Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
87 mal geteilt 67 Kommentare

Diese Apps sollten Du und Deine Selbstachtung dringend meiden

Der Google Play Store ist nicht der größte App-Store der Welt, weil er bis zum Rand mit qualitativ hochwertigen Apps gefüllt ist. Das Gegenteil ist leider der Fall. Einige dieser Apps wollen Euch einfach nur für dumm verkaufen, andere ziehen Euch über den Tisch und wieder andere können Euch sogar schaden. Wir geben einige Beispiele, von denen manche ihre Nutzer am eigenen IQ zweifeln lassen sollten.

Gebt einem App-Junkie eine Google-Play-Karte und Guthaben satt, und er wird sich wie ein Kind im Süßgkeitengeschäft austoben. Oder wie ein Elefant im Porzellanladen. Denn der leichtfertige bis ahnungslose App-Download kann nach hinten losgehen. Und sei es nur, dass man sich plötzlich in einer wenig schmeichelhaften Statistik all derer wiederfindet, die eine App heruntergeladen (oder gar für sie bezahlt) haben, die nicht gerade auf einen hohen Nutzer-IQ wettet. Das Mindeste, das hier schaden nehmen kann, ist also Eure Selbstachtung.

Im schlimmsten Fall seid Ihr aber Geld losgeworden für eine App, die Euch am Ende null Mehrwert bringt, dafür aber ordentlich von Euch profitiert oder gar Eurem Smartphone schadet. Bei vielen dieser Apps werden einige sagen: “Wer würde so etwas denn jemals herunterladen???”. Nun ja, Tausende, wenn man Google glaubt.

Obskure Akkulade-Apps

Wir alle wollen mehr Akkulaufzeit. Dieser Wunsch ist bei manchen Nutzern derart groß, dass sie auf die wirklich dümmsten App-Versprechen hereinfallen. Es gibt eine ganze Industrie aus Apps, die versprechen, das Smartphone über einen integrierten Dynamo durch das Schütteln des Gerätes aufzuladen. Dann gibt es Apps, die versprechen, den Akku über die elektrische Ladung des Fingers beim Berühren des Touchscreens mit Saft zu versorgen. Dann gibt es Apps, die versprechen, Euer Smartphone durch Sonnenenergie zu betreiben (äußerst verlockend). Und vergessen wir nicht Apps, die eine Art rein softwareseitigen Quick-Charge-Ersatz versprechen (sie tun dabei nichts anderes, als Hintergrundprozesse abzuschalten, wodurch das Aufladen beschleunigt werden soll - natürlich ist das kein Vergleich zu echten Schnelllade-Features).

Mittlerweile hat Google teils schon begonnen, gegen solche Apps vorzugehen, sodass die Entwickler vermehrt damit begonnen haben, das Wort “Streich” in den App-Namen aufzunehmen, was aber oft leicht übersehen wird, da dieses Wort zumindest in der App-Übersicht im Play Store oft abgeschnitten wird.

Ihr seht, die Möglichkeiten, sich hier für dumm verkaufen zu lassen, sind mannigfaltig, in manchen Fallen haben bereits Tausende Nutzer Geld für solche Apps bezahlt. Wenn Ihr Glück habt, werdet Ihr lediglich verkohlt, doch manche dieser Apps horchen Euch über abstruse App-Berechtigungen förmlich aus. 

absurd apps hero
Nur drei völlig absurde Apps. / © Samsung, LG, Sony, porrassoft, ATXproIT, Angelo Gizzi, ANDROIDPIT

Schlechte Antiviren-Apps

Antiviren-Apps für Android sind ein viel diskutiertes Thema für sich, und unter den Links unter diesem Absatz findet Ihr einige Artikel, die hier in die Tiefe gehen. Der Punkt ist, unabhängig davon, wie sinnvoll eine solche App im besten Fall sein mag, es gibt Exemplare, gar populäre Exemplare, die einfach nur sinnlos sind. 

Ein gutes Beispiel ist NQ Mobile Security & Antivirus. Auf den ersten Blick haben wir es mit einer seriösen, geschätzten App zu tun, die mit einer sehr guten Play-Store-Bewertung und über 30 Millionen Nutzern Vertrauen erweckt. Was Ihr erst spät erfahrt: Diese App bittet Euch selbst für die absolut grundlegendste Funktion einer Antiviren-App - der Aktualisierung der Viren-Datenbank - zur Kasse. Richtig, ohne finanziellen Einsatz ist die App und ihr versprochener Schutz nach wenigen Tagen löchrig bis, im schlimmsten Fall, nutzlos. Hier sprechen wir nicht von Zusatz-Features, die oft legitimerweise Geld kosten. Hier geht es um ein Feature, ohne dass man eine solche App gar nicht erst installieren braucht.

