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Dungeon Keeper: Horny ist zurück!

Es gibt Spieleperlen der Vergangenheit, deren Name genügt, um Nostalgie in den Herzen vieler Spieler auszulösen. Unbestritten gehört Bullfrogs Dungeon Keeper aus dem Jahre 1997 zu dieser Rubrik und dementsprechend hoch waren die Erwartungen an das Remake für Smartphones und Tablets.

Ob Electronic Arts und Mythic den Mythos “Dungeon Keeper“ in die Neuzeit bringen konnten und ob beim Remake die nötige Portion Nostalgie entfacht wird, erfahrt Ihr in unserem heutigen Testbericht!

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Bewertung

Pro

  • Grafische Präsentation
  • Nostalgie

Contra

  • Paywall
  • Verzerrung der Bewertung
  • Wartezeiten
Getestet mit Android-Version Root Mods Getestete Version Aktuelle Version
Google Nexus 4 4.4.2 Nein 1.0.51 1.6.83

Funktionen & Nutzen

Wenn man auf das Originalspiel aus dem Jahre 1997 zurückblickt wirk klar, warum Electronic Arts ausgerechnet Dungeon Keeper als Remake ausgemacht hat. Denn das Spiel brachte viele Elemente in die Echtzeitstrategie, die in ähnlicher Form auch in heutigen mobilen Spielehits zu finden sind. Seien es nun “Tower Defence“-Elemente oder der Fokus auf einen Antihelden. Eben dieser gehörnte Teufel, von seinen Freunden auch liebevoll “Horny“ genannt, führt den Spieler durch das sehr kurze Tutorial, das dem Spieler auch keinerlei Freiheiten gibt eigene Entscheidungen zu treffen. Die vorgegebene Route muss eingeschlagen werden, wobei der Lerneffekt der Einführung ausreichend ist.

Das Ziel von Dungeon Keeper ist es, in einer unterirdischen Welt den eigenen Kerker auszubauen und ganz im Stile von “Clash of Clans“, Angriffe abzuwehren und gleichzeitig andere Spieler anzugreifen und deren Rohstoffe zu klauen. Dies gelingt, indem die eigenen Truppen das Dungeon-Herz erreichen. Insgesamt gibt es im Spiel vier verschiedene Rohstoffe, von denen drei regelmäßig erworben werden können und eine, die Juwelen, in solch geringer Form erwirtschaftet werden kann, dass der Kauf dieser eigentlich obligatorisch ist. Natürlich per In-App-Einkauf. Gold, Stein und auch Mana werden in einem stetigen Strom bezogen und stellen im Spielverlauf kein großes Problem dar.

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Horny bereitet den Spieler bereits im Tutorial auf das Bezahlmodell vor. / © AndroidPIT

Einen Vorboten des Geschäftkonzepts erhält der Spieler bereits im Tutorial, in dem uns “Horny“ erklärt, dass die Juwelen verschiedene Aufgaben der Unterwelt beschleunigen und Geld in diesem Sinne Zeit kaufen kann. Die Tragweite dieser Aussage erschließt sich dann im Laufe des Spiels.

Dungeon Keeper ist nämlich von der Gesamtpräsentation und auch vom Spielkonzept gelungen. Das Bauen eines Kerkers und anschließende Gefechte gegen Mitspieler klingen interessant, sind leider nur teilweise zu Ende gedacht. Im mobilen Ableger der Spielereihe gibt es keine Geschichte und auch die Angriffe auf gegnerische Spielerkerker sind nur eindimensional gestaltet, da das taktische Element der Angriffe fehlt. Hier muss Mythic noch nachlegen und zumindest die taktische Tiefe des Spiels erhöhen, sowie eine Geschichte um den Kerkerbau spannen.

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4 beziehungsweise 24 Stunden brauchen unsere Imps zum Abbauen der Steine. / © AndroidPIT

Nichtsdestotrotz ist das Verhalten mit In-App-Einkäufen, wie bereits erwähnt, das grundlegende Problem der Anwendung. Das beste Beispiel für diesen Umstand erlebt der Spieler bereits nach Beendigung des Tutorials. Imps, das sind die kleinen Arbeiter unseres Reichts, können Steine abbauen und somit den Bau von neuen Gebäuden ermöglichen. Die Steine im Tutorial lassen sich innerhalb von 15 Sekunden abbauen oder alternativ kann dieser Vorgang durch das Ausgeben von einem Juwel beschleunigt werden. Ein vertretbarer Preis. Der nächsthöhere Stein benötigt jedoch schon vier Stunden Abbauzeit und der darauffolgende Stein 24 Stunden. Natürlich kann auch dieser Vorgang durch Juwelen beschleunigt werden und kostet dann 42, beziehungsweise 250 Juwelen.

