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DJI Osmo Mobile im Test: Dronen-Gimbal für Dein Smartphone

DJIs stabilisierte Kameras der Osmo-Serie decken inzwischen ein großes Spektrum ab – von Actioncams auf GoPro-Niveau bis hin zu professionellen Kameras mit Micro-Four-Thirds-Sensor, Wechselobjektiven und RAW-Modus. Bei der Osmo Mobile greift der Nutzer auf die Kamera seines eigenen Smartphones zurück. 

Mit Dronen fliegen ist nicht nur des Fliegens selbst wegen spannend – die Multicopter sind auch extrem flexible Kameras. Um in der Luft ruhige Bilder zu ermöglichen, kommen oft Stabilisierungssysteme zum Einsatz, sogenannte Gimbals. Und genau diese Gimbals verkauft der Dronen-Hersteller DJI auch mit Handgriff statt mit Fluggerät. 

Design

Und auch ohne Multicopter dran sorgt dieser Gimbal für Aufmerksamkeit. Wer sich mit der Osmo Mobile in der Öffentlichkeit bewegt, muss mit interessierten Blicken rechnen. Ein Drei-Achsen-System mit beeindruckend schnellen Elektromotoren kompensiert rotatorische Verwackler des Nutzers. Das funktioniert erstaunlich gut – und sieht spektakulär aus.

Wie eingangs schon erwähnt, bringt die Osmo Mobile keine eigene Kamera mit. Stattdessen setzt der Nutzer sein Smartphone in die dafür vorgesehene Halterung ein. Diese ist hochwertig verarbeitet und fasst verschieden große Smartphones vom Format eines iPhone 5s bis hin zu Phablets wie dem Huawei Mate 8.

Unterhalb des Gimbals befindet sich der zu den anderen Osmo-Modellen identische Handgriff, der mit der texturierten Oberfläche gut in der Hand sitzt. Er eignet sich gleichermaßen für Rechts- und Linkshänder. Vorne unter dem Zeigefinger befindet sich ein Trigger, der Daumen erreicht bequem Auslöser, Videobutton und Joystick auf der Rückseite. Rechts am Gehäuse bringt der Hersteller einen Schieber zum Einschalten des Osmo Mobile unter.

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Die Bedienelemente auf der Rückseite sind allesamt gut mit dem Daumen zu erreichen. Unter dem Zeigefinger befindet sich ein Trigger. / © AndroidPIT

Links am Gehäuse gibt es ein Standard-Stativgewinde. Das Fach für den wechselbaren 980-mAh-Akku befindet sich auf der Unterseite. Geladen wird dieser – etwas bizarr – über eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse auf der Vorderseite, die im Gegensatz zu den anderen Osmo-Modellen hier nicht als Mikrofon-Eingang doppelt.

Schade übrigens: Während sich bei den mit Kamera ausgelieferten Osmo-Modellen der Gimbal tauschen lässt, ist dies bei der Osmo Mobile nicht möglich. Andersherum bietet DJI aber separat einen Osmo-Mobile-Gimbal namens Zenmuse M1 für diejenigen an, die sich ein Nicht-Mobile-Osmo-System gekauft haben. Klingt komisch, ist aber so.

Auch gibt es keine Möglichkeit, etwa die Smartphone-Halterung durch ein Standard-Stativgewinde zu ersetzen, um beispielsweise eine GoPro-Kamera mit der Osmo Mobile zu nutzen. So universell die Handy-Halterung auch ist, mehr Flexibilität wäre natürlich noch schöner gewesen.

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Die Universal-Halterung fasst auch größere Phablets problemlos. / © AndroidPIT

Bedienung

Das Einrichten geschieht ganz einfach: Man installiert die Smartphone-App, aktiviert Bluetooth und schaltet den Gimbal ein. Nach dem Auswählen der Osmo Mobile in der App dauert es noch ungefähr zehn Sekunden, und die Verbindung ist hergestellt. WLAN wird im Gegensatz zu den anderen Osmo-Modellen übrigens nicht unterstützt – es muss hier über die Verbindung zum Smartphone allerdings auch kein Videostream übertragen werden.

Ist die Verbindung hergestellt, lässt sich die Kamera über die rückseitigen Tasten auf dem Handgriff bedienen. Zum Fotografieren und für die Videoaufnahme gibt es jeweils einen Auslöser, und mit dem Joystick lässt sich die Kamera in unterschiedliche Richtungen schwenken. Bewegt sich der Nutzer nun durch den Raum, so schwenkt die Osmo Mobile die Smartphonekamera immer langsam in die Deutungsrichtung des Handgriffs – und schluckt gleichzeitig ruckartige Bewegungen.