Defragmentierungs-Apps

Es erscheint so plausibel, denn wir alle kennen das Problem des graduellen Zumüllens unser alten PCs. “Defragmentierung” war damals ein Zauberwort, um das Gerät zu beschleunigen. Das greift leider so gar nicht bei SSDs (Solid State Drives), den Festplatten, die unsere ganz modernen Laptops popularisieren und genau wie Smartphones auf Flash Speicher setzen.

Flash Speicher funktioniert grundsätzlich anders und kann auf jeden Bereich des Laufwerks mit gleichem Tempo zugreifen, Fragmentierung ist hier also nicht in gleichem Maße ein Problem. Ein echtes Problem ist jedoch, sehr vereinfacht ausgedrückt, das Überschreiben einzelner Speichersektoren, denn je häufiger das passiert, desto mehr leidet die Schreib-Performance der SSD. Das heißt, Ihr wollt Überschreibvorgänge nicht unnötig in die Höhe treiben. Ein Defragmentierungsprozess ist aber genau so ein Vorgang, Ihr schadet also letztlich der Lebensdauer Eures Speichers.

Lügendetektoren, Röntgen-Apps und Co.

Wahrheit oder Lüge, die uralte Frage. Es gibt Mittel und Wege, sie mit technischer Unterstützung zu beantworten, Apps gehören leider nicht dazu. Das sollte eigentlich jedem klar sein. Die zahlreichen Lügendetektor-Apps, ob kostenlos oder nicht, zeigen in der Regel nach einem reinen Zufallsprinzip “Wahrheit” oder “Lüge” an, in manchen fällen sogar einfach nur abwechselnd. Manche Apps behaupten auch, über das Mikrofon die Stimme zu analysieren, über die Selfie-Cam das Gesicht oder den Puslmesser zu verwenden, um anhand der sich verändernden Herzschlagfrequenz den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu messen. Aber auch, wenn das noch ansatzweise plausibel klingen mag, verbirgt sich dahinter nichts weiter als Humbug.

Gleiches gilt für die X-Ray-Apps, also Programme, die versprechen, aus Eurer Smartphone-Kamera einen Röntgenapparat zu machen. Ja, sie werden zu Tausenden heruntergeladen, sie kosten teils Geld, und sie haben noch nicht einem einzigen Nutzer seine Knochen gezeigt, genau wie noch keine einzige Nackt-Scanner-App jemals einen BH durchsichtig gemacht hat.

Das reicht nicht an Absurdität? Wie wäre es mit Apps, die versprechen, das Geschrei Eures Neugeborenen zu übersetzen? Der Wunsch auf Kommunikation mit dem Baby muss extrem groß sein, denn 50.000 bis 100.000 Menschen haben alleine die App Baby Translate heruntergeladen. Und obwohl nicht einer von ihnen daraufhin die kryptischen Laute seines Babys entschlüsselt hat, hat die App auf unerklärlichem Wege ganze 3,3 Sterne zustande gebracht.

androipit smartphone attack 2
Es gibt Apps, die einen wütend auf Android und den Google Play Store machen. Dabei ist man in vielen Fällen wirklich selber schuld. / © ANDROIDPIT

Dubiose Taschenlampen-Apps

Gerade Taschenlampen haben sich in den letzten Jahren einen schlechten Ruf verdient, was nicht zuletzt an der App Brightest Flashlight Free liegt, die einem vor Augen führt, was für Schindluder mit harmlos wirkenden Apps getrieben wird. Obwohl diese App als Hardcore-Datensammler selbst durch die Mainstream-Presse ging, existiert sie noch und hat haufenweise gute Bewertungen, was zweifelsohne nicht auf ganz koscherem Wege passiert ist (eine kleine Erinnerung an die Praktiken im Play Store erhaltet Ihr hier). Wozu muss die App wissen, wo Ihr Euch befindet? Tatsächlich sammelt sie alle erdenklichen Daten, erstellt Bewegungsprofile und verkauft diese an Dritte. Wer das nicht weiß, fällt auf die Bewertungen und die 50 bis 100 Millionen Downloads rein und ist gelackmeiert.

