roller kaufen, die Emmy in Berlin zur Miete anbietet. Die Preise beginnen bei 5.390 Euro mit optionalen Extras wie ABS-Bremsen, individuellen Sitzbanken und einem zusätzlichen Akku für 790 Euro, um die Reichweite von 50 km auf 100 km zu erhöhen.

Die E-Scooter von Coup werden von einer Firma namens Gogoro hergestellt und sind nur in Taiwan erhältlich. Coup hat einen Vertrag mit dem Hersteller für den EU-Markt abgeschlossen, der dem Unternehmen Exklusivität garantiert.

Kann ich parken und dann zum gleichen Roller zurückkehren?

Auch das ist möglich. Wenn Ihr einen E-Scooter benutzt, um zu shoppen oder kurz einen Kaffee trinken zu gehen, könnt Ihr die Miete in der App unterbrechen bzw. pausieren. In dieser Zeit kann Euch niemand den Roller wegschnappen, allerdings müsst Ihr auch dafür bezahlen. Bei Coup macht es keinen Unterschied, ob Ihr den Roller bewegt oder abstellt, Ihr zahlt immer den gleichen Preis. Emmy ist da ein bisschen freundlicher, und verlangt nur 0,05 Euro pro Minute, wenn Ihr die Fahrt unterbrecht.

Ihr könnt natürlich das Risiko eingehen, dass niemand sonst den E-Scooter mietet, während Ihr kurz weg seid, und so für die Standzeit nichts bezahlen. Es kann dann aber natürlich immer passieren, dass der Roller nicht mehr verfügbar ist, wenn Ihr ihn wieder benötigt.

Tipp: Wenn Ihr nur kurz zum Bankautomaten oder ähnliches möchtet, könnt Ihr den Roller abstellen, die Miete beenden und direkt wieder starten. Der Roller wird dann immer für 15 Minuten reserviert, in dieser Zeit zahlt Ihr keinen Cent.

Kann ich auch einen Freund mitnehmen?

Mit Emmy, ja. Zwei Helme sind im Roller verstaut und Ihr könnt einen Freund mitnehmen. Mit Coup, nein. Hier versteckt sich nur ein Helm im Inneren des Rollers. Ihr könnt aber natürlich auch immer einen eigenen Helm mitbringen, damit Ihr auch diesen Roller zu zweit nutzen könnt.

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COUP Roller werden nur mit einem einzigen Helm geliefert. / © AndroidPIT

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Ja, bis zu einem gewissen Grad. Bird und Spin in den USA haben zugegeben, GPS-Daten zu sammeln, die von bestimmten städtischen Behörden wie San Francisco gemeinsam genutzt werden. Beide Unternehmen geben aber an, die Daten nicht zu verkaufen.

In Europa geben sowohl Emmy und Coup an, keinerlei Daten an Dritte weiterzugeben oder zu verkaufen.

Wo kann ich mich anmelden?

Die meisten von Euch werden die Links wohl selber in Sekunden finden, aber der Vollständigkeit halber hier die Apps der beiden Anbieter in Deutschland: 

10 Kommentare

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  • Wozu braucht man denn für 25km/h einen Roller, bei dem man einen möglicherweise verlausten Helm aufsetzen muss? Mit nem Pedelec ist man genauso schnell und darf auf Radwegen und durch den Park fahren.
    Und auch die 40km/h-Variante ist kaum besser, da bin ich mit dem Pedelec auch schneller, dank Abkürzungsmöglichkeiten... Und wieso eig. 40km/h, die Grenze für Mokicks liegt doch bei 45km/h?!


  • Für die Stadt ist das ja alles schön und gut. Aber auf'm Land/Kleinstadt gibt's solche Modelle schon mal gleich gar net... schade! Und somit ist das ganze auch unbrauchbar für uns auf'm Land/Kleinstadt!


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Naja, solche Dienste zielen ja immer auf eine möglichst große Kundschaft ab, die sich eben nur in Großstädten findet. Bis solche Modelle auch aufs Land kommen, dürfte es wohl noch sehr lange dauern, wenn das überhaupt passiert.


  • Zu teuer .


    • Sophia Neun
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Was ist daran zu teuer? Es soll doch nur für kurze Strecken in der Stadt sein.


      • Wünsche einen schönen Wochenbeginn. War schwer das 😴Bett zu verlassen.Erstmal ein Guten Morgen Kaffee 🤤☕️. Und nun zum Thema.....Das Sharing ist schon toll aber da seh ich Bus und Straßenbahn im Vorteil.Wo will man in den Großstädten mit vielen Leuten auf so einem E-Scooter voran kommen.Ist man zu Fuß dann schneller.Auf dem Dorf oder Kleinstadt würde es sich eher lohnen.Bin oft in Leipzig und hab da schon Schwierigkeiten mit meinen klappbaren Tretroller voran zu kommen.Mittlerweile lauf ich lieber 2 Stationen und Spar mir die Straßenbahn wenn selbst die überquillt.


  • Ich hoffe nur, dass sich Tret-Roller keiner allzu großen Beliebheit erfreuen werden.
    Dafür ist unsere Infrastruktur gar nicht geschaffen.
    An den Hauptverkehrswegen sind die Radwege jetzt schon überlastet, zu Stoßzeiten im Sommer herrscht einfach nur Chaos.
    Rechts vor links oder einfache Handzeichen kennen viele gar nicht. An Ampel-Übergängen fährt jeder nach Lust und Laune kreuz und quer.
    Und seit wann dürfen E-Räder mit 45 kmh+ über die Radwege rasen?!


    • Sophia Neun
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Rote Ampeln übersehen Fußgänger, Radfahrer unf Autofahrer auch gern mal. Ich habe das Gefühl Verkesregeln gelten irgendwie für niemanden außer mich. 😅 Habe seit diesen Sommer endlich wieder ein Fahrrad und was ich in der Zeit schon erlebt habe, ist erstaunlich. Dennoch würde ich so jemand sein, der mit einem Tretroller fährt, einfach weil man ihn mobil in der Bahn mitnehmen kann.


  • E-Sharing ist eine gute Sache.
    Dadurch bin ich erst aufs Roller fahren gekommen.
    Weil nicht immer ein Roller da war, wenn ich einen brauchte, habe ich mir einen gekauft.
    Aber mit Benzin 😎

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