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Die Bedienung der Osmo Mobile geht schnell in Fleisch und Blut über. / © AndroidPIT

Der Trigger unter dem Zeigefinger ermöglicht nun ein paar Extras. Hält man ihn gedrückt, aktiviert sich der sogenannte Pitch-Lock-Modus. Hier verändert die Kamera die grundsätzliche Blickrichtung nicht. Ein Doppeltipp zentriert die Ausrichtung der Kamera. Ein dreifaches Antippen wechselt schließlich zwischen Haupt- und Frontkamera des Geräts. Bei den mit Kamera ausgestatteten Osmo-Modellen würde sich hier die Kamera selbst um 180 Grad drehen.

Bei gedrückt gehaltenem Trigger lässt sich außerdem mit dem Joypad der digitale Zoom am Smartphone steuern. Und wer möchte, kann in der App auch zwischen Walk- und Sport-Modus wechseln, um das Ansprechen des Gimbals auf unterschiedliche Szenarien hin zu optimieren. 

Weitere Einstellungen betreffen die Ansprech-Geschwindigkeit des Joypads oder manuelle Einstellungen zu Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit & Co. – zumindest theoretisch. Erstere Option gibt es nur unter Android, manuelle Settings nur unter iOS. Hier wäre es für die Zukunft schön, würde DJI noch etwas aufräumen.

Schließlich gibt es dann einen Stativ-Modus, um Timelapse-Aufnahmen einzufangen, eine Tracking-Option sowie eine Option, die Videos live zu broadcasten. Unterm Strich finde ich das Bedienkonzept aber sehr gelungen. Es ist in wenigen Minuten erlernt und in Fleisch und Blut übergegangen – und dann macht das Filmen richtig Spaß. 

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Grundsätzlich ist die App einfach und übersichtlich aufgebaut. Allerdings gibt es Divergenzen zwischen der Android- und der iOS-Version. / © AndroidPIT

Leistung

Wie ihre Geschwister leistet die Osmo Mobile beim Stabilisieren hervorragende Dienste. Nach kürzester Zeit lässt sich die Blickrichtung sehr präzise steuern. Insbesondere bei guten Lichtverhältnissen ist die Bildqualität moderner Smartphones ausgezeichnet, was für professionell wirkende Kamerafahrten sorgt.

In der Praxis hat die Osmo Mobile zuverlässig funktioniert. Zweimal hat die App mal eine konsequenzlose Fehlermeldung ausgespuckt, und selten gab es mal einen Verschlucker beim Herstellen der Verbindung zwischen Smartphone und Gimbal. 

Was für Frust sorgt, ist das Exportieren der aufgenommenen Videos unter iOS – hier müssen die Clips nämlich aktiv aus der App heraus exportiert werden, während das iPhone mit der Osmo Mobile verbunden ist. Unter Android dagegen landen die Clips praktischerweise direkt in der Gallery.  

Akku

Im Gegensatz zu ihren Geschwistern bietet die Osmo Mobile eine deutlich verbesserte Akkulaufzeit. Einmal muss der Gimbal keine eigene Kamera mit Energie versorgen, außerdem entfällt der permanente Videostream über WLAN. Damit soll es die Osmo Mobile auf eine Laufzeit von etwa 3 bis 4,5 Stunden bringen, was sich auch mit unseren Praxiserfahrungen deckt. Der Ladevorgang nimmt etwa drei Stunden in Anspruch.

Was hier vielleicht noch anzumerken ist: Die Osmo Mobile bringt ohne Smartphone bereits rund ein halbes Kilo auf die Waage. Wer dann noch ein Phablet an den Gimbal montiert, darf damit rechnen, dass der Arm schneller schlappmacht als die Osmo Mobile selbst. 

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Mit dem Joystick auf der Rückseite lässt sich das Smartphone in eine bestimmte Richtung schwenken oder kippen. / © AndroidPIT

Fazit

Wie die anderen Osmo-Modelle von DJI ist auch die Osmo Mobile ein rundum gelungenes Produkt, das in Sachen Bedienung überzeugt und eindrucksvolle Ergebnisse liefert. Schade finde ich es allerdings, dass der Hersteller durch die fixe Verbindung zwischen Gimbal und Handgriff die Modularität der anderen Osmos killt. Wer damit leben kann, erhält für derzeit rund 300 Euro aber definitiv ein außergewöhnliches und spannendes Kamera-Spielzeug.

