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Double Dragon Trilogy: Fliegende Fäuste

Einer der wohl bekanntesten Vertreter der Beat’em Up-Szene dürfte Double Dragon sein. Ein Meilenstein seines Genres und das vor mehr als einem Vierteljahrhundert. Vor kurzer Zeit erschien die Double Dragon Trilogy für Android und die Frage ist, ob das Spiel der fliegenden Fäuste nach dieser Zeit noch an den Bildschirm fesseln kann.

Ob dies der Portierung gelingt und wann sich eine Installation lohnt, erfahrt Ihr in unserem heutigen Testbericht!

Bewertung

Pro

  • Angemessener Preis
  • Unkomplizierte Action
  • Kombination aus Grafik und Soundtrack

Contra

  • Dritter Teil fällt qualitativ ab
  • Bedienung teilweise sperrig
  • Spielablauf repetitiv
  • Kein Koop über das Internet
Getestet mit Android-Version Root Mods Getestete Version Aktuelle Version
Google Nexus 4 4.4.1 Nein 1.4 1.7.0

Funktionen & Nutzen

In allen Teilen von Double Dragon dreht sich die Geschichte um das Brüderpaar Lee, die mit allen möglichen Kampfmanövern ihren Weg durch eine durchaus aggressive Welt bahnen. Interessant ist, dass es sich bei Double Dragon Trilogy nicht um eine Portierung der NES-Version handelt, sondern die Arcade-Variante als Grundlage verwendet wurde. Daraus resultieren dann natürlich auch die Limitierungen und Vorteile (minimal bessere Grafik), wobei die Mängel eher im letzten Teil der Trilogie deutlich werden.

Im ersten Teil geht es um die Befreiung der gekidnappten Freundin. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die sehr simple Geschichte ihren Lauf und die Brüder schlagen, treten und stechen sich ihren Weg durch Horden von Gegnern. Dabei durchlaufen sie verschiedene Level, die überwiegend aus unterschiedlichen Elementen bestehen und treffen auf - mehr oder weniger - fähige Gegner.
Nach jedem linearen Level trifft der Spieler auf einen besonders starken Kontrahenten, für den deutlich mehr Geschick notwendig ist.
Und sollte das Spiel im Koop-Modus (Bluetooth - kein Internet!) beendet werden, dann erwartet das Brüderpaar ein epischer Kampf um die Liebe der entführten Freundin. Ein nettes Gimmick für einen krönenden Abschluss.

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Die Bedienelemente können individualisiert werden. / © dotEmu

Der zweite Teil der Trilogie ist mehr oder weniger ein Remake des Vorgängers und große Anteile des Spiels, Double Dragon 2: The Revenge, fühlen sich im gesamten Spielverlauf bekannt an. Teilweise könnte man es sogar als Déjà-vu beschreiben, wobei keine 1 zu 1 Übernahme stattfindet, doch die Analogien deutlich erkennbar sind. Hier beginnt die Geschichte jedoch deutlich rabiater und die Freundin wird, ohne Angabe von validen Gründen, niedergeschossen und die Vendetta beginnt. Auch hier sieht eine komplexe und tiefgründige Hintergrundgeschichte anders aus, wenn auch dies nicht der Anspruch des Spiels darstellt.
Double Dragon 3: The Rosetta Stone ist gewissermaßen ein Ausreißer nach unten. Zwar gibt es drei spielbare Charaktere, doch der Koop-Modus ist noch immer auf drei Spieler beschränkt. Weiterhin wird passionierten Spielern auffallen, dass die damals optionalen In-App-Einkäufe (gab es in abgewandelter Form schon damals), in dieser Arcade-Version nicht zugänglich sind. Mit diesen Einkäufen, die zusätzliche Inhalte und Charaktere lieferten, wurde das Spiel jedoch erst wertvoll, da die durchschnittliche Spielqualität unter den Vorgängern lag.

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Kopfschmerz in 3,2,1... / © dotEmu

Beim Durchspielen muss grundsätzlich zwischen zwei Varianten unterschieden werden. Hinter Arcade verbirgt sich eine sehr nostalgische Spielform, die in Zeiten von Speicherständen und Respawn-Punkten, in Vergessenheit geraten ist. Der Spieler tritt an, um entweder das Spiel komplett in einem Rutsch zu beenden oder zu verlieren. Das war bei damaligen Spielen oft der Fall und fleißige Super Mario Bros.-Spieler dürften die zittrigen Hände vor dem nahenden Sieg kennen.
Im Story-Modus (Erzählung im Deutschen) kann der Spieler bereits freigeschaltete Bereiche direkt auswählen, sobald diese erreicht wurden, und somit den repetitiven Anfangsteil überspringen. Nichtsdestotrotz wäre eine Speicherfunktion wünschenswert gewesen, wenn auch nur als optionale Auswahl.