Wir würden Euch gerne noch weitaus mehr Beispiele bringen, doch das Angebot übersteigt den Platz bei Weitem. Das ist eben der Google Play Store. Auch wenn Google immer mehr aufräumt, wer wirklich sinnvolle Apps will, muss suchen. Wer beide Augen ganz doll zudrückt und sein Hirn abschaltet, findet hingegen an jeder Ecke reichlich Gelegenheit, veräppelt zu werden. Ihr steht hoffentlich über solchen Dingen.

Seid Ihr schon auf fragwürdige bis schädliche Apps reingefallen und habt Euch im Nachhinein… wenig clever gefühlt? Teilt sie mit den anderen Lesern, denn unser kleiner Überblick kratzt nicht einmal an der Oberfläche.

67 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Solche Artikel, wie der hier von Stephan Serowy,
    sind "notwendig" und nützlich für den "nicht so
    techn versierten Nutzer" oder Normalouser
    ( nicht böse gemeint).
    Durch " solche" Artikel kann ein Normalo Nutzer,
    sein "Fachwissen" etwas erweitern.
    Androidpit muss Alle
    ( tekkies und Normale Nutzer) " bedienen".
    Und der " Spagat" dazwischen ist mehr als einfach.
    Nicht ALLE HIER im Forum sind "Spezialisten".

  • Diesen Artikel solltest du dringenfür deine Selbstachtung meiden.. Und nein, ich habe ihn nicht gelesen...

  • mir kommt es so vor, als würden nur Foren-user die Artikel hier lesen um etwas daran auszusetzen. Immer wird nur kritisiert und bemängelt...Mein Gott. Es zwingt euch doch niemand die Artikel hier zu lesen....bewertet die Artikel die euch interessieren und führt darüber eine Diskussion. Es gibt euch User die nicht so informiert über Android und sonstige Themen sind, und für diese User sind sie evtl ja auch hilfreich. stetige Kritik verunsichert diese Leser auch vielleicht mal

    • Mir ist so ein Artikel beim Hintern lieber, als der gefühlt tausendste "Samsung Galaxy vs. Smartphone X"-Artikel.

      • Oh Gott wie recht du hast. Wenn ich hier aufmache und in den ersten 5 (!) Artikeln steht der Name Samsung, könnt ich grad brechen...

      • Christian, kannst du uns EIN Beispiel nennen, also einen Tag, bei dem das so war (Samsung in den ersten 5 Artikeln, oder auch nur in irgendwelchen 5 aufeinander folgenden Artikeln an einem Tag)? Selbstverständlich abgesehen von einem Galaxy-Launch-Tag! Da wäre ich echt mal gespannt, und das wäre ein für uns wertvoller, willkommener Augenöffner (naja gut, dafür müsste es schon mehr als ein einziges Beispiel geben).

  • Lars F: Welche anderen Portale besuchst du sonst noch bezüglich Informationsbeschafgung?-Danke. Bin immer interessiert an technischen oder sicherheitstechnischen Artikeln.

  • Ein witziger und für Einsteiger doch teilweise auch informativer Artikel. Danke dafür - gerne mehr davon!

  • die solarpanel lade apps sind der hammer.
    vorallem die kommentare von denen die nicht gemerkt haben, dass es sich um eine fake app handelt. "ihr seid doch alles vollid***en, das funktioniert ja gar nicht !"
    aber auch die, welche völlig übertreiben... "hab drei handies mit dieser app aufs hausdach montiert. kann sogar dem nachbarn noch strom abgeben !"
    herrlich !!!

    • Mia 22.08.2015 Link zum Kommentar

      Ich muss auch öfter über manche Antworten lachen.

      Oft steht sogar in der App Beschreibung, ist nur ein Fake.
      Wird halt oft überlesen.

  • Da wurde doch vor ewiger Zeit im TV mal ne App beworben, mit der man das Gegenüber angeblich nackt sehen konnte. Also wer sowas glaubt.......... Und ist die App Kostenpflichtig ist es sogar vorsätzlicher Betrug.

  •   2

    Natürlich ist es sinnvoll, dass meine Taschenlampenapp weiß, wo ich mich gerade aufhalte. Wie soll sie sonst feststellen, ob es dunkel ist und sie leuchten soll? ;-)

    Es ist übrigens üblich, für regelmäßige Virenupdates regelmäßig Gebühren zu zahlen. Das macht die Antivirensoftware nicht sinnlos.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!