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Top-Kommentare der Community

17 Kommentare

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  • Ne ne, liebe Leut: Das System besteht aus Hard- UND Software. Daher sollte beides zueinander passen, oder? Ich und andere Nutzer möchten die Hardware "Osmo Mobile" seit April 2017 mit dem wohl besten Android-Handy für Video- und Filmaufnahmen, also dem Samsung Galaxy S8(+) nutzen. Aber die zugehörige Software von DJI funktioniert mit diesem Smartphone nicht. Schaut Euch mal die Kommentare der App "DJI Go" an. Der Hersteller ist wohl nicht in der Lage - oder gewillt, die Anpassung vorzunehmen. Vielleicht ist der Test aus diesem Grund mit dem Apple-Produkt durchgeführt. 4k geht übrigens mit der App auch nicht. Ich zweifle daher an Eurem Fazit.

  •   16

    Soviel Geld um mit einer Spielzeugknipse unverwackelte Fotos zu machen....

  • Ich sehe überhaupt keien Sinn und Vorteil bei diesem 300 Euro Spielzeug. Mal eben ein Schnappschuß oder ein kleines Video sind damit wohl eher nicht zu bewerkstelligen. Wer schleppt schon so einen riesigen Trümmer permanent mit sich

    • Flavius vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Ist eine Halterung für faule Menschen, die ihre Arme nicht mehr hoch bekommen. Würde ich mir überhaupt gar nicht holen, mache sowieso keine "selfies" und habe 300€ wieder gespart, was ich für viel wichtigeres ausgeben kann

    • Guck dir mal die damit gemachten timelapse Videos an. Darin sehe ich eigentlich den meisten Sinn . Oder befestigen am Fahrrad(falls das irgendwie geht).Für katzenvideos halte ich es aber auch für übertrieben...

      youtu.be/_UqGjx40Eok

  • Jan_G vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Bei meiner Drohne war ein Handgimbal dabei, das die Kamera der Drohne benutzt. Funktioniert wunderbar deswegen wird das bei mir mit dem Osmo nichts. Nichtsdestotrotz ein interessantes Gerät.

  • C. F.
    • Blogger
    vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Warum wurde das mit einem iPhone getestet?

    • Flavius vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Warum sollte es mit einem Android Smartphone getestet werden? Gibt doch kein unterschied und wäre am Ende sowieso auf's gleiche hinaus gekommen. Außerdem, hat der Tester anscheind ein IPhone und kein Android Gerät.

      • C. F.
        • Blogger
        vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Wußte gar nicht, daß bei AndroidPit die Android-Smartphones knapp geworden sind...

      • Flavius vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @C.F.: Müssen die Android nutzen? Nein, ist doch schnurps pieps egal was benutzt wurde. Das Ergebnis wäre so oder so gleich geblieben.

        nox

      • C. F.
        • Blogger
        vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Ich bin mir nicht so sicher, daß das Ergebnis das gleich geblieben wäre, da die Kamera vom iPhone mitunter die beste ist bzw. zu sein scheint (wenn man so den Vergleichstests Glauben schenken darf). Welches Android-Smartphone hätte da mitgehalten?

    • Andy N. vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      na stell dir doch mal vor, wenn die Halterung nix taugen würde.... da opfert doch keiner seinen Androiden für ;)

    • Ahoi vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Warum ist es JEDESMAL einen Kommentar wert, wenn ein Smartphone von Apple zu sehen ist?

      nox

      • C. F.
        • Blogger
        vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Hallo? Weil wir bei ANDROID Pit sind vielleicht?

      • Ahoi vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Ich weiß, dass Filterblasen seltsamer Weise sehr beliebt sind. Was ich nicht verstehe ist, warum so viele User sich gestört fühlen, wenn durch den Horizont ihrer Filterblase das Licht des sie umgebenden Universums dringt. Dieses Gadget ist ein Universaltool. Es funktioniert in diversen Galaxien. Magst du mir erklären, worin für dich das Unbehagen liegt, zu sehen wie es in einer Nachbargalaxie arbeitet?

  • Unterdem 4tem Bild ist ein fehler.

    Allerdings gibt es Divergenzen zwischen der Android- und der iOS-Version. / © AndroidPIT

  • Dänu vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Sehr schöner Artikel. Ich glaube jetzt kommt vieles gut, Deine Artikel gefallen mir wirklich gut. Steffen kenne ich schon von vorher, da weiss ich auch etwa was zu erwarten ist, also ist AndroidPit mit Dir Stefan und em Steffen glaube ich auf dem richtigen Weg. Weiter so.....

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