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Für die Rektrutierung von 6 Imps gibt es 50 Juwelen. Ein Bruchteil vom Anschaffungspreis. / © AndroidPIT

Nun kommt berechtigt der Einwand, dass doch die Anzahl an Arbeitern erhöht werden kann, um das simultane Abbauen von Steinen zu ermöglichen. In vielen Spielen wäre zumindest dieser Faktor durch Rohstoffe bezahlbar, doch nicht in Dungeon Keeper. Auch hier müssen 800 Juwelen bezahlt werden, die der Spieler schlicht nicht besitzt und auch in absehbarer Zeit nicht erwirtschaften kann. Das ironische Element an der ganzen Geschichte ist, dass es für erledigte Aufgaben Juwelen als Belohnung gibt. Diese Aufgaben sind eine der wenigen Juwelenquellen und das Abschließen dieser ist somit enorm wichtig für den Fortschritt. Wenn jedoch eine der Aufgaben “Rekrutiere einen dritten Imp“ lautet und dieser nur durch nicht vorhandene Juwelen gekauft werden kann, dann muss man den Entwicklern einen Sinn für Humor attestieren.

In-App-Einkäufe sind generell keine schlechte Sache. Viele Spiele finanzieren dadurch, bei kostenlosem Anschaffungspreis, fortlaufende Updates und neue Server. Besonders im PC-Bereich gibt es positive Beispiele wie League of Legends und im mobilen Bereich gibt es mit Simpsons oder Plants vs. Zombies 2 Beispiele, wie das Spiel gleichzeitig spaßig ist und Luft für In-App-Einkäufe lässt. Der Reflex diese Bezahlmöglichkeit zu verteufeln ist bei vielen Spielern da, doch sollte das Thema immer aus mehreren Richtungen betrachtet werden und es kommt, wie gesagt, auf die Umsetzung an.

Wenn aber für 14000 Juwelen dann 89,99 Euro verlangt werden und dies noch als „Preis/Leistungstipp“ angepriesen wird, ist diese Umsetzung fehlgeschlagen. Electronic Arts ist einen Schritt zu weit gegangen und hat an zu vielen Stellen des Spiels eine “Paywall“ errichtet. Für den dritten Imp knapp sechs Euro zu verlangen hebelt das Kosten/Nutzenprinzip aus.

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Knappe 6 Euro für einen Imp. Dafür gibt es das alte Dungeon Keeper als Vollversion. / © AndroidPIT

Der letzte Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben kann, ist das Verhalten der Anwendung mit Bewertungen. Es sei gesagt, dass diese Aufforderung im Testzeitraum nicht erschienen ist, aber viele Kollegen über dieses Phänomen berichten. Wie in vielen anderen Applikationen fordert auch Dungeon Keeper zum Bewerten der Anwendung auf. Bis zu diesem Punkt mag dieses Pop-Up nervig sein, doch eine ehrliche Bewertung ist ein Mehrwert für kommende Spieler. EA konterkariert dieses Prinzip jedoch, indem nur positive Bewertungen zum Play Store weitergeleitet werden und schlechte Bewertungen auf eine gesonderte Feedbackseite gelangen. Somit müsste der Bewerter eigenständig noch einmal den Play Store aufrufen, um Dungeon Keeper offiziell zu kritisieren. Jedem sei die Bewertung dieses Vorgehens selbst überlassen.

Bildschirm & Bedienung

Dungeon Keeper ist eine gut gelungene Applikation, zumindest was die Bedienung und die grafische Präsentation betrifft. Die musikalische Untermalung ist gelungen und insgesamt kommen an der einen oder anderen Stelle sogar nostalgische Gefühle auf.

Speed & Stabilität

Dungeon Keeper lief im Testzeitraum einwandfrei.

Preis / Leistung

Dungeon Keeper ist kostenlos verfügbar und finanziert sich durch In-App-Einkäufe, die weiter oben ausführlich erläutert werden.