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Ohne große Umwege in Richtung Action. / © AndroidPIT

In diesem Zusammenhang, besonders in Anbetracht der fatalen Konsequenzen des Ablebens im Arcade-Modus, spielt der Schwierigkeitsgrad und die Steuerung eine bedeutende Rolle. Bei der Lernkurve haben die Entwickler angesetzt und vor die originale Herausforderung die „Mobil“-Variante gesetzt. Dieser vereinfacht das Spiel merklich und ist insbesondere für Einsteiger im Genre empfehlenswert. Das Spektrum wird auf der anderen Seite durch den Grad „Experte“ komplettiert, wobei dieser - besonders im Arcade-Modus - eine echte Herausforderung darstellt und Adrenalin ein ständiger Begleiter sein wird.

Lobenswert ist auch die Adaptation der Gegner an diese Einstellungen. Je nach Auswahl verändert sich nicht nur die Lebensfülle und Angriffsstärke der Gegner, sondern auch die angewandte Taktik unterliegt Schwankungen. Dies macht unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu teilweise stark abweichenden Spielerlebnissen. Der Wiederspielwert wäre sehr groß, wenn nicht nach einer bestimmten Zeit die Abläufe zu langweilen beginnen würden. Zu oft wird der gleiche Ablauf nötig und Abwechslung ist, bis auf die Endkämpfe, über manche Phasen Mangelware.

Bildschirm & Bedienung

Die grafische Präsentation von Double Dragon Trilogy ist ohne Frage gelungen und verbreitet nostalgische Gefühle. Hier wirkt nichts aufgesetzt oder gekünstelt, sondern das Gesamtkunstwert steht. Die musikalische Untermalung rundet das Gesamtbild ab und wird nur durch die limitierten Lautsprecher des Nexus 4 zurückgehalten.

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Das Spiel lässt dem Nutzer einen gewissen Spielraum in der Individualisierung. / © AndroidPIT

Die Bedienung ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Diese ist prinzipiell gut gelungen und es kann in gewissen Rahmen auch einiges konfiguriert werden, doch besonders in kniffligen und brenzligen Situationen versagt die Präzision teilweise. Dies mag im Story-Modus noch zu verkraften sein, doch es ist im Testzeitraum einige Male passiert, dass ein Arcade-Spiel verloren wurde, da Eingaben - nicht präzise oder zeitig genug - umgesetzt wurden.

Speed & Stabilität

Die Anwendung macht unter dem Strich einen guten Eindruck, wenn auch ab und an kleine Leistungseinbrüche feststellbar waren.

Preis / Leistung

Alle drei Spiele der Double Dragon Trilogy gibt es für 2,99 Euro. Für stundenlangen Spielspaß ein gerechtfertigter Preis.

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Für den Preis ist der Umfang des Spiels mit mehreren Modi und Schwierigkeitsgraden sehr ordentlich. / © AndroidPIT

Abschließendes Urteil

Die Bewertung von Double Dragon ist mir schwer gefallen. Auf der einen Seite ist eine gehörige Portion Nostalgie dabei. Auf der anderen Seite ist das Spiel nach heutigen Maßstäben zu repetitiv und eintönig. Für den Preis erhalten interessierte Spieler ein tolles Paket mit zwei richtig guten Ablegern und einem durchschnittlich guten Spiel. 

Mir persönlich hat Double Dragon viel Spaß bereitet. Der Nutzer muss sich jedoch mit Kritikpunkten, wie der oberflächlichen Hintergrundgeschichte, dem gleichbleibenden Ablauf (fast) aller Abschnitte und einer fehlenden Koop-Funktion über das Internet, abfinden. Hinzu kommt die Steuerung, die noch Luft nach oben besitzt. Schlussendlich bleibt eine echte Empfehlung für Kenner und Liebhaber des Genres und natürlich für Interessierte.

5 Kommentare

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  • Anonymous
    • Mod
    13.12.2013 Link zum Kommentar

    @ Marc: Das Spiel wurde nicht nur emuliert, sondern eben auch teilweise angepasst (Steuerung) und Grafik sowie Audio wurden an die Bedürfnisse eines Smartphones angepasst.

  • Ist das einfach 1zu1 die Teil 1-3 als Lizenziertes Rom mit Emulation auf dem Android lauffähig gemacht?

  • man bin ich alt geworden.

  • Sie bahnen sich ihren Welt steht da.
    Und nach dem, was ich von dir gelesen habe, kann ich dir "Looney Tones - Babs big break" für den Gameboy empfehlen, auch wenns albern klingt, die Story kann man ja mehr oder weniger überspringen. Aber ich weiß gar nicht, wo man noch Gameboy-Spiele findet... Jedenfalls spielt man da auch in eins durch. Ach ja, "Kirbys dream land" auch. Da gibt es sogar man Abschluss der leichten Version einen Code für eine schwere. Und die Endgegner sind gut gemacht.

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