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90 Euro als Preis/Leistungsprinzip ist eine Ansage. / © AndroidPIT

Abschließendes Urteil

Dungeon Keeper ist im Status Quo kein empfehlenswertes Spiel. Eigentlich alle Aufgaben innerhalb des Spiels dauern extrem lange oder benötigen im Endeffekt Echtgeld in Form von Juwelen. Das Spiel verschenkt so viel Potenzial und wird der Vorlage aus dem Jahr 1997 in den wenigsten Bereichen gerecht.

Ich habe lange Zeit über die Bewertung nachgedacht und habe zwischen zwei und drei Sternen geschwankt. Schlussendlich konnte ich, insbesondere auch durch das falsche Signal das eine gute Bewertung aussenden würde, drei Sterne nicht verantworten. Electronic Arts hat nicht nur bei Dungeon Keeper viel Potenzial liegen lassen, sondern auch die gute grafische Präsentation und Bedienung verschenkt.

16 Kommentare

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  • Ich spiele es jetzt schon eine ganze Weile und bin schon an dem Punkt angelangt, bei dem das Ausbauen des Lagers ganze vier Tage dauert.
    Das Spiel beinhaltet eine noch schlecht gemachte Gildenfunktion. Dort kann man mit anderen Spielern schreiben und Gold in Millionenhöhe "spenden" um kleine Vorteile zubekommen.

    Das Spiel ist ansich ganz nett. Mehr aber auch nicht.

  • Für alle, die lieber das Original spielen wollen: Dungeon Keeper 1 gibts heute gratis auf gog.com!

  • sauberes game

  • Englische Sprachausgabe, obwohl der Rest komplett deutsch... Punktabzug!
    Abgesehen davon kann ich mich als Fan des Originals mit dieser Version anfreunden.

  • Ein besserer Titel für diesen Artikel wäre wohl gewesen:
    Dungeon Cash Keeper: Horny ist goldgeiler denn je zurück

  • Schade, eine perle der Computerspielgeschichte, welche mit schmackes vor die Säue geschmissen wird...

  • @Martin Das haben nun einmal solche internetbasierten Spiele an sich. Ist ja wie bei Clash of Clans oder den Simpsons.

  • Das mit der durchgehend benötigen Internetverbindung wurde leider vergessen

  • Aber dieses Spiel ist ja der letzte Munzent..Wie so vieles heutzutage..

  • was wurde ich doch gern das original DK 2 kaufen und auf Tablet spielen, wär mir schon so 59 DM:-) wert...

  • Mit anderen Worten. Ein weiteres Spiel, welches ohne den massiven und kontinuierlich Einsatz von Echtgeld nicht spielbar ist. Als ich genau vor solchen Situationen warnte, als die ersten Spiele auf dieses Geschäftsmodell setzten wurde ich noch ausgelacht.
    Es liegt nun an den potentiellen Kunden dies, zumindest in seinen extremen Auswüchsen wie hier, durch ignorieren solcher Produkte einzugrenzen. Auch wenn ich wenig Hoffnung habe das dies geschehen wird.

    Bezeichnend übrigens, dass es ausgerechnet EA ist, die es wieder einmal auf die Spitze treiben. Ihren schlechten Ruf hat sich dieser Entwickler und Publisher zurecht verdient. Warum ihre Spiele, trotz aller berechtigter Kritik, weiterhin solch guten Absatz finden, ist mir bereits seit Jahren ein Rätsel.

  • Dk zeigt perfekt auf was momentan im playstore schief läuft. Statt man versucht mit guten und fairen Gates Geld zu verdienen entwickelt man lieber so einf2p Mist wie Dk und anderen f2p zeug die sich kaum unterscheiden. Noch schlimmer sind bezahl games mit iap bei denen ich nur den Kopf schütteln kann.

    Es gebe einen paar wirkliche tolle Spiele in store wenn sich denn nichtig alle Infos ein f2p Korsett gezwungen werden würden

  •   26

    Ich habe schon damals die PC-Version nicht gemocht und auch die Android-Version habe ich schnell wieder gelöscht. Klasse ist "My Singing Monsters" und "Castle Clash"! :)

  • Ich motze selten... aber diese App bringt mich als Fan von Teil 1 und 2 auf die Palme!

  • Da wäre doch mal ein shitstorm im playstore angebracht. :-D

  •   28

    Zwei Sterne sind noch viel zu gut für dieses Spiel.

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